Jungheinrich stattet seinen Wagniskapitalarm Uplift Ventures mit 100 Millionen Euro aus und macht aus einem Gabelstaplerbauer einen ernsthaften Deep-Tech-Investor.[1] Den Fonds finanziert allein der Hamburger Konzern, ohne Geld von Pensionskassen oder Family Offices.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAls Zugpferd kommt Christian Noske, bei BMW i Ventures einst Gründungspartner und beim Bündnis Renault-Nissan-Mitsubishi Aufbauhelfer von Alliance Ventures. Uplift Ventures zielt auf europäische Deep-Tech-Gründer in der Finanzierungsphase, in der viele bisher an amerikanische Geldgeber abwanderten.
Das Wichtigste in Kürze
- Den 100-Millionen-Euro-Fonds finanziert allein Jungheinrich, ohne externe Investoren.
- Christian Noske kommt als General Partner zum Gründungsteam um Kerk Wichmann; die Investoren stammen von Cathay Innovation, Speedinvest und der Robotikschmiede Mimic Robotics.
- Uplift Ventures investiert 1 bis 5 Millionen Euro je Beteiligung in bis zu 20 Unternehmen, von der Frühphase bis zur Series A.
- Die Schwerpunkte liegen auf Robotik, autonomer Logistik, KI in der Lieferkette, Kreislaufwirtschaft und digitalen Plattformen.
Was steckt hinter Uplift Ventures?

Eigener Wagnisarm. Den Wagniskapitalarm gründete Jungheinrich schon 2025 in Hamburg. Erste Gehversuche machte der Konzern allein, etwa mit dem Einstieg beim Laderampen-Robotik-Spezialisten Navflex. Jetzt folgen das Kapital und ein professionelles Team um Kerk Wichmann, verstärkt durch General Partner Christian Noske.
Vom Einzeldeal zum Fonds. Aus vereinzelten Beteiligungen wird ein strukturierter Fonds: 1 bis 5 Millionen Euro je Investment, bis zu 20 Unternehmen, von der Frühphase bis zur Series A. Die Investoren holte Uplift Ventures von Adressen wie Cathay Innovation, Speedinvest und der Robotikschmiede Mimic Robotics.
Warum wird ein Gabelstaplerbauer zum Wagniskapitalgeber?
Die Series-A-Lücke. In Europa fehlt Deep-Tech-Gründern selten das Startkapital, sondern das Geld für die nächste Runde. Genau in der Series A wandern viele zu US-Fonds ab, und die Technologie samt Arbeitsplätzen zieht mit. Der Alleinfinanzierer Jungheinrich verschafft Uplift Ventures einen langen Atem, den klassische Fonds mit ihren festen Laufzeiten selten haben.
Strategischer Radar. Christian Noske sieht das große Kapital 2027 tiefer in die Lieferketten der heutigen KI-Hype-Themen fließen und nennt Rechenzentren das größte Infrastrukturprojekt der Menschheit, gemessen am eingesetzten Geld. Für Jungheinrich öffnet der Fonds ein Fenster zu Robotik und Logistik-KI. Auf dieselbe Wette setzt in Deutschland der Industriefonds Bertelsmann Investments Futurepresent, und junge Firmen wie Quantum Dynamics zeigen, welche Physical-AI-Startups fürs Lager gerade entstehen.
Ein Gabelstaplerbauer, der 100 Millionen Euro in Deep-Tech steckt, kauft sich keinen Ruhm, sondern einen Frühwarnradar für die Roboter, die morgen das Lager steuern.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet der Fonds für die DACH-Startup-Szene?
Geld für die Wachstumsphase. Für deutschsprachige Deep-Tech-Gründer in Robotik und Logistik entsteht eine heimische Kapitalquelle in genau der Phase, die bisher klaffte. Zusätzlich vertieft Jungheinrich die Zusammenarbeit mit dem High-Tech Gründerfonds, dem wichtigsten Frühphaseninvestor der Republik. Gründer bekommen so einen Geldgeber, der zugleich Industriekunde und möglicher Abnehmer ist.
Mittelstand als Miteigentümer. Die Wette reiht sich in eine Welle industrieller Wagniskapitalarme ein, von BMW i Ventures bis zu Bosch. Ein Traditionskonzern, der professionell in Startups investiert, signalisiert eine klare Botschaft: Deutschlands Industrie will Zugang zu Robotik-Innovation über Beteiligungen, nicht nur über den Einkauf. Die Technik dahinter ordnet der Robotik-Ratgeber 2026 ein, und Beispiele wie Movu im automatisierten Lager zeigen, wohin die Reise geht.
Quelle
[1] Uplift Ventures: „Uplift Ventures — shaping the future of moving goods“
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