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Der Fahrdienstvermittler Bolt will 2027 in Madrid Robotaxis mit Nvidias Fahrsoftware Alpamayo einsetzen. Zunächst sammeln dort einige Dutzend Fahrzeuge von Lucid Daten im Straßenverkehr. Noch vor Ende 2027 sollen große Städte in Deutschland und Frankreich folgen.

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Mit „einigen Dutzend Fahrzeugen“ rechnet Bolt im kommenden Jahr auf den Straßen der spanischen Hauptstadt, sagte das Unternehmen der Nachrichtenagentur Reuters.[1] Am Mittwoch teilte das estnische Unternehmen in Berlin mit, dass es dafür Nvidias Komplettsoftware Alpamayo Stack einsetzt.[2] Stand: Mittwoch, 21. Oktober 2026, 14:30 Uhr. Welches Lucid-Modell in Madrid fährt und ab wann Fahrgäste einsteigen können, sagen die Unternehmen nicht.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Bolt setzt für Robotaxis in Europa auf Nvidias Fahrsoftware Alpamayo Stack, zuerst in Fahrzeugen von Lucid.
  • In Madrid sammeln die Fahrzeuge ab 2027 zunächst Fahrdaten, vorbehaltlich der Genehmigung.
  • Langfristig plant Bolt mindestens 25.000 Lucid-Fahrzeuge, bestellt ist bisher keines.
  • Deutschland nennt Bolt als Priorität, das deutsche Recht verlangt aber eine Technische Aufsicht und eine sichere Funkverbindung.

Was liefern Nvidia und Lucid?

Ein weißes Spielzeugauto mit Dachaufschrift LERNFAHRT und einem blauen L am Heck auf weißem Grund
Alpamayo Stack kombiniert erklärbares KI-Modell mit klassischer Umfelderkennung und Bewegungsplanung, überwacht von Nvidias Halos-Sicherheitssystem auf Hyperion-Plattform

Alpamayo Stack verbindet laut Bolt ein KI-Modell, das seine Entscheidungen begründet, mit herkömmlicher Software für Umfelderkennung und Bewegungsplanung. Darüber wacht Nvidias Sicherheitssystem Halos, gerechnet wird auf der Referenzplattform Hyperion aus Bordrechner und Sensoren.[2] Bolt und Nvidia wollen die Software an europäische Straßen anpassen und in Fahrzeuge mehrerer Hersteller einbauen, beginnend mit Lucid.[2] Nach Kabanovs Angaben läuft die Fahrsoftware vollständig im Auto und ohne Internetverbindung, aus Gründen der Cybersicherheit.[1] Auf Alpamayo setzt seit Mittwoch auch das schwedische Logistikunternehmen Einride, bei dem das Modell vorerst nur im Hintergrund mitläuft, ohne selbst zu lenken.

Die Zahl von 25.000 Fahrzeugen ist älter als der Plan für Madrid. Bolt und Lucid nannten sie am 17. September für Autos auf Lucids künftiger Mittelklasse-Plattform. Geld floss laut TechCrunch dabei nicht, eine Bestellung gab es auch nicht. Ihr erstes Fahrzeug hat Lucid zudem auf die zweite Hälfte 2027 verschoben.[3] Lucid selbst verlor im zweiten Quartal rund 228.000 Euro je ausgeliefertem Auto.

Warum fängt Bolt in Madrid an?

Die Region Madrid hat laut Jevgeni Kabanov, der bei Bolt das autonome Fahren leitet, eine Erprobungsgenehmigung geschaffen, die einen begrenzten kommerziellen Betrieb schon vor der vollen Zulassung erlaubt.[1] Seinen ersten Fahrdienst mit autonomen Fahrzeugen hat Bolt nach eigenen Angaben in Luxemburg gestartet.[2] In Madrid trifft Bolt auf Wettbewerber: Im September erhielten WeRide, Uber und Avomo die erste spanische Genehmigung für fahrerlose Robotaxis. Waymo hat laut El Español begonnen, Fahrzeuge vom Typ Jaguar I-Pace in die Region zu bringen, um dort 2027 Fahrgäste zu befördern.[4]

Bolts Weg zum Robotaxi
Was Bolt, Nvidia und Lucid angekündigt haben und was noch fehlt
2027
Start in Madrid: Die Fahrzeuge sammeln zunächst Fahrdaten, vorbehaltlich der Genehmigung
Dutzende
Fahrzeuge will Bolt im ersten Jahr in Madrid auf die Straße bringen
25.000
Lucid-Fahrzeuge sind geplant, bestellt hat Bolt bisher keines
2. Hälfte 2027
erstes Auto auf Lucids Mittelklasse-Plattform, für die die 25.000 vorgesehen sind
100.000
autonome Fahrzeuge will Bolt bis 2035 auf seiner Plattform haben

Was heißt das für Robotaxis in Deutschland?

Laut Reuters will Bolt noch vor Ende 2027 in große deutsche und französische Städte.[1] Ein Fahrzeug mit autonomer Fahrfunktion braucht hierzulande eine Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamts und einen von der zuständigen Behörde genehmigten Betriebsbereich.[5] Fahrerlos heißt dabei nicht unbeaufsichtigt: Eine Technische Aufsicht muss vorgeschlagene Fahrmanöver freigeben und die autonome Fahrfunktion abschalten können. Der Hersteller muss eine ausreichend sichere Funkverbindung nachweisen und die Elektronik gegen Angriffe absichern.[6] Ohne Internet fährt in Deutschland also allenfalls die Software, der Betrieb selbst braucht eine Verbindung nach außen.

Bolt kündigt 25.000 Robotaxis an, bestellt ist keines. Die Plattform dafür kommt frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Weiter ist in Deutschland Uber: Der Konzern startet in München Robotaxis mit Sicherheitsfahrer, eines der beiden geplanten Vorhaben nutzt ebenfalls Hyperion. Volkswagen finanziert Moias Robotaxi für Hamburg inzwischen allein. Städte und Verkehrsbetriebe, die mit Robotaxi-Anbietern sprechen, fragen deshalb am besten zuerst nach dem konkreten Fahrzeug und dem Genehmigungsstand je Stadt, erst danach nach der Flottengröße.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. ReutersBolt, Nvidia to kickstart driverless taxi programme in Madrid during 202721.10.2026
  2. BoltBolt picks NVIDIA Alpamayo Stack to drive its autonomous vehicles across Europe (Mitteilung über PR Newswire, Berlin)21.10.2026
  3. TechCrunchLucid Motors has a potential robotaxi partner for Europe17.09.2026
  4. El EspañolBolt entra en la guerra del taxi autónomo en Madrid21.10.2026
  5. Straßenverkehrsgesetz§ 1e Betrieb von Kraftfahrzeugen mit autonomer Fahrfunktion (gesetze-im-internet.de)
  6. Straßenverkehrsgesetz§ 1f Pflichten der Beteiligten beim Betrieb von Kraftfahrzeugen mit autonomer Fahrfunktion (gesetze-im-internet.de)

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