Pony.ai will seine Robotaxis der siebten Generation in den kommenden Wochen in London testen und später über die Uber-App anbieten. Wem die Flotte gehören und wer sie betreiben soll, haben beide Unternehmen offengelassen. Uber bezieht die Fahrtechnik damit erneut aus China, wie schon für seine Robotaxi-Projekte in München und Zürich.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenPony.ai und Uber haben am 8. Oktober angekündigt, die Robotaxis des chinesischen Anbieters nach London zu bringen. Ausführlich berichtete das chinesische Finanzportal Beiduo Caijing am 10. Oktober auf Sina.[1] Nach Zagreb wäre London die zweite europäische Stadt der Partnerschaft. Bis die Wagen ohne Fahrer unterwegs sind, steht in Großbritannien allerdings ein eigenes Genehmigungsverfahren an.
Das Wichtigste in Kürze
- Pony.ai testet seine Gen-7-Robotaxis in den kommenden Wochen in London, buchbar sollen sie später über Uber sein.
- Pony.ai liefert die Fahrtechnik, Uber die App, ein lokaler Partner besitzt in der Regel die Fahrzeuge.
- Für fahrerlose Fahrten verlangt Großbritannien seit dem 15. Mai 2026 eine eigene Genehmigung.
- Uber arbeitet in Europa mit mindestens drei chinesischen Anbietern zusammen, darunter Momenta für München.
Was planen Pony.ai und Uber in London?

Im August hatten die Partner angekündigt, über 2.000 Robotaxis in fünf europäische Städte zu bringen. London ist die erste Stadt dieser Liste, die nach Zagreb namentlich feststeht. Gründer und CEO James Peng nennt London eine „Schlüsseletappe unserer Europastrategie“. Pony.ai wolle, so Peng, den Testbetrieb gemeinsam mit den britischen Behörden und Partnern „schrittweise im Rahmen der britischen Regeln für autonomes Fahren“ voranbringen.[1]
Pony.ai setzt im Ausland auf fremde Flotten. Laut dem Bericht nutzt der Anbieter dieses Modell auch in den Emiraten, in Singapur und in Südkorea.[1] In Zagreb besitzt und betreibt die Rimac-Gründung Verne die Wagen. Pony.ai muss dort so weder Autos kaufen noch eine eigene Betriebslizenz beantragen. Den Schritt ordnet der Bericht in einen Industrieplan ein, den neun chinesische Ministerien am 10. September veröffentlichten. Der Plan fördert das Auslandsgeschäft vernetzter Elektroautos ausdrücklich.[1]
Welcher Weg führt in London zum fahrerlosen Taxi?
In London gibt es zwei Genehmigungswege. Wayve und Uber fahren seit Anfang September mit zahlenden Gästen, aber als gewöhnliche Mietwagen mit Fahrer an Bord. Haftung und Verantwortung bleiben dabei beim Fahrer. Ohne Fahrer braucht ein Betreiber eine Genehmigung nach den Regeln für automatisierte Personenbeförderung, die seit dem 15. Mai 2026 gelten.[2] Diese erteilt das Verkehrsministerium, Transport for London muss zustimmen.
Bis Anfang September hatte laut Branchenberichten kein Betreiber in London auch nur die erste Stufe dieses Verfahrens abgeschlossen. Pony.ai nennt weder die Zahl der Testwagen noch einen Starttermin für den Fahrgastbetrieb. Vollständig umsetzen will die Regierung das britische Gesetz über automatisierte Fahrzeuge erst in der zweiten Jahreshälfte 2027.
Uber kauft die Fahrtechnik in China und überlässt die Autos anderen, in London fehlt bisher sogar der Name des Flottenbetreibers.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zwei Wege zum Robotaxi in London
Was bedeutet das für Städte in der DACH-Region?
Uber holt sich die Fahrtechnik für Europa auffällig oft aus China. Neben Pony.ai bringt Uber den Anbieter WeRide nach Zürich, für den Robotaxi-Piloten in München stammt der Partner Momenta ebenfalls aus China. In Deutschland sind fahrerlose Fahrzeuge der Stufe 4 seit 2021 erlaubt, einen kommerziellen Dienst ohne Fahrer gibt es trotzdem noch nicht.
Offen bleibt in Europa die Datenfrage. Die USA verbieten chinesische Software für Vernetzung und automatisiertes Fahren ab dem Modelljahr 2027,[3] eine vergleichbare EU-Regel fehlt. Kommunen und Verkehrsbetriebe, die mit Uber über Robotaxis verhandeln, sollten vertraglich klären, wo Kamera- und Positionsdaten gespeichert werden. Ebenso gehört in den Vertrag, wer die Flotte betreibt und im Schadensfall haftet.
Quellen
[1] Beiduo Caijing via Sina: Bericht über den Londoner Testbetrieb von Pony.ai und Uber (chinesisch), 10. Oktober 2026
[2] legislation.gov.uk: „The Automated Vehicles (Permits for Automated Passenger Services) Regulations 2026“
[3] Federal Register: „Securing the Information and Communications Technology and Services Supply Chain: Connected Vehicles“, 16. Januar 2025
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