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Cloudflare übernimmt das gesamte Team hinter Deno, die Entwicklung der JavaScript-Laufzeit endet in einem Jahr. Den Hostingdienst Deno Deploy schaltet das Team schon nach sechs Monaten ab. Betroffen sind auch die Edge Functions von Netlify und Supabase, die auf Deno aufsetzen.

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„Wir wissen, dass das für alle, die auf Deno gebaut haben, eine folgenreiche Änderung ist“, schreibt Ryan Dahl, Erfinder von Node.js und Gründer von Deno.[1] Noch ein Jahr lang erscheinen monatliche Versionen mit Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates. Nach diesem Jahr bleibt der Code offen für alle, die das Projekt weiterführen wollen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Deno-Team wechselt zu Cloudflare, dort sollen celld und workerd zu einer selbst hostbaren Laufzeit für Cloudflare Workers verschmelzen.
  • Deno Deploy läuft noch sechs Monate, zahlende Kunden erhalten Hilfe beim Umzug auf Cloudflare Workers.
  • Die Paket-Registry JSR bleibt in Betrieb und zieht auf die Infrastruktur von Cloudflare um.
  • Netlify und Supabase nutzen Deno als Unterbau ihrer Edge Functions, die Wartung durch das Deno-Team endet für beide in einem Jahr.

Was will Cloudflare mit dem Deno-Team?

Dino-Figur im Karton mit Schild „Haltbar bis 2027“ auf weißem Grund
Cloudflare öffnet Durable Objects in workerd für verteilte Systeme statt nur Einzelinstanzen zur lokalen Testung

Selbst hostbare Workers. Cloudflare veröffentlichte workerd, die Laufzeit seiner Workers-Plattform, 2022 als Open Source, weil Kunden wie Shopify nur auf quelloffenem Code aufbauen wollten. Eine Lücke blieb: Durable Objects, die zustandsbehafteten Bausteine für Chats, Echtzeit-Kollaboration und KI-Agenten, laufen in workerd nur als Einzelinstanz. Die Einzelinstanz reicht für lokale Tests, für den Produktivbetrieb auf vielen Servern nicht.[2]

celld als Bauplan. Deno schloss diese Lücke im August mit celld, einem in Rust geschriebenen Programm, das Durable Objects auf eigenen Servern verteilt und als einzige externe Abhängigkeit einen Bucket im Objektspeicher braucht. Ryan Dahl und Mitgründer Bert Belder sollen celld nun in workerd einbauen, damit Unternehmen das Workers-Modell auf eigener Infrastruktur betreiben können.[2] Cloudflare kauft also weniger eine Laufzeit als das Team, das Cloudflares Plattform portabel machen soll.

Der Cloudflare-Blog erwähnt das Ende der Deno-Laufzeit nicht und verweist dafür auf den Beitrag im Deno-Blog.

Warum betrifft das Ende auch Netlify und Supabase?

Deno im Unterbau. Netlify führt seine Edge Functions inzwischen in eigenen MicroVMs aus und pflegt dafür einen gepatchten Deno-Build.[3] Der Hostinganbieter gehörte 2022 zu den Geldgebern der Finanzierungsrunde von Deno über umgerechnet rund 18 Millionen Euro.[4] Supabase baut seine Edge Runtime ebenfalls auf der Deno-Laufzeit auf.[5] Fallen die Updates des Deno-Teams weg, müssen beide Anbieter Sicherheitslücken in der Laufzeit selbst schließen oder die Grundlage wechseln.

Zweiter Fall binnen eines Jahres. Anthropic kaufte im Dezember 2025 Bun, die andere große Alternative zu Node.js, und nutzt die Laufzeit seither als Infrastruktur für Claude Code.[6] Bun blieb unter MIT-Lizenz und in der Hand des bisherigen Teams, das die Laufzeit im Sommer mit KI-Hilfe nach Rust portierte. Node.js selbst gehört zur OpenJS Foundation.[7]

Mit Bun bei Anthropic und Deno bei Cloudflare hängen beide großen Node.js-Alternativen an den Plänen eines Konzerns. Von den drei großen Laufzeiten bleibt nur Node.js in Stiftungshand.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Deno nach der Übernahme: was wann endet
Die Fristen für Laufzeit, Hosting und Registry im Überblick
6 Monate
läuft Deno Deploy noch, danach schaltet das Team den Hostingdienst ab
12 Monate
erscheinen noch monatliche Deno-Versionen mit Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates
11.12.2027
gilt der Cyber Resilience Act samt Sorgfaltspflicht beim Einbau quelloffener Komponenten
1 Bucket
braucht celld als einzige externe Abhängigkeit, die Technik soll in workerd aufgehen

Was weiterläuft und was endet

Bisher
Künftig
Deno-Laufzeit
Weiterentwicklung durch das Deno-Team
Ein Jahr Wartung, danach Open Source ohne Kernteam
Deno Deploy
Hosting vom Gratis- bis zum Enterprise-Tarif
Abschaltung nach sechs Monaten, Umzugshilfe zu Cloudflare Workers
JSR
Betrieb durch Deno
Betrieb auf der Infrastruktur von Cloudflare
rusty_v8
Pflege durch Deno
Weiter gepflegt, Integration in workerd geplant

Was sollten Unternehmen mit Deno-Projekten jetzt tun?

Vier Prüfpunkte. Für Teams, die Deno produktiv einsetzen, lohnt sich ein Plan mit festen Daten:

  • Projekte auf Deno Deploy bis zum Frühjahr 2027 umziehen. Anbieter mit Serverstandort in Europa finden Sie in unserem Webhosting-Vergleich und im Cloud-Server-Vergleich.
  • Beim Umzug zu Cloudflare den Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO neu abschließen und das Verarbeitungsverzeichnis anpassen, denn ein neuer Dienstleister verarbeitet dann die Daten.
  • Selbst betriebene Deno-Server bis Herbst 2027 auf eine gepflegte Laufzeit umstellen, sofern bis dahin kein neues Team die Wartung übernimmt.
  • Software prüfen, die Deno mitliefert, etwa mit deno compile gebaute Programme. Ab dem 11. Dezember 2027 müssen Hersteller beim Einbau quelloffener Komponenten die gebotene Sorgfalt walten lassen, rund zwei Monate nach dem letzten geplanten Deno-Update.[8]

JSR bleibt erreichbar. Pakete aus der Registry bleiben abrufbar, den Betrieb übernimmt Cloudflare.[1] Teams mit Interesse am Workers-Modell auf eigener Hardware können celld oder workerd schon heute testen. Details zur Zusammenführung will Cloudflare in den kommenden Monaten nennen.[2]

Quellen

[1] Deno: „Deno is joining Cloudflare“ (09.10.2026)

[2] Cloudflare: „Deno is joining Cloudflare“ (09.10.2026)

[3] Unikraft: „How Netlify Runs all of Edge Functions on Unikraft microVMs“ (29.09.2026)

[4] Deno: „Deno raises $21M“ (21.06.2022)

[5] Supabase (GitHub): „supabase/edge-runtime“

[6] Anthropic: „Anthropic acquires Bun as Claude Code reaches $1B milestone“ (03.12.2025)

[7] OpenJS Foundation: „Projects“ (abgerufen am 10.10.2026)

[8] EUR-Lex: Verordnung (EU) 2024/2847 (Cyber Resilience Act), Art. 13 Abs. 5 und Art. 71

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