Uber will in München in Kürze die ersten Robotaxis in Deutschland einsetzen, zunächst mit Sicherheitsfahrer am Steuer. Konzernchef Dara Khosrowshahi stellt für die kommenden fünf Jahre Sicherheit und Wachstum über den Profit. Schon im Juli hatte Uber mit dem Übernahmeangebot für Delivery Hero zwei Milliarden Euro für Deutschland zugesagt, ausdrücklich auch für autonome Fahrzeuge.

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Am Rande der Münchner Gründerkonferenz Bits & Pretzels kündigte Uber-Chef Dara Khosrowshahi den Robotaxi-Start in München an. „Wir sind kurz vor dem Start unseres Pilotbetriebs für autonome Fahrzeuge in München“, sagte der Manager dem Handelsblatt.[1] Die ersten Tests hatte Uber mit dem chinesischen Partner Momenta bereits im September 2025 angekündigt.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • Uber startet in München begrenzte Robotaxi-Piloten mit Sicherheitsfahrer.
  • Echte Gewinne erwartet Khosrowshahi erst nach sieben bis zehn Jahren.
  • Khosrowshahi kündigt Milliardenbeträge für Fahrzeuge, Depots und Infrastruktur des autonomen Betriebs an.
  • Das deutsche Gesetz verlangt für fahrerlose Fahrzeuge eine Technische Aufsicht durch einen Menschen.

Was hat Khosrowshahi für München angekündigt?

Modell-Taxi und Sanduhr mit Anhänger
Uber testet autonome Fahrzeuge in München zunächst mit Sicherheitsfahrern. Der Einsatz ohne Fahrer erfolgt erst nach vollständiger Überzeugung von der Fahrzeugsicherheit

Geplant sind zunächst begrenzte Pilotprojekte mit Sicherheitsfahrer. Wann Fahrgäste in München ganz ohne Fahrer unterwegs sind, ließ Khosrowshahi offen: „Erst wenn wir von den Fähigkeiten der Fahrzeuge vollständig überzeugt sind, werden wir den Sicherheitsfahrer abziehen.“[1] Neben Momenta setzt Uber in München auf das Start-up Autobrains, dessen Fahrsoftware auf Nvidias Plattform Drive Hyperion läuft. Dieses zweite Programm hatten die Partner am 1. Juni 2026 angekündigt, vorbehaltlich der Genehmigung.[3]

Weiter ist Uber außerhalb Deutschlands. In Dubai fahren Baidus Robotaxis fahrerlos für Uber, in Zagreb buchen Kunden seit dem 19. August Fahrten mit Verne und Pony.ai, noch mit Aufsichtsperson hinter dem Lenkrad.[4] Für die kroatische Hauptstadt kündigt Khosrowshahi den fahrerlosen Betrieb für das kommende Jahr an.

Warum rechnet Uber mit sieben bis zehn Jahren bis zum Gewinn?

Robotaxis drehen Ubers Geschäftsmodell um. Bisher stellten Fahrer und Mietwagenfirmen die Autos, Uber kassierte die Provision. Künftig bindet der Konzern Kapital: „Wir investieren Milliarden Dollar in Fahrzeuge, Depots und die Infrastruktur, die für den autonomen Betrieb nötig ist“, sagte Khosrowshahi.[1] Im August hatte Uber mehr als 8,7 Milliarden Euro für autonome Flotten zugesagt. Bei der Rendite dämpft der Uber-Chef die Erwartungen: „In den kommenden fünf Jahren wird es zunächst nicht um Profit gehen, sondern um Sicherheit und Wachstum.“ Mit eingerechneten Infrastrukturkosten veranschlagt Khosrowshahi sieben bis zehn Jahre bis zu echten Gewinnen.

Mit langen Verlustphasen hat Uber Erfahrung: Einen operativen Jahresgewinn wies der Konzern seit dem Börsengang 2019 erstmals für 2023 aus, umgerechnet rund 970 Millionen Euro.[5] Unter Khosrowshahi, seit 2017 an der Spitze, brauchte die Vermittlungsplattform also sechs Jahre bis in die schwarzen Zahlen. Für die Robotaxis verlangt Khosrowshahi von den Aktionären ähnliche Geduld, diesmal mit Fahrzeugen und Depots in der Bilanz.

Ubers Weg zum Robotaxi in München
Zeitplan, Kapitaleinsatz und die Pflichten, die das deutsche Gesetz an fahrerlose Fahrzeuge knüpft
Von der Ankündigung zum Pilotbetrieb
  1. Sept. 2025

    Momenta und Uber kündigen Robotaxi-Tests in München für 2026 an.

  2. 1. Juni 2026

    Uber holt Autobrains mit Nvidias Plattform Drive Hyperion als zweiten Partner nach München.

  3. 16. Juli 2026

    Mit dem Angebot für Delivery Hero sagt Uber 2 Mrd. € für Deutschland zu, auch für autonome Fahrzeuge.

  4. 19. Aug. 2026

    In Zagreb fahren die ersten Robotaxis über die Uber-App, noch mit Aufsichtsperson.

  5. 5. Okt. 2026

    Dara Khosrowshahi kündigt den Pilotbetrieb in München mit Sicherheitsfahrer an.

Zusage für Robotaxis
über 8,7 Mrd. €
für Beteiligungen an Betreibern und eine eigene Flotte, zugesagt im August 2026
Weg zum Gewinn
7 bis 10 Jahre
bis zu echten Gewinnen, die Infrastrukturkosten eingerechnet, laut Khosrowshahi
Was das Straßenverkehrsgesetz verlangt
genehmigter BetriebsbereichBetriebserlaubnis vom Kraftfahrt-BundesamtTechnische Aufsicht durch einen MenschenWartungspflicht des Halters

Die Technische Aufsicht kann das Fahrzeug abschalten und Fahrmanöver freigeben (§ 1d bis § 1f StVG).

Mit Depots, eigenen Fahrzeugen und bis zu zehn Jahren Anlauf bis zum Gewinn wird Uber vom Vermittler zum Flottenbetreiber.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Welche Jobs entstehen durch Robotaxis in Deutschland?

„Auf diese Weise werden wir mit den Robotaxis auch in Deutschland viele neue Arbeitsplätze schaffen“, versprach Khosrowshahi. Zahlen nannte der Uber-Chef nicht. Einen Hinweis liefert das Straßenverkehrsgesetz: Fahrzeuge ohne Fahrer dürfen nur in einem behördlich genehmigten Betriebsbereich fahren. Für jedes Fahrzeug braucht der Betreiber eine Technische Aufsicht, eine natürliche Person, die das Fahrzeug abschalten und Fahrmanöver freigeben kann. Der Halter muss zudem die Wartung der autonomen Systeme sicherstellen.[6] Neue Stellen dürften also eher in Leitstellen und Werkstätten entstehen als am Steuer.

Der Pilot gehört zu einem größeren Versprechen an den Standort. Mit dem Übernahmeangebot für Delivery Hero sagte Uber zu, in fünf Jahren zwei Milliarden Euro in Deutschland zu investieren, ausdrücklich auch in den Start autonomer Fahrzeuge.[7] Die Annahmefrist für Delivery-Hero-Aktionäre endet am 5. November, Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg bleibt im Amt. Volkswagen finanziert seine Robotaxi-Tochter Moia dagegen allein. Für Entscheider in Mobilität und Fuhrpark folgen daraus drei Aufgaben:

  • Mietwagen- und Taxiunternehmen im Raum München klären jetzt, ob sie für Uber als Flottenpartner oder Depotbetreiber infrage kommen.
  • Städte und Landesbehörden prüfen, welche Gebiete sie als Betriebsbereich für autonome Fahrzeuge genehmigen wollen und welche Daten sie dafür verlangen.
  • Unternehmen mit Pendler- oder Shuttleverkehr planen Robotaxis noch nicht fest ein, solange Uber für München weder einen fahrerlosen Betrieb noch Preise nennt.

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FAQ: Dara Khosrowshahi und Ubers Robotaxis in München

Wann starten Ubers Robotaxis in München?

Uber-Chef Dara Khosrowshahi sagte dem Handelsblatt am 5. Oktober 2026, der Pilotbetrieb in München stehe kurz vor dem Start. Zunächst fahren begrenzte Pilotprojekte mit Sicherheitsfahrer. Einen Termin für den fahrerlosen Betrieb nannte er nicht.

Mit welchen Partnern arbeitet Uber in München?

Uber setzt in München auf den chinesischen Autonomie-Spezialisten Momenta und auf das Start-up Autobrains, dessen Fahrsoftware auf Nvidias Plattform Drive Hyperion läuft. Die Tests mit Momenta hatten die Partner im September 2025 angekündigt, das Autobrains-Programm am 1. Juni 2026.

Wann verdient Uber mit Robotaxis Geld?

Khosrowshahi erwartet in den kommenden fünf Jahren keinen Profit, sondern setzt auf Sicherheit und Wachstum. Rechnet Uber die Kosten für Fahrzeuge, Depots und Infrastruktur ein, dauert der Weg zu echten Gewinnen nach seiner Einschätzung sieben bis zehn Jahre.

Was schreibt das deutsche Gesetz für Robotaxis vor?

Seit 2021 erlaubt das Straßenverkehrsgesetz fahrerlose Fahrzeuge in behördlich genehmigten Betriebsbereichen. Nötig sind eine Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamts und eine Technische Aufsicht, also ein Mensch, der das Fahrzeug abschalten und Fahrmanöver freigeben kann.

Quellen

[1] Handelsblatt: „Uber-Chef: ‚Wir werden mit Robotaxis in Deutschland viele Jobs schaffen‘“, 5. Oktober 2026

[2] Momenta: „Uber and Momenta Announce Testing to Begin in Munich in 2026“

[3] Uber Investor Relations: „Autobrains and Uber to Launch Agentic AI Robotaxi Program in Munich built on NVIDIA DRIVE Hyperion“, 1. Juni 2026

[4] Uber Investor Relations: „Uber Launches Autonomous Rides in Europe“, 19. August 2026

[5] Uber Technologies, SEC-Filing: „Uber Announces Results for Fourth Quarter and Full Year 2023“, 7. Februar 2024 (Umrechnung 0,87 Euro je US-Dollar)

[6] Straßenverkehrsgesetz: § 1d StVG und § 1f StVG

[7] Uber Investor Relations: „Uber Announces Acquisition Offer for Delivery Hero“, 16. Juli 2026

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