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Nvidia beliefert OpenAI seit Jahren und ist zugleich Geldgeber des ChatGPT-Entwicklers. Laut The Information will OpenAI nun auch KI-Chips von Google kaufen. Preis, Menge und Standort nennt der Bericht nicht.

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Das US-Fachmedium stützt sich auf eine mit der Sache vertraute Person.[1] Konditionen und weitere Einzelheiten des geplanten Kaufs konnte die Redaktion nach eigener Angabe nicht in Erfahrung bringen. Stand: Mittwoch, 28. Oktober, 1:30 Uhr; eine öffentliche Stellungnahme von OpenAI oder Google liegt nicht vor.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • OpenAI plant laut The Information, Googles KI-Chips zu kaufen, die Tensor Processing Units (TPU).
  • Im Sommer 2025 hatte OpenAI solche Chips nur über die Google Cloud gemietet und keinen Einsatz in großem Umfang geplant.
  • Oracle betreibt ab 2027 als erster Cloud-Anbieter außerhalb von Google TPUs in seinen Rechenzentren.
  • Fürs Training kaufte OpenAI zuletzt weiter bei Nvidia, für den Betrieb seiner Modelle entsteht mit Broadcom ein eigener Chip.

Was unterscheidet den Kauf von der Miete im Jahr 2025?

Zwei Mikrochips auf Weiß, rechts kleiner mit blauer Notiz „Zweitlieferant“
OpenAI mietet TPUs von Google Cloud, um ChatGPT kostengünstiger zu betreiben. Das Unternehmen testet die Prozessoren, plant aber keine großflächige Nutzung

Im Juni 2025 meldete The Information, dass OpenAI TPUs über die Google Cloud mietet, um ChatGPT günstiger zu betreiben.[2] Wenige Tage später sagte ein OpenAI-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters, das Unternehmen teste einige TPUs, plane aber keinen Einsatz in großem Umfang.

Ein Kauf bindet OpenAI enger an Google: Gekaufte Chips laufen in einem eigenen oder angemieteten Rechenzentrum statt in Googles Cloud, und OpenAI müsste seine Modelle dauerhaft auf Googles Software für TPUs abstimmen. Wo die Chips stehen sollen, sagt der Bericht nicht.

Am Dienstag kündigten Oracle und Google an, ab 2027 TPUs in Oracles Rechenzentren zu betreiben, als erste Cloud außerhalb von Google. Oracle stellt dafür Strom, Kühlung und die Vernetzung.[3] Einen großen Teil seiner Kapazität hat Oracle für Jahre an OpenAI vermietet. Ob der geplante Kauf mit der Oracle-Ankündigung zusammenhängt, ist nicht bekannt.

Warum braucht OpenAI einen zweiten Chiplieferanten?

Allein weil TPUs eine ernsthafte Alternative waren, zahlte OpenAI laut dem Analysehaus SemiAnalysis für seinen gesamten Bestand an Nvidia-Chips rund 30 Prozent weniger, noch bevor eine einzige TPU lief.[4] Mit einem Kaufvertrag hätte OpenAI in den nächsten Verhandlungen mit Nvidia mehr in der Hand.

Anthropic buchte bereits im Oktober 2025 bei Google Cloud bis zu eine Million TPUs mit mehr als einem Gigawatt Leistung für 2026.[5] Zusätzlich mietet der Claude-Entwickler ab 2027 Chips von Broadcom, für die Banken und Blackstone rund 54,8 Mrd. Euro bereitstellen. Meta schloss laut The Information im Februar einen Chipvertrag mit Google im Milliardenumfang. Seit April verkauft Google seine TPUs gezielt an Betreiber fremder Rechenzentren.

Parallel lässt OpenAI bei Broadcom den Chip Jalapeño bauen, der fertige Modelle betreibt und dessen erste Exemplare Ende 2026 in Betrieb gehen.

Googles KI-Chips und OpenAI
Was belegt ist und was offen bleibt, Stand 28. Oktober 2026
rund 30 %
sparte OpenAI laut SemiAnalysis bei seinen Nvidia-Chips, ohne eine einzige TPU zu betreiben
1 Mio.
TPUs darf Anthropic seit Oktober 2025 nutzen, mit mehr als einem Gigawatt Leistung
2027
beginnt Oracle als erste Cloud außerhalb von Google mit dem Betrieb von TPUs
10 GW
Leistung an eigenen KI-Chips lässt OpenAI bis Ende 2029 von Broadcom bauen

Von der Miete zum Kauf?

1
Juni 2025: OpenAI mietet TPUs über die Google Cloud, einen Einsatz in großem Umfang plant OpenAI nach eigener Aussage nicht.
2
Oktober 2025: Anthropic bucht bei Google Cloud bis zu eine Million TPUs.
3
April 2026: Google verkauft seine TPUs gezielt an fremde Rechenzentren.
4
27. Oktober 2026: Oracle und Google kündigen TPUs in Oracles Rechenzentren ab 2027 an.
5
28. Oktober 2026: Laut The Information will OpenAI TPUs kaufen.
6
Offen: Preis, Menge, Standort und Zeitplan des Kaufs.

Nvidia verliert bei OpenAI vorerst kein Geschäft, wohl aber die Macht, den Preis allein zu bestimmen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was bedeutet das für Unternehmen im deutschsprachigen Raum?

Firmen, die OpenAIs Modelle über die Programmierschnittstelle nutzen, merken den Wettbewerb der Chiphersteller am Preis pro Anfrage. OpenAI und Anthropic haben ihre Preise binnen Monaten um bis zu 80 Prozent gesenkt, und günstigere Rechenleistung schafft Spielraum für weitere Senkungen.

Eigene KI-Anwendungen sollten nicht an einen einzigen Chiphersteller gebunden sein. Google bietet mit TorchTPU eine quelloffene PyTorch-Umgebung für TPUs an,[3] Amazon mit TorchNeuron das Gegenstück für seine Trainium-Chips. Solange OpenAI und Google schweigen, stützt sich die Meldung über den Kauf auf eine einzige Quelle. Zwei Schritte lohnen trotzdem schon jetzt:

  • Modelle über Bibliotheken wie PyTorch oder vLLM betreiben, die mehrere Chiptypen unterstützen
  • Bei Cloud-Verträgen ab 2027 die TPU-Angebote von Google Cloud und Oracle mit den Preisen für Nvidia-Instanzen vergleichen

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. The InformationOpenAI, a Longtime Nvidia Customer, Plans to Buy Google’s AI Chips, Ryan Barwick (27. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. The InformationGoogle Convinces OpenAI to Use TPU Chips in Win Against Nvidia (27. Juni 2025, hinter Bezahlschranke)
  3. Google CloudGoogle and Oracle are partnering to bring Google TPUs to Oracle Cloud Infrastructure, Karan Batta und Gurmeet Goindi27.10.2026
  4. SemiAnalysisAnalyse der TPU v7 und der Gesamtkosten gegenüber Nvidia-Systemen28.11.2025
  5. Google CloudAnthropic to Expand Use of Google Cloud TPUs and Services23.10.2025

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