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Bei Claude Opus 5.5 kostet eine Million Token, die das Modell erneut aus dem Zwischenspeicher liest, 0,17 Euro, 60 Prozent weniger als beim Vorgänger Opus 5. OpenAI verbilligte GPT-5.6 Luna drei Wochen nach dem Start um 80 Prozent. Den Takt geben 29 Rechenzentrumsbetreiber vor, die dasselbe offene DeepSeek-Modell zu fast gleichen Niedrigpreisen anbieten.

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Der Datenwissenschaftler Max Woolf hat die Preislisten beider Anbieter seit Juni nebeneinandergelegt. Seither sanken die Kosten für die Nutzung um 40 bis 75 Prozent, ohne dass die Qualität der Antworten nachließ.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Anthropic senkte mit Opus 5.5 am 22. September die Grundpreise um 20 Prozent und den Cache-Preis um 60 Prozent.
  • In einem Rechencluster nimmt DeepSeek pro Grafikprozessor und Stunde 33 Euro ein, selbst zum günstigsten Tarif.
  • OpenAI berechnet für die Verarbeitung in einer festgelegten Region wie der EU 10 Prozent Aufschlag, Anthropics eigene API kennt keine EU-Region.

Wo genau sind die Preise gefallen?

Glas mit Münzen, Anhängern -80% und Wegen Pechsträhne vor weißem Hintergrund
KI-Agent-Betrieb wird günstiger durch niedrigere Cache-Preise. Lesezugriffe aus dem Zwischenspeicher machen 96 bis 99 Prozent der Tokenkosten aus

Am stärksten wirkt ein Posten, den viele Einkäufer überlesen: der Cache-Preis. Ein KI-Agent schickt bei jedem Arbeitsschritt den bisherigen Verlauf erneut mit, der Anbieter liest ihn aus dem Zwischenspeicher. Beim Programmieren mit Agenten entfallen laut Woolf 96 bis 99 Prozent der abgerechneten Token auf diese Lesezugriffe.[1] Sinkt nur dieser eine Preis, wird der Betrieb eines Agenten fast im selben Maß billiger.

Anthropic senkte bei Claude Opus 5.5 die Preise für Ein- und Ausgabe um 20 Prozent auf 3,48 und 17,40 Euro je Million Token, für Token aus dem Zwischenspeicher um 60 Prozent. Die Ersparnis bei üblicher Nutzung beziffert Anthropic auf 40 Prozent, weil das Modell weniger Rechenleistung braucht.[2] GPT-6.1 Sol kostet je Million Token 1,74 Euro für die Eingabe, 8,70 Euro für die Ausgabe und 9 Cent für Token aus dem Zwischenspeicher.[3]

Warum geben OpenAI und Anthropic so viel nach?

Für DeepSeek V4.1 Flash listet die Vermittlungsplattform OpenRouter 29 Betreiber, im Mai zählte die Plattform für die Vorversion 13. Alle verkaufen dasselbe Modell, Entwickler wechseln mit einer geänderten Codezeile.[1] Moonshot verlangt für Kimi K3.1 Pro die Hälfte des Opus-Preises und will das Modell am 4. November zum Herunterladen freigeben.[1]

DeepSeek nennt in der Dokumentation seiner Software DeepInfer die Zahlen eines einzelnen Rechenclusters: 155 Billionen Token am Tag und 33 Euro Umsatz pro Stunde und Grafikprozessor, gerechnet zum günstigsten Tarif.[4] Bringt ein Modell einem Betreiber kein Geld, lässt er auf seinen Grafikprozessoren ein anderes laufen. Der Marktpreis rückt so an die Kosten heran, OpenAI und Anthropic ziehen nach.[1]

Bei KI-Agenten entscheidet der Cache-Preis über die Rechnung. OpenAI und Anthropic verlangen dafür nur noch 5 Prozent des Eingabepreises.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Sprachmodelle: Der Cache macht den Preis
Preise je Million Token in Euro, umgerechnet zum Kurs von 0,87 Euro je Dollar
96–99 %
der Token kommen beim Programmieren mit KI-Agenten aus dem Zwischenspeicher
60 %
weniger kosten Token aus dem Zwischenspeicher bei Claude Opus 5.5 als bei Opus 5
80 %
Preisnachlass gab OpenAI am 30. Juli auf GPT-5.6 Luna, drei Wochen nach dem Start
29
Betreiber bieten DeepSeek V4.1 Flash über OpenRouter an, im Mai für die Vorversion 13

Eingabe je Million Token

GPT-5.6 Sol (Juni)
4,35 €
Claude Opus 5
4,35 €
Claude Opus 5.5
3,48 €
GPT-6.1 Sol
1,74 €

Token aus dem Zwischenspeicher, je Million

GPT-5.6 Sol (Juni)
0,44 €
Claude Opus 5
0,44 €
Claude Opus 5.5
0,17 €
GPT-6.1 Sol
0,09 €

Bei beiden neuen Modellen kostet ein Token aus dem Zwischenspeicher 5 Prozent des Eingabepreises. Standardtarife ohne Rabatt für zeitversetzte Verarbeitung und ohne Aufschlag für die Verarbeitung in einer bestimmten Region.

Was folgt daraus für Unternehmen in der EU?

Google verdoppelt ab 1. Dezember den Preis für Gemini 4 Argon, in China kosten Token 2026 fast doppelt so viel wie im zweiten Halbjahr 2025.

Für personenbezogene Daten zählt der Ort der Verarbeitung. Sollen Anfragen nur in einer festgelegten Region verarbeitet werden, berechnet OpenAI 10 Prozent Aufschlag.[3] Anthropics eigene API bietet nur die Wahl zwischen weltweit und USA,[5] eine Verarbeitung in der EU bekommen Kunden über Cloud-Plattformen wie Amazon Bedrock. Übermittlungen in die USA brauchen eine Grundlage nach Kapitel V der DSGVO.

  • Kosten je Aufgabe messen: Lassen Sie gerne eine typische Aufgabe mit altem und neuem Modell laufen und vergleichen Sie die Abrechnung.
  • Cache-Anteil prüfen: Die Nutzungsdaten der API zeigen, wie viele Token aus dem Zwischenspeicher kamen.

Welche Modelle für Texte infrage kommen, zeigt unser Vergleich der KI-Textgeneratoren. Vor dem Lizenzkauf hilft unser Ratgeber, das passende KI-Modell zu finden.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Max WoolfOpenAI and Anthropic cut their LLM prices by up to 80% within a few months. Why?25.10.2026
  2. AnthropicAnkündigung von Claude Opus 5.5 (22. September 2026)
  3. OpenAIPreisliste der OpenAI-API
  4. DeepSeekDeepInfer, „Inference Deployment Q&A“
  5. AnthropicDokumentation „Data residency“

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