Mehr als 1.500 neue Beschäftigte sollen in Grünheide ab 2027 Rundzellen im Format 4680 fertigen, bis zu 18 Gigawattstunden im Jahr. Billiger als zugekaufte Zellen wird das laut dem Leiter der Zellfabrik kaum, Tesla nennt den Schritt eine strategische Entscheidung.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenIn seinem Quartalsbericht vom 21. Oktober führt Tesla die Zellfertigung in Grünheide noch als Baustelle.[1] Im selben Bericht meldet der Konzern einen Produktionsrekord im Werk und nennt fehlende Akkus als Bremse für mehr Autos.
Das Wichtigste in Kürze
- Ab 2027 will Tesla in Grünheide eigene 4680-Zellen fertigen, bis zu 18 Gigawattstunden im Jahr.
- Werkleiter André Thierig kündigte dafür 250 Millionen Dollar an, rund 218 Millionen Euro, und mehr als 1.500 Stellen.
- Fehlende Akkus begrenzen laut Quartalsbericht, wie schnell Tesla die Autoproduktion steigern kann.
- In den USA brächte eine Zellfabrik dieser Größe rechnerisch bis zu 630 Millionen Dollar Steuergutschrift im Jahr.
Warum holt Tesla die Zelle nach Grünheide?

Mit eigenen Zellen baut Tesla in Grünheide künftig ein Elektroauto von der Zelle bis zum fertigen Fahrzeug an einem Standort, sagt Robert Meyer, Leiter der Zellfabrik, im Interview mit Battery-News.[2] Rein nach den Kosten bringe der Schritt wenig, entscheidend seien eine robustere Lieferkette und weniger Abhängigkeit. Ein Netz von Zellzulieferern wie in Asien fehle in Europa.
Im dritten Quartal begrenzte erneut die Zahl verfügbarer Batterien, wie viele Autos Tesla bauen konnte. Als vorrangiges Projekt nennt der Konzern die Kapazität für Akkupakete in Grünheide.[1] Das Werk ist auf mehr als 375.000 Model Y im Jahr ausgelegt und soll mit einer zweiten Halle wachsen.
Den Hochlauf soll die Trockenbeschichtung beschleunigen, mit der Tesla 4680-Zellen in Texas bereits in Serie fertigt. Dort stehen laut Quartalsbericht mehr als 40 Gigawattstunden Kapazität.[1] Üblicherweise tragen Maschinen die Elektrodenmasse als nasse Paste mit Lösungsmittel auf, lange Trockenöfen treiben das Lösungsmittel danach wieder aus. Ohne diesen Schritt sinken laut Meyer Flächenbedarf, Investition und Energieverbrauch.[2]
Warum rechnet sich eine Zellfabrik in Europa kaum?
Werkleiter André Thierig kündigte im Mai 250 Millionen Dollar und mehr als 1.500 Stellen an.[3] Erfahrung mit Zellen setzt Tesla laut Meyer nicht voraus, Quereinsteiger lernen in internen Schulungen.[2] Wie riskant der Hochlauf einer Zellfabrik ist, zeigt der Batterieengpass bei Stellantis.
Der Abstand zu den USA liegt an der Förderung je Kilowattstunde. Für Batteriezellen, die in den USA gebaut und verkauft werden, gewährt das US-Steuerrecht 35 Dollar Gutschrift je Kilowattstunde, ab 2030 schrittweise weniger.[4] Rechnerisch brächten 18 Gigawattstunden bis zu 630 Millionen Dollar im Jahr, rund 548 Millionen Euro und mehr als das Doppelte der angekündigten Investition. Eine Förderung nach produzierter Menge fehlt laut Meyer in der EU.[2]
Ohne Förderung je Kilowattstunde baut in Europa nur Zellen, wer sie aus strategischen Gründen selbst braucht.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Europas große Zellprojekte sind bisher vor allem an Kosten und Ausschuss gescheitert. Tesla will die Zellen dagegen im eigenen Werk verbauen und muss keinen Abnehmer finden.
Teslas Zellfertigung laut Quartalsbericht
Was bedeutet die Zellfabrik für Firmen in Brandenburg?
Was die Zellfabrik für Unternehmen bedeutet, hängt von ihrer Rolle ab:
- Anbieter von Anlagen, Messtechnik oder Materialien erreichen Meyer am 24. und 25. November beim Future Battery Forum in Berlin, wo er über den Hochlauf von Zellfabriken spricht.[2]
- Mittelständler mit Fertigungs- und Instandhaltungspersonal prüfen jetzt Gehälter und Angebote zur Mitarbeiterbindung: Tesla stellt auch Quereinsteiger ein und hat die Löhne in Grünheide um bis zu 5 % erhöht.
- Einkäufer von Akkus erwarten keinen neuen Lieferanten: Tesla fertigt die Zellen für die eigenen Autos.
- Fuhrparkleiter mit bestellten Model Y fragen den Liefertermin schriftlich ab, fehlende Akkus bremsen laut Tesla die Produktion.[1]
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- TeslaQ3 2026 Update (21. Oktober 2026, englisch, PDF)
- Battery-NewsBattery Cells ‚Made in Grünheide‘: How Tesla Plans to Scale Cell Manufacturing in Europe, Interview mit Robert Meyer (2. Oktober 2026, englisch)
- André Thierig, Werkleiter Tesla GrünheideAnkündigung der Investition in die Zellfabrik Giga Berlin (LinkedIn, Mai 2026, englisch)
- U.S. Code26 U.S.C. § 45X „Advanced manufacturing production credit“ (Legal Information Institute, Cornell Law School, englisch)
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