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Sie stehen morgens am Posten, vor Ihnen eine Kiste Gemüse und ein Kombidämpfer, der seine Garprogramme längst kennt. Abschmecken muss trotzdem ein Mensch. Laut BIBB begannen 2025 bundesweit 1.188 junge Leute die Ausbildung zur Fachkraft Küche, im KI-Resilienz-Check erhält der Beruf die Note 3,8.

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Der Hersteller Circus hat einen Kochroboter an die Mercedes-Benz Gastronomie verkauft, der ab Sommer 2026 in Sindelfingen mehr als 500 Gerichte pro Befüllung zubereiten soll. Gleichzeitig zählt die Bundesagentur für Arbeit Köchinnen und Köche weiter zu den gesuchten Engpassberufen. Zwischen diesen beiden Meldungen arbeitet die Fachkraft Küche, ein Beruf, den es erst seit 2022 gibt.

Wie viel ihrer Arbeit Software und Maschinen übernehmen können, prüft dieser Beitrag mit demselben Sechs-Kriterien-Raster wie der Basisartikel zur KI-Resilienz von Ausbildungsberufen. Die Note folgt der Schulnotenskala von 1 bis 6, eine 1 steht für sehr KI-sicher, eine 6 für leicht ersetzbar.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Beruf erreicht die Gesamtnote 3,8 und liegt damit zwei Zehntel hinter dem Koch mit 3,6 und vier Zehntel hinter der Fachkraft für Gastronomie mit 3,4.
  • Die Ausbildung dauert zwei Jahre und endet mit einer vierstündigen Arbeitsaufgabe, in der die Prüflinge aus einem vorher bekannten Warenkorb Vorspeise und Hauptgericht für vier Personen kochen.
  • Die Einstiegsvergütung reicht im ersten Jahr von der gesetzlichen Untergrenze von 724 Euro bis zum tariflichen Bundesschnitt von 1.123 Euro, so die BIBB-Datenbank.
  • Der Job-Futuromat des IAB führt 7 von 14 Kerntätigkeiten als ersetzbar, darunter die Arbeit nach Rezeptur und die Warenannahme, das Garnieren und das Zubereiten von Soßen und Beilagen nicht.
  • Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge stieg von 297 im Jahr 2022 auf 1.188 im Jahr 2025.

Erst raten, dann lesen: Wie KI-fest tippen Sie die Fachkraft Küche?

Ein Bauchgefühl genügt, Vorwissen brauchen Sie keines.

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Fünf Fragen zu Herd, Roboter und Lohn
Schätzen Sie zuerst und lesen Sie danach im Artikel nach. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie viele neue Ausbildungsverträge zur Fachkraft Küche kamen 2025 bundesweit zustande? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Das BIBB zählte 1.188 Verträge, 2022 waren es noch 297. Die ganze Entwicklung steht in Kapitel 6.
2 Was sagt der Hersteller Circus über seinen Kochroboter für die Mercedes-Benz Gastronomie in Sindelfingen? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Circus betont, der Roboter solle kein Kantinenpersonal ersetzen. Was Maschinen in der Küche schon übernehmen, steht in Kapitel 4.
3 Welche Kerntätigkeit führt der Job-Futuromat des IAB in diesem Beruf als nicht ersetzbar? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: C. Garnieren, Soßen, Suppen und Beilagen gelten als nicht ersetzbar, Rezepturarbeit und Warenannahme als ersetzbar. Warum, steht in Kapitel 5.
4 Wie hoch ist die tarifliche Ausbildungsvergütung im ersten Jahr im Bundesschnitt laut BIBB? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: C. Der Bundesschnitt liegt bei 1.123 Euro, im Osten bei 1.017 Euro, die gesetzliche Untergrenze bei 724 Euro. Die ganze Tabelle steht in Kapitel 1.
5 Welche KI-Resilienz-Note vergibt Dr. Web an die Fachkraft Küche? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Der Beruf erreicht die Note 3,8, gestützt auf die Handarbeit am Herd, belastet von Rezepturarbeit und fehlendem Berufsschutz. Das Siegel steht in Kapitel 2, Tacho und Rechnung finden Sie in Kapitel 3.

Was macht eine Fachkraft Küche und wie läuft die Ausbildung ab?

Ausbildungsvergütung nach Lehrjahr
Monatliche Brutto-Spanne, Fachkraft Küche (zwei Ausbildungsjahre)
1. Jahr
Spanne
724–1.132 €
2. Jahr
Spanne
854–1.238 €

Eine Fachkraft Küche bereitet Speisen vor und nach, kocht einfache Gerichte, nimmt Ware an, lagert sie ein und hilft bei Bedarf im Service aus. Gearbeitet wird in Restaurants, Hotels, Kantinen, Kliniken und bei Caterern. Den Alltag prägen Salate, Suppen, Soßen, Beilagen, Eierspeisen sowie einfache Fleisch- und Fischgerichte.

Rechtsgrundlage ist die Fachkraft-Küche-Ausbildungsverordnung vom 9. März 2022, in Kraft seit dem 1. August 2022. Ungewöhnlich ist ihre Befristung: Die Verordnung tritt mit Ablauf des 31. Juli 2029 außer Kraft, bis dahin muss der Verordnungsgeber entscheiden, wie es mit dem Beruf weitergeht.

Die Ausbildung dauert zwei Jahre im dualen System und gehört zum Bereich Industrie und Handel. Im dritten Ausbildungshalbjahr steht eine Zwischenprüfung an, aufgeteilt in 45 Minuten schriftliche Aufgaben und eine Arbeitsprobe von 90 Minuten, die mit 80 Prozent zählt.

Die Abschlussprüfung gewichtet das Kochen mit 70 Prozent. Vierzehn Tage vorher erfahren die Prüflinge, welcher Warenkorb sie erwartet. Daraus bereiten sie in vier Stunden eine Vorspeise und ein Hauptgericht für vier Personen zu, ein Fachgespräch von höchstens 15 Minuten eingeschlossen. Schriftlich folgen Prüfungen zu Produkten und Lagerhaltung sowie zu Wirtschafts- und Sozialkunde.

Die Datenbank der tariflichen Ausbildungsvergütungen des BIBB weist zum 1. Oktober 2025 im Bundesschnitt 1.123 Euro im ersten und 1.229 Euro im zweiten Jahr aus. Im Westen liegen die Werte bei 1.132 und 1.238 Euro, im Osten bei 1.017 und 1.167 Euro. Ohne Tarifbindung gilt für einen Ausbildungsbeginn 2026 die Mindestvergütung von 724 und 854 Euro.

Ausbildungsjahr Gesetzliche Mindestvergütung (Beginn 2026) BIBB-Tarifschnitt Ost BIBB-Tarifschnitt Bund BIBB-Tarifschnitt West
1. Jahr 724 € 1.017 € 1.123 € 1.132 €
2. Jahr 854 € 1.167 € 1.229 € 1.238 €

Die Tarifwerte gelten für tarifgebundene Betriebe, Stand 1. Oktober 2025.

Einen bestimmten Schulabschluss schreibt die Verordnung nicht vor. Vor dem ersten Arbeitstag mit Lebensmitteln verlangt das Infektionsschutzgesetz in § 43 eine Bescheinigung des Gesundheitsamts über eine Belehrung, die nicht älter als drei Monate sein darf. Jugendliche über 16 Jahre dürfen im Gaststättengewerbe bis 22 Uhr arbeiten.

Welche Note bekommt die Fachkraft Küche im KI-Resilienz-Check?

KI-Resilienz3,8von 1 bis 6
Handarbeit stark, Berufsschutz schwach

Punkte holt der Beruf am Herd und beim Abschmecken, Punkte verliert er an Garprogramme, Rezepturarbeit und das Fehlen jeder Zulassungshürde.

Die Fachkraft Küche erhält im KI-Resilienz-Check die Note 3,8 und landet damit im Mittelfeld der Serie, knapp hinter dem Koch. Für sie spricht die Handarbeit am Herd, gegen sie der fehlende Berufsschutz und ein hoher Anteil an Rezepturarbeit.

Der Koch kam in dieser Serie auf 3,6. Beide Berufe teilen dieselbe Verordnungsgeneration, dieselbe Küche und dieselbe Lücke im Recht: Für keinen der beiden gibt es einen Zulassungsvorbehalt. Den Abstand von zwei Zehnteln macht die Urteilskraft aus. Der Koch plant Menüs, kalkuliert und führt Mitarbeitende, die Fachkraft Küche bereitet einfache Gerichte zu und arbeitet anderen zu.

Die Fachkraft für Gastronomie erreicht 3,4, weil ihr Arbeitsplatz näher am Gast liegt. Deutlich besser schneidet der Fleischer mit 2,3 ab.

Wo Handwerk, Büro und Gesundheit insgesamt stehen, zeigt unsere Übersicht der KI-resistenten Berufe.

Gegen eine schlechtere Note spricht die Arbeit selbst. Eine Soße abschmecken, einen Teller garnieren oder aus einem Warenkorb ein Gericht machen, das der Prüfungsausschuss erst am Tag selbst probiert, verlangt Hände, Zunge und Erfahrung. Genau diese Tätigkeiten führt der Job-Futuromat als nicht ersetzbar.

Eine bessere Note verhindert das Fehlen jeder rechtlichen Hürde.

Wir halten 3,8 für fair. Die Fachkraft Küche hat das Zeug zum Koch, und mit der Anrechnung auf die Kochausbildung liegt dieser Weg nur ein Jahr entfernt.

Wie setzt sich die Note aus dem Sechs-Kriterien-Raster zusammen?

Wie die Note 3,8 zustande kommt
123 456
3,8
Gesamtnote auf der Schulnotenskala 1 bis 6
Physische PräsenzGewicht ×2
2
Empathie & VertrauenGewicht ×2
4
Urteilskraft & HaftungGewicht ×2
4
Regulatorische HürdeGewicht ×2
5
RoutineanteilGewicht ×1
4
DigitalisierungsgradGewicht ×1
4
(2×2) + (4×2) + (4×2) + (5×2) + (4×1) + (4×1) = 38  →  38 ÷ 10 = 3,8

Die Note 3,8 ergibt sich aus einer Zwei für physische Präsenz, je einer Vier für Empathie, Urteilskraft, Routineanteil und Digitalisierungsgrad und einer Fünf für die regulatorische Hürde.

Physische Präsenz (Note 2)

Gemüse putzen, Fisch portionieren, Kartoffeln garen und Kisten aus dem Kühlhaus holen erledigt niemand aus der Ferne. Die Arbeitsprobe der Zwischenprüfung und die vierstündige Arbeitsaufgabe am Ende prüfen genau diese Handarbeit. Auch die Warenannahme verlangt jemanden, der Kühlkette, Haltbarkeit und Zustand der Ware vor Ort kontrolliert.

Für die physische Präsenz vergibt Dr. Web die Note 2.

Empathie und Vertrauen (Note 4)

Der Umgang mit Gästen ist eine eigene Position im Berufsbild, ebenso Aufgaben im Service. Den Großteil der Schicht verbringt die Fachkraft aber hinter der Durchreiche, der Gast sieht den Teller, nicht die Person. Den Imbiss- und Speisenverkauf führt der Futuromat als nicht ersetzbar, er spielt im Berufsalltag aber eine Nebenrolle.

Dr. Web vergibt die Note 4.

Urteilskraft und Haftung (Note 4)

Die Verordnung verlangt, das betriebliche Hygienekonzept umzusetzen, besonders das HACCP-Konzept, und die Meldepflichten nach dem Infektionsschutzrecht zu beachten. Eine übersehene Lücke in der Kühlkette gefährdet Gäste. Verantwortlich für das Hygienekonzept bleibt nach der EU-Hygieneverordnung aber der Betrieb als Lebensmittelunternehmer.

Menüs planen und kalkulieren gehört zum Koch, nicht zur Fachkraft Küche. Dr. Web vergibt die Note 4.

Regulatorische Hürde (Note 5)

Eine Küche darf jeder betreiben und jeder darf darin kochen, ein Meisterbrief oder Gesellenbrief ist nicht vorgeschrieben. Die einzige Pflicht für Beschäftigte ist die Belehrung durch das Gesundheitsamt nach § 43 Infektionsschutzgesetz. Eine Maschine braucht keine Belehrung, für sie gelten die Hygieneregeln des Betriebs. Dass die Verordnung selbst bis 2029 befristet ist, stärkt den Beruf nicht.

Bei der Regulierung steht die Note 5.

Routineanteil (Note 4)

Der Job-Futuromat des IAB führt für die Fachkraft Küche ein Substituierbarkeitspotenzial von 50 Prozent: Sieben von 14 Kerntätigkeiten gelten als ersetzbar, darunter Arbeit nach Rezeptur, Großküchentechnik, kalte Küche und Warenannahme. Beim Koch liegt der Wert bei 60 Prozent.

Viele Gerichte der Prüfung folgen festen Rezepturen, das Garen übernimmt zunehmend das Gerät. Beim Routineanteil steht die Note 4.

Digitalisierungsgrad (Note 4)

Der Kombidämpfer iCombi Pro des Herstellers Rational steuert den Garprozess laut Unternehmensprofil selbstständig, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist, Rational beziffert den eigenen Marktanteil auf rund 50 Prozent. Die Verordnung führt die digitalisierte Arbeitswelt als eigene Position.

Messer, Brett und Topf bleiben analog. Beim Digitalisierungsgrad steht die Note 4.

Die gewichtete Gesamtrechnung

Physische Präsenz, Empathie, Urteilskraft und regulatorische Hürde zählen doppelt, Routineanteil und Digitalisierungsgrad einfach. Mit den sechs Einzelnoten ergibt die Rechnung (2×2) + (4×2) + (4×2) + (5×2) + (4×1) + (4×1) = 38 Punkte. Geteilt durch die Gewichtssumme 10 folgt ohne Rundung die Note 3,8.

Welche Teilaufgaben verschwinden zuerst?

Ein grüner Ofen mit einem Notizzettel neben einer Kartoffel auf einem Teller
Garprogramme, Funkthermometer und Warenwirtschaft übernehmen die Rezepturarbeit in der Profiküche

Zuerst verschwinden das Garen nach Programm, die Dokumentation der Warenannahme und die Serienproduktion in großen Küchen. Für alle drei Aufgaben gibt es Geräte, die bereits im Einsatz sind oder verkauft werden.

Am weitesten ist das Garen. Kombidämpfer mit Sensoren regeln Temperatur, Feuchte und Garzeit, Rational erzielte 2025 mit der iCombi-Reihe 1.108,4 Millionen Euro Umsatz. Für ein Hähnchen oder einen Schmorbraten genügt es heute oft, das Gargut einzulegen und ein Programm zu wählen.

Auch die Kontrolle beim Wareneingang wandert in Geräte. Die Verordnung verlangt, die Ware auf Kühlkette und Haltbarkeit zu prüfen, ausdrücklich auch mit technischen Hilfsmitteln. Funkthermometer und Warenwirtschaftsprogramme können Temperaturen protokollieren, die sonst jemand von Hand auf den Lieferschein schreibt.

In der Gemeinschaftsverpflegung kommen Roboter. Circus meldet, dass die Mercedes-Benz Gastronomie GmbH den Kochroboter CA-1 ab Sommer 2026 in Sindelfingen einsetzt, auf sieben Quadratmetern und mit mehr als 500 Gerichten pro Befüllung. Der Hersteller betont, der Roboter solle kein Kantinenpersonal ersetzen. Ob er inzwischen läuft, ist öffentlich nicht belegt.

Beim Abfall misst Software mit. Das Unternehmen Winnow gibt an, seine Systeme mit Kamera und Waage liefen an mehr als 3.500 Standorten in über 90 Ländern und halbierten dort die Lebensmittelabfälle. Warum das zählt, zeigt unser Beitrag dazu, dass 40 Prozent aller Lebensmittel im Müll landen.

Teilaufgabe Technik Stand
Garen nach Rezeptur Kombidämpfer mit Garprogrammen Verbreitet, laut IAB ersetzbar
Warenannahme dokumentieren Funkthermometer, Warenwirtschaft Verbreitet, laut IAB ersetzbar
Serienessen in der Kantine Kochroboter wie der CA-1 von Circus Erster Kunde in Sindelfingen, nach unserer Einschätzung vor 2030 eine Ausnahme
Abfälle erfassen Kamera und Waage am Mülleimer Im Einsatz, laut Winnow an mehr als 3.500 Standorten
Rezepte vorschlagen KI-Kochassistenten Im Haushalt angekommen, in der Profiküche nach unserer Einschätzung noch selten

Für den Haushalt hat Vorwerk einen KI-Kochassistenten vorgestellt, wir haben Cookidone im Thermomix beschrieben.

Welche Teilaufgaben bleiben unersetzbar menschlich?

Was die KI übernimmt, was menschlich bleibt
Das übernimmt die KI
  • −Garen nach Programm
  • −Warenannahme dokumentieren
  • −Serienessen in der Kantine
  • −Lebensmittelabfälle erfassen
Das bleibt beim Menschen
  • +Abschmecken und anrichten
  • +Soßen, Suppen und Beilagen
  • +Hygiene am Posten umsetzen
  • +Umplanen, wenn Ware fehlt

Beim Menschen bleiben das Abschmecken und Anrichten, Soßen, Suppen und Beilagen, die Hygiene am Posten und das Umplanen, wenn Ware fehlt. Alle vier Aufgaben verlangen Sinne und Urteilsvermögen direkt am Herd.

Der Futuromat führt Beilagenzubereitung, Gemüse- und Salatzubereitung, Soßen, Suppen, Garnieren und das Zubereiten und Anrichten von Speisen als nicht ersetzbar. Diese Tätigkeiten bilden den Kern der Abschlussprüfung. Ein Gerät kann eine Soße warm halten, aber nicht beurteilen, ob sie zu salzig ist.

Den Warenkorb kennen die Prüflinge zwei Wochen vorher, das Gericht entsteht trotzdem erst am Herd. Ist der Fisch kleiner als gedacht oder fällt ein Gerät aus, muss die Fachkraft umdisponieren. Programme brauchen feste Eingaben, die Küche liefert selten welche.

Auch die Lebensmittelhygiene führt der Futuromat als nicht ersetzbar.

Fragt ein Gast nach Allergenen, muss jemand antworten können. Die Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung erlaubt bei loser Ware die mündliche Auskunft, wenn eine schriftliche Aufzeichnung vorliegt. Die Aufzeichnung kann ein Programm führen, ob in der Pfanne Sesamöl war, weiß nur die Person am Herd.

Wie verändert sich der Arbeitsalltag konkret?

Mehr Azubis, offene Stellen am Herd
Der Beruf und sein Umfeld in drei Zahlen
1.188
neue Ausbildungsverträge zur Fachkraft Küche 2025, ein Plus von 21,8 Prozent
205.150
Beschäftigte in der Berufsgruppe der Köche auf Fachkraftniveau 2024
7.534
gemeldete Stellen in dieser Berufsgruppe 2024

Die Fachkraft Küche bedient mehr Geräte und schreibt weniger Listen, das Putzen, Schneiden, Abschmecken und Anrichten bleibt ihre Arbeit.

Das BIBB zählte 297 neue Verträge im Jahr 2022, 792 im Jahr 2023, 975 im Jahr 2024 und 1.188 im Jahr 2025, ein Plus von 21,8 Prozent in einem Jahr.

Der Frauenanteil lag zuletzt bei 23,1 Prozent. Beim Koch sank die Zahl der Neuverträge im selben Jahr leicht auf 7.464.

In der Berufsgruppe der Köche auf Fachkraftniveau arbeiteten 2024 laut IAB 205.150 Beschäftigte, das mittlere Bruttoentgelt stieg von 2.284 Euro im Jahr 2019 auf 2.882 Euro. Den 7.534 gemeldeten Stellen standen 13.726 Arbeitslose gegenüber. Die Bundesagentur für Arbeit führt Köche in ihrer Engpassanalyse 2025 weiter unter den gesuchten Berufen.

1.188 neue Verträge in einem Jahr, ein Plus von gut einem Fünftel. Die Branche sucht Hände am Herd, kein zweites Garprogramm.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Das Gastgewerbe beschäftigte im November 2025 laut DEHOGA 1.097.200 Menschen sozialversicherungspflichtig, 44,5 Prozent davon mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Was ohne sie in Küchen und Kantinen fehlen würde, durchdenkt unser Szenario Deutschland ohne Ausländer. Die gemeldeten offenen Stellen im Gastgewerbe sanken im Januar 2026 auf 17.667, ein Minus von 18,3 Prozent.

Für die Fachkraft heißt das: Garprogramme auswählen und prüfen, Temperaturen digital erfassen, Abfälle wiegen lassen und die Zeit, die dabei frei wird, in Vorbereitung und Anrichten stecken. Den Bedarf an reiner Zuarbeit nach Liste sehen wir sinken, den an Leuten, die einen Posten allein führen, steigen.

Was bedeutet das für angehende Azubis und Betriebe?

Grüne Kochmütze mit Plakette „Ab Jahr 3 Koch“ auf grauem Tablett, Löffel davor, weißer Hintergrund
Mit der Anrechnung auf die Kochausbildung wird aus zwei Lehrjahren ein Weg zum Koch

Angehende Azubis wählen mit der Fachkraft Küche einen kurzen Einstieg mit der Note 3,8, der sich zum Koch ausbauen lässt.

Die Kochausbildungsverordnung rechnet die bestandene Prüfung zur Fachkraft Küche nach § 20 im Umfang von 24 Monaten an und befreit von Teil 1 der Abschlussprüfung, wenn Betrieb und Azubi das vereinbaren. Das dritte Jahr stärkt das schwächste Kriterium im Raster, die Urteilskraft: Menüplanung, Kalkulation und Führung gehören zum Koch.

Nach zwei Jahren Berufspraxis steht auch die Fortbildung zum Geprüften Küchenmeister offen.

Ob für Sie eine Lehre oder ein Studium etwa im Hotel- und Gastronomiemanagement besser passt, klärt unser Beitrag zu Ausbildung oder Studium. Verwandte Berufe vom Koch bis zur Fachkraft für Gastronomie finden Sie im Ausbildungsberufe-Finder.

Betriebe sollten die Anrechnung gleich in den Ausbildungsvertrag schreiben. So bleibt der Weg zum Koch offen, und gute Azubis wechseln nicht nach zwei Jahren den Betrieb. Betriebe, die Azubis schon früh an Garprogramme, Funkthermometer und Warenwirtschaft lassen, machen den Digitalisierungsgrad zum Vorteil statt zur Bedrohung.

Bei der Vergütung zieht der Gesetzgeber an. Für einen Ausbildungsbeginn 2027 steigt die Mindestvergütung laut BIBB auf 764 Euro im ersten und 902 Euro im zweiten Jahr. Tarifgebundene Betriebe liegen schon heute deutlich darüber und können das im Wettbewerb um Bewerber nutzen.

Ein Roboter, der Gerichte in Serie zubereitet, nimmt der Fachkraft Küche Handgriffe ab, nicht den Beruf. Im KI-Resilienz-Check erhält die Fachkraft Küche die Note 3,8.

Glossar: 12 wichtige Fachbegriffe zur Fachkraft Küche

Arbeitsprobe

Die Arbeitsprobe ist ein praktischer Prüfungsteil, in dem Prüflinge eine Aufgabe vor dem Prüfungsausschuss ausführen. In der Zwischenprüfung zur Fachkraft Küche dauert sie 90 Minuten und zählt mit 80 Prozent, die schriftlichen Aufgaben mit 20 Prozent.

Belehrung nach Infektionsschutzgesetz

Die Belehrung nach Infektionsschutzgesetz ist Pflicht für alle, die erstmals gewerblich mit Lebensmitteln arbeiten. Das Gesundheitsamt oder ein beauftragter Arzt bescheinigt sie, bei Arbeitsbeginn darf die Bescheinigung nach § 43 höchstens drei Monate alt sein.

Engpassberuf

Als Engpassberuf führt die Bundesagentur für Arbeit einen Beruf, in dem offene Stellen schwer zu besetzen sind. Grundlage ist eine jährliche Analyse mit Kennzahlen wie Vakanzzeit und Arbeitslosen je Stelle. Für 2025 zählte die Bundesagentur 157 Engpassberufe.

Gemeinschaftsverpflegung

Die Gemeinschaftsverpflegung umfasst Küchen, die viele Menschen regelmäßig versorgen, etwa Kantinen, Kliniken, Schulen und Heime. Das Infektionsschutzgesetz nennt solche Küchen ausdrücklich neben den Küchen von Gaststätten. Der Kochroboter von Circus soll zuerst in einer Werkskantine arbeiten.

HACCP-Konzept

Das HACCP-Konzept ist ein Verfahren, mit dem Lebensmittelbetriebe Gefahren analysieren und kritische Kontrollpunkte überwachen, etwa Kerntemperaturen. Die EU-Hygieneverordnung 852/2004 schreibt solche Verfahren vor, die Ausbildungsverordnung verlangt, das betriebliche HACCP-Konzept umzusetzen.

Job-Futuromat

Der Job-Futuromat ist ein Werkzeug des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Er zeigt für jeden Beruf, welche Kerntätigkeiten nach heutigem Stand der Technik ersetzbar wären, und daraus das Substituierbarkeitspotenzial in Prozent.

Kombidämpfer

Der Kombidämpfer ist ein Profigargerät, das Heißluft und Dampf kombiniert. Moderne Geräte messen Kerntemperatur und Feuchte und steuern den Garprozess über Programme selbst. Ein Gerät kann so Backofen, Dampfgarer und Teile des Herds ersetzen.

Kühlkette

Die Kühlkette ist die lückenlose Kühlung eines Lebensmittels von der Herstellung bis zur Verarbeitung. Bei der Warenannahme prüft die Fachkraft Küche, ob sie eingehalten wurde, laut Verordnung auch mit technischen Hilfsmitteln wie Thermometern.

Mindestausbildungsvergütung

Die Mindestausbildungsvergütung ist die gesetzliche Untergrenze nach § 17 Berufsbildungsgesetz für Betriebe ohne Tarifbindung. Für einen Ausbildungsbeginn 2026 beträgt sie 724 Euro im ersten und 854 Euro im zweiten Jahr, für 2027 steigt sie auf 764 und 902 Euro.

Substituierbarkeitspotenzial

Das Substituierbarkeitspotenzial gibt an, welcher Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs schon heute von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnte. Für die Fachkraft Küche liegt er laut IAB bei 50 Prozent, für den Koch bei 60 Prozent.

Warenkorb

Der Warenkorb ist in der Abschlussprüfung die Auswahl an Zutaten, aus der Prüflinge ihr Gericht entwickeln. Bei der Fachkraft Küche wird er 14 Kalendertage vor der Prüfung bekanntgegeben, gekocht werden Vorspeise und Hauptgericht für vier Personen.

Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung findet bei der Fachkraft Küche im dritten Ausbildungshalbjahr statt und prüft den Ausbildungsstand im Bereich küchentechnische Praxis. Das Ergebnis zeigt Azubi und Betrieb, wo noch Lücken liegen.

FAQ: Fachkraft Küche: Der Herd verzeiht keinen Prompt

Wie lange dauert die Ausbildung zur Fachkraft Küche?

Die Ausbildung dauert zwei Jahre im dualen System. Im dritten Ausbildungshalbjahr folgt eine Zwischenprüfung, am Ende eine Abschlussprüfung, in der das Zubereiten einfacher Speisen und Gerichte mit 70 Prozent zählt, Produkte und Lagerhaltung mit 20 und Wirtschafts- und Sozialkunde mit 10 Prozent.

Was verdient man in der Ausbildung zur Fachkraft Küche?

Laut BIBB lag die tarifliche Vergütung zum 1. Oktober 2025 im Bundesschnitt bei 1.123 Euro im ersten und 1.229 Euro im zweiten Jahr, im Osten bei 1.017 und 1.167 Euro. Ohne Tarifbindung gilt für einen Ausbildungsbeginn 2026 die Untergrenze von 724 und 854 Euro.

Kann ich nach der Fachkraft Küche noch Koch werden?

Ja. Nach § 20 der Kochausbildungsverordnung wird die bestandene Prüfung im Umfang von 24 Monaten auf die Kochausbildung angerechnet, wenn Betrieb und Azubi das vereinbaren. Teil 1 der Abschlussprüfung zum Koch entfällt dann, es bleibt im Regelfall ein Ausbildungsjahr.

Brauche ich für die Ausbildung ein Gesundheitszeugnis?

Nötig ist eine Bescheinigung des Gesundheitsamts über die Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz. Bei Beginn der Tätigkeit mit Lebensmitteln darf sie nicht älter als drei Monate sein. Umgangssprachlich heißt sie oft noch Gesundheitszeugnis.

Wie lange dürfen Azubis unter 18 in der Küche arbeiten?

Das Jugendarbeitsschutzgesetz erlaubt Arbeit grundsätzlich zwischen 6 und 20 Uhr. Jugendliche über 16 Jahre dürfen im Gaststättengewerbe bis 22 Uhr arbeiten. Beginnt am nächsten Tag die Berufsschule vor 9 Uhr, endet der Dienst spätestens um 20 Uhr.

Kann KI die Fachkraft Küche ersetzen?

Kombidämpfer garen nach Programm, Software dokumentiert Wareneingang und Abfälle, erste Kochroboter sind an Kantinen verkauft. Abschmecken, Anrichten, Soßen, Beilagen und das Umplanen bei fehlender Ware bleiben beim Menschen. Im KI-Resilienz-Check ergibt das die Note 3,8.

Quellen

27 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 28.10.2026
  1. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Datenbank Ausbildungsvergütungen
  2. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Tarifliche Ausbildungsvergütungen in dualen Ausbildungsberufen 2025, Bundesgebiet
  3. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Ost und West
  4. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Rangliste der Ausbildungsberufe nach Anzahl der Neuabschlüsse 2025, Tabelle 67
  5. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2025, Tabelle 66
  6. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Pressemitteilung 28/2025 Mindestausbildungsvergütung 2026
  7. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Pressemitteilung 31/2026 Mindestausbildungsvergütung 2027
  8. Bundesamt für JustizFachkraft-Küche-Ausbildungsverordnung vom 9. März 2022
  9. Bundesamt für JustizKochausbildungsverordnung vom 9. März 2022
  10. Bundesamt für JustizBekanntmachung zur Mindestvergütung für Berufsausbildungen 2026
  11. Bundesamt für JustizInfektionsschutzgesetz, § 43 Belehrung, Bescheinigung des Gesundheitsamtes
  12. Bundesamt für JustizJugendarbeitsschutzgesetz, § 14 Nachtruhe
  13. Bundesamt für JustizLebensmittelinformations-Durchführungsverordnung, § 4
  14. Bundesamt für JustizVerordnung über die Prüfung zum Geprüften Küchenmeister, § 2
  15. BGN BranchenwissenVerordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene, Artikel 5
  16. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)Job-Futuromat, Fachkraft Küche
  17. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)Job-Futuromat, Koch/Köchin
  18. Bundesagentur für ArbeitPressemitteilung 32/2026: Fachkräfte bleiben knapp
  19. DEHOGA BundesverbandDEHOGA-Zahlenspiegel 4. Quartal 2025
  20. Rational AGUnternehmensprofil Geschäftsjahr 2025
  21. Circus SEEQS-News: Circus gewinnt ersten Kunden aus der Automobilindustrie, 11.12.2025
  22. Winnow SolutionsUnternehmensseite
  23. Dr. WebAusbildung oder Studium KI: Schulnote für 30 Berufe
  24. Dr. WebKI-resistente Berufe 2026
  25. Dr. Web40 % aller Lebensmittel landen im Müll
  26. Dr. WebCookidone: Vorwerk bringt einen KI-Kochassistenten in den Thermomix
  27. Dr. WebDeutschland ohne Ausländer: Wer pflegt, putzt und baut dann?
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