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Im Ladepark Wertheim an der A3 puffern seit wenigen Tagen vier Speichermodule mit zusammen 1.028 Kilowattstunden den Strom für sechs Schnellladepunkte. Ionity überbrückt damit die Wartezeit auf einen stärkeren Netzanschluss. Bis 2027 sollen europaweit rund 50 solcher Speicher mit mehr als 20 Megawattstunden stehen.

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„Wertheim ist dabei erst der Anfang“, sagte Christoph Strecker, der bei Ionity den Ausbau der Ladeparks leitet, gegenüber electrive.[1] Den Speicher mit höchstens 500 Kilowatt Leistung liefert der chinesische Hersteller Sungrow. Ein Ladepark mit einem solchen Puffer kann kurzzeitig mehr Leistung abgeben, als sein Netzanschluss hergibt.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Ionity betreibt in Wertheim den ersten Ladepark mit Batteriespeicher: 1.028 kWh Kapazität, bis zu 500 kW Leistung.[1]
  • Der Speicher überbrückt die bis zu drei Jahre, die der Ausbau eines Anschlusses an die Mittelspannung dauern kann.
  • Bis 2027 sollen rund 50 Speicher mit zusammen über 20 MWh in ganz Europa stehen.

Was steht in Wertheim?

Grauer Schrank mit Orangen-Schild und schwarzem Kabel zur weißen Säule vor hellem Hintergrund
Ionity erweitert Ladepark zwischen A3-Ausfahrt und Wertheim Village von vier auf sechs HYC400-Ladepunkte mit vier externen Speichermodulen

Der Ladepark liegt zwischen einer Ausfahrt der A3 und dem Outlet-Center Wertheim Village. Ionity hat den Standort von vier auf sechs Ladepunkte erweitert, alle an Säulen vom Typ HYC400 des Bozener Herstellers Alpitronic.[1] Die vier Speichermodule stehen in eigenen Schränken.

Ionity setzt auf externe Speicher, weil ein Schrank mehrere Ladepunkte versorgt, gleich welcher Hersteller die Säule gebaut hat. Später sollen die Speicher auch Systemdienstleistungen für das Stromnetz erbringen, womöglich handelt der Betreiber damit sogar Strom.

Warum braucht ein Ladepark einen Akku?

Auf einen stärkeren Anschluss an die Mittelspannung wartet ein Ladepark nach Erfahrung von Ionity bis zu drei Jahre.[1] Der Speicher lädt in ruhigen Stunden aus dem vorhandenen Anschluss und gibt die Energie ab, sobald mehrere Autos gleichzeitig laden.

Netze BW vergibt in Baden-Württemberg Leistung für große Verbraucher in Vergaberunden nach Punkten, Anträge für die erste Runde laufen vom 1. November an. Über 90 % der offenen Hochspannungsanfragen beim Netzbetreiber stammten im August ausgerechnet von Großbatteriespeichern. Ein Standort, der seine Spitzen aus dem eigenen Akku deckt, kommt mit einem kleineren Anschluss aus und bleibt womöglich unter der Schwelle von 950 kW, ab der der Branchenverband VfEW das Verfahren empfiehlt.

Große Abnehmer zahlen dem Netzbetreiber neben jeder Kilowattstunde einen Leistungspreis, der sich an der höchsten Viertelstunde des Jahres bemisst. Laden an einem Ferientag sechs Autos zugleich, bestimmt diese Viertelstunde den Leistungspreis für zwölf Monate. Der Speicher kappt die Spitze.

Ionity puffert seine Ladeparks mit Akkus
Erster Ladepark mit Batteriespeicher in Wertheim und Pläne bis 2027, Stand 27. Oktober 2026
1.028 kWh
speichern die vier Module von Sungrow im Ladepark Wertheim
500 kW
gibt der Speicher höchstens ab, der volle Vorrat reicht damit gut zwei Stunden
bis 3 Jahre
dauert nach Erfahrung von Ionity der Ausbau eines Anschlusses an die Mittelspannung
rund 50
Ladeparks in Europa sollen bis 2027 einen Speicher bekommen, zusammen mehr als 20 MWh

Die ersten Standorte

Wertheim
in Betrieb: sechs Ladepunkte, Speicher mit 1.028 kWh, zwei Säulen von ABB folgen
Hemsbach
geplant: zwölf Ladepunkte, Solardach mit mehr als 223 kWp, Speicher mit mehr als 2 MWh
Europa 2027
rund 50 Speicher, für die übrigen Standorte bleiben im Schnitt etwa 350 kWh

Ionity fehlt in Wertheim nicht die Ladesäule, sondern das dicke Kabel zum Netz. Die Wartezeit überbrückt ein Akku mit 1.028 Kilowattstunden.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was heißt das für Betreiber von Ladeparks?

Der Ökostromanbieter LichtBlick setzt aus demselben Grund Speicher ein: Seit August laufen an Supermärkten in Stralsund und Heiligenhafen zwei Schnellladestandorte mit je 330 kW Speicherleistung für zwei Stunden.[2] Am Netzanschluss hängt auch das Deutschlandnetz an der Autobahn, von dessen 200 geplanten Ladeparks zur Halbzeit 100 in Betrieb waren.

Wertheim und der geplante Standort Hemsbach mit zwölf Ladepunkten kommen zusammen auf gut 3 MWh Speicher. Für die übrigen rund 48 Standorte bleiben bei gut 20 MWh im Schnitt etwa 350 kWh, rechnet Dr. Web nach. Die meisten Akkus dürften also Lastspitzen glätten, statt einen fehlenden Anschluss zu ersetzen.

Für Unternehmen mit eigenen Schnellladern auf dem Firmengelände gilt dieselbe Rechnung:

  • Lassen Sie sich vom Netzbetreiber die gemessene Jahreshöchstleistung Ihres Anschlusses nennen und prüfen Sie, wie viel davon auf gleichzeitige Ladevorgänge zurückgeht.
  • Holen Sie vor einem Antrag auf mehr Anschlussleistung gerne auch ein Angebot für einen Speicher ein.

Was der Speicher in Wertheim gekostet hat, veröffentlicht Ionity nicht. Was eine Kilowattstunde an der Schnellladesäule kostet, zeigt unser Überblick über die Ladetarife.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. electriveIonity plant Batteriespeicher an 50 Ladeparks27.10.2026
  2. LichtBlick (Unternehmensmeldung bei pv magazine)Schnellladen trotz begrenzter Netzkapazität: LichtBlick setzt erstmals Batteriespeicher ein13.08.2026

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