Tencent legt für Speicherchips mehr als 6,4 Milliarden Euro auf einen Schlag hin. Der chinesische Internetkonzern zahlte diese Summe im zweiten Quartal 2026 im Voraus, um Nachschub für den Ausbau seiner KI-Rechenzentren zu sichern. Das Management sprach von einer einmaligen Vorleistung, wie sie nur etwa alle fünf Jahre anfalle.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Tencent zahlte im zweiten Quartal 2026 über 6,4 Milliarden Euro im Voraus für Speicherchips.
- Die Investitionen kletterten auf rund 6,8 Milliarden Euro, ein Plus von 176 Prozent zum Vorjahr.
- Der chinesische Hersteller CXMT liefert Chips im Wert von rund 2,6 Milliarden Euro.
- Die Nachfrage der KI-Rechenzentren treibt die Speicherpreise weltweit nach oben.
Wofür gibt Tencent 6,4 Milliarden Euro aus?

Tencent sicherte sich im zweiten Quartal 2026 vorab Speicherchips für mehr als 6,4 Milliarden Euro, um bei der aktuellen Knappheit Vorrang und feste Preise zu bekommen.[1] Die gesamten Investitionen des Konzerns sprangen im selben Zeitraum auf rund 6,8 Milliarden Euro, ein Plus von 176 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Einen großen Teil des Bedarfs deckt der Vertrag mit dem heimischen Hersteller CXMT, der Chips im Wert von rund 2,6 Milliarden Euro zusagte. Der freie Barmittelfluss rutschte im Quartal ins Minus, für Tencent eine Seltenheit.
Warum werden Speicherchips knapp?
Hinter der Hektik steckt ein Kapazitätsproblem. Samsung, SK Hynix und Micron verlagern ihre Fertigung auf teure KI-Speicher wie HBM, weil dort die Margen am höchsten sind. Für klassisches DRAM bleibt weniger übrig, und die neuen Rechenzentren verschlingen jede verfügbare Charge. Der Aufbau zusätzlicher Fabriken dauert ein bis drei Jahre.
Tencent steht mit dem Problem nicht allein. Auch Alibaba und ByteDance decken sich in großem Stil ein. Wegen der US-Exportkontrollen weichen die Konzerne zunehmend auf heimische Hersteller wie CXMT und YMTC aus. An der Börse schlägt der Wettlauf voll durch, wie der Absturz chinesischer GPU-Aktien zeigt.
Tencent kauft sich mit der Vorauszahlung vor allem Planungssicherheit, während kleinere Serverkunden in Europa bei der Chipverteilung hinten anstehen. Genau dort, nicht in Shenzhen, entscheidet sich der Preis der KI-Welle.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für den DACH-Raum?
Für Unternehmen im DACH-Raum heißt das vor allem eines: steigende Hardware-Kosten. TrendForce beziffert den Anstieg der PC-DRAM-Vertragspreise im ersten Quartal 2026 auf 105 bis 110 Prozent gegenüber dem Vorquartal, den stärksten je gemessenen Sprung.[2] Die Entwicklung der Speicherpreise zeigt denselben KI-Hunger, der Tencents Milliardeneinkauf antreibt.
Spürbar wird das bereits: Der Hoster Hetzner hob seine Server-Preise zum April 2026 um 30 bis 37 Prozent an und nannte gestiegene Komponentenkosten als Grund. Für die eigene Planung 2026 heißt das: Speicher früh und langfristig beschaffen, Angebote zügig fixieren und Cloud-Verträge auf Preisgleitklauseln prüfen.
Quellen
[1] Tencent Holdings: „Ergebnisse zum zweiten Quartal 2026“
[2] TrendForce: „Memory Makers Prioritize Server Applications, Driving Across-the-Board Price Increases in 1Q26“
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