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Ab Januar 2027 arbeitet der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz erstmals in Schleswig-Holstein: Im InnoQuarter Itzehoe mietet das Berliner Unternehmen über 500 Quadratmeter für zunächst 25 Arbeitsplätze. Rund 50 Beschäftigte sollen dort nach heutiger Planung ihren Hauptarbeitsplatz haben und zwei Netzanbindungen für Windparks in der Nordsee betreuen.

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Bisher schloss 50Hertz auf See nur Windparks in der Ostsee an. Wegen der hohen Ausbauziele für die Nordsee soll der Netzbetreiber künftig auch dort Anschlüsse bauen, abgestimmt mit TenneT und Amprion.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der RegionalHub in Itzehoe ist der erste Betriebsstandort von 50Hertz außerhalb des eigenen Netzgebiets.
  • Zum Start stehen 25 flexible Arbeitsplätze bereit, geplant sind rund 50 Beschäftigte.
  • Das Team begleitet die Nordsee-Anbindungen LanWin3 und LanWin6 sowie die Trasse NordOstLink.

Was entsteht im InnoQuarter Itzehoe?

Eine orange Kabeltrommel, die über ein Kabel mit einem Modellhaus verbunden ist, daneben ein Fähnchen
50Hertz eröffnet 2027 Betriebsstätte in Itzehoe mit etwa 50 Mitarbeitern nach Standortanalyse

Nach einer Standortanalyse fiel die Wahl auf Itzehoe, die Fläche ist angemietet, der Betrieb soll im Januar 2027 beginnen.[1] Eine Investitionssumme oder Fördermittel nennt 50Hertz nicht. Gemessen an den über 2.500 Mitarbeitern des Netzbetreibers entsteht ein Außenposten mit rund 2 Prozent der Belegschaft.

Als Gründe nennt 50Hertz die Lage am Rand der Metropolregion Hamburg mit vielen Fachkräften und die Nähe zu den neuen Umspannwerken. „Dieser Betriebsstandort ermöglicht uns eine gezielte Rekrutierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Region“, sagt Dirk Biermann, Geschäftsführer Operations bei 50Hertz.[1]

Warum braucht ein Berliner Netzbetreiber ein Büro an der Westküste?

Von Itzehoe aus liegen die Baustellen nah. Über die Netzanbindung LanWin3 fließen künftig 2.000 Megawatt aus einem Windpark rund 120 Kilometer nordwestlich von Helgoland, über etwa 219 Kilometer Seekabel bis Büsum und 16 Kilometer Erdkabel bis zum HeideHub in Hochwöhrden. Fertig sein soll die Leitung Ende 2032.[2]

Vom Raum Heide führt die Gleichstromtrasse NordOstLink rund 190 Kilometer weit bis Klein Rogahn bei Schwerin, gebaut von TenneT und 50Hertz gemeinsam. Der Bau soll 2028 beginnen.[3] Der Windstrom landet damit im Osten, die Arbeit fällt im Westen an. Warum der größte Engpass im Netz von Nord nach Süd verläuft, erklärt unser Überblick, wie das Stromnetz in Deutschland funktioniert.

Die 50 Stellen in Itzehoe hängen an Netzanbindungen mit festem Termin bis 2032, nicht an einer Wette auf Batteriepreise wie einst in Heide.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Netzbetreiber rücken mit Personal und Material dorthin, wo ihre Leitungen entstehen. TransnetBW baut bei Rothenburg ob der Tauber ein Zentrallager, 50Hertz sucht als nächsten Schritt einen Ort für ein Materiallager an der Küste.[1]

Im Raum Heide endete die letzte große Ansiedlung weniger glücklich: Für das Northvolt-Werk sicherten Bund und Land eine Wandelanleihe der KfW über 600 Millionen Euro ab, die beide laut dem Fachportal electrive nach dem Konkurs des Zellherstellers größtenteils abschreiben müssen. Auch die Windbranche steht unter Druck, bei schwachem Ausbau sieht der Bundesverband Windenergie Offshore zwei Drittel der Arbeitsplätze auf See gefährdet. Die Netzanbindungen dagegen stehen mit festen Terminen im Netzentwicklungsplan.[2]

50Hertz geht an die Westküste
Der RegionalHub in Itzehoe und die Nordsee-Projekte, die er betreut
25
flexible Arbeitsplätze im InnoQuarter Itzehoe ab Januar 2027
rund 50
Beschäftigte mit Hauptarbeitsplatz in Itzehoe nach heutiger Planung
über 500 m²
gemietete Nutzfläche, Investitionssumme und Fördermittel nennt 50Hertz nicht
2.000 MW
Leistung der Netzanbindung LanWin3, Anlandung in Büsum
Vom Standortentscheid bis zum Netzanschluss
19. Oktober 2026
50Hertz gibt die Wahl von Itzehoe bekannt, die Fläche ist angemietet.
Januar 2027
Der RegionalHub startet mit 25 Arbeitsplätzen.
2028
Für die Erdkabeltrasse NordOstLink ist der Baubeginn geplant.
Ende 2032
Die Netzanbindung LanWin3 soll fertig sein.

Was bedeutet der Hub für Betriebe in Steinburg und Dithmarschen?

Arbeitgeber an der Westküste bekommen einen neuen Konkurrenten um Ingenieure: 50Hertz führt Itzehoe bereits als Arbeitsort in Stellenanzeigen, etwa für eine Projektleitung Bau im Offshore-Betrieb.[4] Suchen Sie selbst Elektroingenieure oder Bauleiter, planen Sie ab 2027 mit einem Netzbetreiber als Mitbewerber vor Ort.

Für Logistiker und Anbieter von Gewerbeflächen lohnt der Blick auf das geplante Küstenlager, dessen Standort noch nicht feststeht.[1] Ansprechpartner in der Region ist die Entwicklungsgesellschaft Westholstein, die die Ansiedlung in Itzehoe begleitet hat.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. 50HertzErstmals 50Hertz-Betriebsstandort in Schleswig-Holstein: Die Wahl fällt auf das InnoQuarter Itzehoe (Presseinformation)19.10.2026
  2. 50HertzProjektseite LanWin3 (abgerufen 28.10.2026)
  3. 50HertzProjektseite NordOstLink (abgerufen 28.10.2026)
  4. 50HertzStellenanzeige „Fachgebietsleiterin Projekt (Bau) im Offshore-Betrieb (m/w/d)“ (abgerufen 28.10.2026)

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