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Rund 83 Mrd. Dollar, umgerechnet etwa 72 Mrd. Euro, ist Lumentum an der Börse wert. Der Chipkonzern Marvell will den Hersteller von Lasern für KI-Rechenzentren laut Bloomberg übernehmen, eine Ankündigung könnte schon in der kommenden Woche folgen.

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Stand: Donnerstag, 29. Oktober, 1:30 Uhr. Bloomberg beruft sich auf Insider und beschreibt die Verhandlungen als weit fortgeschritten.[1] Nachbörslich stieg die Lumentum-Aktie laut Reuters um rund 11 %, die Marvell-Aktie verlor mehr als 8 %. Beide Unternehmen ließen Anfragen von Reuters unbeantwortet.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Marvell verhandelt laut Bloomberg über den Kauf von Lumentum, Preis und Finanzierung sind nicht bekannt.
  • Lumentum setzte im Geschäftsjahr bis Juni 2026 rund 2,6 Mrd. Euro um, fast doppelt so viel wie im Vorjahr.
  • Zu Marvells Signalprozessoren für optische Verbindungen kämen die Laser von Lumentum.
  • Eine Bestätigung der Unternehmen steht aus, Lumentum legt am 5. November Quartalszahlen vor.

Was ist über die Gespräche bekannt?

Drahtkorb mit elektronischem Gerät, orangefarbenem Kabel und „RESERVIERT“-Schild
Marvell plant Übernahme von Lumentum: Marktkapitalisierung von Marvell beträgt 192 Mrd. Euro, etwa 2,7-mal höher als Lumentum. Kaufpreis und Finanzierungsstruktur unklar, Verhandlungen können noch scheitern

Marvell ist laut Bloomberg an der Börse rund 192 Mrd. Euro wert und damit 2,7-mal so viel wie Lumentum.[1] Wie viel Marvell zahlen will und in welchem Verhältnis von Aktien und Bargeld, schreibt Bloomberg nicht. Der Kaufpreis ist damit offen. Nach Bloombergs Informanten können die Gespräche noch scheitern.

Aus der Kasse allein kann Marvell einen Kauf dieser Größe nicht bezahlen. Zum Ende des jüngsten Quartals hielt der Konzern laut Reuters rund 3,4 Mrd. Euro an Barmitteln. Analysten von Bernstein sehen bei Finanzierung und Integration offene Fragen.

Warum will ein Chipkonzern einen Laserhersteller kaufen?

In KI-Rechenzentren tauschen Tausende Grafikprozessoren pausenlos Daten aus. Über längere Strecken stößt Kupfer bei hohen Datenraten an Grenzen, die Verbindung läuft dann über Glasfaser. Im optischen Modul an jedem Kabelende arbeiten zwei Kernbauteile: ein Laser, der elektrische Signale in Licht umsetzt, und ein Signalprozessor, der den Datenstrom aufbereitet. Den Prozessor liefert Marvell, Laser liefert unter anderem Lumentum.

Marvell baut sein Geschäft mit optischen Verbindungen seit Jahren aus. 2021 übernahm der Konzern Inphi, einen Spezialisten für optische Signalprozessoren. Im Februar 2026 schloss Marvell den Kauf von Celestial AI ab, einem Entwickler optischer Verbindungstechnik für KI-Chips. Marvell zahlte dafür rund 870 Mio. Euro in bar und 27 Mio. neue Aktien.[3] Mit GlobalFoundries erweitert Marvell zudem die Fertigung von Chips für optische KI-Vernetzung. Mit Lumentum käme die Lichtquelle ins Haus.

Lumentum wächst mit dem KI-Ausbau: Im Geschäftsjahr bis Ende Juni stieg der Umsatz auf rund 2,6 Mrd. Euro, nach rund 1,4 Mrd. Euro im Vorjahr.[2] Gemessen am Börsenwert vor dem Bericht ist Lumentum damit das 28-Fache seines Jahresumsatzes wert. Marvells Umsatz wuchs im Ende August gemeldeten Quartal um 37 Prozent, der Konzern und sicherte sich mit einem Chip-Auftrag von Google einen Großkunden.

Marvell und Lumentum in Zahlen
Börsenwerte laut Bloomberg vor dem Bericht, Umsatz im Geschäftsjahr bis Juni 2026
192 Mrd. €
Börsenwert von Marvell
72 Mrd. €
Börsenwert von Lumentum
2,6 Mrd. €
Umsatz von Lumentum, im Vorjahr rund 1,4 Mrd. €
28-fach
Börsenwert von Lumentum im Verhältnis zum Jahresumsatz
Marvells Weg zur Optik
April 2021
Marvell übernimmt Inphi, Hersteller optischer Signalprozessoren
Februar 2026
Kauf von Celestial AI abgeschlossen, 870 Mio. € in bar plus Aktien
28. Oktober 2026
Bloomberg: weit fortgeschrittene Gespräche über Lumentum

Was bedeutet der Deal für Rechenzentren in Deutschland?

Für Betreiber in Deutschland zählt, wie viele unabhängige Hersteller optische Module liefern. Hinzu kommt: Die USA wollen neue optische Module aus China nicht mehr zulassen. Gehören Laser und Signalprozessor einem Konzern, schrumpft die Zahl der unabhängigen Lieferanten. Den Kauf müssten zudem die Kartellbehörden genehmigen.

Mit Lumentum könnte Marvell Chip und Laser aus einer Hand verkaufen, Rechenzentren hätten beim Einkauf weniger Auswahl.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Vom Bedarf an Lasern profitiert auch Aixtron: In den Beschichtungsanlagen aus Aachen entstehen Laser für KI-Rechenzentren, im Sommer meldete der Konzern übervolle Auftragsbücher. Planen Sie eigene KI-Server oder mieten Sie Rechenleistung in einem der großen deutschen Rechenzentren, fragen Sie Ihren Anbieter gerne, von welchen Herstellern die optischen Module stammen und ob ein Zweitlieferant vertraglich gesichert ist.

Am 5. November legt Lumentum nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vor.[4]

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BloombergMarvell Is Said to Near Deal for Lumentum In AI-Related Megadeal (28. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. LumentumLumentum Announces Fourth Quarter and Full Fiscal Year 2026 Results (11. August 2026, SEC EDGAR)
  3. MarvellMarvell Completes Acquisition of Celestial AI02.02.2026
  4. LumentumLumentum Announces Reporting Date for Fiscal First Quarter 2027 Financial Results

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