Rund 50 Mrd. Dollar wollte Microsoft im Quartal bis Ende September für Rechenzentren, Server und Chips ausgeben. Verbucht hat der Konzern 45,2 Mrd. Dollar, umgerechnet rund 39 Mrd. Euro. Weil Drittanbieter gemietete Rechenkapazität später liefern als erwartet, rutscht ein Teil der Buchungen ins erste Halbjahr 2027.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen„Einige Lieferungen von Rechenkapazität durch Drittanbieter, die wir im ersten Quartal erwartet hatten, haben sich verzögert“, sagte Finanzchefin Amy Hood am Mittwochabend in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen.[1] Stand: Donnerstag, 29. Oktober, 1:40 Uhr. Die Aktie stieg nachbörslich laut Reuters zeitweise um mehr als 5 %, weil Umsatz und Cloud-Geschäft die Erwartungen übertrafen.
Das Wichtigste in Kürze
- Microsoft investierte rund 39 Mrd. Euro, gut 4 Mrd. Euro weniger als in Aussicht gestellt.
- Verspätet sind laut Hood Lieferungen von Drittanbietern, darunter gemietete Rechenleistung auf Grafikprozessoren.
- Azure wuchs um 48 %, die Nachfrage übersteigt laut Hood weiter das Angebot.
- Für das Kalenderjahr 2026 plant Microsoft jetzt rund 148 Mrd. Euro, nach laut Reuters rund 152 Mrd. Euro im Juli.
Was hat Microsoft gemeldet?

Microsofts Geschäftsjahr beginnt im Juli. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 19 % auf rund 80,3 Mrd. Euro.[1] Die Cloud-Plattform Azure wuchs um 48 %, nach 43 % im Vorquartal. Der Auftragsbestand aus dem Firmenkundengeschäft legte um 73 % auf rund 589 Mrd. Euro zu. So viel Leistung haben Kunden vertraglich gebucht, Microsoft muss sie in den kommenden Jahren liefern.
Die Investitionen lagen mit rund 39,3 Mrd. Euro um 30 % über dem Vorjahresquartal. In Aussicht gestellt hatte Microsoft laut Reuters rund 43,5 Mrd. Euro, Analysten rechneten laut CNBC mit rund 44 Mrd. Euro.
Warum fällt die Zahl niedriger aus?
Neben eigenen Rechenzentren mietet Microsoft Kapazität bei anderen Betreibern, ganze Gebäude ebenso wie Rechenleistung auf Grafikprozessoren. Solche Verträge erfasst Microsoft als Finanzierungsleasing: Den vollen Wert bucht der Konzern unter Investitionen, sobald der Mietvertrag beginnt. Im ersten Quartal waren das rund 6,4 Mrd. Euro.[1]
Liefert ein Anbieter später, beginnt der Vertrag später, und die Buchung wandert mit. Einige Verträge über gemietete Grafikprozessor-Leistung haben sich laut Hood in das zweite Halbjahr des Geschäftsjahrs verschoben, also auf Januar bis Juni 2027. Gespart hat Microsoft nicht: Für Oktober bis Dezember kündigte Hood mehr als 43,5 Mrd. Euro an, für das Kalenderjahr 2026 rund 148 Mrd. Euro, nach laut Reuters rund 152 Mrd. Euro im Juli.
Wo stockt der Ausbau?
Welche Anbieter verspätet liefern, sagte Microsoft nicht. In Loughton bei London hat Microsoft laut Telegraph den Vertrag mit Nscale beendet, weil der Netzanschluss erst in den 2030er-Jahren kommt. Nebius, mit dem Microsoft einen Fünfjahresvertrag über bis zu rund 15 Mrd. Euro hat, meldete im August Verzögerungen beim Bau in New Jersey. In beiden Fällen bremsen Strom und Bau, nicht die Nachfrage.
Microsofts Investitionen hängen inzwischen an fremden Baustellen: Verzögert sich dort der Bau, verschiebt sich die Milliardenbuchung gleich mit.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Azure-Kunden?
Unternehmen, die über Azure KI-Modelle betreiben oder Grafikprozessoren mieten, konkurrieren um knappe Kapazität. Prüfen Sie, ob Ihr Vertrag Ressourcen fest zusagt, etwa über Kapazitätsreservierungen für virtuelle Maschinen oder fest gebuchten Durchsatz für KI-Modelle. Für Lastspitzen lohnt ein Zweitanbieter, unser Vergleich von GPU-Servern listet Alternativen.
Amazon legt am Donnerstagabend Quartalszahlen vor. Was Analysten von den drei Cloud-Konzernen erwarten, steht in unserer Vorschau.
Quelle
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- MicrosoftEarnings Release FY27 Q1: Press Release & Webcast (28. Oktober 2026, mit Aufzeichnung der Telefonkonferenz)
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