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In den Produkten von SAP stecken mehr als 70 KI-Modelle von OpenAI, Anthropic und Google. Für jede Aufgabe soll künftig das billigste Modell zum Zug kommen, das die Arbeit gut genug erledigt. Seinen Kunden berechnet der Walldorfer Konzern dagegen die erledigte Aufgabe und nicht die Rechenzeit.

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Aus seinem internen Beratungsassistenten hat SAP einige der teuersten KI-Modelle bereits entfernt, sagte Finanzvorstand Dominik Asam der Nachrichtenagentur Reuters.[1] Günstigere Modelle übernehmen dort, wo ihre Leistung stimmt. Der Wechsel soll dazu beitragen, mehr als 2 Mrd. € an Effizienzgewinnen durch KI zu erzielen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • SAP setzt mehr als 70 KI-Modelle ein, unter anderem von OpenAI, Anthropic und Google.[1]
  • Der Konzern wählt zunehmend das günstigste Modell, das eine Aufgabe in der geforderten Qualität erledigt.
  • Die gesamten KI-Ausgaben sollen trotzdem steigen, weil die Nutzung wächst.
  • Behörden und regulierte Branchen schließen laut Asam Modelle wegen ihrer Herkunft aus.

Warum lohnt sich der Tausch für SAP?

Waage mit großem „Spitzenmodell“-Würfel und kleinem „reicht auch“-Gewicht im Gleichgewicht
SAP berechnet Kunden erledigte Aufgaben statt Rechenleistung. Günstigere Modelle senken Kosten bei gleichem Ertrag und verbessern die Margen

Entscheidend ist das Preismodell: SAP berechnet seinen Kunden erledigte Aufgaben, nicht die Rechenleistung hinter einer Antwort.[1] Liefert ein billigeres Modell dasselbe Ergebnis, bleibt der Erlös gleich, während die Kosten sinken. „Ziel sind gesunde Margen bei wachsendem Volumen, keine absolute Senkung der KI-Ausgaben“, teilte SAP auf Fragen von Reuters mit.[1]

Den Kostendruck zeigen die Zahlen zum dritten Quartal: Die Cloudkosten stiegen um 29 %, die Clouderlöse um 26 %.[2] Die Cloudbruttomarge sank binnen eines Jahres von 74,6 auf 73,9 %.

Kosten senken will SAP mit KI schon länger: Im April kündigte Vorstandschef Christian Klein gegenüber Bloomberg an, die jährlichen Kosten bis Ende 2028 durch KI um rund 2 Mrd. € zu senken.

Ist SAP mit dieser Rechnung allein?

Microsoft folgt demselben Muster. Der Konzern verkauft Copilot zum festen Monatspreis je Nutzer und setzt nach Angaben von Vorstandschef Satya Nadella bereits viele günstige Modelle ein. Nadella erwartet, dass die meisten KI-Aufgaben zur Massenware werden.

Zugleich fallen die Listenpreise: OpenAI und Anthropic haben ihre KI-Preise binnen Monaten um bis zu 80 % gesenkt. Ein Softwarehaus mit Dutzenden Modellen im Angebot kann jede Aufgabe dorthin vergeben, wo der Preis gerade am niedrigsten liegt.

Warum SAP bei den KI-Modellen spart
Modellwahl, Sparziel und Cloudzahlen, Stand 28. Oktober 2026
70+
KI-Modelle in SAP-Produkten, unter anderem von OpenAI, Anthropic und Google
> 2 Mrd. €
Effizienzgewinne durch KI, zu denen der Modellwechsel beitragen soll
+29 %
Cloudkosten im dritten Quartal, die Clouderlöse wuchsen um 26 %
73,9 %
Cloudbruttomarge im dritten Quartal, ein Jahr zuvor 74,6 %

So rechnet SAP bei der KI

Erlös
Der Kunde bezahlt je erledigter Aufgabe, nicht nach Rechenaufwand
Kosten
SAP bezahlt den Rechenaufwand des Modells, das die Aufgabe löst
Modellwahl
Den Zuschlag bekommt das günstigste Modell, das die Aufgabe in der geforderten Qualität erledigt
Ausgaben
Die KI-Ausgaben insgesamt sollen mit der Nutzung weiter steigen

SAP rechnet nach erledigter Aufgabe ab, nicht nach Rechenzeit. Jedes günstigere Modell, das die Aufgabe schafft, verbessert damit die Marge.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was heißt das für SAP-Kunden in Europa?

Kunden achten zunehmend auf die Herkunft der Modelle. Behörden und Firmen aus regulierten Branchen stellen laut Asam eigene Vorgaben und schließen Modelle nach ihrem Ursprung aus, europäische Kunden verlangen verstärkt Lösungen aus Europa.[1]

Die KI-Verordnung der EU gibt dafür ein Werkzeug an die Hand: Seit dem 2. August 2025 müssen Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck Softwarehäusern, die ihr Modell einbauen, Informationen und Unterlagen über dessen Fähigkeiten und Grenzen bereitstellen.[3] SAP bekommt diese Unterlagen damit von jedem Anbieter, dessen Modell der Konzern einbaut. Für Anwender heißt das:

  • Fragen Sie bei SAP nach, welches Modell hinter den KI-Funktionen steckt, die Sie einsetzen, und ob ein Wechsel geplant ist.
  • Legen Sie Herkunftsvorgaben für Modelle schriftlich fest, bevor Sie KI-Funktionen in Abläufen freigeben, für die Aufsichtsvorgaben gelten.
  • Prüfen Sie nach einem Modellwechsel Stichproben der Ergebnisse, etwa bei Auswertungen und Textvorschlägen.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Reuters (Interview, hier über The Star)SAP swaps costly AI models for cheaper alternatives, targets over €2 billion in gains28.10.2026
  2. SAP SEQuartalsmitteilung Q3 2026 (21. Oktober 2026, vorläufig und ungeprüft)
  3. Europäische UnionVerordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz (Artikel 53 Absatz 1 Buchstabe b und Artikel 113)

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