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Rund 1 Milliarde Dollar, umgerechnet etwa 870 Millionen Euro, will der US-Chipkonzern onsemi laut The Information für das New Yorker Start-up Ferric zahlen. Ferric baut Spannungsregler, die direkt im Gehäuse von KI-Prozessoren sitzen, und hat seit 2010 umgerechnet 36,4 Millionen Euro Kapital eingesammelt. Für die Stromversorgung von KI-Chips hat Infineon aus Neubiberg bereits den Kauf des indischen Spezialisten C2i vereinbart.

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Beide Unternehmen könnten den Vertrag schon in den nächsten Tagen unterschreiben, berichtet das Portal unter Berufung auf Eingeweihte.[1] Bis Mittwochmittag haben weder onsemi noch Ferric die Verhandlungen bestätigt.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • onsemi verhandelt laut The Information über den Kauf von Ferric für rund 870 Millionen Euro, möglicherweise mit erfolgsabhängigen Zahlungen.
  • Ferric entwickelt Spannungsregler mit Dünnschicht-Spulen, klein genug für das Gehäuse eines KI-Prozessors.
  • Der Preis entspricht fast dem 24-Fachen des Kapitals, das Ferric bisher eingesammelt hat.
  • Für Rechenzentren in Deutschland senkt ein besserer Spannungsregler die Stromrechnung, nicht aber den PUE-Wert nach dem Energieeffizienzgesetz.

Was ist über den Kauf bekannt?

CPU mit kleinerem Chip und einem Preisschild mit der Aufschrift „1 Mrd.“ vor weißem Hintergrund
Der Kaufpreis für Ferric setzt sich möglicherweise aus erfolgsabhängigen Zahlungen zusammen, die an erreichte Ziele gekoppelt sind

Wie sich der Kaufpreis zusammensetzt, lässt The Information offen. Ein Teil könnte als erfolgsabhängige Zahlung fließen, also erst, sobald Ferric vereinbarte Ziele erreicht.[1] Mit einer solchen Klausel würde onsemi das Risiko begrenzen, zu viel zu zahlen: Der Preis liegt fast 24-mal so hoch wie die umgerechnet 36,4 Millionen Euro, die Ferric von Investoren erhalten hat.

Im Juli vereinbarte der Konzern aus Arizona bereits die Übernahme von Synaptics, Anfang Oktober wandelte onsemi das Angebot in eine reine Barzahlung um. Auch Intel kauft gerade ein Start-up und zahlt für Classiq rund 2 Milliarden Euro.

Warum ist ein Spannungsregler so viel wert?

Ein KI-Beschleuniger zieht mehr als 1.000 Watt bei weniger als einem Volt Kernspannung. Auf den letzten Zentimetern zwischen Platine und Chip fließen damit über 1.000 Ampere, und die Leitungsverluste wachsen mit dem Quadrat der Stromstärke. Je kürzer dieser Weg, desto weniger Energie verpufft als Wärme.

Ferric setzt die letzte Wandlerstufe deshalb direkt ins Chipgehäuse. Dank Dünnschicht-Spulen brauchen die Regler nach Rechnung von Ferric weniger als ein Zehntel des Platzes herkömmlicher Spannungsregler, das Modell Fe1766 liefert 160 Ampere. Marvell vereinbarte im Juni 2025, die Regler in seine Spezialchips für Cloud-Konzerne einzubauen.

Infineon setzt seine Module dagegen vertikal unter den Chip und beziffert den Vorteil auf bis zu 85 Prozent weniger Verluste in der Stromversorgung der Platine, verglichen mit Reglern neben dem Chip. Wie stark der KI-Boom das Geschäft der Neubiberger verändert, rechnet unser Porträt von Infineon vor.

870 Millionen Euro für einen Regler im Chip
Was über den möglichen Kauf von Ferric durch onsemi bekannt ist
870 Mio. €
Kaufpreis laut The Information, Verhandlungen unbestätigt
36,4 Mio. €
Kapital, das Ferric seit 2010 von Investoren erhalten hat
160 A
Stromstärke des Ferric-Reglers Fe1766 im Chipgehäuse
bis 85 %
weniger Verluste als bei Reglern neben dem Chip, Angabe von Infineon
Der Weg von Ferric
2010
Gründung in New York als Ferric Semiconductor
Dezember 2024
Finanzierungsrunde über 27,9 Mio. €
Juni 2025
Marvell vereinbart den Einbau der Regler in Spezialchips für Cloud-Konzerne
Oktober 2026
onsemi verhandelt laut The Information über die Übernahme

Was bedeutet der Kauf für Rechenzentren in Deutschland?

Mit Ferric könnte onsemi dem Marktführer Infineon eine Stromversorgung entgegensetzen, die eine Ebene näher am Chip sitzt. Infineon beziffert seinen Umsatz mit Chips für KI-Server im Geschäftsjahr 2025 auf mehr als 700 Millionen Euro und liefert Eaton die Chips für einen Festkörpertransformator.

Rechenzentren, die ab dem 1. Juli 2026 den Betrieb aufnehmen, müssen nach dem Energieeffizienzgesetz eine Energieverbrauchseffektivität (PUE) von höchstens 1,2 einhalten.[2] Wandlerverluste im Server zählen bei dieser Kennzahl allerdings zur IT-Last. Ein besserer Spannungsregler senkt also die Stromrechnung, verbessert aber nicht den PUE-Wert.

Bei KI-Chips zählt nicht mehr nur die Rechenleistung, sondern auch der Weg, auf dem der Strom hineinkommt.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Fragen Sie bei der nächsten Ausschreibung für GPU-Server deshalb ruhig nach der Leistungsaufnahme je Rechenaufgabe und nicht nur nach der Spitzenleistung der Netzteile. Lassen Sie sich vom Betreiber Ihres Rechenzentrums außerdem den gemessenen PUE-Wert und den Anteil wiederverwendeter Abwärme nennen, den das Gesetz ebenfalls vorschreibt. Wo die zehn größten Rechenzentren Deutschlands stehen, zeigt unsere Übersicht.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. The InformationChipmaker Onsemi in Talks to Buy Startup for About $1 Billion (Valida Pau, 27. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. Bundesministerium der Justiz§ 11 Energieeffizienzgesetz: Klimaneutrale Rechenzentren (Gesetze im Internet)

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