Volkswagen hat am 28. Oktober in Zwickau-Mosel die ersten Stationen einer Demontagelinie für Gebrauchtwagen in Betrieb genommen. Bis 2030 sollen dort jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zerlegt werden, mit langfristig bis zu 1.000 Arbeitsplätzen. Was die rund 8.000 Beschäftigten des Werks nach 2031 bauen, hat der Konzern noch nicht entschieden.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen„Ab heute bauen wir in Zwickau Autos nicht nur zusammen, sondern auch wieder auseinander“, sagte VW-Markenchef Thomas Schäfer laut Reuters bei der Eröffnung. Für Umbau und Genehmigung brauchte Volkswagen neun Monate und investierte dafür rund 8 Millionen Euro.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 28. Oktober zerlegt Volkswagen in Zwickau Fahrzeuge, 2027 sollen 100 Beschäftigte 4.100 Autos im Jahr verarbeiten.
- Bis zu 90 Millionen Euro will VW investieren, der Freistaat Sachsen fördert das Projekt mit bis zu 10,7 Millionen Euro.
- Die bis zu 1.000 Stellen entsprächen einem Achtel der heutigen Belegschaft, die aktuellen Modelle laufen 2031 aus.
Was passiert mit den Autos in der neuen Demontage?

Volkswagen nimmt Gebrauchtwagen der Konzernmarken von Kunden und Händlern zurück, Elektroautos ebenso wie Verbrenner. Jedes Fahrzeug wird geprüft und danach aufbereitet oder zerlegt. Türen, Scheinwerfer und Motoren gehen als Gebrauchtteile zurück in den Markt, Metalle und Batteriematerialien in die Verwertung.[1]
Im kommenden Jahr sollen 100 Beschäftigte im Zwei-Schicht-Betrieb 4.100 Fahrzeuge zerlegen,[2] bis 2030 soll die Kapazität auf 15.000 im Jahr wachsen. Der Freistaat hat bis zu 10,7 Millionen Euro zugesagt, Volkswagen plant bis zu 90 Millionen Euro ein.[1] In Betrieb und gefördert ist damit die erste Stufe; die 15.000 Fahrzeuge und die 1.000 Stellen bleiben Planzahlen.
Warum setzt Volkswagen ausgerechnet in Zwickau aufs Zerlegen?
Seit 2020 laufen in Zwickau nur noch Elektroautos von VW, Audi und Cupra vom Band. Volkswagen hat in Deutschland mehr Kapazität, als der Absatz braucht, und verlagert Zwickauer Modelle in andere Werke. Ein Bericht der WirtschaftsWoche zählte Zwickau im September zu den vier Standorten, an denen die Fertigung enden soll. Mit der Demontage bekommt das Werk eine Aufgabe, die keine Fertigungslinie braucht.
Einen Markt für Rezyklat schafft die EU: Die neue Altfahrzeugverordnung verlangt ab 2036, dass mindestens 25 Prozent des Kunststoffs in neuen Autos aus Rezyklat stammen, und verpflichtet Hersteller zu Demontageanleitungen.[3] Ein Hersteller mit eigener Zerlegung sichert sich damit den Rohstoff, den er später einbauen muss. BMW erreicht seine Recyclingquote von 51 Prozent bisher nur in einem Forschungsprojekt.
Im VW-Werk Zwickau stehen bis zu 1.000 Stellen im Zerlegen gegen 8.000 Beschäftigte heute. Die Demontage ist eine Abteilung, kein Plan für das ganze Werk.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was folgt für Zwickau und die Betriebe in Westsachsen?
Henning Wilts vom Wuppertal Institut hält die Anlage laut Reuters bestenfalls für ein Experiment: „Es ist sicherlich nicht die Antwort auf alle Fragen der europäischen Autoindustrie.“ Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wirbt weiter für eine eigene AutoUnion für das Werk, mit Volkswagen als Hauptgesellschafter. Finanziers für das Modell haben sich bisher nicht gefunden.[2] Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) sieht in der Demontage „neue Geschäftsfelder“.[2]
Liefert Ihr Betrieb heute Teile nach Mosel, lohnt der Blick auf das Ende des Fahrzeuglebens: Abholung von Altfahrzeugen, Diagnose von Batterien und Aufbereitung von Gebrauchtteilen sind Leistungen, die bei bis zu 15.000 Fahrzeugen im Jahr anfallen. Die Westsächsische Hochschule Zwickau baut gemeinsam mit Volkswagen Studieninhalte zur Kreislaufwirtschaft auf.[1] Personalplaner in der Region finden dort künftig Absolventen, die Fahrzeugtechnik und Verwertung zugleich gelernt haben.
Quellen
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