Fünf Hektar vom Gelände des Zementwerks, das Heidelberg Materials neben dem Claas-Werk in Paderborn schließt, kauft der Mähdrescherbauer aus Harsewinkel, um dort mindestens 70 Millionen Euro zu investieren. Landwirte kaufen derweil seit zwei Jahren weniger neue Maschinen.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenClaas kündigte am 10. Oktober beim Fest zum 70-jährigen Bestehen seines Werks in Paderborn an, den Standort für mindestens 70 Millionen Euro auszubauen und mehr als 100 Stellen zu schaffen, wie Radio Hochstift berichtete. Die Summe entspricht knapp einem Drittel des Jahresüberschusses von 230,3 Millionen Euro, den der Konzern im Geschäftsjahr 2025 bis Ende September erzielte.
Der Umsatz sank im selben Zeitraum um 1,6 Prozent auf 4,92 Milliarden Euro, zwei Jahre nach dem Höchststand von 6,14 Milliarden Euro. Trotzdem stieg die Nettoliquidität des Familienunternehmens auf 636 Millionen Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Geschäftsjahr 2025, das am 30. September 2025 endete, setzte Claas 4,92 Milliarden Euro um und verdiente nach Steuern 230,3 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2023 lag der Umsatz noch bei 6,14 Milliarden Euro.
- 77,6 Prozent des Umsatzes erzielt Claas im Ausland. Deutschland bleibt mit 1,10 Milliarden Euro die größte Einzelregion im Geschäftsbericht, vor Frankreich mit 920 Millionen Euro.
- Neue Maschinen verkauften sich 2025 schlechter, das Service- und Ersatzteilgeschäft blieb laut Geschäftsbericht stabil. Umsatzzahlen für einzelne Produkte oder für den Service veröffentlicht Claas nicht.
- Die Eigentümerfamilien erhielten 2025 Dividenden von 85 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg trotzdem auf 47,7 Prozent.
- Von den 67 Mähdreschern, die von Januar bis September 2026 in Österreich neu zugelassen wurden, stammten 45 von Claas, zeigt die Zulassungsstatistik von Statistik Austria.
Fünf Fragen an den Mähdrescherbauer aus Harsewinkel
1 In welchem Jahr stellte Claas den MDB vor, den das Unternehmen als ersten Mähdrescher Europas bezeichnet? Aufklappen ↓
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2 Welcher Anteil des Claas-Umsatzes stammte im Geschäftsjahr 2025 aus dem Ausland? Aufklappen ↓
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3 Wie hoch war die Bruttomarge von Claas im Geschäftsjahr 2025? Aufklappen ↓
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4 Wie viel Dividende zahlte Claas im Geschäftsjahr 2025 an die Eigentümer aus? Aufklappen ↓
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5 Wie viele der 67 von Januar bis September 2026 in Österreich neu zugelassenen Mähdrescher kamen von Claas? Aufklappen ↓
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Wer steckt hinter Claas und wie fing alles an?
August Claas machte sich im Sommer 1913 mit 25 Jahren in Clarholz-Heerde selbstständig und baute Strohbinder. Heute gehört die CLAAS KGaA mbH drei Zweigen der Familie, den Aufsichtsrat leitet Cathrina Claas-Mühlhäuser.
Clarholz-Heerde liegt in Ostwestfalen und gehört heute zur Gemeinde Herzebrock-Clarholz. Laut Firmengeschichte traten 1914 die Brüder Bernhard und Franz junior offiziell in das junge Unternehmen ein, das fortan Gebrüder Claas hieß. Auch Theo Claas, ein weiterer Bruder von August, arbeitete im Unternehmen mit.
Der erste große Wurf war ein Knoter. 1921 entwickelte August Claas einen verbesserten Knoter für Strohbinder und erhielt dafür 1923 das erste Patent des Unternehmens mit der Nummer 372140.
Den Schritt zur eigenen Erntemaschine machte Claas 1936 mit dem Mäh-Dresch-Binder, kurz MDB, den das Unternehmen als ersten Mähdrescher Europas bezeichnet. Die Serienfertigung begann 1937, bis 1943 entstanden rund 1.400 Stück.
Erfunden hat Claas den Mähdrescher nicht. Ein Rückblick des Wochenblatts, den top agrar im August 2024 veröffentlichte, erinnert daran, dass in Amerika und Australien schon um 1830 von Pferden gezogene Mähdrescher fuhren. Der MDB war auf die kleineren Felder und das feuchtere Wetter in Europa zugeschnitten und legte das Stroh gleich gebunden ab, ganz im Sinne der alten Strohbinder.
Seit 1936 baut Claas Mähdrescher in Harsewinkel, der Stammsitz liegt bis heute dort.
- 1913August Claas macht sich in Clarholz-Heerde selbstständig und baut Strohbinder.
- 1921Entwicklung eines verbesserten Knoters, 1923 das erste Patent der Firma.
- 1936Der Mäh-Dresch-Binder MDB, von Claas als erster Mähdrescher Europas bezeichnet.
- 1953Mit dem SF kommt der erste selbstfahrende Mähdrescher von Claas.
- 1956Eröffnung des Werks in Paderborn.
- 1996Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien, Mitte der 1990er Jahre startet der Lexion.
- 2003Vertrag über die Mehrheit an Renault Agriculture, Traktoren aus Le Mans.
- 2005Mähdrescherwerk im russischen Krasnodar.
- 2014Mehrheit am Hersteller Jinyee im chinesischen Gaomi.
- 2024Der 500.000. Mähdrescher läuft in Harsewinkel vom Band.
- 2026Ausbau des Werks Paderborn für mindestens 70 Mio. €.
Ein Patriarch und drei Familienzweige
Nach dem Krieg prägte Helmut Claas, Jahrgang 1926, das Unternehmen. Er trat 1958 in das Familienunternehmen ein, wurde 1962 Geschäftsführer und 1978 persönlich haftender Gesellschafter. Unter seiner Führung entstand der Mähdrescher Lexion, der Feldhäcksler Jaguar und der Großtraktor Xerion wurden zu Verkaufserfolgen. Er starb am 5. Januar 2021 mit 94 Jahren.
Seit 1996 ist Claas eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Helmut Claas GmbH, deren Geschäftsführung zugleich die Konzernleitung bildet.
Kommanditaktionäre sind laut Geschäftsbericht die Familien Helmut Claas, Günther Claas und Reinhold Claas.
Den Aufsichtsrat und den Gesellschafterausschuss führt Cathrina Claas-Mühlhäuser, die Tochter von Helmut Claas. Mit ihr ist die dritte Generation an der Spitze der Kontrollgremien angekommen.
Im Aufsichtsrat sitzen außerdem Dr. Patrick Claas und Rüdiger Claas.
Der Konzernleitung gehört kein Mitglied der Familie an. Vorstandschef ist Jan-Hendrik Mohr, neben ihm verantworten vier Manager Technik, Produktion, Vertrieb und Finanzen.
Claas steht auf der Liste deutscher Hidden Champions, die Dr. Web Firma für Firma porträtiert. Anders als viele Familienunternehmen legt Claas einen vollständigen Konzernabschluss nach internationalen Regeln vor, geprüft von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte.
- Gründung: 1913 durch August Claas in Clarholz-Heerde, der erste Mähdrescher folgte 1936.
- Eigentum: Drei Zweige der Familie als Kommanditaktionäre, keine Börse.
- Führung: Vorstandschef Jan-Hendrik Mohr, an der Spitze des Aufsichtsrats Cathrina Claas-Mühlhäuser.
Wie wurde aus der Strohbinderfabrik ein Weltkonzern?

Durch drei Schritte: den selbstfahrenden Mähdrescher in den 1950er Jahren, Werke in Frankreich, Ungarn, Russland, China und den USA sowie 2003 den Einstieg bei Renault Agriculture. Ende September 2025 arbeiteten 11.654 Menschen für Claas.
Nach dem Krieg kam 1946 der Mähdrescher Super auf den Markt. Bis 1978 verkaufte Claas weltweit mehr als 60.000 Maschinen dieser Baureihe, berichtet das Wochenblatt. 1953 folgte mit dem SF der erste selbstfahrende Mähdrescher des Unternehmens, vorgestellt im Dezember 1952 unter dem Namen Hercules. Der SF fuhr mit eigenem Motor, kein Traktor musste ihn mehr ziehen.
1956 ging das Werk in Paderborn in Betrieb, 1962 begann im französischen Metz die Fertigung von Pressen. Mit den Übernahmen von Bautz und Speiser verbreiterte Claas 1969 und 1970 sein Programm. Die Baureihe Dominator setzte ab Anfang der 1970er Jahre auf einen Baukasten, aus dem Claas viele Varianten fertigen konnte.
Mitte der 1990er Jahre begann mit dem Lexion die Baureihe, die Claas bis heute baut. Der erste Lexion 480 schaffte bis zu 40 Tonnen Weizen in der Stunde.
Ins Ausland, um zu bleiben
1997 kam das Werk im ungarischen Törökszentmiklós hinzu. Im selben Jahr begann die Zusammenarbeit mit Caterpillar, aus der 1999 ein Mähdrescherwerk in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska hervorging. 2002 übernahm Claas das Werk in Omaha vollständig.
Am 23. Februar 2003 unterschrieb Claas den Vertrag über die Mehrheit an Renault Agriculture, der Traktorensparte des französischen Autokonzerns. 2008 war die Übernahme abgeschlossen. Aus dem Spezialisten für Erntemaschinen wurde ein Anbieter mit eigener Traktorenreihe.
Seit 2003 hat Claas laut dem Fachmagazin Farm Contractor mehr als 80 Millionen Euro in das Werk in Le Mans gesteckt, seit 2019 gehen Traktoren von dort auch nach Nordamerika.
2005 nahm ein Mähdrescherwerk im russischen Krasnodar den Betrieb auf, 2014 übernahm der Konzern die Mehrheit am Landmaschinenhersteller Jinyee im chinesischen Gaomi.
Im Juni 2024 lief in Harsewinkel der 500.000. Mähdrescher der Firmengeschichte vom Band, knapp 90 Jahre nach dem ersten MDB.
Die Größe heute
Der Geschäftsbericht 2025 zählt 35 Standorte in 20 Ländern. Hinzu kommen rund 100 Standorte von Händlerbetrieben, an denen Claas die Mehrheit hält, mit zusammen etwa 1.800 Beschäftigten. Aktiv ist der Konzern in mehr als 100 Ländern.
Gemessen am Umsatz ist Claas zwischen den Geschäftsjahren 2016 und 2025 um gut ein Drittel gewachsen, von 3,63 Milliarden Euro auf 4,92 Milliarden Euro. Dazwischen lag ein steiler Ausschlag: Im Geschäftsjahr 2023 setzte der Konzern 6,14 Milliarden Euro um und verdiente 347,1 Millionen Euro.
Ein Jahr später brach der Umsatz um 18,7 Prozent ein.
Der Ausschlag zeigt, wie eng der Landmaschinenmarkt an den Einkommen der Landwirte hängt. Der Geschäftsbericht 2025 nennt stark unter Druck geratene Getreidepreise, hohe Zinsen und politische Unsicherheit als Gründe für die Kaufzurückhaltung. Milch- und Fleischbetriebe verdienten dagegen gut.
Wie verdient Claas tatsächlich sein Geld?

Mit dem Verkauf neuer Mähdrescher, Feldhäcksler, Traktoren und Pressen, dazu mit Gebrauchtmaschinen, Ersatzteilen und Service. Von 100 Euro Umsatz blieben im Geschäftsjahr 2025 nach Steuern 4,68 Euro übrig, weniger als in den beiden Jahren zuvor.
Sechs Regionen, keine Sparten
Claas teilt seinen Umsatz von 4.917,6 Millionen Euro im Geschäftsbericht nach Regionen auf, nicht nach Produkten. Deutschland lieferte im Geschäftsjahr 2025 mit 1.101,4 Millionen Euro 22,4 Prozent, Frankreich mit 919,6 Millionen Euro 18,7 Prozent. Die übrigen Länder Westeuropas kamen auf 968,0 Millionen Euro, Zentral- und Osteuropa auf 907,4 Millionen Euro, Nord- und Südamerika zusammen auf 814,6 Millionen Euro. Der Rest der Welt brachte 206,6 Millionen Euro.
In Deutschland sank der Umsatz um 5,1 Prozent, vor allem bei neuen Traktoren sowie Teleskop- und Radladern. In Zentral- und Osteuropa stieg er um 7,9 Prozent, vor allem dank Rumänien, der Ukraine und den baltischen Staaten.
In Nordamerika brach das Geschäft erneut ein, besonders in Kanada. Argentinien und Brasilien glichen den Rückgang fast vollständig aus, in Argentinien hat sich der Absatz mehr als verdoppelt. Außerhalb Europas und Amerikas fiel der Umsatz um 20 Prozent, auch in den beiden größten Ländern dieser Gruppe, China und Australien.
Wie viel Geld Mähdrescher, Feldhäcksler oder Traktoren einzeln bringen, verrät Claas nicht. Der Geschäftsbericht beschreibt nur Richtungen: Das Neumaschinengeschäft gab nochmals nach, bei Gebrauchtmaschinen zeigte sich eine erste Erholung, das Service- und Ersatzteilgeschäft blieb stabil.
Was neben der neuen Maschine Geld bringt
Das Service- und Ersatzteilgeschäft habe sich „abermals als stabile Säule“ erwiesen, schreibt Vorstandschef Mohr im Vorwort der Konzernleitung. Bei der Bruttomarge nennt der Bericht das „stabile Aftersales-Geschäft“ ausdrücklich als positiven Faktor. Wie groß diese Säule ist, bleibt offen: Für den Service nennt Claas weder Umsatz noch Marge.
Eine zweite Einnahmequelle sind eigene Händler. Claas hält die Mehrheit an Händlerbetrieben mit rund 100 Standorten und etwa 1.800 Beschäftigten.
Wo der Hersteller selbst verkauft, bleibt auch die Handelsspanne im Konzern.
Eine dritte Einnahmequelle ist die Finanzierung. Der Geschäftsbericht führt Finanzierungsgesellschaften unter dem Namen Claas Financial Services in Paris, im britischen Basingstoke und in San Francisco. Das Beteiligungsergebnis, in dem Erträge aus Gemeinschaftsunternehmen und anderen Beteiligungen landen, drehte 2025 von minus 3,7 auf plus 21,8 Millionen Euro.
Welche Beteiligung wie viel beitrug, schlüsselt Claas in der Kurzfassung des Berichts nicht auf.
Daten als Klammer
Seit dem Wechsel ins Geschäftsjahr 2025 bündelt Claas Maschinendaten, Betriebsführung und digitale Dienste in der Plattform Claas connect, verfügbar in mehr als 50 Staaten. Ab November 2026 ersetzt Claas connect die Software der Berliner Tochter 365FarmNet, die rund 100.000 registrierte Nutzer hat, so die Pressemitteilung vom Dezember 2025.
Eine Gebühr für die Plattform weist Claas nicht gesondert aus. Unsere Lesart: Der Wert liegt in der Bindung, weil Betriebe, die Felder, Maschinen und Abläufe in einem System pflegen, beim nächsten Kauf ungern wechseln. Seit dem 12. September 2025 gilt allerdings die EU-Datenverordnung, der Data Act. Landwirte dürfen die Daten ihrer vernetzten Maschinen abrufen und an Dritte weitergeben.
Claas betont im Geschäftsbericht die Einbindung gemischter Flotten, also auch von Maschinen anderer Hersteller.
Auch auf der Maschine selbst arbeitet Software. Das System Cemos Auto Chopping prüft im Feldhäcksler mit Hilfe künstlicher Intelligenz und einer Cloud, wie gut die Körner im Häckselgut aufbereitet sind.
Zwischen Bruttomarge und Gewinn
Die Bruttomarge, also der Anteil, der vom Umsatz nach Abzug der Umsatzkosten bleibt, sank 2025 von 22,1 auf 20,9 Prozent. Der Bericht nennt als Gründe das geringere Bauprogramm, damit geringere Größenvorteile, und einen veränderten Produktmix.
Sinkende Rohstoffpreise stützten die Marge, bei „stabiler Preissetzung“, wie Claas schreibt.
Das EBIT, bei Claas das Ergebnis vor Zinsaufwand und Steuern einschließlich des Beteiligungsergebnisses, lag bei 338,9 Millionen Euro, eine Marge von 6,9 Prozent. Das betriebliche Ergebnis ohne Beteiligungen und Zinsen betrug 288,6 Millionen Euro. Vor Steuern blieben 292,4 Millionen Euro, nach Steuern 230,3 Millionen Euro.
Im Rekordjahr 2023 hatte die Umsatzrendite vor Steuern bei 8,5 Prozent gelegen, im schwachen Jahr 2022 bei 3,4 Prozent.
Margen einzelner Produktgruppen weist Claas nicht aus, für einen Konzern dieser Größe eine Lücke. Mehr als manche Familienfirma zeigt Claas trotzdem: Anders als Stihl, das als Personengesellschaft keine Gewinnzahl nennen muss, legt Claas eine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung vor.
Wenn Größenvorteile kippen
Ein Mähdrescherwerk lohnt sich nur bei hoher Auslastung. Im Geschäftsjahr 2025 baute Claas weniger neue Maschinen, um Lagerbestände abzubauen. Die Vorräte sanken um 95,8 Millionen Euro, der Bestand an fertigen Maschinen sogar um 129,7 Millionen Euro.
Die Kehrseite zeigte sich in der Bruttomarge: Bei weniger gebauten Maschinen verteilen sich die Fixkosten auf weniger Stück.
Der Kasse half der Abbau. Der Free Cashflow stieg auf 252,0 Millionen Euro, nach 190,3 Millionen Euro im Vorjahr und 84,6 Millionen Euro im Rekordjahr 2023.
Ende September 2025 hatte Claas eine Liquidität von 1.456,4 Millionen Euro, die Finanzschulden lagen bei 820,1 Millionen Euro. Bei Banken standen ungenutzte Kreditlinien von 919,9 Millionen Euro bereit.
Ein Boom und seine Normalisierung
Neben dem Umsatz hat sich in fünf Jahren auch die Bilanz verschoben: Der Auslandsanteil sank von 80,6 auf 77,6 Prozent, die Eigenkapitalquote stieg von 40,4 auf 47,7 Prozent.
Neu sind die digitalen Dienste und der Ausbau in Nordamerika. In Omaha baut Claas ein Zentrum für Forschung und Entwicklung, das nach Plan im Herbst 2026 fertig wird. Für Forschung und Entwicklung gab der Konzern 2025 insgesamt 319,9 Millionen Euro aus, 6,5 Prozent vom Umsatz, und hielt 4.877 aktive Patente.
- Neugeschäft: Mähdrescher, Feldhäcksler, Traktoren und Pressen, Zahlen je Produkt nennt Claas nicht.
- Service: Ersatzteile und Service blieben 2025 die stabile Säule.
- Marge: 4,68 Euro Gewinn nach Steuern je 100 Euro Umsatz.
- Kasse: Free Cashflow von 252 Millionen Euro durch Lagerabbau.
Wie groß ist die Marktmacht von Claas?

Die Marktmacht ist in Europa groß, weltweit begrenzt. Claas nennt sich europäischer Marktführer bei Mähdreschern und Weltmarktführer bei selbstfahrenden Feldhäckslern. Die drei großen Konkurrenten Deere, CNH und AGCO setzen mit Landtechnik jeweils mehr um.
Was Claas über sich sagt
Auf Seite drei des Geschäftsberichts nennt sich Claas „europäischer Marktführer bei Mähdreschern“ und schreibt sich bei den selbstfahrenden Feldhäckslern die Weltmarktführerschaft zu.
Stückzahlen oder Marktanteile als Beleg veröffentlicht Claas dazu nicht, und eine unabhängige Erhebung für den Weltmarkt haben wir nicht gefunden.
Prüfen lässt sich die Position dort, wo Behörden Zulassungen zählen. In Österreich stammten 2025 laut Statistik Austria 49 der 85 neu zugelassenen Mähdrescher von Claas, ein Anteil von 57,6 Prozent. Von Januar bis September 2026 kamen 45 der 67 neuen Mähdrescher von Claas, ein Anteil von 67,2 Prozent.
Auf Platz zwei folgte New Holland aus dem CNH-Konzern mit 11 Maschinen, John Deere kam auf 7.
Der österreichische Markt ist klein, und er schrumpft. Die Neuzulassungen von Mähdreschern lagen bis September um 19,3 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Die Zahlen zeigen trotzdem eine Richtung: In Österreich baute Claas seinen Anteil in einem schrumpfenden Markt aus.
Drei größere Gegner
Gemessen am Umsatz mit Landtechnik ist Claas kleiner als seine drei großen Konkurrenten. Deere aus den USA setzte im Geschäftsjahr bis 2. November 2025 allein in der Sparte für Großtraktoren und Erntemaschinen 17,3 Milliarden Dollar um, bei einem operativen Ergebnis von 2,7 Milliarden Dollar. CNH, Mutter von Case IH und New Holland, kam 2025 mit Landtechnik auf 12,4 Milliarden Dollar, AGCO mit Marken wie Fendt und Massey Ferguson auf 10,1 Milliarden Dollar.
Alle drei Konkurrenten sind an der Börse notiert und berichten in Dollar über abweichende Geschäftsjahre. Ein genauer Vergleich mit den 4,92 Milliarden Euro von Claas ist deshalb schief, die Größenordnung aber eindeutig.
Bei den Einbußen steht Claas besser da. Deere meldete für das Geschäftsjahr 2025 ein Umsatzminus von 12 Prozent, CNH bei Landtechnik ebenfalls minus 12 Prozent, AGCO ein Minus von 13,5 Prozent. Claas verlor 1,6 Prozent.
Der Vergleich hinkt, weil die Zeiträume nicht übereinstimmen und Claas schon im Geschäftsjahr 2024 18,7 Prozent Umsatz verloren hatte.
Wie Claas Kunden hält
Kunden bindet Claas vor allem durch das Händlernetz, durch Ersatzteile für die Erntezeit sowie durch Bedienung und Software, an die sich Fahrer gewöhnt haben. Für einen Lohnunternehmer mit mehreren Häckslern derselben Marke hängen Werkstatt, Teilelager und Schulung der Fahrer an dieser Marke.
Durch Software entsteht eine neue Form der Bindung, und die Politik greift ein. In den USA verpflichtete die Handelsbehörde FTC den Konkurrenten Deere im Juli 2026 per Vergleich, Landwirten und freien Werkstätten zehn Jahre lang dieselbe Reparatursoftware bereitzustellen wie den Vertragshändlern. Ein vergleichbares Recht auf Reparatur für Landmaschinen fehlt in der EU. Die Reparaturrichtlinie von 2024 erfasst nur eine Liste bestimmter Produkte wie Waschmaschinen und Smartphones, Landmaschinen gehören nicht dazu.
Von Kartellverfahren gegen Claas berichtet der Konzern im Geschäftsbericht 2025 nichts.
- Europa: Claas nennt sich Marktführer bei Mähdreschern, in Österreich 67,2 Prozent der Neuzulassungen bis September 2026.
- Welt: Deere, CNH und AGCO setzen mit Landtechnik mehr um.
- Bindung: Händlernetz, Ersatzteile und Software halten die Kunden.
Wer ist bei Claas eigentlich das Produkt?

Claas verkauft Maschinen, keine Kundendaten. Die eigentliche Frage lautet, wer auf wen angewiesen ist: Landwirte auf Teile und Service in wenigen Erntewochen, Claas auf Händler, Lohnunternehmer und die Preise für Getreide.
Ein Mähdrescher arbeitet im Jahr meist nur wenige Wochen, dann aber unter Zeitdruck. Fällt die Maschine in der Ernte aus, steht das Getreide auf dem Feld, und jeder Regentag kostet den Betrieb Geld.
In diesen Wochen ist der Landwirt auf die Werkstatt seines Händlers angewiesen, auf Ersatzteile und auf Mechaniker, die die Maschine kennen.
Um diese Fachleute wirbt Claas mit einer eigenen Kampagne. Gesucht sind erfahrene Landmaschinenmechatroniker, für die Werkstätten der Vertriebspartner ebenso wie für den Konzern selbst. Der Geschäftsbericht nennt die Kampagne „Ernte deinen Respekt“ ausdrücklich als Mittel, den besten Service sicherzustellen.
Der Händler als Nadelöhr
Zwischen Werk und Hof steht in den meisten Fällen ein Händler. Der Händler verkauft die Maschine, nimmt die gebrauchte in Zahlung und betreibt die Werkstatt. Für Claas ist er damit Vertrieb, Gebrauchtmarkt und Service in einem.
Solange Händler ihre Lager abbauen, produzieren Hersteller stellenweise weniger, als die Endkunden kaufen. Claas schreibt im Ausblick, dass entlang des Vertriebskanals zu Beginn des Geschäftsjahres 2026 noch der Abbau von Lagerbeständen im Vordergrund stehe, besonders in Nordamerika.
Ein Teil des Handels gehört Claas inzwischen selbst. Rund 100 Standorte führt der Konzern als mehrheitlich eigene Händlerbetriebe.
Lohnunternehmer als Großkunden
Für große Maschinen wie den Traktor Axion 9 oder die Presse Cerex 700 nennt Claas Großbetriebe sowie Lohnunternehmer, also Dienstleister, die für viele Höfe ernten, als Zielgruppe. Claas ist Mitglied im Bundesverband Lohnunternehmen und beschreibt den neuen Feldhäcksler Jaguar 1000 als Ergebnis enger Zusammenarbeit mit Lohnunternehmern, Landwirten und Branchenvertretern.
Für diese Großkunden zählt der Durchsatz: Im Geschäftsjahr 2025 erntete ein Jaguar 1200 in den USA in zwölf Stunden 4.096 Tonnen Häckselgut für Silage, Claas meldet das als offiziellen Weltrekord.
Lieferanten, Zinsen und Weizenpreise
Auf der Lieferseite kauft Claas unter anderem Motoren zu, der neue Lexion 8700 etwa fährt mit einem Motor von MAN. Stahlpreise schlagen direkt auf die Kosten durch, im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 lagen sie laut Bericht auf einem Tiefstand und zogen danach spürbar an, während die Rohstoffpreise insgesamt nachgaben.
Am stärksten hängt Claas an den Einnahmen seiner Kunden. 2025 standen die Preise für Weizen, Mais und Soja deutlich unter dem langjährigen Mittel, Ackerbaubetriebe hatten laut Geschäftsbericht eine schwache Umsatzlage. Hohe Finanzierungskosten kamen hinzu. Ein Mähdrescher ist für einen Ackerbaubetrieb eine der größten Einzelinvestitionen. Diese Anschaffung verschiebt ein Betrieb, sobald der Getreidepreis fällt.
Die meisten Leser kennen Claas als grüne Maschine am Feldrand. Wirtschaftlich ist der Konzern ein Zulieferer am Anfang der Lieferkette für Lebensmittel, dessen Umsatz vom Brotgetreide bis zur Futtermaissilage an den Agrarpreisen hängt.
Was kostet ein Mähdrescher wirklich, und wer trägt die Kosten?

Eine Preisliste veröffentlicht Claas nicht. Praxiswerte des Fachzentrums Energie und Landtechnik in Triesdorf beziffern den Anschaffungspreis eines großen Mähdreschers auf 450.000 Euro. Landwirte tragen die Kosten, als Käufer der Maschine oder über den Hektarpreis des Lohnunternehmers.
Den Endpreis handeln Landwirt und Händler aus, je nach Ausstattung und dem Wert der alten Maschine, die der Händler in Zahlung nimmt. Belastbare Anhaltspunkte liefern Kostenrechnungen aus der Beratung. Georg Schauer und Markus Steinbauer vom Fachzentrum Energie und Landtechnik (FEL) in Triesdorf rechneten im April 2026 in top agrar mit Praxiswerten.
Ein Mähdrescher der 400-Kilowatt-Klasse mit neun Metern Arbeitsbreite kostete 2024 demnach 450.000 Euro in der Anschaffung. 2012 lag der Wert für eine Maschine mit 300 Kilowatt und 7,5 Metern bei 270.000 Euro, im Jahr 2000 für 200 Kilowatt und sechs Meter bei 140.000 Euro.
Die Maschinen wurden größer, die Kosten je Hektar stiegen trotzdem. Für 2024 setzen Schauer und Steinbauer 213 Euro Verfahrenskosten je Hektar Mähdrusch an, davon 195 Euro für die Maschine und 18 Euro für die Arbeit. 2012 lagen die Kosten bei 126 Euro, im Jahr 2000 bei 96 Euro.
Wohin 100 Euro Umsatz fließen
Wir haben die Werte der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2025 auf 100 Euro Umsatz umgerechnet. Die Aufteilung gilt für den ganzen Konzern, also für Mähdrescher, Traktoren, Pressen, Teile und Service zusammen.
| Posten (Geschäftsjahr 2025) | Millionen Euro | je 100 Euro Umsatz |
|---|---|---|
| Umsatz | 4.917,6 | 100,00 € |
| Umsatzkosten (Material, Fertigung, Personal in der Produktion) | 3.890,2 | 79,11 € |
| Vertriebskosten | 319,8 | 6,50 € |
| Forschung und Entwicklung (Aufwand) | 298,1 | 6,06 € |
| Allgemeine Verwaltung | 192,5 | 3,91 € |
| Sonstige betriebliche Erträge abzüglich Aufwendungen | plus 71,5 | plus 1,45 € |
| Betriebliches Ergebnis | 288,6 | 5,87 € |
| Beteiligungs- und Finanzergebnis | plus 3,8 | plus 0,08 € |
| Ertragsteuern | 62,0 | 1,26 € |
| Jahresüberschuss | 230,3 | 4,68 € |
Den größten Block bilden die Umsatzkosten mit 79,11 Euro. Darin stecken Stahl, Motoren, Hydraulik, Elektronik und die Arbeit in den Werken.
Der Personalaufwand des Konzerns lag 2025 bei 927,2 Millionen Euro, umgerechnet 18,85 Euro je 100 Euro Umsatz, verteilt über alle Bereiche.
Für Forschung und Entwicklung gab Claas mehr aus, als der Posten in der Tabelle zeigt. 319,9 Millionen Euro flossen insgesamt in die Entwicklung, einen Teil davon aktiviert der Konzern und schreibt ihn über die Jahre ab.
Wer am Ende zahlt
Die Rechnung landet beim Landwirt. Er bezahlt die Maschine, die Finanzierung und den Service, entweder selbst oder über den Lohnunternehmer, der die Ernte als Dienstleistung abrechnet. Weil die Getreidepreise 2025 niedrig lagen, drückten die Maschinenkosten stärker auf das Einkommen der Ackerbaubetriebe.
Einen Teil der Betriebskosten will der Staat wieder senken. Die neue Bundesregierung hat beschlossen, die Rückvergütung beim Agrardiesel wieder vollständig einzuführen, schreibt Claas im Ausblick. Bundestagsbeschluss und Umsetzung standen bei Redaktionsschluss des Berichts noch aus.
Unsere Lesart zu den gesunkenen Rohstoffpreisen: Der Vorteil aus billigeren Rohstoffen stützte zuerst die eigene Marge, beim Kunden kam er nicht als Preissenkung an. Für das Geschäftsjahr 2026 kündigt Claas zusätzliche Kosten durch Zölle an, und der Branchenverband VDMA Landtechnik meldete im März 2026, die USA belegten den Stahl- und Aluminiumanteil einer Landmaschine mit 50 Prozent Zoll.
- Maschine: Rund 450.000 Euro für einen großen Mähdrescher, Praxiswert 2024.
- Hektar: 213 Euro Mähdruschkosten, 69 Prozent mehr als 2012.
- Konzern: 79,11 Euro je 100 Euro Umsatz gehen in die Umsatzkosten.
Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Gewonnen haben die Eigentümerfamilien, die auch im Abschwung 85 Millionen Euro Dividende erhielten, und der Standort Paderborn. Verloren haben Beschäftigte in Kurzarbeit, die Gemeinde Borchen, die ein Werk nicht bekam, und Ackerbauern, deren Maschinenkosten je Hektar stiegen.
| Gruppe | Entwicklung | Einordnung |
|---|---|---|
| Eigentümerfamilien | Dividenden von je 85,05 Mio. € in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 | 36,9 Prozent des Jahresüberschusses 2025 |
| Belegschaft weltweit | 11.654 Beschäftigte am 30.9.2025, 251 weniger als ein Jahr zuvor | Personalaufwand minus 2,4 Prozent auf 927,2 Mio. € |
| Belegschaft Harsewinkel | Kurzarbeit im Spätsommer 2024 und im Januar 2025 | jeweils rund 900 bis 1.000 Beschäftigte betroffen |
| Werk Paderborn | Ausbau für mindestens 70 Mio. €, mehr als 100 neue Stellen | rund 700 Beschäftigte, Gelände wächst von 10 auf 15 Hektar |
| Gemeinde Borchen | Werk mit rund 300 Stellen im Dezember 2025 abgesagt | Claas nannte bürokratische Hürden und fehlende Fläche |
| Ackerbaubetriebe | Mähdruschkosten 213 €/ha (2024) nach 126 €/ha (2012) | Praxiswerte FEL Triesdorf |
| Vertriebspartner | Lagerabbau im Vertriebskanal bis ins Geschäftsjahr 2026 | weniger Neugeschäft, Gebrauchtgeschäft erholt sich |
| Ukraine, Rumänien, Baltikum | Umsatz in Zentral- und Osteuropa plus 7,9 Prozent | Wachstumsregion im Geschäftsjahr 2025 |
Die Familien bekommen ihr Geld
Claas zahlte in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 jeweils 85,05 Millionen Euro an Dividenden aus, wie die Kapitalflussrechnung ausweist. 2025 entsprach die Summe 36,9 Prozent des Jahresüberschusses, im Vorjahr 33,6 Prozent. Der Rest blieb im Unternehmen, das Eigenkapital stieg auf 2,40 Milliarden Euro.
Gemessen am Gewinn bleibt die Entnahme maßvoll. Die Ausschüttung blieb allerdings gleich, obwohl der Gewinn um 9,1 Prozent sank und Hunderte Beschäftigte zeitweise kurzarbeiteten.
Was die Belegschaft davon hat
Im August 2024 meldete top agrar, dass in Harsewinkel 900 der 3.500 Beschäftigten in Kurzarbeit gingen, die Mähdrescherproduktion ruhte damit mehr als zwei Monate.
Anfang Januar 2025 kündigte Claas erneut Kurzarbeit an, befristet bis zum 17. Januar, diesmal für rund 1.000 Beschäftigte in der Fertigung von Mähdreschern, Feldhäckslern und Großtraktoren.
Zum 30. September 2025 zählte Claas weltweit 11.654 Beschäftigte, 2,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 48,5 Prozent davon arbeiten außerhalb Deutschlands. Ausgebildet wurden 835 junge Leute, 518 davon im Inland.
Paderborn gewinnt, Borchen verliert
Im Dezember 2025 sagte Claas ein neues Werk für Antriebstechnik im benachbarten Borchen ab, das rund 300 Stellen gebracht hätte, und begründete den Schritt laut agrartechnikonline mit zu hohen bürokratischen Hürden und fehlender Fläche. Danach prüfte der Konzern auch Standorte in Frankreich und Ungarn.
Gewonnen hat am Ende das bestehende Werk. Weil Heidelberg Materials im März 2026 die Schließung seines Zementwerks in Paderborn ankündigte, kann Claas sein Gelände um fünf auf 15 Hektar erweitern. Wie Dr. Web berichtete, investiert Claas in Paderborn mindestens 70 Millionen Euro.
Die Claas Industrietechnik fertigt dort mit rund 700 Beschäftigten unter anderem Raupenlaufwerke sowie stufenlose Getriebe für Traktoren.
Für die Region bleibt die Bilanz gemischt. Paderborn bekommt mehr als 100 neue Stellen, Borchen dagegen nicht die geplanten 300. Die Neue Westfälische beschrieb die Stimmung in der Belegschaft nach der Ankündigung als „große Erleichterung“.
Ackerbauern zahlen mehr je Hektar
Für Ackerbaubetriebe ist die Ernte teurer geworden. Die Mähdruschkosten aus Triesdorf stiegen seit 2012 um 69 Prozent. Gleichzeitig standen die Erzeugerpreise für Getreide 2025 unter dem langjährigen Mittel. Die Lücke zwischen Maschinenkosten und Erlös am Feld müssen die Betriebe selbst schließen.
Claas verkaufte 2025 weniger neue Maschinen und hatte trotzdem 636 Millionen Euro mehr Liquidität als Finanzschulden.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Wie politisch ist Claas?

Politischer, als das Lobbybudget von höchstens 80.000 Euro vermuten lässt. Claas betreibt ein Werk in Russland, fertigt in China, verkauft in die USA mit ihren Zöllen und hängt an der Agrarpolitik der EU.
Ein kleines Lobbybudget
Im Lobbyregister des Bundestags steht Claas unter der Nummer R002279. Für das Geschäftsjahr bis September 2025 gibt der Konzern Ausgaben für Interessenvertretung zwischen 70.001 und 80.000 Euro an, bei 0,75 Vollzeitstellen. Zwei Mitarbeiter halten den Kontakt zu Abgeordneten und Ministerien. Mehr Gewicht bringen die Verbände. Claas ist Mitglied in acht Organisationen, darunter dem Maschinenbauverband VDMA, dem Industrieverband BDI, der Arbeitgebervereinigung BDA, der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und dem Verband Die Familienunternehmer.
Drei Vorhaben nennt Claas im Register: die Folgen eines möglichen Verbots von Dieselmotoren in Landmaschinen, die Nutzung von Daten für künstliche Intelligenz mit Blick auf die europäische KI-Verordnung und eine ergebnisoffene Debatte über alternative Antriebe. Im März 2024 schickte Claas dazu zwei Stellungnahmen an die Abgeordneten des Bundestags, eine davon 120 Seiten lang.
Zuwendungen der öffentlichen Hand über 10.000 Euro erhielt Claas im Geschäftsjahr 2025 laut Register nicht.
Das Werk in Krasnodar
Seit 2005 baut Claas im südrussischen Krasnodar Mähdrescher. 2015 eröffnete der Konzern dort ein neues Werk, das nach einem Bericht der Börsen-Zeitung bis zu 2.500 Mähdrescher und Traktoren im Jahr fertigen kann. Claas strebte damals den Status eines russischen Herstellers an. Dieser Status hätte dem Konzern dieselben Finanzierungsbedingungen wie heimischen Anbietern gebracht.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine geriet das Werk in die Schlagzeilen. 2022 berichtete Die Zeit, Claas habe sanktionierte Bauteile auf Umwegen nach Krasnodar geliefert. Claas wies die Vorwürfe zurück und verwies auf Genehmigungen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Mähdrescher und deren Bausätze seien nach Auskunft der Behörde vom Embargo ausgenommen, erklärte das Unternehmen.
Zugleich stoppte der Konzern die betroffenen Lieferungen bis zu einer internen Prüfung.
Im März 2023 berief sich Claas auf eine Untersuchung der Kanzlei Noerr und sah sich entlastet, berichtete top agrar mit Verweis auf die FAZ. Details der Untersuchung haben weder Claas noch die Kanzlei veröffentlicht.
Bereits im Dezember 2022 hatte Claas erklärt, man habe den Betrieb in Krasnodar mit Kriegsbeginn heruntergefahren, die Produktion laufe aber gedrosselt weiter.
Im Geschäftsbericht 2025 steht das Werk weiter als Produktionsgesellschaft. Umsatz und Beschäftigte in Russland weist Claas nicht aus.
Zölle, Agrarbudget und Mercosur
In den USA belasten Zölle das Geschäft doppelt. Claas exportiert Traktoren aus Le Mans nach Nordamerika, und die chinesischen Vergeltungszölle auf US-Agrarprodukte trafen 2025 die Einkommen der amerikanischen Farmer, schreibt der Konzern. Nordamerika bleibt laut Ausblick auch 2026 ein schrumpfender Markt.
In Europa hängt die Nachfrage an der Gemeinsamen Agrarpolitik. Der Entwurf für den Finanzrahmen der EU von 2028 bis 2034 sieht weniger Geld für die Landwirtschaft vor, Claas hält für offen, wie weit die Mitgliedstaaten die Kürzungen ausgleichen.
Das Handelsabkommen mit dem Mercosur wirke nur verzögert und geringfügig auf die Landwirte, schätzt der Konzern.
Kontrolle über die Rechtsform
Die Rechtsform sichert der Familie die Kontrolle. In einer Kommanditgesellschaft auf Aktien führt die persönlich haftende Gesellschafterin die Geschäfte, hier die Helmut Claas GmbH, während die Kommanditaktionäre das Kapital stellen. Die Nachfolge in den Kontrollgremien ist geregelt, die dritte Generation sitzt in Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss.
- Lobby: 70.001 bis 80.000 Euro im Jahr, acht Verbandsmitgliedschaften.
- Russland: Werk in Krasnodar, Sanktionsvorwürfe von 2022 weist Claas zurück.
- Agrarpolitik: Der Entwurf für den EU-Finanzrahmen ab 2028 sieht weniger Agrarmittel vor.
Was könnte Claas zu Fall bringen?

Kein einzelnes Ereignis, aber eine lange Flaute. Das Geschäft hängt an Getreidepreisen, Zinsen und Agrarsubventionen, die Claas nicht steuern kann. Hinzu kommen Zölle, ein schwacher Markt in Nordamerika und Konkurrenten mit deutlich mehr Umsatz.
Am schwersten wiegt der Zyklus. Zwischen den Geschäftsjahren 2023 und 2024 verlor Claas 1,15 Milliarden Euro Umsatz, fast ein Fünftel. Der Gewinn fiel von 347 auf 253 Millionen Euro.
Die Eigenkapitalquote von 47,7 Prozent und die Nettoliquidität von 636 Millionen Euro geben Claas Zeit. Mehrere schwache Jahre in Folge würden trotzdem Spuren hinterlassen, in der Belegschaft und bei den Investitionen.
Nordamerika und die Zölle
Nordamerika ist für Claas Hoffnungsträger und Problemfall zugleich. Der Konzern baut in Omaha ein Zentrum für Forschung und Entwicklung und liefert Traktoren aus Le Mans in die USA. Gleichzeitig schrumpfte der Markt 2025 erheblich, besonders bei großen Traktoren und Mähdreschern, und Deere hat dort Heimvorteil.
Zölle verteuern jede Maschine, die aus Europa kommt.
Daten und Plattformen
In der Landtechnik gewinnt Software an Gewicht. Die Plattform, auf der ein Betrieb seine Daten verwaltet, bindet Kunden auch über die Marke der Maschine hinweg. Deere setzt ein Mehrfaches des Claas-Umsatzes um und kann entsprechend mehr Geld in Software stecken. Die EU-Datenverordnung gibt Landwirten Zugriff auf diese Daten und verpflichtet Claas, Maschinendaten auf Wunsch des Kunden an Dritte herauszugeben, Konkurrenten eingeschlossen.
Russland und die Politik
Das Werk in Krasnodar bleibt ein Risiko für den Ruf. Neue Sanktionen könnten den Betrieb unmöglich machen, neue Vorwürfe die Debatte von 2022 wiederbeleben. In Europa droht das Agrarbudget nach 2027 zu schrumpfen, die Kürzung träfe zuerst die Landwirte und über deren Investitionen dann Claas.
Ein seltenes, aber folgenschweres Risiko wäre eine Missernte in Europa in mehreren Jahren hintereinander. Im Erntejahr 2024/25 sank die Weizenernte in Europa laut Geschäftsbericht um 9,8 Prozent auf 122 Millionen Tonnen. Der Mittelmeerraum litt unter Trockenheit, Mitteleuropa unter Nässe zur Erntezeit.
Drei Szenarien für die nächsten fünf Jahre
Die Szenarien sind eine Einschätzung der Redaktion. Optimistisch: Die Getreidepreise ziehen an, die Lager der Händler sind leer, Claas gewinnt mit neuen Traktoren Anteile und setzt wieder mehr als 5,5 Milliarden Euro um. Realistisch: Der Umsatz pendelt zwischen 4,5 und 5,5 Milliarden Euro, die Marge vor Steuern bleibt bei fünf bis sieben Prozent, Claas wächst langsam in Osteuropa und Südamerika. Pessimistisch: Zölle, gekürzte Agrarhilfen und niedrige Preise drücken den Umsatz unter 4,5 Milliarden Euro, der Konzern streicht Stellen in Deutschland.
Was bedeutet Claas für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Für Landwirte und Lohnunternehmer ist Claas ein wichtiger Lieferant, für Ostwestfalen und Oberschwaben ein großer Arbeitgeber. Gut die Hälfte der 11.654 Beschäftigten arbeitet in Deutschland, und mit 1,10 Milliarden Euro ist das Inland die größte Umsatzregion des Konzerns.
Im Inland sank der Claas-Umsatz 2025 mit 5,1 Prozent stärker als im Konzern. Mit Gebrauchtmaschinen setzte Claas dagegen mehr um, das Ersatzteilgeschäft blieb stabil.
Wo Claas in Deutschland fertigt
Am Stammsitz in Harsewinkel bündelt Claas Holding, Vertrieb und die Fertigung der selbstfahrenden Erntemaschinen. Dort ging im Geschäftsjahr 2025 ein neues Vorfertigungszentrum für rund 30 Millionen Euro in Betrieb, in dem Schweißroboter Bauteile für Erntemaschinen und Systemtraktoren fertigen. In Bad Saulgau hat Claas im Projekt ForageGO! mehr als 50 Millionen Euro in Fertigung, Infrastruktur und ein neues Logistikzentrum gesteckt.
Hinzu kommen Paderborn, Dissen mit der Elektroniktochter, Hamm mit einer Gesellschaft für Service und Ersatzteile sowie Berlin mit der Softwaretochter.
Gemeinsam mit dem Fahrzeugbauer Schmitz Cargobull, mehreren Fraunhofer-Instituten und weiteren Partnern setzte Claas im Projekt Datenfabrik.NRW 51 Anwendungen für Digitalisierung und künstliche Intelligenz in Fabrik und Logistik um, das Projekt hatte ein Volumen von 14,5 Millionen Euro.
Was Landwirte und Lohnunternehmer beachten sollten
Für Käufer einer Maschine zählt der Blick auf die Daten. Die EU-Datenverordnung gibt Landwirten seit September 2025 das Recht, die Daten ihrer vernetzten Maschinen abzurufen und weiterzugeben. Vor dem Kauf hilft die Frage, welche Daten sich aus Claas connect exportieren lassen und in welchem Format.
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bietet dazu Hilfestellung für Hersteller und Nutzer an.
Über die Wirtschaftlichkeit entscheidet die Auslastung. Ob sich ein eigener Mähdrescher für 450.000 Euro rechnet oder ein Lohnunternehmer günstiger erntet, hängt an der Fläche, die eine Maschine im Jahr schafft. Die Praxiswerte aus Triesdorf liefern dafür eine Rechengrundlage.
Für Verbraucher bleibt Claas unsichtbar. Die Kosten der Ernte stecken im Preis für Getreide, der Anteil eines einzelnen Mähdreschers am Brotpreis lässt sich seriös nicht beziffern.
Was Kommunen lernen können
Die Geschichte von Borchen und Paderborn zeigt, wie Unternehmen heute Standorte wählen. Das neue Werk in Borchen scheiterte nach Darstellung von Claas an Bürokratie und fehlender Fläche, für den Ausbau in Paderborn nannte der Konzern die Technikkompetenz der Belegschaft als Grund. Gemeinden, die Industrie halten wollen, sollten Flächen neben bestehenden Werken im Blick behalten.
Drei Szenarien für die nächsten zwölf Monate
Den Abschluss für das Geschäftsjahr 2026, das am 30. September endete, legt Claas voraussichtlich im Dezember vor, im Vorjahr erschien der Bericht am 11. Dezember. Claas selbst hat einen moderaten Anstieg des Umsatzes und einen moderaten Rückgang des Ergebnisses vor Steuern angekündigt.
Optimistisch: Der Umsatz steigt stärker als angekündigt, das Ergebnis hält das Vorjahresniveau, und der Ausbau in Paderborn beginnt planmäßig. Realistisch: Der Umsatz wächst leicht, Zölle und höhere Entwicklungskosten drücken das Ergebnis vor Steuern moderat, wie angekündigt. Pessimistisch: Nordamerika und Westeuropa schwächeln weiter, Claas schickt erneut Beschäftigte in Kurzarbeit.
Unsere Einordnung: Claas zeigt, wie ein Familienkonzern einen Abschwung mit dicker Bilanz übersteht und dabei weiter investiert. Bei der Transparenz bleibt der Konzern hinter seinen börsennotierten Konkurrenten zurück. Deere, CNH und AGCO weisen Umsatz und Ergebnis ihrer Sparten aus, Claas nennt nur Regionen.
Wie viel der Konzern an Ersatzteilen und Service verdient, die im Abschwung die stabile Säule bilden, erfahren Landwirte, Händler und Beschäftigte nicht.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zum Geschäftsmodell von Claas

At-Equity-Beteiligung
Eine At-Equity-Beteiligung ist eine Beteiligung an einem Gemeinschafts- oder assoziierten Unternehmen, die nicht voll in den Konzernabschluss einfließt. Der Konzern bucht nur seinen Anteil am Ergebnis. Claas bewertete solche Anteile Ende September 2025 mit 174,3 Millionen Euro, das Beteiligungsergebnis lag bei 21,8 Millionen Euro.
Bruttomarge
Die Bruttomarge setzt das Bruttoergebnis ins Verhältnis zum Umsatz. Das Bruttoergebnis bleibt, wenn vom Umsatz die Kosten für Material und Fertigung abgezogen sind, noch vor Vertrieb, Verwaltung und Forschung. Bei Claas sank die Bruttomarge im Geschäftsjahr 2025 von 22,1 auf 20,9 Prozent.
EBIT
Das EBIT (Earnings before Interest and Taxes) ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Die Kennzahl blendet Finanzierung und Steuerlast aus. Claas rechnet das Beteiligungsergebnis ein und erzielte im Geschäftsjahr 2025 ein EBIT von 338,9 Millionen Euro, eine Marge von 6,9 Prozent.
EU-Datenverordnung
Die EU-Datenverordnung, englisch Data Act, regelt den Zugang zu Daten vernetzter Produkte. Seit dem 12. September 2025 dürfen Nutzer die Daten ihrer Geräte und Maschinen abrufen und an Dritte weitergeben. Für Landwirte betrifft das etwa Verbrauch, Fahrspuren und Erntemengen ihrer Traktoren und Mähdrescher.
Feldhäcksler
Ein Feldhäcksler ist eine selbstfahrende Erntemaschine, die Mais, Gras oder ganze Getreidepflanzen aufnimmt und in kurze Stücke schneidet. Das Häckselgut wird zu Silage, dem Winterfutter für Rinder, oder dient als Rohstoff für Biogasanlagen. Claas baut Feldhäcksler unter dem Namen Jaguar.
Free Cashflow
Der Free Cashflow ist das Geld, das nach den laufenden Investitionen aus dem Geschäft übrig bleibt. Er zeigt, wie viel ein Unternehmen für Dividenden, Tilgung oder Rücklagen zur Verfügung hat. Bei Claas stieg der Free Cashflow im Geschäftsjahr 2025 auf 252,0 Millionen Euro, auch weil Vorräte abgebaut wurden.
Gesellschafterausschuss
Der Gesellschafterausschuss ist ein Gremium, in dem die Eigentümer eines Familienunternehmens ihre Interessen bündeln. Er berät die Geschäftsführung und entscheidet je nach Satzung über wichtige Fragen wie Investitionen oder Personal. Bei Claas führt ihn Cathrina Claas-Mühlhäuser, ihr Stellvertreter ist Christian Ernst Boehringer.
Knoter
Ein Knoter ist das Bauteil einer Strohpresse oder eines Strohbinders, das das Bindegarn um den Ballen oder die Garbe schlingt und verknotet. Ohne zuverlässigen Knoter fallen die Ballen auseinander. Mit einem verbesserten Knoter begann 1921 der Aufstieg von Claas, 1923 folgte das Patent.
Kommanditgesellschaft auf Aktien
Die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) verbindet eine Kommanditgesellschaft mit einer Aktiengesellschaft. Mindestens ein Gesellschafter haftet persönlich und führt die Geschäfte, die übrigen halten Aktien. Bei Claas ist die Helmut Claas GmbH die persönlich haftende Gesellschafterin, Kommanditaktionäre sind drei Familienzweige.
Konsortialkredit
Ein Konsortialkredit ist ein Kredit, den mehrere Banken gemeinsam vergeben, um das Risiko zu teilen. Unternehmen nutzen solche Kreditlinien als Reserve, die sie bei Bedarf abrufen. Claas standen Ende September 2025 Kreditlinien von 944,8 Millionen Euro zur Verfügung, davon 919,9 Millionen Euro ungenutzt.
Lohnunternehmer
Ein Lohnunternehmer erledigt landwirtschaftliche Arbeiten wie Ernte, Aussaat oder Gülleausbringung als Dienstleister für andere Betriebe. Er kauft große Maschinen, die sich für einen einzelnen Hof nicht rechnen würden, und verteilt die Kosten auf viele Kunden. Für Claas sind Lohnunternehmer wichtige Käufer von Feldhäckslern und Großtraktoren.
Nettoliquidität
Die Nettoliquidität ist der Betrag, um den flüssige Mittel und Wertpapiere die Finanzschulden eines Unternehmens übersteigen. Ein positiver Wert heißt, dass die Firma ihre Kredite rechnerisch sofort ablösen könnte. Claas kam Ende September 2025 auf eine Nettoliquidität von 636,3 Millionen Euro.
Raupenlaufwerk
Ein Raupenlaufwerk ersetzt bei Traktoren und Mähdreschern die Räder durch umlaufende Bänder. Die größere Aufstandsfläche verteilt das Gewicht und schont den Boden. Claas fertigt Raupenlaufwerke unter dem Namen Terra Trac im Werk der Claas Industrietechnik in Paderborn.
Working Capital
Das Working Capital umfasst das Kapital, das im laufenden Geschäft gebunden ist, vor allem in Vorräten und Forderungen abzüglich der Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten. Sinkt dieser Wert, wird Geld frei. Bei Claas fiel der Wert im Geschäftsjahr 2025 um 108,2 Millionen Euro auf 1.371,0 Millionen Euro.
FAQ: Wie verdient Claas 230 Mio. Euro, wenn Landwirte sparen?

Wem gehört Claas?
Claas gehört der Gründerfamilie. Kommanditaktionäre sind laut Geschäftsbericht 2025 die Familien Helmut Claas, Günther Claas und Reinhold Claas. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Helmut Claas GmbH, deren Geschäftsführung die Konzernleitung bildet.
Ist Claas an der Börse?
Nein. Die CLAAS KGaA mbH ist nicht börsennotiert. Der Konzern veröffentlicht einmal im Jahr einen geprüften Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsregeln. Das Geschäftsjahr endet am 30. September.
Wer leitet Claas?
Vorstandschef ist Jan-Hendrik Mohr. Zur Konzernleitung gehören außerdem Henner Böttcher für die Finanzen, Martin von Hoyningen-Huene für die Technik, Christian Radons für Vertrieb und Service sowie Thomas Spiering für die Produktion. Den Aufsichtsrat führt Cathrina Claas-Mühlhäuser.
Wie viele Mitarbeiter hat Claas?
Zum 30. September 2025 beschäftigte Claas weltweit 11.654 Menschen einschließlich der Auszubildenden, 2,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 48,5 Prozent arbeiten außerhalb Deutschlands. Hinzu kommen rund 1.800 Beschäftigte in Händlerbetrieben, an denen Claas die Mehrheit hält.
Wo baut Claas seine Maschinen?
Selbstfahrende Erntemaschinen baut Claas am Stammsitz in Harsewinkel, Traktoren im französischen Le Mans. Weitere Produktionsstandorte sind unter anderem Paderborn, Bad Saulgau, Metz, Törökszentmiklós in Ungarn, Krasnodar in Russland, Gaomi in China und Omaha in den USA.
Wie viel Umsatz macht Claas?
Im Geschäftsjahr 2025, das am 30. September 2025 endete, setzte Claas 4,92 Milliarden Euro um, nach 5,00 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Jahresüberschuss lag bei 230,3 Millionen Euro. Den höchsten Umsatz erzielte Claas im Geschäftsjahr 2023 mit 6,14 Milliarden Euro.
Quellen
27 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 28.10.2026
- CLAAS KGaA mbHGeschäftsbericht 2025 (Geschäftsjahr 1.10.2024 bis 30.9.2025)
- CLAASPressemitteilung zum Geschäftsbericht 2025, 11.12.2025
- Radio HochstiftClaas investiert über 70 Millionen Euro in Erweiterung des Standorts Paderborn, 11.10.2026
- Neue WestfälischeClaas-Boss bestätigt: Mähdrescherkonzern investiert 70 Millionen ins Paderborner Werk, Oktober 2026
- agrartechnikonlineKein neues Claas-Werk bei Paderborn, 09.12.2025
- Heidelberg MaterialsHeidelberg Materials schließt Zementwerk Paderborn, 06.03.2026
- CLAASHistory light: Meilensteine der Firmengeschichte
- top agrar / WochenblattVom MDB zum Lexion: ein Rückblick mit Bildern, 24.08.2024
- top agrarHelmut Claas verstorben, 06.01.2021
- Farm Contractor & Large Scale Farmer20 years of Claas tractors from Le Mans, 03.03.2023
- Börsen-ZeitungClaas kämpft um Russland-Geschäft, 12.11.2015
- top agrarUntersuchungsbericht: Claas hat nicht gegen Russlandsanktionen verstoßen, 10.03.2023
- top agrarClaas weist Vorwürfe über Lieferung sanktionierter Bauteile nach Russland zurück
- Deutscher BundestagLobbyregister, Registereintrag R002279 CLAAS KGaA mbH, Stand 07.10.2026
- Club Landtechnik Austria / Statistik AustriaZulassungsstatistik Mähdrescher Österreich, Jänner bis Dezember 2025
- Club Landtechnik Austria / Statistik AustriaZulassungsstatistik Mähdrescher Österreich, Jänner bis September 2026
- Deere & CompanyDeere Reports Net Income of $1.065 Billion for Fourth Quarter, $5.027 Billion for Fiscal Year, 26.11.2025
- CNH Industrial N.V.Reports Fourth Quarter and Full Year 2025 Results
- AGCOAGCO Reports Fourth Quarter and 2025 Full Year Results, 05.02.2026
- Farm Policy News (University of Illinois)FTC settlement secures right to repair for farmers, Juli 2026
- top agrarLandtechnik-Konjunktur stabilisiert sich vorerst (VDMA Landtechnik), 10.03.2026
- top agrarDie Kosten für den Mähdrusch senken (Praxiswerte FEL Triesdorf), 30.04.2026
- top agrarKurzarbeit: Claas unterbricht Mähdrescherproduktion bis September, 01.08.2024
- InvestmentWeek / Eulerpool NewsClaas: Kurzarbeit als Antwort auf schwierige Marktbedingungen, 06.01.2025
- CLAASPressemitteilung: CLAAS skaliert Farm Management Made in Berlin global und integriert 365FarmNet, 01.12.2025
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und ErnährungNeue EU-Datenverordnung: Praktische Hilfestellung für Hersteller und Nutzer smarter Landmaschinen, 27.06.2025
- Amtsblatt der Europäischen UnionRichtlinie (EU) 2024/1799 zur Förderung der Reparatur von Waren
