Siebzig Bettlaken in einer einzigen Trommel, OP-Besteck im Thermodesinfektor, 456 Teller in der Stunde: Miele baut nicht nur Waschmaschinen für die Wohnung. Das Gewerbegeschäft des Familienunternehmens aus Gütersloh ist seit 2021 deutlich stärker gewachsen als der Konzern, vor allem durch Zukäufe. Eine Gewinnzahl für diese Sparte hat Miele noch nie veröffentlicht.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAuf der Wäschereimesse EXPOdetergo in Mailand zeigte Miele Professional bis zum 26. Oktober Waschmaschinen für bis zu 35 Kilogramm Wäsche.
Zwei Wochen vorher hatte das US-Fachblatt Laundry Ledger berichtet, dass Miele zwei Maschinen der neuen Benchmark-Reihe erstmals für amerikanische Waschsalons und Mehrfamilienhäuser freigegeben hat, also für das Kerngeschäft von Alliance, nach eigener Schätzung des größten Anbieters in Nordamerika, mit der Marke Speed Queen. Die Messe zeigt einen Teil des Konzerns, den Kunden im Elektromarkt nie sehen. 2025 setzte Miele 5,16 Milliarden Euro um, das Geschäft mit Wäschereien, Kliniken, Laboren, Hotels und Kantinen brachte davon rund ein Fünftel.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Gewerbegeschäft von Miele setzte 2025 mehr als eine Milliarde Euro um, rund ein Fünftel des Konzernumsatzes von 5,16 Milliarden Euro. 2021 lag der Wert noch bei 690 Millionen Euro.
- Den größten Sprung verdankt die Sparte dem Gemeinschaftsunternehmen SteelcoBelimed, an dem Miele seit Juni 2024 67 Prozent hält. Der Medizintechnik-Verbund schrieb 2025 wegen Integrationskosten einen operativen Verlust.
- Über ein Viertel des Profi-Umsatzes stammt aus dem Service: Wartung, Prüfungen, Ersatzteile. Hinzu kommen Reinigungsmittel der eigenen Marke ProCare.
- Einen Gewinn nennt Miele nicht. Die Kommanditgesellschaft nutzt die Erleichterungen des Publizitätsgesetzes und legt keine Gewinn- und Verlustrechnung offen.
- Wie viel Miele allein mit Profi-Spülmaschinen umsetzt, ist unbekannt. Das Unternehmen schlüsselt die Sparte nicht nach Produkten auf.
Fünf Fragen an den Gerätebauer aus Gütersloh
1 Welches Jahr gilt bei Miele als Geburtsstunde des heutigen Profigeschäfts? Aufklappen ↓
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2 Welcher Anteil am Umsatz des Profigeschäfts stammt aus dem Service? Aufklappen ↓
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3 Wie viel Prozent hält Miele am Medizintechnik-Verbund SteelcoBelimed? Aufklappen ↓
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4 Warum veröffentlicht Miele keine Gewinnzahl? Aufklappen ↓
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5 Welche Geräte stehen nicht auf der US-Liste vom Juni 2025, die Waren mit hohem Stahlanteil den Stahlzöllen unterwirft? Aufklappen ↓
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Wer steckt hinter Miele und wie fing alles an?
Hinter Miele stehen bis heute die Nachfahren der beiden Gründer Carl Miele und Reinhard Zinkann, die 1899 in Herzebrock Milchzentrifugen bauten. Die Familie Miele hält 51 Prozent, die Familie Zinkann 49 Prozent, verteilt auf rund 80 Gesellschafter.
Der Techniker Carl Miele und der Kaufmann Reinhard Zinkann begannen im Sommer 1899 mit elf Beschäftigten, vier Drehbänken und einer Bohrmaschine. Die Zentrifugen gingen an Bauernhöfe. 1907 zog die Firma nach Gütersloh, wo bis heute die Zentrale steht.
Als Geburtsstunde des heutigen Profigeschäfts gilt die erste Trommelwaschmaschine von 1924, entwickelt für Wäschereien, Hotels, Krankenhäuser und Sanatorien und mit Gas oder Kohle beheizt.
Im November 2025 meldete Miele den Fund der ältesten noch funktionstüchtigen gewerblichen Waschmaschine aus eigener Fertigung und erinnerte damit an die Anfänge des Profigeschäfts.
1961: Spülen für den Operationssaal
1961 entstanden im Werk Bielefeld der Gewerbespüler G 11 für Cafés und Gaststätten, der Thermodesinfektor G 15 für chirurgische Instrumente und der G 16 für Laborglas. Der G 11 spülte je nach Wasseranschluss in sieben bis zehn Minuten.
Miele sieht 1961 als Einstieg in die Medizintechnik. Aus dem Spezialspüler für OP-Besteck wuchs über die Jahrzehnte die Medizin- und Labortechnik, die Miele seit 2024 vor allem über das Gemeinschaftsunternehmen SteelcoBelimed betreibt.
1962 eröffnete Miele in Bürmoos bei Salzburg das erste Werk außerhalb Deutschlands, 1965 kam ein ehemaliges Gillette-Werk in Lehrte bei Hannover dazu, das bis heute Maschinen für Großwäschereien fertigt.
1979 brachte Miele mit dem G 7717 einen Reinigungs- und Desinfektionsautomaten auf den Markt, der die unreine von der reinen Seite trennte. Benutzte Instrumente kommen auf der einen Seite hinein, saubere auf der anderen heraus.
- 1899Carl Miele und Reinhard Zinkann gründen in Herzebrock eine Firma für Milchzentrifugen.
- 1907Umzug nach Gütersloh, bis heute Sitz der Zentrale.
- 1924Erste Trommelwaschmaschine für Wäschereien, Hotels und Krankenhäuser.
- 1961Bielefeld baut erste Gewerbespüler, Thermodesinfektoren und Laborspüler.
- 1962Bürmoos bei Salzburg wird das erste Werk außerhalb Deutschlands.
- 1965Lehrte bei Hannover übernimmt die Großwäschereitechnik.
- 1992Der Name Miele Professional taucht erstmals auf.
- 2017Miele übernimmt die Mehrheit am italienischen Medizintechnikhersteller Steelco.
- 2024Start des Gemeinschaftsunternehmens SteelcoBelimed, Miele hält 67 Prozent.
- 2026Benchmark-Waschmaschinen bis 35 Kilogramm auf der EXPOdetergo.
Zwei Familien, sechs Geschäftsführer
Miele ist eine Kommanditgesellschaft in Familienbesitz, eingetragen beim Amtsgericht Gütersloh. Die Geschäftsleitung besteht aus sechs gleichberechtigten Mitgliedern. Zwei davon kommen aus den Familien: Markus Miele und Reinhard Zinkann, beide geschäftsführende Gesellschafter. In der Geschäftsleitung verantwortet Axel Kniehl, Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb, auch das Profigeschäft. Die Business Unit selbst leitete 2024 Christian Kluge.
Am 19. Oktober 2026 starb Peter Christian Zinkann im Alter von 98 Jahren. Der 1928 in Bremen geborene Vater von Reinhard Zinkann kam 1957 zu Miele und führte das Unternehmen als geschäftsführender Gesellschafter bis Ende 2004, über vier Jahrzehnte gemeinsam mit Rudolf Miele.
Sein Sohn sitzt seit 1999 in der Geschäftsleitung.
Mit 127 Jahren in der Hand der Gründerfamilien gehört Miele zu den Familienunternehmen, die Dr. Web in der Reihe über die deutschen Hidden Champions porträtiert, obwohl die meisten Kunden nur die Hausgeräte kennen.
- 1899: Gründung in Herzebrock, seit 1907 in Gütersloh.
- 1924 und 1961: erste Gewerbewaschmaschine, erste Spüler für Gastronomie, Klinik und Labor.
- Eigentum: 51 Prozent Familie Miele, 49 Prozent Familie Zinkann.
Wie wurde aus der Idee ein Imperium?

Miele wuchs über Jahrzehnte mit Hausgeräten zum Konzern mit 5,16 Milliarden Euro Umsatz und rund 23.000 Beschäftigten. Das Profigeschäft legte zuletzt vor allem durch Zukäufe zu: Steelco 2017, Belimed über ein Gemeinschaftsunternehmen 2024.
Miele betreibt 19 Werke und 49 Service- und Vertriebsgesellschaften. Die Hausgeräte reichen vom Staubsauger bis zum Einbaubackofen.
2022 meldete Miele einen Rekordumsatz von 5,43 Milliarden Euro, 2023 fiel der Umsatz um rund 9 Prozent auf 4,96 Milliarden Euro. Die verkauften Stückzahlen sanken nach Rechnung von Miele etwa doppelt so stark wie der Umsatz.
Seither steigt der Umsatz langsam, 2024 auf 5,04 Milliarden Euro, 2025 auf 5,16 Milliarden Euro.
Das Unternehmen im Unternehmen
Den Namen Miele Professional verwendet der Konzern seit 1992. 2020 baute Miele das Gewerbegeschäft zu einer eigenen Business Unit um, die Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Service unter einem Dach bündelt. Damals arbeiteten dort mehr als 3.000 Menschen, 2022 zählte die Sparte rund 1.000 eigene Servicetechniker.
Gütersloh baut Waschmaschinen für das Kleingewerbe, Bielefeld Gewerbespüler sowie Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, Lehrte die großen Wäschereimaschinen und Bügelmaschinen. Aus dem tschechischen Uničov kommen Trockner für das Kleingewerbe, aus Bürmoos in Österreich Edelstahlteile.
1986 kaufte Miele den Mangelhersteller Cordes aus Oelde, der Bügelmaschinen für Wäschereien baute. 1991 kam zusammen mit dem Chemiehersteller Kreussler das Nassreinigungssystem WetCare auf den Markt, das empfindliche Textilien mit Wasser statt mit Lösungsmitteln reinigt. 2010 folgten Planung, Ausrüstung und Wartung ganzer Aufbereitungsräume für Praxen und Kliniken.
Zukäufe statt Eigenbau
2017 übernahm Miele die Mehrheit am italienischen Medizintechnikhersteller Steelco aus Riese Pio X bei Treviso, später den Rest der Anteile. Steelco hatte 2016 mit 400 Beschäftigten 71 Millionen Euro umgesetzt, 2022 erreichte die Firma rund 194 Millionen Euro mit rund 800 Beschäftigten. Steelco liefert vor allem an Kliniken, die ihre Sterilgutabteilung neu bauen oder ausstatten.
2022 übernahm Miele zwei Firmen: den italienischen Waschsalon-Spezialisten Lava Più vollständig, der heute unter der Marke Bloomest auftritt, und den Hygienespezialisten SMP aus Tübingen.
Im Juni 2024 brachte Miele Steelco in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Schweizer Industriekonzern Metall Zug ein, der seine Tochter Belimed beisteuerte. Miele hält an SteelcoBelimed 67 Prozent, Metall Zug 33 Prozent, Sitz ist Zug in der Schweiz. Den gemeinsamen Umsatz der beiden Firmen im Jahr 2023 beziffert Miele auf rund 490 Millionen Euro. SteelcoBelimed beschäftigt rund 2.100 Menschen in Werken in Italien, der Schweiz und Slowenien.
Ohne SteelcoBelimed stünde das Profigeschäft deutlich kleiner da. 2021 setzte die Sparte 690 Millionen Euro um, 2022 mehr als 750 Millionen Euro, 2023 mit 819 Millionen Euro so viel wie nie zuvor. Seit Miele das Gemeinschaftsunternehmen voll konsolidiert, ist die Sparte gewachsen, 2025 auf mehr als eine Milliarde Euro.
Den größten Teil dieses Sprungs brachte Belimed mit.
- Konzern: 5,16 Milliarden Euro Umsatz 2025, Rekord bleibt 2022.
- Profigeschäft: von 690 Millionen Euro 2021 auf mehr als eine Milliarde.
- Zukäufe: Steelco, Lava Più, SMP und SteelcoBelimed erklären den Sprung.
Wie verdient Miele tatsächlich sein Geld?

Rund vier Fünftel des Umsatzes bringen Hausgeräte. Das Gewerbegeschäft steuert mehr als eine Milliarde Euro bei, gut ein Viertel davon aus Service, Prüfungen und Ersatzteilen. Was Miele am Ende verdient, legt das Unternehmen nicht offen.
Miele teilt sein Geschäft in zwei Säulen: Hausgeräte, intern Domestic genannt, und Gewerbe, intern Professional. Die Hausgeräte wuchsen 2025 vor allem im Küchensegment, das übrige Hausgerätegeschäft entwickelte sich nach den Worten von Miele „differenzierter“.
Drei Profi-Bereiche, keine Aufteilung
Die Business Unit Professional verkauft in drei Produktbereichen: Wäschereitechnik, gewerbliches Geschirrspülen sowie Medizin- und Labortechnik. Wie sich die Milliarde auf diese drei verteilt, veröffentlicht Miele nicht. Wie viel Geld die Gewerbespüler für Kantinen, Hotels und Pflegeheime bringen, bleibt deshalb ohne Zahl.
Metall Zug meldet für SteelcoBelimed im Geschäftsjahr 2025 einen Nettoerlös von umgerechnet rund 471 Millionen Euro. Geht dieser Umsatz vollständig in die Profisparte ein, stammt knapp die Hälfte des Profigeschäfts aus Klinik- und Pharmatechnik. Für Wäschereitechnik, Gewerbespüler und die Geräte für Praxen und Labore bleiben nach dieser Redaktionsrechnung gut 530 Millionen Euro.
Das Geld nach dem Kauf
Die wichtigste Erlösquelle nach dem Gerätekauf ist der Service. „Der Service trägt über ein Viertel zu unserem Gesamtumsatz bei“, sagte der Leiter der Business Unit, Christian Kluge, im Juli 2024. Im Gewerbe sei das deutlich mehr als bei Hausgeräten.
Die Quote stammt aus der Zeit vor dem Gemeinschaftsunternehmen. Übertragen auf die Milliarde von 2025, wären das nach einer Redaktionsrechnung mehr als 250 Millionen Euro im Jahr für Wartung, Reparatur, Prüfungen und Ersatzteile.
Eine Zahnarztpraxis, die Instrumente in einem Reinigungs- und Desinfektionsgerät aufbereitet, muss das Verfahren validieren und regelmäßig prüfen lassen. Grundlage ist die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene beim Robert Koch-Institut und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte zur Aufbereitung von Medizinprodukten.
Das Vergleichsportal medizinio nennt für eine Praxis laufende Kosten von 1.300 bis 3.000 Euro im Jahr für Prozesschemie, Wartung und Revalidierung.
Seit 2011 verkauft Miele dafür eine eigene Linie von Verbrauchsmitteln unter dem Namen ProCare, zunächst für Zahnarztinstrumente, später auch für Laborglas, Geschirr und Textilien. Für die Profigeräte hält Miele mehr als 28.000 Bauteile bis zu 15 Jahre nach dem Serienende auf Lager.
Die Börsen-Zeitung berichtete 2024, dass Belimed rund 40 Prozent seiner Erlöse mit Service und weitere 10 Prozent mit Verbrauchsartikeln erzielt.
Vernetzte Maschinen, gebuchte Waschgänge
Über die Plattform Miele MOVE Connect vernetzen Betriebe ihre Geräte kostenlos mit dem Hersteller. Der Nutzen für den Hersteller liegt im Folgegeschäft: Verbrauchsmaterial lässt sich über die Plattform direkt nachbestellen, Wartungsbedarf wird sichtbar. Umsätze mit Daten weist Miele nicht gesondert aus.
Näher an ein Plattformgeschäft rücken zwei kleinere Töchter. Die 2019 gegründete Firma appWash liefert Bezahlsysteme für gemeinsam genutzte Waschräume, etwa in Wohnheimen. Für die Waschsalon-Marke Bloomest nennt Miele mehr als 1.000 Standorte, vor allem in Italien, Spanien, Österreich und Deutschland. In den Bloomest-Salons zahlen die Endkunden je Waschgang.
Wo die Marge liegt
Margen nennt Miele weder für den Konzern noch für einzelne Bereiche.
Electrolux Professional aus Stockholm erzielte 2025 mit Wäschereitechnik eine operative Marge (EBITA) von 16,0 Prozent, mit Großküchen- und Spültechnik nur 8,4 Prozent, jeweils einschließlich Sonderkosten eines Effizienzprogramms. Ohne Sondereffekte brachte die Wäscherei dort 40 Prozent des Umsatzes, aber 52 Prozent des operativen Ergebnisses.
Der US-Konzern Illinois Tool Works, zu dem die Spülmaschinenmarke Hobart gehört, kam mit seiner Sparte für Großküchentechnik auf eine operative Marge von 27,9 Prozent. Der Wäschereikonzern Alliance meldete eine bereinigte Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 25,5 Prozent. Beim Medizintechnikkonzern Steris wuchs das Gesundheitsgeschäft im letzten Quartal des Geschäftsjahres um 7 Prozent, Zölle und Inflation dämpften dort das Ergebnis.
Für SteelcoBelimed liegt eine Zahl vor, weil der Minderheitspartner börsennotiert ist. Der Medizintechnik-Verbund schrieb 2025 ein Betriebsergebnis von umgerechnet rund minus 5,8 Millionen Euro. Metall Zug begründet den Verlust mit Sonderkosten der Integration und nennt als Ziel mittelfristig eine operative Marge von 10 Prozent.
US-Zölle belasteten das Ergebnis von SteelcoBelimed 2025 mit einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag.
Gemeinsame Werke, geteilte Teile
Das Profigeschäft nutzt die Fertigung des Hausgerätekonzerns mit. In Gütersloh laufen Waschmaschinen für das Kleingewerbe neben den Hausgeräten vom Band, in Bielefeld entstehen Gewerbespüler, Desinfektoren und Staubsauger unter einem Dach. Presswerk, Gießerei und die Bearbeitung der Gussteile bleiben nach den Plänen von Miele in Gütersloh, auch nachdem die Montage der Haushaltswaschmaschinen nach Polen wandert.
Ein Lockvogelangebot, das Miele bewusst mit Verlust verkauft, ist nicht bekannt. Eine Form der Quersubventionierung liegt trotzdem nahe: Die kostenlose Vernetzung zahlt sich erst über Chemie, Wartung und Ersatzteile aus. Bei SteelcoBelimed finanzieren Miele und Metall Zug eine Integration, die das Gemeinschaftsunternehmen vorerst in der Verlustzone hält.
Fünf Jahre Verschiebung
2020 machte das Profigeschäft rund 15 Prozent des Konzernumsatzes aus, 2022 rund 14 Prozent, 2023 nach Rechnung der Börsen-Zeitung 16,5 Prozent, 2025 rund 20 Prozent. Neu hinzugekommen sind Waschsalons, Bezahlsysteme und das Klinikgeschäft in großem Umfang.
Die Bilanz ohne Gewinn
Die Miele & Cie. KG nutzt wie der Motorsägenhersteller Stihl die Erleichterungen nach Paragraf 9 des Publizitätsgesetzes. Personenhandelsgesellschaften dürfen damit auf die Offenlegung der Gewinn- und Verlustrechnung verzichten und nennen nur Eckwerte wie Umsatz und Personalaufwand.
Der veröffentlichte Einzelabschluss der Kommanditgesellschaft ohne Tochterfirmen zeigt zwischen 2022 und 2023 einen tiefen Einschnitt: Der Umsatz fiel von 4,05 auf 3,09 Milliarden Euro, das Eigenkapital von 996 auf 672 Millionen Euro.
| Miele & Cie. KG (Einzelabschluss) | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 4.052,6 Mio. € | 3.092,3 Mio. € | 3.118,7 Mio. € |
| Personalaufwand | 895,7 Mio. € | 1.008,1 Mio. € | 759,3 Mio. € |
| Eigenkapital | 996,2 Mio. € | 671,5 Mio. € | 755,0 Mio. € |
| Bilanzsumme | 2.678,0 Mio. € | 2.002,7 Mio. € | 2.230,3 Mio. € |
| Eigenkapitalquote (Rechnung Dr. Web) | 37,2 % | 33,5 % | 33,9 % |
| Verlustvortragskonten | 0 | −326,7 Mio. € | nicht einzeln ausgewiesen |
Ende 2023 tauchen im Eigenkapital erstmals Verlustvortragskonten über 326,7 Millionen Euro auf, 2024 weist Miele das Eigenkapital nur noch in einer Summe aus. Die Verlustvortragskonten sprechen für einen Fehlbetrag der Einzelgesellschaft im Geschäftsjahr 2023, vor der Sparankündigung im Februar 2024. Eine Verlustzahl nennt Miele nicht.
Für 2024 sagte Reinhard Zinkann der WirtschaftsWoche nur: „Aber wir haben ein positives Ergebnis.“
Unsere Einschätzung: Miele beschreibt Hausgeräte und Gewerbe als zwei Säulen, die Stabilität mit Wachstumschancen verbinden. Ob das Gewerbe auch die rentablere Säule ist, ließe sich nur mit einer Marge belegen, und die bleibt unter Verschluss.
Wie groß ist die Marktmacht von Miele?

Im Profigeschäft ist Miele ein großer Name unter mehreren, kein Monopolist. Eine Marktanteilszahl für Miele Professional haben wir nicht gefunden. Mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz liegt die Sparte etwa gleichauf mit dem schwedischen Konkurrenten Electrolux Professional.
In der Wäschereitechnik nennt Electrolux Professional sechs große Anbieter: Alliance Laundry Systems, Electrolux Professional, Girbau, Jensen, Kannegiesser und Miele. Den Weltmarkt für Wäschereitechnik schätzt Electrolux Professional für 2025 auf umgerechnet rund 3,3 Milliarden Euro, mit einem Wachstum von 2 Prozent im Jahr.
Der stärkste Gegner im neuen US-Geschäft ist Alliance Laundry aus Wisconsin, Hersteller der Marken Speed Queen, UniMac, Huebsch und Primus. Alliance ging im Oktober 2025 an die New Yorker Börse, das Emissionsvolumen betrug umgerechnet rund 739 Millionen Euro. Das Unternehmen schätzt den eigenen Anteil am Wäschereimarkt in Nordamerika auf rund 40 Prozent und setzte 2025 umgerechnet rund 1,53 Milliarden Euro um, drei Viertel davon in Nordamerika. Für 2026 rechnet Alliance mit einem Umsatzplus von 5 bis 7 Prozent.
Auch bei der Belegschaft liegen die beiden Europäer nah beieinander. Electrolux Professional zählte Ende 2025 rund 4.270 Beschäftigte. Miele Professional nannte 2024 mehr als 3.000 Beschäftigte, SteelcoBelimed beschäftigt rund 2.100 Menschen.
Bei Spülmaschinen für Großküchen konkurriert Miele vor allem mit Spezialisten aus Süddeutschland und mit dem US-Konzern Illinois Tool Works. Winterhalter aus Meckenbeuren setzte 2025 rund 505 Millionen Euro um, Meiko aus Offenburg 467 Millionen Euro. Beide bauen ausschließlich oder überwiegend Spül- und Reinigungstechnik.
| Unternehmen | Sitz | Umsatz (Jahr) | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Miele Professional | Gütersloh | mehr als 1,0 Mrd. € (2025) | Wäscherei, Gewerbespüler, Medizin- und Labortechnik |
| Electrolux Professional | Stockholm | rund 1,09 Mrd. € (2025) | Großküche und Wäscherei |
| Alliance Laundry (Speed Queen) | Ripon, USA | rund 1,53 Mrd. € (2025) | Wäschereitechnik, Waschsalons |
| ITW Food Equipment (Hobart) | Glenview, USA | rund 2,41 Mrd. € (2025) | Großküche, Spültechnik |
| Winterhalter | Meckenbeuren | rund 505 Mio. € (2025) | Gewerbespülmaschinen |
| Meiko | Offenburg | 467 Mio. € (2025) | Spül- und Reinigungstechnik |
| Getinge | Göteborg | rund 3,14 Mrd. € (2025, Gesamtkonzern) | Medizintechnik, Sterilgut |
| Steris | Dublin, Irland | rund 5,27 Mrd. € (Geschäftsjahr bis März 2026) | Sterilgut, Infektionsschutz |
Als Platzhirsche bei Sterilgut und Desinfektion nennt die Börsen-Zeitung Steris und Getinge, beide um ein Vielfaches größer als SteelcoBelimed. Metall Zug zählt das Gemeinschaftsunternehmen „zu den drei führenden weltweiten Anbietern in diesem Marktsegment“.
Eine unabhängige Marktanteilsrechnung, die das bestätigt, haben wir nicht gefunden. Als neuer Wettbewerber aus China nennt die Börsen-Zeitung den Hersteller Shinva.
Getinge kam 2025 auf eine bereinigte operative Marge von 14,0 Prozent. Zölle und Währungen belasteten den Konzern nach eigenen Zahlen mit mehr als einer Milliarde Kronen, umgerechnet rund 90 Millionen Euro. Die Schweden setzen in der Aufbereitung inzwischen auf Robotik: Das System Automatiq soll Sterilgutabteilungen weitgehend automatisieren.
Die Bindung kommt nach dem Kauf
Die stärkste Bindung entsteht im Medizinbereich. Ein validiertes Aufbereitungsverfahren umfasst Gerät, Programm und Prozesschemie.
Ein Herstellerwechsel kostet eine Praxis deshalb mehr als nur das neue Gerät.
Im Gastgewerbe ist die Bindung schwächer. Viele Hersteller bieten Gewerbespüler an, neben Miele etwa Winterhalter, Meiko und Hobart. Miele setzt hier auf Frischwasserspüler, die für jeden Spülgang frisches Wasser nehmen und keinen beheizten Tank brauchen. Miele zielt damit auf Pflegeheime, Kindergärten, Schulen, Hotels und Restaurants.
Bandspülanlagen für Großküchen gehören bei Meiko zum Programm, für Miele haben wir keine gefunden. Kartellverfahren gegen Miele Professional ebenfalls nicht.
- Größe: Miele Professional liegt etwa gleichauf mit Electrolux Professional.
- Klinik: Steris und Getinge sind um ein Vielfaches größer.
- Bindung: Validierte Verfahren halten Praxen beim Hersteller.
Wer ist bei Miele eigentlich das Produkt?

Im Profigeschäft ist die Abhängigkeit das Produkt. Praxen und Kliniken hängen an geprüften Verfahren, Ersatzteilen und Service. Miele selbst hängt an den Investitionen von Krankenhäusern, Hotels und Gastronomie und an einem Partner, der ein Drittel von SteelcoBelimed hält.
Für eine Zahnarztpraxis ist der Thermodesinfektor keine Anschaffung wie ein Kühlschrank. Das Gerät muss die Anforderungen der Normenreihe DIN EN ISO 15883 erfüllen, das Verfahren wird validiert und mindestens einmal im Jahr neu geprüft.
Fällt die Maschine aus, steht die Aufbereitung der Instrumente still.
Rund 1.000 eigene Servicetechniker zählte die Business Unit 2022, Ersatzteile für Profigeräte hält Miele bis zu 15 Jahre nach dem Serienende vor. Die lange Versorgung sichert dem Kunden den Betrieb und bringt Miele Einnahmen über die ganze Lebensdauer des Geräts.
Bei Bloomest liefert Miele dem Betreiber vernetzte Geräte, digitale Funktionen und Unterstützung im Betrieb, der Endkunde zahlt je Waschgang. Die Börsen-Zeitung nannte solche Pay-per-Use-Modelle 2024 einen Wachstumstreiber der Sparte, etwa in Waschküchen von Studentenwohnheimen.
Wovon Miele abhängt
Das Gewerbegeschäft hängt an der Investitionsbereitschaft von Branchen, die gerade schwächeln. Das Statistische Bundesamt meldete für August 2026 in der Gastronomie einen realen Umsatzrückgang von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die deutschen Hersteller von Großküchentechnik wuchsen nach einem Ranking der Fachzeitschrift foodservice 2025 nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Im Klinikgeschäft entscheidet die Krankenhausreform mit. Das Bundesgesundheitsministerium beziffert den Bundesanteil am Transformationsfonds auf 29 Milliarden Euro über zehn Jahre. Krankenhäuser sollen sich auf weniger Standorte mit klaren Leistungsgruppen konzentrieren.
Ob daraus mehr oder weniger Aufträge für zentrale Sterilgutabteilungen entstehen, lässt sich heute nicht sagen.
Der Partner Metall Zug stellt zwei von fünf Verwaltungsräten, der Vertrag über das Gemeinschaftsunternehmen läuft mindestens zehn Jahre. Belimed erzielte 2024 laut Börsen-Zeitung rund 40 Prozent seiner Erlöse in den USA. Dort belasten Zölle das Geschäft von SteelcoBelimed seit 2025.
Was kostet das Angebot wirklich, und wer trägt die Kosten?

Ein Gewerbespüler von Miele kostet im Handel ab rund 3.200 Euro brutto, ein Thermodesinfektor für die Praxis 9.000 bis 15.000 Euro netto. Über zehn Jahre zahlen Praxen für Chemie, Wartung und Prüfungen mehr, als das Gerät gekostet hat. Am Ende stecken diese Ausgaben in Restaurantpreisen und Behandlungsrechnungen.
Ein Fachhändler für Großküchentechnik verlangt für den Unterbau-Gewerbespüler PFD 101 U 3.199 Euro inklusive Mehrwertsteuer, für das Modell PFD 400 in Edelstahl 5.249 Euro. Im Januar 2026 bot Miele für mehrere Modelle der Reihe PFD 40x Nachlässe von bis zu 1.500 Euro an.
Miele beziffert die Leistung der Frischwasserspüler auf bis zu 456 Teller in der Stunde, getestet sind die Geräte auf 28.000 Spülgänge. Weil kein Tank ständig auf Temperatur gehalten werden muss, verbraucht der Spüler nur Energie, solange ein Programm läuft. Bei der Generation MasterLine, seit 2023 auf dem Markt, dauert das kürzeste Programm fünf Minuten.
Die Praxis zahlt jedes Jahr
Das Vergleichsportal medizinio nennt für einen Thermodesinfektor in Unterbauweise, etwa die Miele-Modelle PWD 8682 und 8692, einen Neupreis von rund 9.000 bis 15.000 Euro netto.
Für Prozesschemie, Wartung und Revalidierung kommen laufend 1.300 bis 3.000 Euro im Jahr hinzu.
| Kostenblock | Spanne | Wer verdient daran |
|---|---|---|
| Gerät, Unterbau-Thermodesinfektor | 9.000 bis 15.000 € netto | Hersteller, Fachhandel |
| Prozesschemie, Wartung, Revalidierung über zehn Jahre | 13.000 bis 30.000 € netto | Hersteller, Servicepartner, Chemielieferant |
| Summe über zehn Jahre | 22.000 bis 45.000 € netto | |
| Anteil der laufenden Kosten | rund 59 bis 67 Prozent |
Angenommen, eine Praxis nutzte das Gerät zehn Jahre: Dann entfielen nach diesem Rechenbeispiel der Redaktion auf Basis der medizinio-Spannen rund drei Fünftel bis zwei Drittel der Gesamtkosten auf die Zeit nach dem Kauf. Eine Preisliste von Miele ist die Tabelle nicht.
Ein Teil dieser laufenden Kosten fließt nicht an Miele, weil Praxen Chemie und Prüfungen auch bei anderen Anbietern kaufen können.
Bei Wäschereimaschinen bietet Miele seit Jahren Miete und Leasing an. Gebäudereiniger etwa zahlen dann eine feste Rate, in der sämtliche Wartungs- und Reparaturarbeiten enthalten sind.
Miele testet Gewerbegeräte je nach Produktgruppe auf bis zu 40.000 Betriebszyklen. Läuft ein Gerät länger, verteilt sich der Kaufpreis auf mehr Wasch- oder Spülgänge, und die Kosten je Einsatz sinken.
Wie lange ein Gerät im Betrieb tatsächlich hält, hängt von Pflege, Wasserhärte und Auslastung ab.
Wer die Rechnung am Ende bezahlt
Die Kosten für Spülen, Waschen und Desinfizieren tauchen auf keiner Speisekarte und keiner Rechnung als eigener Posten auf. Die Beträge stecken im Preis des Mittagessens, der Hotelübernachtung und der Zahnbehandlung.
Steigen Preise für Chemie und Wartung, merken das zuerst die Betriebe, deren Umsatz real sinkt, wie gerade in der Gastronomie. Dort stieg der Umsatz im August 2026 nominal um 2,4 Prozent und sank real um 5,4 Prozent: Die Betriebe haben die Preise erhöht und trotzdem weniger verkauft.
Unsere Einschätzung: Bei Profigeräten ist der Kaufpreis der kleinere Posten.
- Gewerbespüler: ab rund 3.200 Euro im Handel.
- Thermodesinfektor: laufende Kosten übersteigen den Kaufpreis über zehn Jahre.
- Miete: feste Rate, Wartung und Reparatur inklusive.
Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Gewonnen haben das Werk in Polen, Kunden mit großem Wäscheaufkommen und, gemessen am Umsatz, die Eigentümerfamilien. Gezahlt haben vor allem Beschäftigte in Deutschland: Der Tarifvertrag von 2024 sieht rund 1.300 wegfallende Stellen vor, das tarifliche Zusatzgeld entfällt bis 2027.
| Gruppe | Entwicklung | Einordnung |
|---|---|---|
| Familien Miele und Zinkann | Umsatz 2025 plus 2,3 Prozent auf 5,16 Mrd. € | Gewinn und Entnahmen nicht veröffentlicht |
| Werk Ksawerów (Polen) | rund 500 Beschäftigte, rund 400.000 Waschmaschinen im Jahr | bis 2027 fast alle Haushaltswaschmaschinen von dort |
| SteelcoBelimed (Italien, Schweiz, Slowenien) | Nettoerlös 2025 plus 5 Prozent, gerechnet mit beiden Firmen im ganzen Vorjahr | Integration hält das Ergebnis 2025 im Minus |
| Metall Zug | 33 Prozent an SteelcoBelimed | anteiliges Ergebnis 2025 rund minus 2,9 Mio. € |
| Beschäftigte in Deutschland | rund 1.300 Stellen fallen weg, davon bis zu 700 durch die Verlagerung | betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2027 ausgeschlossen |
| Werk Gütersloh | Montage der Haushaltswaschmaschinen wandert ab | Presswerk, Gießerei und Kleingewerbe-Montage bleiben |
| Großwäschereien und Waschsalons | Maschinen bis 35 Kilogramm, Freigabe für US-Waschsalons | mehr Auswahl bei großen Maschinen |
| Praxen und Gastronomie | laufende Kosten für Chemie, Wartung und Prüfungen | Kosten landen in Preisen und Behandlungskosten |
Sparen in Gütersloh, Ausbau in Polen
Im Februar 2024 kündigte Miele ein weltweites Programm an, das bis 2026 einen finanziellen Spielraum von rund 500 Millionen Euro schaffen sollte. Bis zu 2.000 Stellen galten als betroffen, dazu rund 700 Stellen in Gütersloh durch die Verlagerung der Waschmaschinenmontage nach Ksawerów. Zusammen waren das 2.700 von damals rund 23.000 Stellen. Unter dem Namen Design2Excellence wollte Miele von 2018 bis 2021 dauerhaft 193 Millionen Euro Kosten im Jahr einsparen, am Ende fielen dabei rund 800 Stellen weg. Das neue Programm griff tiefer, weil der Umsatz 2023 einbrach und Miele zugleich die Fertigung verlagerte.
Im Juni 2024 einigten sich Miele und die IG Metall. Der Tarifvertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2027 aus, Miele sagte 500 Millionen Euro Investitionen in die deutschen Standorte bis Ende 2028 zu. Im Gegenzug entfällt das tarifliche Zusatzgeld, das sogenannte T-Geld, für die Jahre 2025 bis 2027. In Deutschland fallen insgesamt rund 1.300 Arbeitsplätze weg.
Im März 2026 meldete Miele das Sparziel als erreicht. Im Konzern sanken die Personalkosten im Zuge des Programms um mehr als 120 Millionen Euro. Im Einzelabschluss der Kommanditgesellschaft ohne Tochterfirmen fiel der Personalaufwand von 1.008 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 759 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland sank von 11.926 Ende 2022 auf rund 11.300 Ende 2024. Für 2025 nennt Miele nur die weltweite Zahl von rund 23.000.
In Ksawerów bei Łódź montieren rund 500 Beschäftigte jährlich rund 400.000 Waschmaschinen, berichtete die Neue Westfälische. Das Werk lief 2019 an. Gütersloh verliert damit einen Teil der Fertigung, die Miele seit 1907 in der Stadt betreibt.
Wer im Profigeschäft gewinnt
Miele investierte 2024 und 2025 weltweit 468 Millionen Euro, davon rund 300 Millionen Euro in Deutschland, und will bis 2028 rund 60 Prozent seines Sortiments erneuern. Für Großwäschereien und Gebäudereiniger bedeutet die neue Benchmark-Reihe größere Trommeln auf kleiner Stellfläche, für US-Waschsalons eine weitere Marke neben Speed Queen.
Von den rund 1.300 wegfallenden Stellen in Deutschland entfallen bis zu 700 auf Gütersloh. Der Stammsitz verliert die Montage der Haushaltswaschmaschinen, behält aber Presswerk, Gießerei und die Montage der Waschtrockner und der Kleingewerbe-Maschinen.
Miele verkauft einer Praxis den Thermodesinfektor einmal, Prüfung und Chemie aber jedes Jahr wieder.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie politisch ist Miele?

Miele betreibt Lobbyarbeit in kleinem Umfang: Für 2025 meldet das Unternehmen im Lobbyregister des Bundestags 150.001 bis 160.000 Euro. Politisch wichtiger sind US-Zölle, die Nachfolge in den Gründerfamilien und die Frage, wie viel das Unternehmen über sich offenlegt.
Miele ist seit August 2023 unter der Nummer R006183 im Lobbyregister eingetragen. Das Unternehmen unterhält ein Hauptstadtbüro Unter den Linden in Berlin, dazu ein Kontaktbüro in Brüssel. Für 2025 meldet der Gerätehersteller einen Aufwand von 0,55 Vollzeitstellen in der Interessenvertretung, unter den sieben damit betrauten Personen steht Reinhard Zinkann selbst.
Die Gütersloher fordern, den CO2-Grenzausgleich der EU auf komplexe Produkte wie Haushaltsgeräte auszuweiten. Das Recht auf Reparatur soll nach dem Willen von Miele praxisnah und eins zu eins umgesetzt werden, die Stromsteuer für alle Verbrauchergruppen sinken.
Hinzu kommen Stellungnahmen zu PFAS-Chemikalien, zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und zu Umweltaussagen in der Werbung. Bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung will Miele, dass auch unabhängige Prüfdienstleister die Berichte prüfen dürfen und Familienunternehmen keine doppelten Berichtspflichten bekommen. Bei der EU-Entwaldungsverordnung warb das Unternehmen für einen Aufschub.
Mitglied ist Miele in 14 Verbänden, darunter der Elektroindustrieverband ZVEI, der Medizintechnikverband SPECTARIS, der Verband der Deutschen Dental-Industrie und Die Familienunternehmer. An öffentlichen Zuwendungen meldet Miele für 2025 unter anderem 2,49 bis 2,5 Millionen Euro aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude und kleinere Beträge für Forschung und Entwicklung, darunter 350.001 bis 360.000 Euro vom Bundesforschungsministerium. Vom Hauptzollamt Bielefeld flossen 170.001 bis 180.000 Euro als Entlastung bei der Energiesteuer.
| Thema | Stand | Bedeutung für das Profigeschäft |
|---|---|---|
| US-Zölle auf Waschmaschinen | seit 23.06.2025 als Waren mit hohem Stahlanteil erfasst, seit April 2026 Zoll auf den vollen Warenwert | trifft Wäschereimaschinen für den US-Markt |
| US-Zölle Medizintechnik | US-Untersuchung zu Medizintechnik läuft | SteelcoBelimed 2025 im niedrigen einstelligen Millionenbereich belastet |
| Russland | Lieferstopp seit März 2022 | Medizintechnik ausgenommen |
| Krankenhausreform | Transformationsfonds mit 29 Mrd. € Bundesanteil | Investitionen in Sterilgutversorgung offen |
| Offenlegung | Paragraf 9 Publizitätsgesetz | keine Gewinn- und Verlustrechnung |
Zölle treffen Waschmaschinen, nicht Spüler
Seit dem 23. Juni 2025 behandeln die USA Waschmaschinen und Haushalts-Geschirrspüler als Stahlderivate, also als Waren mit hohem Stahlanteil, auf die Stahlzölle fallen. Laut Federal Register erfasst die Liste die Zollpositionen 8450.11 und 8450.20, also auch große Waschmaschinen. Gewerbespüler unter der Position 8422.19 stehen auf dieser Liste vom Juni 2025 nicht.
Seit April 2026 berechnen die USA den Zoll nach Auskunft der IHK Bodensee-Oberschwaben auf den vollen Warenwert, nicht mehr nur auf den Stahlanteil.
Für die gerade freigegebenen Benchmark-Maschinen in amerikanischen Waschsalons ist der Zoll ein Kostennachteil gegenüber Alliance. Alliance wirbt damit, in den USA für die USA zu fertigen.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine unterschied Miele zwischen Hausgeräten und Medizin. Im März 2022 stellte das Unternehmen die Lieferungen nach Russland ein, Medizintechnik nahm Miele ausdrücklich aus.
Familien, Rat und Nachfolge
Wie die rund 80 Gesellschafter die Nachfolge an der Spitze regeln, veröffentlichen die Familien nicht. Miele erwähnte 2024 einen Familienrat der Gruppe, über dessen Arbeit wenig bekannt ist.
Technikchef Stefan Breit scheidet im Sommer 2027 aus, ein Nachfolger ist noch nicht benannt. Finanzchef ist seit April 2025 Stefan Koss, der zuvor das Nordamerikageschäft des Konkurrenten BSH leitete.
Unsere Einschätzung: Miele fordert in Berlin eine niedrigere Stromsteuer und einen CO2-Grenzausgleich auch für Hausgeräte. Mehr Gewicht bekäme diese Stimme mit offenen Zahlen.
- Lobby: 150.001 bis 160.000 Euro im Jahr 2025.
- Zölle: Waschmaschinen betroffen, Gewerbespüler nicht.
- Nachfolge: Technikchef Breit geht 2027.
Was könnte Miele zu Fall bringen?

Zu Fall bringen dürfte Miele so schnell nichts, dafür ist der Konzern zu breit aufgestellt. Gefährlich werden könnten eine misslungene Integration von SteelcoBelimed, US-Zölle auf Medizintechnik, eine lange Flaute im Gastgewerbe und der Preisdruck aus Asien bei Hausgeräten.
Das größte Einzelrisiko im Profigeschäft ist SteelcoBelimed. Metall Zug plant jährlich 5 bis 8 Prozent Wachstum, rechnet vorerst aber weiter mit negativen Ergebnissen.
Die Integration soll bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein.
Electrolux Professional verlor im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal organisch 3,8 Prozent Umsatz, vor allem wegen schwacher Verkäufe in den USA. Die Schweden reagieren auf Zölle und Logistikkosten mit Aufschlägen auf ihre Preise.
Druck auf das größere Standbein
Vier Fünftel des Umsatzes stammen weiter aus Hausgeräten. Dort konkurriert Miele mit koreanischen Konzernen wie LG und Samsung, dazu mit chinesischen Herstellern wie Midea und Haier. Markus Miele rechnet für 2026 mit einem weiterhin hohen Wettbewerbsdruck. Läuft das Hausgerätegeschäft schlecht, fehlt Geld für Investitionen im Gewerbe, denn beide Sparten teilen sich Werke und Kasse.
Ein seltenes, aber folgenschweres Ereignis wäre ein schwerer Hygienefehler in einer Klinik, der auf ein Gerät oder ein Verfahren zurückgeht. Für einen Anbieter, der Sicherheit verkauft, wöge ein solcher Fall schwerer als jede Konjunkturdelle. Einen derartigen Vorfall bei Miele haben wir nicht gefunden.
Laut IHK Bodensee-Oberschwaben laufen in den USA Untersuchungen nach Abschnitt 232 des US-Handelsgesetzes, die auch Medizintechnik und Industriemaschinen betreffen. Folgen daraus Zölle, träfen die Abgaben SteelcoBelimed in den USA, wo Belimed 2024 rund 40 Prozent seiner Erlöse erzielte.
Die EU kann die im Handelsabkommen mit den USA gewährten Zollsenkungen aussetzen, falls die USA nach dem 31. Dezember 2026 mehr als 15 Prozent auf EU-Waren mit Stahlanteil erheben.
Drei Szenarien bis 2031
| Szenario | Annahmen | Folge für Miele Professional |
|---|---|---|
| Optimistisch | SteelcoBelimed erreicht eine Marge von 10 Prozent, US-Waschsalons nehmen die Benchmark-Reihe an | Anteil am Konzern steigt über ein Fünftel, Service wächst mit |
| Realistisch | Integration dauert länger, Gastronomie erholt sich langsam | Umsatz wächst im niedrigen einstelligen Bereich, Marge bleibt verborgen |
| Pessimistisch | höhere US-Zölle auf Medizintechnik, anhaltender Verlust bei SteelcoBelimed | Miele und Metall Zug müssen nachfinanzieren, neue Sparrunde |
Unsere Einschätzung: Das Profigeschäft ist das aussichtsreichere Standbein als das Hausgerätegeschäft, weil Hygienevorschriften Kunden zu Wartung und Prüfung verpflichten. Für SteelcoBelimed haben Miele und Metall Zug Finanzierungszusagen über einen dreistelligen Millionenbetrag gegeben. Ob sich die Zusage rechnet, lässt sich von außen nicht prüfen.
- Integration: SteelcoBelimed muss erst Gewinn machen.
- Konjunktur: Gastronomie und US-Geschäft schwächeln.
- Hausgeräte: Konkurrenz aus Korea und China drückt auf die größere Säule.
Was bedeutet Miele für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Für Praxen, Pflegeheime, Hotels und Gastronomen ist Miele ein Lieferant für viele Jahre. Für Gütersloh, Bielefeld und Lehrte bleibt Miele ein großer Arbeitgeber, der die Waschmaschinenmontage nach Polen verlagert und zugleich in deutsche Werke investiert.
Die neuen Maschinen von der EXPOdetergo richten sich zuerst an Wäschereien, Gebäudereiniger und Hotels mit großem Wäscheaufkommen. Eine Maschine für 35 Kilogramm fasst nach Rechnung von Miele bis zu 70 Bettlaken je Waschgang.
Für einen deutschen Betrieb heißt das weniger Waschgänge auf derselben Fläche, sofern die Auslastung stimmt.
Für Zahnarzt- und Arztpraxen machen die laufenden Kosten für Chemie, Wartung und Revalidierung nach dem Rechenbeispiel über zehn Jahre das Anderthalb- bis Zweifache des Kaufpreises aus. Beim Vergleich mehrerer Anbieter, etwa Miele und Melag, zählt deshalb das Angebot für Service und Prüfungen über zehn Jahre.
Für deutsche Mittelständler im selben Markt ist Miele ein Konkurrent mit anderem Zuschnitt. Winterhalter und Meiko konzentrieren sich auf Spül- und Reinigungstechnik und setzen jeweils rund eine halbe Milliarde Euro um. Der Profiumsatz von Miele verteilt sich auf Wäsche, Spülen und Medizin, das Unternehmen kann Kunden mit mehreren Geräteklassen aus einer Hand beliefern, vom Pflegeheim mit Waschküche bis zur Klinik mit Sterilgutabteilung.
Die Spezialisten halten mit einem tieferen Sortiment in ihrer Nische dagegen, etwa mit Bandspülanlagen für Großküchen. Wachstum ist für alle knapp: Die 22 größten deutschen Hersteller von Großküchentechnik legten 2025 nach dem Ranking der Fachzeitschrift foodservice nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu.
In den USA zielt Miele mit den Modellen PWM 927 und PWM 935 auf Waschsalons und Waschküchen in Mehrfamilienhäusern. In Deutschland bietet die Tochter appWash Bezahlsysteme für gemeinsam genutzte Waschräume an, etwa für Wohnungsunternehmen und Wohnheime.
Betreiber kleinerer Küchen in Pflegeheimen, Kitas und Hotels stehen vor der Wahl zwischen Frischwasserspüler und Tankspüler. Der Frischwasserspüler verbraucht Energie nur im Programm, der Tankspüler hält Wasser dauerhaft warm. Welche Bauart günstiger ist, hängt von der Zahl der Spülgänge am Tag ab.
Verbraucher begegnen dem Profigeschäft selten direkt, aber öfter als gedacht: beim Mittagessen in der Kantine, im Hotelzimmer, beim Zahnarzt. Käufern von Hausgeräten sagt Miele zu, funktionswichtige Ersatzteile bis zu 15 Jahre nach dem Ende einer Serie vorzuhalten. Im zentralen Ersatzteillager liegen mehr als 70.000 verschiedene Teile.
Was die deutschen Standorte davon haben
Miele beschäftigte Ende 2024 in Deutschland rund 11.300 Menschen. Zugesagt sind 500 Millionen Euro Investitionen in die deutschen Standorte bis 2028, rund 300 Millionen Euro davon flossen 2024 und 2025.
Für Zulieferer in der Region bleibt Miele damit ein großer Auftraggeber, auch wenn die Montage der Haushaltswaschmaschinen nach Polen geht.
| Szenario für die nächsten 12 Monate | Annahmen | Folge für deutsche Kunden und Standorte |
|---|---|---|
| Optimistisch | Gastronomie stabilisiert sich, Kliniken investieren aus dem Transformationsfonds | mehr Aufträge für Bielefeld und Lehrte, Aktionspreise laufen aus |
| Realistisch | leichtes Wachstum, wie von Miele für 2026 erwartet | Preise stabil, Wettbewerb über Service und Finanzierung |
| Pessimistisch | weiter sinkende Umsätze im Gastgewerbe, Zölle steigen | neue Aktionsrabatte, Druck auf Beschäftigung nach Ende der Kündigungssperre 2027 |
Für 2026 rechnet Markus Miele mit einer moderat positiven Umsatzentwicklung, allerdings weiter unter hohem Wettbewerbsdruck. Bis 2028 will Miele rund 60 Prozent seines Sortiments erneuern. Für Kunden heißt das: Viele Geräte, die heute im Handel stehen, bekommen in den nächsten zwei Jahren einen Nachfolger, was bei Aktionspreisen für Auslaufmodelle eine Verhandlungsposition schafft.
Unsere Empfehlung: Betriebe sollten vor dem Kauf eines Profigeräts drei Angebote einholen und darin Wartung, Prüfungen und Verbrauchsmittel über die volle Nutzungsdauer ausweisen lassen. Miete mit Wartung lohnt sich vor allem für Betriebe, die keinen eigenen Techniker haben und Ausfälle nicht abfedern können.
Ein Familienunternehmen, das mit Profigeräten mehr als eine Milliarde Euro umsetzt und mit Investitionszusagen um Vertrauen wirbt, könnte auch sagen, wie viel davon als Gewinn bleibt.
- Praxen: Servicekosten über zehn Jahre vergleichen, nicht nur den Kaufpreis.
- Küchen: Frischwasser oder Tank nach Zahl der Spülgänge wählen.
- Region: 500 Millionen Euro Investitionszusage bis 2028.
Glossar: 13 wichtige Fachbegriffe zum Profigeschäft von Miele

Business Unit
Eine Business Unit ist ein Geschäftsbereich, der innerhalb eines Konzerns weitgehend eigenständig arbeitet, mit eigener Entwicklung und Fertigung, eigenem Vertrieb und Service. Miele hat das Gewerbegeschäft 2020 so organisiert und spricht von einem Unternehmen im Unternehmen. Eigene Gewinnzahlen der Business Unit Professional veröffentlicht Miele nicht.
Frischwasserspüler
Ein Frischwasserspüler ist eine gewerbliche Spülmaschine, die für jeden Spülgang frisches Wasser nimmt, statt Wasser in einem beheizten Tank vorzuhalten. Strom verbraucht das Gerät dadurch nur während eines Programms. Miele baut solche Geräte in Bielefeld und verkauft die Spüler vor allem an Pflegeheime, Kitas, Schulen, Hotels und Restaurants.
Gemeinschaftsunternehmen
Ein Gemeinschaftsunternehmen, englisch Joint Venture, gehört mehreren Unternehmen gemeinsam, die Kapital, Technik oder ganze Firmen einbringen. Miele und Metall Zug haben 2024 ihre Medizintechniktöchter Steelco und Belimed zusammengelegt. Miele hält 67 Prozent und stellt drei von fünf Verwaltungsräten.
Kommanditgesellschaft
Eine Kommanditgesellschaft ist eine Personengesellschaft mit mindestens einem unbeschränkt haftenden Gesellschafter und Kommanditisten, die nur mit ihrer Einlage haften. Die Miele & Cie. KG gehört den Familien Miele und Zinkann. Als Personenhandelsgesellschaft unterliegt die KG bei der Offenlegung dem Publizitätsgesetz und nicht den strengeren Regeln für Kapitalgesellschaften.
Lobbyregister
Im Lobbyregister des Deutschen Bundestags tragen sich Unternehmen und Verbände ein, die auf Abgeordnete oder die Bundesregierung einwirken wollen. Der Eintrag nennt Ausgaben, Personal, Themen und Mitgliedschaften. Miele steht dort unter der Nummer R006183 und meldet für 2025 Ausgaben von 150.001 bis 160.000 Euro.
Nassreinigung
Bei der Nassreinigung werden empfindliche Textilien mit Wasser, speziellen Mitteln und schonender Mechanik gereinigt statt chemisch mit Lösungsmitteln. Miele bietet das Verfahren seit 1991 unter dem Namen WetCare an, entwickelt mit dem Chemiehersteller Kreussler. Textilreinigungen setzen die Nassreinigung als Alternative zur klassischen chemischen Reinigung ein.
Pay-per-Use
Bei Pay-per-Use zahlt der Kunde nicht für ein Gerät, sondern für jede einzelne Nutzung, etwa für einen Waschgang im Waschsalon oder in der Waschküche eines Wohnheims. Der Anbieter verdient über die Laufzeit an der Auslastung. Miele setzt das Modell über die Marke Bloomest und die Tochter appWash ein.
Publizitätsgesetz
Das Publizitätsgesetz verpflichtet große Unternehmen, die keine Kapitalgesellschaften sind, ihre Jahresabschlüsse offenzulegen. Personenhandelsgesellschaften dürfen nach Paragraf 9 auf die Veröffentlichung der Gewinn- und Verlustrechnung verzichten und nennen stattdessen Eckwerte wie Umsatz und Personalaufwand. Miele und Stihl nutzen diese Erleichterung.
Reinigungs- und Desinfektionsgerät
Ein Reinigungs- und Desinfektionsgerät reinigt medizinische Instrumente maschinell und desinfiziert die Teile mit Hitze. Bei Bedarf folgt danach die Sterilisation. Die Anforderungen beschreibt die Normenreihe DIN EN ISO 15883. Praxen und Kliniken nutzen solche Geräte, die auch Thermodesinfektoren heißen, für die Aufbereitung von Besteck und Instrumenten.
Revalidierung
Bei der Revalidierung wird ein bereits validiertes Aufbereitungsverfahren in regelmäßigen Abständen erneut geprüft, mindestens einmal im Jahr. Fachleute messen dabei, ob Reinigung und Desinfektion noch die festgelegten Werte erreichen. Für Praxen ist die Revalidierung ein fester Kostenblock, für Hersteller und Servicefirmen ein wiederkehrendes Geschäft.
Stahlderivat
Als Stahlderivat bezeichnen die US-Zollregeln Produkte, die zu wesentlichen Teilen aus Stahl bestehen und deshalb unter die Stahlzölle nach Abschnitt 232 des US-Handelsgesetzes fallen. Seit Juni 2025 zählen Waschmaschinen und Haushalts-Geschirrspüler dazu. Seit April 2026 berechnen die USA den Zoll auf den vollen Warenwert.
Verlustvortrag
Ein Verlustvortrag ist ein Fehlbetrag aus früheren Jahren, der noch nicht mit späteren Gewinnen verrechnet wurde. In der Bilanz einer Personengesellschaft mindert er das Eigenkapital. Im Einzelabschluss der Miele & Cie. KG standen Ende 2023 erstmals Verlustvortragskonten über 326,7 Millionen Euro.
Vollkonsolidierung
Bei der Vollkonsolidierung nimmt ein Konzern den Umsatz einer Tochterfirma vollständig in seine Zahlen auf, auch wenn ihm nur ein Teil gehört, solange er die Kontrolle hat. Miele zählt SteelcoBelimed seit 2024 auf diese Weise mit, obwohl Metall Zug ein Drittel hält.
FAQ: Wie macht Miele mit Profigeräten eine Milliarde Umsatz?

Wem gehört Miele?
Miele gehört seit der Gründung 1899 den Familien Miele und Zinkann. Die Familie Miele hält 51 Prozent, die Familie Zinkann 49 Prozent, insgesamt zählt Miele rund 80 Gesellschafter.
Ist Miele an der Börse?
Nein. Die Miele & Cie. KG ist eine Kommanditgesellschaft in Familienbesitz, ihre Anteile werden nicht gehandelt. Eine Gewinn- und Verlustrechnung legt Miele nicht offen.
Wer leitet Miele?
Miele hat eine Geschäftsleitung mit sechs gleichberechtigten Mitgliedern. Zur Geschäftsleitung gehören die geschäftsführenden Gesellschafter Markus Miele und Reinhard Zinkann. Für das Profigeschäft ist Axel Kniehl zuständig, Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb.
Wo produziert Miele Geräte für Gewerbe und Medizin?
Profigeräte entstehen in Gütersloh, Bielefeld und Lehrte, im tschechischen Uničov und im österreichischen Bürmoos. Das Gemeinschaftsunternehmen SteelcoBelimed fertigt in Italien, der Schweiz und Slowenien.
Wie viele Mitarbeiter hat Miele?
Miele beschäftigte 2025 weltweit rund 23.000 Menschen. In Deutschland arbeiteten Ende 2024 rund 11.300 Beschäftigte. Die Business Unit Professional nannte 2024 mehr als 3.000 Beschäftigte, SteelcoBelimed beschäftigt rund 2.100 Menschen.
Wann wurde Miele gegründet?
Carl Miele und Reinhard Zinkann gründeten das Unternehmen im Juli 1899 in Herzebrock. Erste Produkte waren Milchzentrifugen, 1907 zog die Firma nach Gütersloh.
Quellen
66 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 27.10.2026
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 016/2026: Miele Geschäftsjahr 2025, Moderates Wachstum trotz Gegenwinds
- Miele & Cie. KGMiele auf einen Blick, Geschäftsjahr 2025
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 014/2025: Miele festigt Wachstumskurs
- Miele & Cie. KGMiele auf einen Blick, Geschäftsjahr 2023
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 018/2023: Miele steigert Umsatz um 12,2 Prozent
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 015/2022: Miele Gruppe erzielt 7,5 Prozent Umsatzplus
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 006/2021: Miele steigert Umsatz um 6,5 Prozent
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 008/2020: Miele steigert seinen Umsatz um 3,2 Prozent
- Miele & Cie. KGDaten und Fakten
- Miele & Cie. KGMiele Historie
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 051a/2022: Professional in der Miele Gruppe auf einen Blick
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 051b/2022: Miele Professional, die Meilensteine
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 083/2024: Interview mit Christian Kluge
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 084/2024: Miele Professional schreibt Industriegeschichte
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 084a/2024: Die Meilensteine von Professional
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 120/2023: Miele und Metall Zug planen Joint Venture
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 072/2024: Mit SteelcoBelimed bringt Miele sein Geschäft mit Medizintechnik auf ein neues Level
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 106/2025: Älteste funktionstüchtige gewerbliche Waschmaschine von Miele
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 059/2026: Miele Professional auf der EXPOdetergo 2026
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 003/2026: Gewerbespülmaschinen zu Aktionspreisen
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 102/2022: MasterLine, neue Frischwasserspüler
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 081/2025: Wäschereimaschinen kaufen, mieten oder leasen
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 012/2024: Miele startet weltweites Effizienzprogramm
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 071/2024: Miele und IG Metall erzielen Durchbruch
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 039/2025: Change in the Executive Board of Miele
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 073/2024: Change in the Executive Board of Miele
- Miele & Cie. KGPressemitteilung 047/2026: Wechsel in der Geschäftsleitung von Miele
- Miele & Cie. KG über UnternehmensregisterJahresabschluss 2023 (Bilanz und Anlage)
- Miele & Cie. KG über UnternehmensregisterJahresabschluss 2024 (Bilanz und Anlage)
- Deutscher BundestagLobbyregister, Registereintrag R006183 Miele & Cie. KG
- Metall Zug AGGeschäftsbericht 2025
- Metall Zug AG über dpa-AFXErgebnis für das Geschäftsjahr 2025
- Metall Zug AG über dpa-AFXStart des Joint Venture SteelcoBelimed
- ZWP onlineMiele erwirbt Mehrheit an Steelco Group
- Börsen-ZeitungWie Miele den weltweiten Klinikmarkt aufmischt
- WirtschaftsWocheMiele-Zahlen: Gestiegener Umsatz und Standortgarantie trotz sinkendem Absatz
- HandelsblattFamilienunternehmen: Miele wächst und schließt Sparprogramm ab
- Neue WestfälischeIn diesem Werk baut das Unternehmen Miele aus Gütersloh künftig seine Waschmaschinen (10.06.2024, aktualisiert 04.12.2025)
- R+W TextilserviceProdukte auf der EXPOdetergo 2026: Teil 2
- Laundry LedgerMiele Expands Benchmark Range Capacity
- 20 MinutenTrauer um Miele-Patron: Peter Christian Zinkann mit 98 gestorben
- Radio BielefeldEx-Miele-Chef Zinkann gestorben
- Electrolux Professional GroupYear-end report Q4 2025
- Electrolux Professional GroupInterim report Q2 2026
- Electrolux Professional GroupInvitation to Q3 2026 presentation
- Electrolux Professional GroupMarket and competition
- Electrolux Professional GroupPräsentation Nordea
- Alliance Laundry HoldingsAlliance Reports Fourth Quarter and Full Year 2025 Results
- IPOScoopAlliance Laundry Holdings Inc., Börsengang
- Illinois Tool WorksForm 10-K für das Geschäftsjahr 2025
- WinterhalterAbout us
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- GetingeQ4 and Full Year Report 2025
- Getinge über InderesGetinge publishes annual report for 2025
- SterisFinancial Results for Fiscal 2026 Fourth Quarter and Full Year
- foodserviceRanking Top-Technik: Wer 2025 das Rennen gemacht hat
- HGW-TechnikMiele Professional gewerbliche Geschirrspüler (Shop)
- medizinioThermodesinfektor Zahnarztpraxis: Pflicht, Kosten und Modelle
- medizinioMiele PWD 8682 C Thermodesinfektor
- Robert Koch-InstitutKRINKO-Empfehlung Aufbereitung von Medizinprodukten (2012/2024)
- US Federal RegisterImplementation of Duties on Steel Pursuant to Proclamation 10896
- IHK Bodensee-OberschwabenAbkommen zwischen den USA und der EU: Zölle (Stand 25.08.2026)
- Statistisches BundesamtPressemitteilung 374 vom 20.10.2026: Gastgewerbeumsatz August 2026
- Bundesministerium für GesundheitKrankenhausreform
- Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurse vom 26.10.2026
- STIHLIntegrated Corporate Report 2025, Bilanz zum 31. Dezember 2025 und Anhang
