Im Podcast „20VC“ sagt Microsoft-Chef Satya Nadella voraus, dass der Löwenanteil der KI-Nutzung künftig auf günstige Modelle entfällt. Microsoft setzt in Copilot nach seinen Worten bereits viele preiswerte Modelle ein. Firmen mit Copilot-Lizenzen können daraus ableiten, für welche Aufgaben sich Spitzenmodelle noch lohnen.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenFünf oder sechs proprietäre und ebenso viele offene KI-Modelle konkurrieren nach Nadellas Schätzung um dieselben Aufgaben. „Es wird viel Preiswettbewerb geben“, folgert Nadella im Gespräch mit dem Investor Harry Stebbings vom 26. Oktober.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Satya Nadella rechnet damit, dass KI-Modelle für die meisten Aufgaben zur Massenware werden. Für Spitzenmodelle bleibe ein eigener Markt.
- In Copilot nutzt Microsoft nach Nadellas Worten viele günstigere proprietäre Modelle zusammen mit offenen Modellen.
- Jedes Unternehmen soll einen eigenen Prüfkatalog für KI-Modelle anlegen und als geistiges Eigentum behandeln.
Was erwartet Nadella vom Markt für KI-Modelle?

Spitzenmodelle behalten für Nadella ihren Platz, etwa in der Wissenschaft, dem womöglich nächsten Prüfstein. „Aber ich glaube, die meisten Token werden Massenware sein“, sagt er.[1]
Die meisten Aufgaben sind nach Nadellas Beobachtung irgendwann ausgereizt: Ein neueres Modell löst sie nicht besser. Dann genügen offene oder günstigere proprietäre Modelle, die sich mit eigenen Daten nachtrainieren lassen. „Wenn man mit den Aufzeichnungen der eigenen Abläufe trainieren kann, braucht man das neueste Modell nicht, um dasselbe Problem zu lösen, solange sich das Problem nicht geändert hat“, sagt Nadella.[1]
Warum setzt Microsoft in Copilot auf günstige Modelle?
„In Copilot nutzen wir viele günstigere proprietäre Modelle, zusammen mit offenen Modellen“, sagt Nadella.[1] Der Grund steckt in Microsofts Kostenrechnung: Der Konzern verkauft Copilot zum festen Monatspreis pro Nutzer, jede Antwort kostet dagegen Rechenzeit auf Grafikprozessoren. Im Juli meldete Microsoft mehr als 30 Millionen bezahlte Lizenzen für Microsoft 365 Copilot.[2]
Microsoft beziffert die Ersparnis bei den GPU-Kosten durch das eigene Modell MAI-Voice-2-Flash in Dynamics 365 auf 89 Prozent, durch MAI-Image-2.5 in PowerPoint auf bis zu 84 Prozent.[2] Die MAI-Modelle will Nadella nicht frei verfügbar machen, sondern als „lizenzierte Gewichte“ verkaufen, also die trainierten Parameter, in einem „schlichten, unkomplizierten Softwaregeschäft“.[1]
Bei 30 Millionen bezahlten Copilot-Lizenzen liefert Nadella den Einkäufern das Stichwort für die nächste Preisrunde selbst.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Spitzenmodelle
Für neue Aufgaben, etwa in der Wissenschaft, bleibt ein eigener Markt.
Das neueste Modell lohnt sich, solange sich ein Problem noch verändert.
Massenware
Günstige proprietäre und offene Modelle übernehmen den Großteil der Nutzung.
Firmen trainieren diese Modelle mit Aufzeichnungen ihrer eigenen Abläufe nach.
Gesunkene GPU-Kosten mit Microsofts eigenen MAI-Modellen
Angaben von Microsoft in der Telefonkonferenz zum Quartal bis Ende Juni 2026.
Was bedeutet Nadellas Ansage für Unternehmen?
Bei Volkswagen sollen mehr als 330.000 Beschäftigte mit Copilot arbeiten. Für Einkäufer heißt das: Hinter dem festen Preis pro Nutzer stecken zunehmend günstige Modelle, während OpenAI und Anthropic ihre Listenpreise binnen Monaten um bis zu 80 Prozent gesenkt haben. Bei jeder Vertragsverlängerung gehört der Lizenzpreis deshalb auf den Tisch.
Sein wichtigster Rat an Firmen ist ein eigener Prüfkatalog: Jede Firma werde einen internen Maßstab für KI-Modelle haben, „der ihr zentrales geistiges Eigentum ist“, und jedes Modell müsse sich daran messen lassen.[1] Unilever lässt nach seiner Darstellung Abrechnungen mit Handelspartnern bereits von einem günstigeren MAI-Modell prüfen, das mit den eigenen Abläufen trainiert ist.
Schon jede positive Bewertung eines Beschäftigten nützt Nadella zufolge dem Modellanbieter statt der eigenen Firma. Für Microsoft 365 Copilot sichert Microsoft zu, Eingaben und Antworten nicht zum Training der Basismodelle zu verwenden.[3] Bei anderen KI-Werkzeugen lohnt der Blick in den Vertrag, bevor die Bewertungen der Belegschaft beim Anbieter landen.
Bei der Sicherheit hat Nadella umgedacht: Dass Modelle mit wachsender Größe von selbst tun, was ihre Entwickler wollen, „das glaube ich nicht mehr“.[1] Agenten will er deshalb außerhalb des Modells überwachen lassen.
Vor der nächsten Lizenzrunde hilft eine Liste der zehn häufigsten KI-Aufgaben im Haus, jede mit einem echten Prüfbeispiel. Mit dieser Liste testen Sie, wo ein günstiges Modell genügt und wo sich ein teureres Sprachmodell lohnt.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- 20VC with Harry StebbingsSatya Nadella on Open vs Closed Models: Who Wins | Why Companies Need to Own Their Own Intelligence, Video und Podcastfolge vom 26.10.2026
- MicrosoftMicrosoft FY26 Fourth Quarter Earnings Conference Call, Transkript der Telefonkonferenz vom 29.07.2026
- Microsoft LearnData, Privacy, and Security for Microsoft 365 Copilot
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