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Bei Walmart soll bald ein KI-Agent Sauerteigbrot und die Milch der üblichen Marke nachbestellen, innerhalb eines Ausgabenlimits, das die Kundschaft vorher festlegt. Amazon sperrt solche Agenten aus. Im Geschäftsjahr bis Januar 2026 blieben Walmart als Gewinn fast 22 Milliarden Dollar, umgerechnet 19,6 Milliarden Euro, gut drei Cent je Dollar Umsatz.

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Walmart-Chef John Furner stellte am 21. Oktober in San Francisco eine eigene Schnittstelle vor, über die KI-Agenten im Namen der Kunden einkaufen sollen. Mit Metas Agenten Muse, mit ChatGPT und mit Gemini arbeitet der Konzern bereits zusammen.

Einen Tag zuvor hatte der Konzern die Mitgliedschaften Walmart+ und Sam’s Club Plus zum gemeinsamen Preis von umgerechnet rund 107 Euro im Jahr zusammengelegt. Beide Schritte berühren die Frage, der diese Analyse nachgeht: Wie verdient ein Händler, der seit 1962 mit dauerhaft niedrigen Preisen wirbt, so viel Geld, und welcher Teil davon stammt noch aus dem Regal?

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Walmart setzte im Geschäftsjahr bis Ende Januar 2026 637 Milliarden Euro um und erzielte ein Betriebsergebnis von 26,6 Milliarden Euro. Von 100 Euro Umsatz blieben gut 3 Euro Gewinn für die Aktionäre.
  • Den Großteil des Geldes bringt die Ware: Lebensmittel und Verbrauchsgüter machen mit 255 Milliarden Euro 59 Prozent des US-Umsatzes aus. Wachstum und Marge kommen zunehmend aus Werbung, Mitgliedsbeiträgen und dem Online-Marktplatz.
  • Das Werbegeschäft wuchs binnen zwei Jahren von 3,0 auf 5,7 Milliarden Euro, auch durch den Kauf des Fernsehherstellers Vizio, und im Quartal bis Ende Juli 2026 um weitere 38 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Grundlage sind die Einkaufsdaten von rund 280 Millionen Kundenkontakten pro Woche.
  • Amazon hat Walmart 2026 erstmals seit 13 Jahren vom ersten Platz der Fortune-500-Liste verdrängt. Der Onlinehändler setzte 2025 knapp 3,4 Milliarden Euro mehr um als Walmart in seinem Geschäftsjahr bis Januar 2026.
  • Die Familie Walton kontrolliert 44 Prozent der Aktien und erhielt rechnerisch rund 3 Milliarden Euro der Dividende des Geschäftsjahres. Das Mediangehalt der Beschäftigten lag bei rund 27.300 Euro im Jahr.

Fünf Fragen aus Bentonville

Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie das Geschäftsmodell von Walmart?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 In welcher Stadt eröffnete Sam Walton 1962 den ersten Walmart? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Der erste Walmart öffnete am 2. Juli 1962 in Rogers, Arkansas. In Newport hatte Walton 1945 einen Franchise-Laden der Kette Ben Franklin übernommen, in Bentonville sitzt heute die Zentrale.
2 Wie viel blieb Walmart im Geschäftsjahr 2026 von 100 Euro Umsatz als Gewinn für die Aktionäre? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Von 100 Euro Umsatz blieben 3,07 Euro Gewinn für die Aktionäre, vor Zinsen und Steuern 4,18 Euro. Insgesamt verdiente Walmart umgerechnet 19,6 Milliarden Euro.
3 Um wie viel Prozent wuchs das weltweite Werbegeschäft von Walmart im Geschäftsjahr 2026? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: C. Das Werbegeschäft wuchs um 46 Prozent auf fast 5,7 Milliarden Euro, den Fernsehhersteller Vizio eingerechnet. Im Quartal bis Ende Juli 2026 legte das Werbegeschäft um weitere 38 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu.
4 In welcher Sparte übersteigen Mitgliedsbeiträge und sonstige Erträge das Betriebsergebnis? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Sam’s Club nahm im Geschäftsjahr 2026 umgerechnet 2,26 Milliarden Euro an Mitgliedsbeiträgen und sonstigen Erträgen ein und erzielte 2,18 Milliarden Euro Betriebsergebnis. Rechnerisch verdient der Club am Eintritt, nicht an der Ware.
5 In welchem Jahr verkaufte Walmart sein Deutschlandgeschäft an die Metro? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. 2006 verkaufte Walmart alle 85 deutschen Supercenter mit 11.000 Beschäftigten an die Metro. Eingestiegen war der Konzern Ende der Neunzigerjahre mit dem Kauf von Wertkauf und Interspar.

Wer steckt hinter Walmart und wie fing alles an?

Hinter Walmart steht die Familie Walton aus Arkansas. Sam Walton eröffnete am 2. Juli 1962 in Rogers den ersten Walmart-Markt, nachdem er seit 1945 Gemischtwarenläden im Franchise betrieben hatte. Seine Erben kontrollieren über die Walton Enterprises bis heute 44 Prozent der Aktien.

1945 übernahm Sam Walton in Newport, Arkansas, einen Laden der Kette Ben Franklin, ein Jahr später eröffnete sein Bruder James einen zweiten im benachbarten Missouri. Bis 1962 betrieben die beiden Brüder ausschließlich solche Gemischtwarenläden, als Franchisenehmer einer fremden Marke.

Mit dem Discountmarkt in Rogers startete Walton 1962 ein eigenes Format unter eigener Marke.

Das Prinzip der Sechzigerjahre gilt bis heute: Walmart verlangt dauerhaft niedrige Preise, statt mit wechselnden Sonderangeboten zu locken. Im Geschäftsbericht heißt das Prinzip Everyday Low Price, kurz EDLP, sein Gegenstück heißt Everyday Low Cost: Jede Ersparnis bei den eigenen Kosten soll in den Ladenpreis fließen.

1967 besaß die Familie 24 Märkte mit einem Jahresumsatz von umgerechnet 11,3 Millionen Euro, 1969 wurde aus dem Familienbetrieb die Aktiengesellschaft Wal-Mart Stores. Ein Jahr später ging das Unternehmen an die Börse, der Ausgabepreis lag bei umgerechnet 14,74 Euro je Aktie.

1971 eröffnete in Bentonville, wo bis heute die Zentrale sitzt, das erste Verteilzentrum.

Ein Sprechchor nach koreanischem Vorbild

Nach dem Besuch einer koreanischen Fabrik führte Walton 1975 den „Walmart Cheer“ ein, einen Sprechchor, mit dem Beschäftigte die Buchstaben des Firmennamens rufen. Das Ritual, bei dem am Ende der Kunde als Nummer eins gefeiert wird, steht noch heute auf der Firmenseite. Den Chefposten hatte Sam Walton schon 1988 an David Glass abgegeben, gestorben ist er 1992.

Laut der Einladung zur Hauptversammlung 2026 hält die Walton Enterprises LLC zusammen mit dem Walton Family Holdings Trust 3,5 Milliarden Aktien, 44,11 Prozent des Kapitals. Den Verwaltungsrat leitet Greg Penner, zu den Treuhändern des Familien-Trusts zählen unter anderem Alice, Jim und Rob Walton.

Seit Anfang 2026 führt John Furner den Konzern, als Nachfolger von Doug McMillon. Der 51-Jährige ist der sechste Vorstandschef der Firmengeschichte und arbeitet seit mehr als 30 Jahren für Walmart.

Aus dem Gemischtwarenladen ist ein Händler geworden, der Lebensmittel, Medikamente, Fernseher und Werbeplätze verkauft. Geblieben ist der Glaubenssatz vom niedrigen Preis, an dem der Konzern jede neue Sparte misst, auch jene, die mit Ware nichts mehr zu tun hat.

Geschichte
Vom Gemischtwarenladen zum Werbevermarkter
Stationen von Walmart seit 1945, vom Franchise-Laden bis zur Schnittstelle für KI-Agenten.
  • 1945Sam Walton übernimmt in Newport, Arkansas, einen Laden der Franchisekette Ben Franklin.
  • 1962Am 2. Juli eröffnet in Rogers, Arkansas, der erste Walmart.
  • 1970Börsengang, die erste Aktie kostet umgerechnet 14,74 Euro.
  • 1983Der erste Sam’s Club öffnet in Midwest City, Oklahoma.
  • 1988Das erste Supercenter mit Supermarkt öffnet in Washington, Missouri.
  • 1991Mit dem Partner Cifra geht Walmart nach Mexiko.
  • 2006Rückzug aus Deutschland, 85 Märkte gehen an die Metro.
  • 2018Mehrheitsbeteiligung an Flipkart und PhonePe in Indien.
  • 2020Start der Mitgliedschaft Walmart+.
  • 2024Kauf des Fernsehherstellers Vizio für das Werbegeschäft.
  • 2026Amazon überholt Walmart in der Fortune-500-Liste, Walmart öffnet eine Schnittstelle für KI-Agenten.

Wie wurde aus der Idee ein Imperium?

Drei weiße Kartons in ansteigender Größe, der höchste mit einem orangefarbenen Fähnchen (10.955)
Vom Laden in Rogers zu 10.955 Märkten in 19 Ländern: Walmart wuchs über Supercenter, Sam’s Club und das Ausland.

Walmart wuchs in drei Sprüngen: mit dem Mitgliederclub Sam’s Club ab 1983, mit dem Supercenter samt Lebensmittelabteilung ab 1988 und mit der Expansion ins Ausland ab 1991. Heute betreibt der Konzern 10.955 Märkte in 19 Ländern und beschäftigt rund 2,1 Millionen Menschen.

1983 eröffnete in Midwest City, Oklahoma, der erste Sam’s Club, ein Großhandelsclub, in dem nur einkauft, wer einen Jahresbeitrag zahlt. Im selben Jahr ersetzte Walmart die Registrierkassen durch Computerkassen, die jeden Verkauf erfassen.

Aus diesen Daten wurde Jahrzehnte später ein eigenes Geschäft.

Ein Supermarkt im Warenhaus

1988 öffnete in Washington, Missouri, das erste Supercenter, das Gebrauchswaren und einen vollständigen Supermarkt unter einem Dach verband. Unsere Einordnung: Lebensmittel bringen die Kundschaft jede Woche zurück, und mit ihr kommt der Einkauf von Shampoo, Socken und Fernsehern, an denen der Händler mehr verdient.

Im Geschäftsjahr 2026 entfielen im US-Geschäft 255 Milliarden Euro auf Lebensmittel und Verbrauchsgüter, 59 Prozent.

1991 ging Walmart über ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Händler Cifra nach Mexiko, 1996 starteten walmart.com und samsclub.com, 1998 der kleinere Supermarkt Neighborhood Market. 2018 kaufte der Konzern die Mehrheit am indischen Onlinehändler Flipkart und am Zahlungsdienst PhonePe.

Mexiko und Mittelamerika sind mit 46,9 Milliarden Euro Umsatz heute das größte Auslandsgeschäft, China folgt mit 22,0 Milliarden Euro.

Ein kurzes Kapitel Deutschland

Ende der Neunzigerjahre kaufte Walmart in Deutschland die SB-Warenhausketten Wertkauf und Interspar, 2006 verkaufte der Konzern alle 85 Supercenter mit 11.000 Beschäftigten an die Metro. Für den Verkauf rechnete Walmart mit einem Verlust vor Steuern von umgerechnet rund 0,9 Milliarden Euro.

Der damalige Vizechef Michael Duke begründete den Rückzug damit, dass sich in Deutschland die gewünschte Größe und die gewünschten Ergebnisse kaum erreichen ließen. Die Märkte gingen in der Metro-Kette Real auf, deren Reste Jahre später an mehrere Händler fielen, unter anderem an Kaufland, wie unsere Analyse des Kaufland-Geschäftsmodells beschreibt.

In den USA baute der Konzern dafür das Onlinegeschäft aus: 2016 übernahm Walmart den Onlinehändler Jet.com, 2020 startete die Mitgliedschaft Walmart+, im Dezember 2024 schloss der Konzern den Kauf des Fernsehherstellers Vizio für umgerechnet rund 2,05 Milliarden Euro ab. Seit Dezember 2025 wird die Aktie an der Technologiebörse Nasdaq gehandelt statt an der New York Stock Exchange.

Umsatz wächst, Gewinn kaum

Im Geschäftsjahr bis Ende Januar 2026 setzte Walmart 637 Milliarden Euro um, 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Walmart zählt jede Woche rund 280 Millionen Kunden in den Märkten und auf den Websites. Von den 2,1 Millionen Beschäftigten arbeiten rund 1,6 Millionen in den USA. Im Juni 2026 stand Walmart dennoch erstmals seit 13 Jahren nicht mehr an der Spitze der Fortune-500-Liste der umsatzstärksten US-Unternehmen. Amazon zog mit 640,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025 knapp vorbei.

Der Umsatz stieg seit dem Geschäftsjahr 2013 um 52 Prozent, das Betriebsergebnis aber nur von 24,8 auf 26,6 Milliarden Euro. Von 100 Euro Umsatz blieben vor Zinsen und Steuern damals 5,92 Euro, heute 4,18 Euro. Unsere Einschätzung: Preissenkungen und der Aufbau des Onlinegeschäfts haben ein Jahrzehnt lang Marge gekostet. Werbung, Mitgliedsbeiträge und Provisionen sollen diese Marge nun zurückholen.

Wachstum
Mehr Umsatz, kaum mehr Gewinn
Umsatz und Betriebsergebnis von Walmart in ausgewählten Geschäftsjahren, in Milliarden Euro.
Umsatz
  • 2013418,7 Mrd. €
  • 2016430,7 Mrd. €
  • 2019459,6 Mrd. €
  • 2021499,6 Mrd. €
  • 2023546,1 Mrd. €
  • 2025608,4 Mrd. €
  • 2026637,2 Mrd. €
Betriebsergebnis
  • 201324,8 Mrd. €
  • 201621,5 Mrd. €
  • 201919,6 Mrd. €
  • 202120,1 Mrd. €
  • 202318,3 Mrd. €
  • 202526,2 Mrd. €
  • 202626,6 Mrd. €
plus 52 %
Umsatz seit dem Geschäftsjahr 2013
plus 7,6 %
Betriebsergebnis im selben Zeitraum
4,18 €
Betriebsergebnis je 100 € Umsatz, 2013 noch 5,92 €

Wie verdient Walmart tatsächlich sein Geld?

Dose, orangefarbenes Megafon, Preisschild mit „SCHREIANGEBOT! 1,49 €“ auf weißem Sockel
Die Ware bringt den Umsatz, Werbung, Mitgliedsbeiträge und Provisionen bringen zunehmend den Gewinnzuwachs.

Walmart verdient am Warenverkauf mit einer Bruttomarge von 24,2 Prozent, an Mitgliedsbeiträgen von 3,9 Milliarden Euro im Jahr und zunehmend an Werbung, Marktplatzprovisionen und Daten. Von 100 Euro Umsatz blieben im Geschäftsjahr 2026 vor Zinsen und Steuern 4,18 Euro, als Gewinn für die Aktionäre 3,07 Euro.

Drei Sparten, ein Schwergewicht

Walmart U.S. mit 4.611 Märkten und dem Onlineshop setzte im Geschäftsjahr bis Ende Januar 2026 431,5 Milliarden Euro um, 68 Prozent des Nettoumsatzes. Walmart International mit 5.743 Märkten in 18 Ländern kam auf 116,5 Milliarden Euro, der Mitgliederclub Sam’s Club U.S. mit 601 Filialen auf 83,1 Milliarden Euro.

In den USA verkauft Walmart vor allem Lebensmittel und Verbrauchsgüter, auf diese Warengruppe entfielen 255,1 Milliarden Euro, auf Gebrauchswaren wie Elektronik, Spielzeug und Kleidung 102,8 Milliarden Euro, auf Apotheke und Gesundheit 62,1 Milliarden Euro.

In zwei Jahren sank der Anteil der Gebrauchswaren am US-Umsatz von 25,8 auf 23,8 Prozent, der Gesundheitsbereich wuchs um 27 Prozent.

Erlösmodell
Woher die 637 Milliarden Euro kommen
Nettoumsatz nach Sparten und Warengruppen im Geschäftsjahr 2026, in Milliarden Euro.
Sparten
  • Walmart U.S.431,5 Mrd. €
  • Walmart International116,5 Mrd. €
  • Sam’s Club U.S.83,1 Mrd. €
Warengruppen in den USA
  • Lebensmittel und Verbrauchsgüter255,1 Mrd. €
  • Gebrauchswaren102,8 Mrd. €
  • Gesundheit und Apotheke62,1 Mrd. €
  • Sonstiges11,5 Mrd. €
5,2 %
Betriebsmarge Walmart U.S.
3,9 %
Betriebsmarge International
2,6 %
Betriebsmarge Sam’s Club

Was im Geschäftsbericht klein aussieht

Neben dem Nettoumsatz weist Walmart eine zweite, unscheinbare Zeile aus: Mitgliedsbeiträge und sonstige Erträge von 6,0 Milliarden Euro. Darin stecken 3,9 Milliarden Euro aus Mitgliedsbeiträgen, dazu Mieten von Ladenflächen, Recyclingerlöse und nicht eingelöste Geschenkkarten. Bei Sam’s Club ist diese Zeile das eigentliche Geschäft. Die Mitgliederclubs erwirtschafteten 2,18 Milliarden Euro Betriebsergebnis und nahmen zugleich 2,26 Milliarden Euro an Mitgliedsbeiträgen und sonstigen Erträgen ein.

Rechnerisch verkauft Sam’s Club die Ware also ohne Gewinn und verdient am Eintritt, der laut Geschäftsbericht für die einfache Mitgliedschaft umgerechnet rund 45 Euro im Jahr kostete, für die Plus-Variante rund 98 Euro.

Das Werbegeschäft taucht im Geschäftsbericht nicht als eigene Zeile auf. Walmart bucht Werbeerlöse je nach Vertrag als Umsatz oder als Minderung der Wareneinkaufskosten.

In der Mitteilung zum Jahresabschluss nannte der Konzern die Summe: Das weltweite Werbegeschäft wuchs im Geschäftsjahr 2026 um 46 Prozent auf fast 5,7 Milliarden Euro, Vizio eingerechnet.

Eine weitere Einnahme verbucht Walmart gar nicht als Erlös, sondern als Minderung der Einkaufskosten: Zahlungen und Nachlässe der Lieferanten, etwa Mengenrabatte, Zuschüsse für Lager und Logistik, Ausgleichszahlungen für Preissenkungen und bestimmte Werbevereinbarungen. Wie hoch diese Summe ist, veröffentlicht der Konzern nicht.

Hinzu kommen Provisionen von Händlern auf dem Online-Marktplatz und Gebühren für den Versanddienst Walmart Fulfillment Services. Im Quartal bis Ende Juli 2026 stieg der US-Umsatz mit Marktplatz und Versanddienst um 52 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, fast die Hälfte des Marktplatzgeschäfts lief bereits über die Lager von Walmart. Eine absolute Zahl nennt der Konzern nicht.

Was der Einkaufswagen über die Kundschaft verrät

Die Daten aus 280 Millionen wöchentlichen Kundenkontakten sind der Rohstoff des Werbegeschäfts. Die Werbesparte Walmart Connect verkauft Herstellern Anzeigen auf walmart.com, in der App und über die Fernseher von Vizio und misst den Erfolg bis zum Kassenbon.

Im August 2026 kaufte Walmart die Plattform Vibe.co dazu, über die auch kleinere Firmen Werbung auf Smart-TVs buchen.

Die Vizio-Fernseher liefern eigene Daten. Wie Walmart diese Daten nutzen darf, regelt bis 2037 eine Auflage der US-Handelsaufsicht FTC und des Generalstaatsanwalts von New Jersey. Lieferanten kaufen zusätzlich Auswertungen: Die Datensparte Walmart Data Ventures baut ihr Analysewerkzeug Scintilla zu einer Plattform aus, auf der Hersteller mit Hilfe von KI ihre Verkaufszahlen bei Walmart auswerten.

Konzernchef Furner beziffert den Zuwachs der Nutzer des Einkaufsassistenten Sparky in der Walmart-App binnen eines Jahres auf 70 Prozent, und Kunden, die mit Sparky einkaufen, geben je Bestellung 40 Prozent mehr aus als andere.

Nach einem ersten Test im Herbst 2025 erprobt Walmart bezahlte Empfehlungen in Sparky, die als gesponserte Antwortvorschläge erscheinen.

Über die neue Schnittstelle will Walmart fremden KI-Agenten helfen, die üblichen Produkte eines Kunden zu finden, ohne ihnen die Einkaufshistorie zu übergeben. Die Daten bleiben damit beim Händler, und mit ihnen die Grundlage für das Werbegeschäft.

In der Bilanz taucht der Wert dieser Daten nirgends auf. Sichtbar ist nur der Kaufpreis für Vizio, den Walmart zum Teil als Geschäfts- oder Firmenwert verbucht hat.

Wie weit Walmart die Daten für Preise nutzen darf, ist zum Streitfall geworden.

Konzernchef Furner schrieb am 25. September in einem Brief an die Kundschaft, Walmart bepreise „das Produkt, nicht die Person“. Am 5. Oktober forderte Kommunikationschef Dan Bartlett die Chefin der Organisation Groundwork Collaborative, Lindsay Owens, öffentlich auf, ihre Aussagen über personalisierte Preise bei Walmart zu korrigieren.

Owens hält dagegen, Walmart habe die Verwirrung selbst verursacht, und verweist auf Patente des Konzerns, darunter eines für elektronische Preisschilder, die Preise nach dem Inhalt des Einkaufswagens ändern könnten. Walmart kündigte an, dieses Patent weder zu nutzen noch zu verlängern.

Wo die Marge entsteht

Die Bruttomarge im US-Geschäft lag im Geschäftsjahr 2026 bei 27,5 Prozent, das Betriebsergebnis bei 22,5 Milliarden Euro, eine Marge von 5,2 Prozent. Im Auslandsgeschäft blieben 3,9 Prozent, bei Sam’s Club 2,6 Prozent, ohne das Tankstellengeschäft nur 2,2 Prozent.

Das US-Geschäft liefert damit 77 Prozent des Betriebsergebnisses der drei Sparten.

Im Quartal bis Ende Juli 2026 stieg die Bruttomarge im US-Geschäft um 1,58 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresquartal. Den größten Teil erklärte Walmart mit Zollrückerstattungen von umgerechnet 2,6 Milliarden Euro für Zölle, die auf Grundlage des Notstandsgesetzes IEEPA erhoben worden waren. Einen weiteren Teil führt der Quartalsbericht auf Geschäfte mit höherer Marge zurück, darunter die Werbung. Finanzchef John David Rainey sagte im August, fast die Hälfte des Gewinnwachstums stamme inzwischen aus Mitgliedschaften, Werbung und Marktplatz.

Neue Erlösquellen
Was neben der Ware wächst
Werbegeschäft, Mitgliedsbeiträge und US-Onlineumsatz im Vergleich, in Milliarden Euro.
Weltweites Werbegeschäft
  • Geschäftsjahr 2024, ohne Vizio3,0 Mrd. €
  • Geschäftsjahr 2026, mit Vizio5,7 Mrd. €
Mitgliedsbeiträge
  • Geschäftsjahr 20211,5 Mrd. €
  • Geschäftsjahr 20263,9 Mrd. €
Onlineumsatz Walmart U.S.
  • Geschäftsjahr 202138,4 Mrd. €
  • Geschäftsjahr 202689,0 Mrd. €
plus 38 %
Werbegeschäft, Quartal bis Juli 2026 gegenüber Vorjahresquartal
plus 52 %
US-Marktplatz und Versanddienst, gleicher Vergleich
plus 17 %
Mitgliedsbeiträge weltweit, gleicher Vergleich

Billige Mitgliedschaft, wertvoller Kunde

Walmart+ kostet umgerechnet rund 88 Euro im Jahr und enthält Versand ohne Mindestbestellwert, Lieferung aus dem Markt ab einem Mindestbestellwert, Rabatte an der Zapfsäule und ein Streamingabo. Seit dem 20. Oktober bietet Walmart die Mitgliedschaften Walmart+ und Sam’s Club Plus zusammen für rund 107 Euro im Jahr als Kombiangebot an.

Der Konzern rechnet mit dem Einkauf, nicht mit dem Beitrag. Finanzchef Rainey zufolge geben Mitglieder etwa viermal so viel aus wie Nichtmitglieder. Die Kosten des Angebots sollen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr nicht spürbar belasten.

Auch Preissenkungen nimmt Walmart bewusst in Kauf. Die Zollrückerstattungen steckte der Konzern zu einem großen Teil in niedrigere Preise, die Zahl der Artikel mit Rollback, also befristet gesenktem Preis, stieg von 7.200 Ende April auf 11.000 Ende Juli.

Größe als Kostenvorteil

Walmart betreibt in den USA 192 Verteilzentren mit eigener Lkw-Flotte, und für 80 Prozent der Onlinebestellungen ist ein Markt die letzte Station vor der Haustür. Im Oktober eröffnete in Stockton, Kalifornien, das fünfte hoch automatisierte Versandzentrum, in dem ein Auftrag fünf statt bisher zwölf Arbeitsschritte braucht. Ende Januar 2026 schuldete Walmart seinen Lieferanten 56,3 Milliarden Euro, das Warenlager war 52,6 Milliarden Euro wert. Die Hersteller finanzieren damit rechnerisch den gesamten Warenbestand des Konzerns.

Was sich seit 2021 verschoben hat

Der Onlineumsatz von Walmart U.S. stieg vom Geschäftsjahr 2021 bis 2026 von 38,4 auf 89,0 Milliarden Euro, sein Anteil am US-Umsatz von gut 11 auf 21 Prozent. Die Mitgliedsbeiträge stiegen von 1,5 auf 3,9 Milliarden Euro.

Weggefallen ist der britische Supermarktbetreiber Asda, der im Geschäftsjahr 2021 noch 26,1 Milliarden Euro umsetzte und kurz darauf verkauft wurde. Für bestimmte Klagen wegen ungleicher Bezahlung bei Asda hat Walmart dem Unternehmen eine Freistellung bis zu einem vertraglich festgelegten Betrag zugesagt.

Unsere Einschätzung: Walmart erzielt seinen Umsatz weiter überwiegend mit Lebensmitteln, doch das Wachstum des Gewinns hängt von Werbung, Beiträgen und Provisionen ab. Diese Erlöse setzen voraus, dass Kunden in der App und auf der Website einkaufen, und genau deshalb will Walmart die KI-Agenten lieber über die eigene Schnittstelle führen als aussperren.

Auf den PunktWare, Eintritt, Daten, Lieferanten
  • Ware: 631 Milliarden Euro Nettoumsatz, Bruttomarge 24,2 Prozent.
  • Eintritt: 3,9 Milliarden Euro Mitgliedsbeiträge, bei Sam’s Club mehr als das Betriebsergebnis.
  • Daten: Werbegeschäft 5,7 Milliarden Euro, im Quartal bis Ende Juli plus 38 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
  • Lieferanten: 56,3 Milliarden Euro offene Rechnungen finanzieren das Lager.

Wie groß ist die Marktmacht von Walmart?

Ein Magnet auf einem Podest zieht drei kleine Einkaufswagen an, auf weißem Grund
Knapp ein Fünftel des US-Lebensmittelmarkts und 16 Prozent des Umsatzes von Procter & Gamble entfallen auf Walmart.

Auf Walmart entfällt knapp ein Fünftel der Lebensmittelausgaben amerikanischer Haushalte, und der Konzern ist für Markenhersteller wie Procter & Gamble der mit Abstand größte Kunde. Der Anteil sinkt allerdings leicht, und beim Werbegeschäft liegt Amazon um ein Vielfaches vorn.

Das Marktforschungsunternehmen Numerator, das Kassenbons von Haushalten auswertet, sieht Walmart im US-Lebensmittelhandel bei 19,9 Prozent Marktanteil im Jahr 2026. Zwei Jahre zuvor lag der Anteil bei 20,4 Prozent. Kroger folgt mit 8,3 Prozent, Costco mit 8,2 Prozent, Albertsons mit 4,5 Prozent. Bei verpackten Konsumgütern sank Walmarts Anteil im selben Zeitraum von 21,1 auf 20,4 Prozent. Amazon samt der Tochter Whole Foods legte von 6,4 auf 8,0 Prozent zu.

Der Kunde, an dem niemand vorbeikommt

Procter & Gamble, einer der größten Markenhersteller der Welt, macht seit drei Jahren rund 16 Prozent seines weltweiten Umsatzes mit Walmart und dessen Töchtern, kein anderer Kunde kommt auf mehr als 10 Prozent. Bei Verhandlungen über Preise, Regalplätze und Werbebudgets sitzt Walmart damit am längeren Hebel.

Unsere Einordnung: Die Hersteller bezahlen inzwischen zweimal, mit Konditionen im Einkauf und mit Anzeigen bei Walmart Connect.

Die eigenen Marken verstärken den Druck. Walmart verkauft unter Namen wie Great Value, Equate, onn. und Mainstays Lebensmittel, Drogerieartikel, Elektronik und Haushaltswaren, die im Regal neben den Markenartikeln stehen und mit ihnen um Platz konkurrieren.

Amazon ist größer, nicht nur im Umsatz

Beim Umsatz liegen Walmart und Amazon fast gleichauf. Im Werbegeschäft liegen zwischen beiden Welten: Amazon verbuchte 2025 Werbeerlöse von 61,3 Milliarden Euro, mehr als das Zehnfache der Walmart-Werbeerlöse.

Walmart ist dort stark, wo Amazon schwächer ist: im Lebensmittelhandel und bei der schnellen Lieferung aus 4.611 Märkten.

Neue Konkurrenz kommt von Plattformen aus China. Seit dem Ende der US-Zollfreigrenze für Kleinsendungen schickt Temu weniger Einzelpakete und lagert mehr Ware in den USA, wie unsere Analyse von Temus Geschäftsmodell zeigt.

Wie Walmart Kunden bindet

Die wichtigste Fessel ist die Mitgliedschaft. Mitglieder von Walmart+ bekommen Lebensmittel ohne Liefergebühr, tanken günstiger und streamen Filme. Jede dieser Leistungen ist ein Grund weniger, bei Amazon Prime oder Costco einzukaufen.

Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen wuchsen im Quartal bis Ende Juli um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Bei den KI-Agenten geht Walmart den umgekehrten Weg wie Amazon. Amazon sperrte am 20. September den Agenten Muse von Meta aus und verlangt, dass fremde Programme die Entscheidung des Händlers respektieren, ob er mitmachen will. Walmart dagegen arbeitet mit Muse, ChatGPT und Gemini zusammen und öffnet eine eigene Schnittstelle.

Unsere Einordnung: Walmart nutzt die Offenheit als Vorteil gegen Amazon, behält aber die Regeln in der Hand. Agenten, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, sperrt auch Walmart.

Wettbewerbshüter im Ausland

Der Geschäftsbericht nennt kartellrechtliche Verfahren in Mexiko gegen die Tochter Walmex und in Indien gegen Gesellschaften der Tochter Flipkart. Ausgang und mögliche Strafen sind offen.

Auf den PunktStark im Regal, schwach in der Werbung
  • Lebensmittel: 19,9 Prozent Marktanteil, leicht sinkend.
  • Hersteller: Bei Procter & Gamble 16 Prozent des Umsatzes.
  • Werbung: Amazon nimmt mehr als zehnmal so viel ein.

Wer ist bei Walmart eigentlich das Produkt?

Einkaufswagen mit Barcode-Anhänger und Schild „SCHNÄPPCHEN“ auf Podest
Kunden kaufen ein und liefern dabei die Daten, mit denen Walmart Herstellern Werbung verkauft.

Bei Walmart sind Kunden zugleich Käufer und Zielgruppe, die der Konzern an Hersteller vermarktet. Hersteller zahlen für Regalplatz, Anzeigen und Datenauswertungen, Marktplatzhändler für Provisionen und Lagerdienste, und selbstständige Fahrer liefern die Ware zu Konditionen, die von Behörden beanstandet wurden.

Der klassische Händler kauft Ware ein und verkauft sie teurer weiter. Walmart verdient zusätzlich an der Aufmerksamkeit der Kundschaft im Laden und in der App. Jeder Einkauf mit Kundenkonto, jede Suche in der App und jede Anfrage im Assistenten Sparky erzeugt Daten, mit denen Walmart Connect Werbeplätze an Hersteller verkauft.

Die Kundschaft bezahlt ihre Einkäufe mit Geld und liefert die Daten kostenlos dazu.

Ein Versprechen als Geschäftsgrundlage

Seit September verteidigt Walmart öffentlich eine Grenze bei den Preisen. Unsere Lesart: Die Daten bestimmen, welche Anzeige jemand sieht, aber nicht, welchen Preis er bezahlt. Konzernchef Furner versprach in seinem Brief vom 25. September, Walmart werde Einkommen, Einkaufshistorie oder eine Notlage nie nutzen, um einem Kunden mehr zu berechnen.

Für Agenten gilt dasselbe: Ein KI-Agent sieht auf walmart.com dieselben Preise wie ein Mensch.

Unsere Einordnung: Das Versprechen ist zugleich Schutzschild für das Geschäftsmodell. Ein Händler, dessen Werbegeschäft vom Vertrauen der Kundschaft lebt, kann sich den Verdacht personalisierter Aufschläge nicht leisten. Ob Walmart das Versprechen dauerhaft hält, lässt sich von außen nicht prüfen, die Kritiker von Groundwork Collaborative verweisen auf die Patente.

Hersteller und Händler zahlen mehrfach

Für Markenhersteller ist Walmart Kunde, Werbeplattform und Datenlieferant zugleich. Die Hersteller verkaufen ihre Ware an Walmart, kaufen Anzeigen bei Walmart Connect und bezahlen Auswertungen der Datensparte, um zu sehen, wie sich ihre Produkte bei Walmart verkaufen.

Marktplatzhändler zahlen keine Monatsgebühr, aber eine Verkaufsprovision je nach Warengruppe, etwa 8 Prozent für Unterhaltungselektronik und 15 Prozent für Haushaltswaren und Bücher. Händler, die ihre Ware in Walmarts Lagern unterbringen, bezahlen zusätzlich den Versanddienst Walmart Fulfillment Services.

Die Fahrer am Ende der Kette

Auch selbstständige Fahrer liefern Bestellungen aus dem Markt an die Haustür, die Aufträge nehmen sie über die Plattform Spark an. Im Februar 2026 einigte sich Walmart mit der FTC, zehn Bundesstaaten und einem kalifornischen Bezirksstaatsanwalt auf eine Zahlung von umgerechnet 89,3 Millionen Euro. Die Behörden hatten dem Konzern vorgeworfen, Fahrern zu hohe Grundvergütungen und Trinkgelder angezeigt zu haben.

Laut Klage soll Walmart Aufträge nach der Annahme aufgeteilt oder geändert haben, sodass Fahrer weniger als die versprochene Vergütung oder das volle Trinkgeld erhielten.

Der Generalstaatsanwalt von North Carolina, Jeff Jackson, warf dem Konzern vor, Fahrer und Kunden getäuscht zu haben. Zehn Jahre lang muss Walmart nun ein Programm zur Prüfung der angezeigten Verdienste betreiben und der FTC jährlich berichten.

Und die eigene Belegschaft?

Rund 1,6 Millionen Menschen arbeiten für Walmart in den USA, 92 Prozent davon im Stundenlohn. Das Mediangehalt der Beschäftigten weltweit lag 2025 bei umgerechnet rund 27.300 Euro im Jahr.

Rollen
Wer bei Walmart zahlt und wer kassiert
Die Beteiligten am Geschäftsmodell und ihre Rolle, Stand Oktober 2026.
zahlt und liefert Daten
Kundschaft
Rund 280 Millionen Kundenkontakte pro Woche. Jeder Einkauf mit Konto speist das Werbegeschäft.
zahlt mehrfach
Markenhersteller
Liefern die Ware, kaufen Anzeigen bei Walmart Connect und Auswertungen der Datensparte.
zahlt Provision
Marktplatzhändler
Keine Monatsgebühr, aber eine Provision je Verkauf, in den meisten Warengruppen 8 bis 15 Prozent.
liefert aus
Fahrer der Plattform Spark
Selbstständig unterwegs. Vergleich mit FTC und Bundesstaaten über 89,3 Millionen Euro im Februar 2026.
arbeitet
Beschäftigte
Rund 2,1 Millionen weltweit, Mediangehalt rund 27.300 Euro im Jahr.
kassiert
Familie Walton
44,11 Prozent der Aktien, rechnerisch rund 2,96 Milliarden Euro Dividende im Geschäftsjahr 2026.

Was kostet das Angebot wirklich, und wer trägt die Kosten?

Weißer Kuchen auf Ständer, angeschnitten, daneben Teller mit 3%-Fähnchen
Nach Wareneinsatz, Löhnen, Mieten, Zinsen und Steuern bleibt Walmart nur ein schmales Stück vom Umsatz.

Von 100 Euro, die Walmart einnimmt, gehen 75,07 Euro an die Lieferanten der Ware und 20,74 Euro in Löhne, Mieten, Logistik und Verwaltung. Vor Zinsen und Steuern bleiben 4,18 Euro, für die Aktionäre nach Steuern 3,07 Euro. Einen Teil der Kosten tragen die Hersteller über Konditionen, Zahlungsziele und Werbebudgets mit.

Die folgende Aufstellung rechnet den Gesamtumsatz des Geschäftsjahres 2026 von 637 Milliarden Euro auf 100 Euro herunter. Mitgliedsbeiträge und sonstige Erträge stecken mit 95 Cent bereits im Umsatz.

Posten je 100 Euro GesamtumsatzBetragWas dahintersteht
Wareneinsatz75,07 €Einkauf der Ware, Transport zu Lagern, Märkten und Kunden, abzüglich Zahlungen der Lieferanten
Betriebs- und Vertriebskosten20,74 €Personal, Mieten, Logistik, Abschreibungen, Verwaltung
Betriebsergebnis4,18 €Gewinn vor Zinsen und Steuern
Zinsen0,34 €Schulden und Leasingverträge, abzüglich Zinserträgen
Bewertung von Beteiligungenplus 0,29 €Kursgewinne bei Aktienbeteiligungen
Ertragsteuern1,01 €effektiver Steuersatz 24,4 Prozent
Minderheitsanteile0,05 €Gewinnanteil fremder Aktionäre an Töchtern wie Walmex und Flipkart
Gewinn für Walmart-Aktionäre3,07 €insgesamt 19,6 Milliarden Euro

Die Rechnung geht über die Menge auf: 631 Milliarden Euro Nettoumsatz bei 24,2 Prozent Bruttomarge ergeben 152,8 Milliarden Euro Rohertrag, aus dem Walmart Löhne, Mieten und Logistik bezahlt.

Wer die Zölle bezahlt

Weniger als ein Drittel dessen, was Walmart in den USA verkauft, ist importiert, vor allem aus China, Vietnam, Mexiko, Indien und Kanada. Steigende Zölle verteuern diesen Teil, und Walmart muss entscheiden, wie viel davon die Kundschaft bezahlt. Aus der Erstattung von Zöllen, die auf Grundlage des Notstandsgesetzes IEEPA erhoben worden waren, erhielt Walmart im Quartal bis Ende Juli umgerechnet 2,6 Milliarden Euro. Einen großen Teil steckte der Konzern noch im selben Quartal in niedrigere Preise, vor allem bei Lebensmitteln und Gebrauchswaren.

Finanzchef Rainey bat die Analysten, das zweite und dritte Quartal deshalb zusammen zu betrachten.

Unsere Einschätzung: Walmart nutzt die Rückerstattung, um Preisabstände zur Konkurrenz zu vergrößern, statt einen einmaligen Gewinn zu buchen. Die Preissenkungen kosten kurzfristig Marge und stärkt den Ruf als billigster Händler, auf dem alles andere aufbaut.

Was Mitgliedschaft und Lieferung kosten

Walmart+ kostet umgerechnet rund 88 Euro im Jahr, im neuen Kombiangebot mit Sam’s Club Plus rund 107 Euro. Den Aufwand für die schnelle Lieferung finanzieren die Mitglieder damit über einen festen Jahresbeitrag, und Walmart setzt darauf, dass sie mehr einkaufen.

Marktplatzhändler bezahlen für verkaufte Haushaltswaren im Wert von 100 Euro eine Provision von 15 Euro an Walmart, für den Versand über Walmart Fulfillment Services kommen Lagergebühren hinzu.

Wer am Ende die Last trägt

Die Hersteller finanzieren das Warenlager mit. Wie die Bilanz zeigt, übersteigen die offenen Lieferantenrechnungen den Wert des Lagers, Walmart nutzt das Geld der Lieferanten damit als Betriebskapital ohne ausgewiesene Zinsen.

Auf den PunktDrei Euro von hundert
  • Ware: 75 Euro je 100 Euro Umsatz gehen an Lieferanten.
  • Gewinn: gut 3 Euro bleiben für die Aktionäre.
  • Zölle: 2,6 Milliarden Euro Rückerstattung flossen größtenteils in Preise.
  • Finanzierung: Lieferantenkredit größer als das gesamte Lager.

Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Eine Wippe mit Paketen links und einem Geldsack rechts auf weißem Hintergrund
Die Familie Walton erhielt rechnerisch rund 2,96 Milliarden Euro Dividende, Lieferanten und Fahrer stehen unter Druck.

Am meisten profitieren die Aktionäre, allen voran die Familie Walton. Die Aktionäre erhielten im Geschäftsjahr 2026 rund 13,9 Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe erhielten. Unter Druck stehen Lieferanten, kleinere Konkurrenten, selbstständige Fahrer und Beschäftigte mit niedrigen Löhnen.

GruppeEntwicklungEinordnung
Familie Walton44,11 Prozent der Aktien, rechnerisch rund 2,96 Milliarden Euro Dividende im Geschäftsjahr 2026größte Einzelprofiteure des Modells
Aktionäre insgesamtDividende 6,71 Milliarden Euro, Aktienrückkäufe 7,23 Milliarden EuroAusschüttung steigt, Dividende je Aktie 2027 erhöht
Kundschaft11.000 Artikel mit gesenkten Preisen bis Ende Juli 2026profitiert, liefert dafür Daten
Mitglieder von Walmart+ und Sam’s ClubKombiangebot für rund 107 Euro im Jahrsparen bei Lieferung und Treibstoff, kaufen mehr bei Walmart
MarkenherstellerProcter & Gamble: 16 Prozent des Umsatzes mit Walmartabhängig, zahlen zusätzlich für Werbung und Daten
Konkurrenz im LebensmittelhandelKroger von 8,8 auf 8,3 Prozent Marktanteilverliert, Costco gewinnt
Fahrer der Plattform SparkVergleich über 89,3 Millionen Euro im Februar 2026Entschädigung nach Vorwürfen der FTC
BeschäftigteMediangehalt rund 27.300 Euro, damaliger Konzernchef 958-mal so vielgroßer Abstand zur Spitze

Eine Familie als größter Gewinner

Walmart zahlte im Geschäftsjahr 2026 Dividenden von 6,71 Milliarden Euro aus. Bei einem Anteil von 44,11 Prozent entfallen rechnerisch rund 2,96 Milliarden Euro auf die Gesellschaften der Familie Walton. Hinzu kommt der Wertzuwachs ihrer Aktien, den Rückkäufe für 7,23 Milliarden Euro stützen.

Für das Geschäftsjahr 2027 erhöhte Walmart die Dividende auf umgerechnet rund 88 Cent je Aktie.

Die Gesamtvergütung des damaligen Vorstandschefs Doug McMillon lag im Geschäftsjahr 2026 bei umgerechnet 26,1 Millionen Euro, das 958-Fache des Mediangehalts der Beschäftigten. Das Verhältnis legt Walmart in der Einladung zur Hauptversammlung offen, wie von der US-Börsenaufsicht vorgeschrieben.

Lieferanten zwischen Absatz und Abhängigkeit

Walmart öffnet einem Hersteller den Zugang zu 280 Millionen Kundenkontakten pro Woche. Der Preis dafür sind Zahlungen für Werbung und Daten sowie lange Wege bis zum Geld: Die offenen Rechnungen von 56,3 Milliarden Euro übersteigen den Wert des Lagers.

Kleinere Lieferanten finden über die jährliche Veranstaltung „Open Call“ den Weg ins Regal. Am 15. Oktober stellten in Bentonville fast 150 Unternehmer Produkte aus US-Herstellung vor, 54 erhielten eine Zusage für einen Testverkauf bei Walmart oder Sam’s Club.

Konkurrenz und Standorte

Im Lebensmittelhandel verlieren Kroger und Albertsons Marktanteile, während Costco zulegt, bei verpackten Konsumgütern gewinnt zudem Amazon. Walmart selbst verliert leicht, bleibt aber mit großem Abstand Marktführer.

Das neue Versandzentrum in Stockton soll mehr als 1.000 Arbeitsplätze schaffen, die Handelskammer der Stadt spricht von einer bedeutenden Investition. Zugleich übernimmt dort die Automatisierung Handgriffe, die bisher Menschen erledigten.

Für die Fahrer der Lieferplattform Spark brachte der Vergleich Geld und Regeln. Bis zu umgerechnet 70,6 Millionen Euro aus dem Vergleich gehen direkt an die Fahrer, und Walmart darf Aufträge nicht mehr ändern, nachdem ein Fahrer sie angenommen hat.

Walmart vermarktet zwar Dauertiefpreise, doch im Sommer 2026 stammte fast die Hälfte seines Gewinnwachstums aus Werbung, Beiträgen und Marktplatz.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Wie politisch ist Walmart?

Ein weißes Pult auf einem Sockel mit einem Wachssiegel oben und einem Aufkleber unten
Zölle, Medikamentenpreise und der Streit über personalisierte Preise prägen Walmarts Politik.

Walmart meldete für 2025 Lobbyausgaben von umgerechnet 7,0 Millionen Euro, die Spenden des Mitarbeiter-Wahlkampffonds gingen an beide Parteien. Politisch zählen derzeit vor allem Zölle, Medikamentenpreise und der Streit über personalisierte Preise, den Walmart offensiv öffentlich führt.

2025 meldete der Konzern über die vierteljährlichen Berichte an Senat und Repräsentantenhaus umgerechnet 7,0 Millionen Euro. Zu den genannten Prioritäten zählen stabile Handelsregeln, mehr Produktion in den USA, Ausbildung, Apotheken, faire Preisangaben, Verkehr und Unternehmenssteuern. Der Wahlkampffonds der Beschäftigten, WALPAC, gab 2025 auf Bundesebene 44,8 Prozent seiner Spenden an Demokraten und 55,2 Prozent an Republikaner.

Zölle als Dauerthema

Weniger als ein Drittel dessen, was Walmart in den USA verkauft, kommt aus dem Ausland. Mehr als zwei Drittel der Einkaufsausgaben fließen nach Walmart-Rechnung in Waren, die in den USA hergestellt, angebaut oder montiert wurden. Mit dieser Zahl wirbt der Konzern bei Veranstaltungen wie dem „Open Call“, auf dem Hersteller aus 35 Bundesstaaten ihre Produkte vorstellen.

Im Quartalsbericht nennt Walmart die Zölle schwer berechenbar, die Hauptlieferländer sind China, Vietnam, Mexiko, Indien und Kanada.

Medikamente und Preisgesetze

Seit Januar 2026 gelten in den USA gesetzliche Höchstpreise für bestimmte Medikamente. Für die Kundschaft sinken damit Preise, für Walmart bremste die Regel das flächenbereinigte US-Wachstum im Quartal bis Ende Juli um 1,25 Prozentpunkte. Gesundheit und Apotheke sind mit 62,1 Milliarden Euro die drittgrößte Warengruppe des US-Geschäfts.

Der Streit über personalisierte Preise

Die US-Handelsaufsicht FTC beschäftigt sich mit personalisierten Preisen, Maryland hat als erster Bundesstaat kurzfristige Preiserhöhungen auf Grundlage persönlicher Kundendaten verboten. Groundwork Collaborative wirft Walmart vor, mit erheblichem Aufwand die Technik für solche Preise zu entwickeln.

Walmart antwortet mit Öffentlichkeitsarbeit statt mit Schweigen: erst mit dem Brief von Konzernchef Furner an die Kundschaft am 25. September, dann am 5. Oktober mit dem offenen Brief von Kommunikationschef Bartlett an Lindsay Owens.

Darin schreibt Bartlett, Walmart erhöhe Preise weder bei Hitze noch vor einem Schneesturm, und elektronische Preisschilder würden nie für individuelle oder dynamische Preise genutzt.

Owens hält an ihrer Kritik fest. Walmart sage den Kunden das eine, den Investoren etwas anderes und dem US-Patentamt wieder etwas anderes, erklärte Owens in einer Stellungnahme.

Unsere Einordnung: Ein schriftliches, öffentlich wiederholtes Versprechen wiegt schwerer als jedes Patent, weil Walmart sich daran messen lassen muss.

Behörden und Gerichte

Die Einigung mit der FTC und den Bundesstaaten über die Fahrerplattform Spark kam unter Beteiligung von Generalstaatsanwälten beider großen Parteien zustande. Daneben nennt der Geschäftsbericht ein Kartellverfahren in Mexiko, Verfahren rund um die Tochter Flipkart in Indien und Klagen im Zusammenhang mit opioidhaltigen Schmerzmitteln.

Auf den PunktLobby, Zölle, Preise
  • Lobby: rund 7,0 Millionen Euro, Spenden auf beide Parteien verteilt.
  • Zölle: 2,6 Milliarden Euro Rückerstattung, weniger als ein Drittel der Ware importiert.
  • Preise: öffentliches Versprechen gegen personalisierte Aufschläge.

Was könnte Walmart zu Fall bringen?

Weißer Einkaufswagen auf weißem Podest mit Antenne und Anhänger „Agent“
KI-Agenten könnten Kunden an der Walmart-App vorbeiführen und das Werbegeschäft treffen.

Ein plötzlicher Absturz ist bei einem Konzern mit 637 Milliarden Euro Umsatz unwahrscheinlich. Gefährlich sind schleichende Risiken: KI-Agenten, die Kunden an der App vorbeiführen, strengere Regeln für Daten und Preise, Zölle und eine Marge, die seit Jahren unter Druck steht.

Agenten statt App

Das größte strategische Risiko sind die KI-Agenten selbst. Kaufen Kunden künftig über einen KI-Agenten ein, sehen sie weniger Anzeigen in der Walmart-App, und das Werbegeschäft verliert sein wichtigstes Schaufenster.

Walmart setzt darauf, die Agenten über die eigene Schnittstelle zu führen und die Kundendaten in eigener Hand zu behalten. Ob das gelingt, hängt von den Anbietern der Agenten ab. Unsere Einschätzung: Meta, OpenAI und Google haben eigene Interessen an Werbung und Daten, und je mehr Einkäufe ein Agent bündelt, desto eher kann er Händler gegeneinander ausspielen. Trotzdem ist Walmart auf diese Verschiebung besser vorbereitet als Amazon, weil der Konzern nicht pauschal aussperrt, sondern die Bedingungen vorgibt.

Ein Konkurrent, der größer geworden ist

Amazon hat Walmart beim Umsatz überholt und nimmt mit Werbung mehr als zehnmal so viel ein. Im Lebensmitteldiscount wächst zudem Aldi Süd in den USA, wie unsere Analyse des Aldi-Geschäftsmodells beschreibt. Costco gewinnt Marktanteile im Lebensmittelhandel, Walmart verliert leicht.

Regeln für Daten und Preise

Sollten Bundesstaaten oder die FTC Werbung auf Basis von Einkaufsdaten stärker beschränken, träfe das den margenstärksten Teil des Geschäfts. Bisher richten sich die Gesetze gegen personalisierte Preisaufschläge, nicht gegen personalisierte Werbung.

Die Vizio-Auflage bis 2037 zeigt, wie eng Aufsichtsbehörden die Nutzung von Fernsehdaten bereits regeln.

Marge, Zölle, Haftung

Das Betriebsergebnis des Konzerns stieg in 13 Jahren um weniger als 8 Prozent, der Umsatz um 52 Prozent. Für das dritte Quartal bis Ende Oktober 2026 erwartet Walmart nur 2 bis 4 Prozent mehr bereinigtes Betriebsergebnis als im Vorjahresquartal, weil die Zollrückerstattungen in Preise fließen.

Die Kosten für Haftpflichtfälle, die Walmart selbst versichert, stiegen im Geschäftsjahr 2026 um umgerechnet rund 0,8 Milliarden Euro. Der Konzern begründet das mit steigenden Kosten für die Regulierung von Schadensfällen im ganzen Handel.

Im Ausland ist Indien der größte Unsicherheitsfaktor. Für einen möglichen Börsengang des Zahlungsdienstes PhonePe verbuchte Walmart im Geschäftsjahr 2026 eine Belastung von umgerechnet rund 0,6 Milliarden Euro, gegen Flipkart laufen kartellrechtliche Verfahren.

Risiken
Was Walmart gefährlich werden könnte
Die wichtigsten Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Wirkung, Einschätzung der Redaktion, Stand 26.10.2026.
hoch
KI-Agenten
Kaufen Agenten außerhalb der App ein, verliert das Werbegeschäft Sichtbarkeit. Walmart setzt auf die eigene Schnittstelle.
hoch
Amazon
Mehr Umsatz und mehr als zehnmal so hohe Werbeerlöse.
mittel
Datenregeln
FTC und Bundesstaaten prüfen personalisierte Preise, Maryland hat ein Verbot erlassen.
mittel
Zölle
Weniger als ein Drittel der US-Ware ist importiert, die Zollsätze bleiben unsicher.
mittel
Marge
Betriebsergebnis seit 2013 nur 7,6 Prozent höher, Prognose für das bereinigte Betriebsergebnis im dritten Quartal plus 2 bis 4 Prozent.
mittel
Indien
Kartellverfahren gegen Flipkart, Börsenpläne für PhonePe.

Drei Szenarien für die nächsten fünf Jahre

SzenarioWas passiertFolge für Walmart
OptimistischWerbung, Marktplatz und Mitgliedschaften wachsen weiter zweistellig, KI-Agenten kaufen über Walmarts Schnittstelle einBetriebsmarge steigt wieder Richtung 5 Prozent, Gewinn wächst schneller als Umsatz
RealistischUmsatz wächst um 4 bis 5 Prozent im Jahr, neue Erlösquellen gleichen die Preissenkungen ausMarge stabil um 4 Prozent, Abstand zu Amazon im Werbegeschäft bleibt
PessimistischAgenten großer Techkonzerne bündeln Einkäufe, Regeln begrenzen datenbasierte Werbung, Zölle steigenWerbeerlöse stagnieren, die Marge fällt unter das heutige Niveau

Die Szenarien sind eine Einschätzung der Redaktion. Die Bandbreite für das Umsatzwachstum stammt aus Walmarts eigener Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

Was bedeutet Walmart für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Wegweiser nach Bentonville und Berlin, darunter ein Schild mit der Aufschrift „Verlaufen?“
Seit 2006 ohne Märkte in Deutschland, aber Vorbild für Händlerwerbung und Regeln für KI-Agenten.

Deutsche Verbraucher können seit 2006 nicht mehr bei Walmart einkaufen, deutsche Unternehmen aber an Walmart verkaufen, als Markenhersteller in den USA oder über den Marktplatz. Wichtiger ist das Vorbild, das Walmart dem Handel liefert: Werbung, Mitgliedschaft und Regeln für KI-Agenten.

Walmart betreibt in Europa keine eigenen Märkte mehr, seit auch Asda in Großbritannien verkauft ist. Für deutsche Kunden ist der Konzern vor allem ein Name aus Nachrichten und Börsenberichten, seine Preise und Mitgliedschaften gelten hier nicht.

Unsere Einordnung: Die Lehre aus dem gescheiterten Deutschland-Versuch gilt für ausländische Händler in Deutschland bis heute, Größe allein schlägt die Discounter nicht.

Ein Marktplatz für deutsche Händler

Seit 2025 wirbt Walmart gezielt um Händler aus Großbritannien und der EU. Ein eigenes Büro in London hilft beim Einstieg, über den Marktplatz erreichen Händler Kunden in den USA, in Kanada, in Mexiko und in Chile. Walmart verlangt keine Monatsgebühr, nur eine Provision je Verkauf, und bietet den eigenen Versand mit Lieferung in zwei Tagen innerhalb der USA an.

Angenommen, ein deutscher Händler verkauft dort Küchenzubehör für 1.000 Euro im Monat: Bei 15 Prozent Provision gingen 150 Euro an Walmart, Lager- und Versandkosten, Zölle und Steuern nicht eingerechnet. Ob sich das lohnt, hängt von der Marge des Produkts und von den Zollsätzen für die jeweilige Ware ab.

Händlerwerbung als Vorbild

Erste deutsche Händler haben das Prinzip übernommen. Kaufland verkauft seit März 2026 über die Sparte Kaufland Interact Werbung an Hersteller und misst die Wirkung mit den Daten der eigenen Kundenkarte. Für Markenhersteller bedeutet das dasselbe wie in den USA: Sichtbarkeit im Regal und in der App bezahlen sie zweimal.

Deutsche Markenhersteller, die in den USA an Walmart liefern, verhandeln mit demselben Kunden wie Procter & Gamble.

Agenten brauchen Regeln, auch in Deutschland

Walmarts Bedingungen für KI-Agenten lesen sich wie eine Vorlage für jeden Onlinehändler. Agenten erhalten keine Zahlungsdaten, dürfen nicht über den Auftrag des Kunden hinaus handeln und sehen nur die Daten, die sie für den Einkauf brauchen.

Walmart nimmt Ware auch dann zurück, wenn ein Agent sich irrt. Agenten, die sich nicht daran halten, sperrt Walmart aus.

Unsere Einschätzung: Deutsche Händler sollten früh entscheiden, ob sie Agenten nach dem Vorbild von Amazon aussperren oder wie Walmart nach eigenen Regeln zulassen. Ohne solche Regeln kaufen Agenten trotzdem ein, dann aber über die Website und ohne Absprache über Daten und Rückgaben.

Drei Szenarien für die nächsten zwölf Monate

SzenarioWas passiertFolge für deutsche Unternehmen und Verbraucher
OptimistischWalmarts Agentenprofile und die Schnittstelle für KI-Agenten starten wie geplant, das Werbegeschäft wächst weiter, Walmart baut den Marktplatz für Händler aus Europa ausneue Absatzwege in Nordamerika, Vorlage für faire Regeln beim Einkauf durch KI-Agenten
RealistischWalmart wächst um 4 bis 5 Prozent, Preissenkungen aus den Zollrückerstattungen laufen aus, die Debatte über personalisierte Preise bleibtwenig direkte Wirkung, Retail Media und Mitgliedschaften setzen sich auch im deutschen Handel weiter durch
PessimistischNeue Zölle, ein Streit mit großen Agenten-Anbietern, strengere Datenregeln in den USAteurerer Export in die USA, weniger Planungssicherheit für Marktplatzhändler

Was Sie jetzt tun können

  • Als Verbraucher: Prüfen Sie bei Mitgliedschaften wie Amazon Prime, was Sie tatsächlich nutzen. Bei Walmart geben Mitglieder viermal so viel aus wie Nichtmitglieder.
  • Als Händler: Bereiten Sie Produktdaten so auf, dass KI-Agenten sie lesen können, und legen Sie fest, was Agenten in Ihrem Shop dürfen.
  • Als Markenhersteller: Kalkulieren Sie bei Händlern mit eigenem Werbegeschäft die Anzeigen als festen Teil der Konditionen.
  • Als Exporteur: Rechnen Sie den Walmart-Marktplatz mit Provision, Versand und Zoll durch, bevor Sie Ware in die USA schicken.

Unsere Einschätzung zum Schluss: Walmart ist kein Billighändler mehr, der nur an der Ware verdient. Der Konzern verkauft Lebensmittel zu niedrigen Preisen, um mit Mitgliedschaften, Werbung und Provisionen an denselben Kunden ein zweites Mal zu verdienen. Ob ihm das gelingt, entscheidet sich an der Frage, wer im Zeitalter der Agenten den Zugang zum Kunden kontrolliert.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zum Geschäftsmodell von Walmart

Ein offenes Buch mit orangem Lesezeichen und Glossar-Schildchen
Von Betriebsergebnis bis Zollrückerstattung: die wichtigsten Fachbegriffe zum Geschäftsmodell von Walmart.

Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis ist der Gewinn aus dem laufenden Geschäft vor Zinsen und Steuern. Die Kennzahl zeigt, was ein Unternehmen mit seinem Kerngeschäft verdient, unabhängig von Finanzierung und Steuersitz. Walmart erzielte im Geschäftsjahr 2026 umgerechnet 26,6 Milliarden Euro, 4,18 Euro je 100 Euro Umsatz.

Bruttomarge

Die Bruttomarge gibt an, welcher Anteil vom Umsatz nach Abzug des Wareneinsatzes übrig bleibt. Aus diesem Rohertrag bezahlt ein Händler Personal, Mieten und Logistik. Walmart kam im Geschäftsjahr 2026 auf 24,2 Prozent, im US-Geschäft auf 27,5 Prozent.

Dauertiefpreis (EDLP)

Ein Dauertiefpreis, englisch Everyday Low Price, ist eine Preisstrategie, bei der ein Händler dauerhaft niedrige Preise verlangt, statt mit wechselnden Sonderangeboten zu werben. Walmart verfolgt diese Strategie seit den Sechzigerjahren und koppelt sie an das Ziel dauerhaft niedriger eigener Kosten.

Free Cashflow

Der Free Cashflow ist das Geld, das aus dem laufenden Geschäft nach Abzug der Investitionen übrig bleibt. Walmart definiert ihn als Mittelzufluss aus der Geschäftstätigkeit minus Ausgaben für Sachanlagen. Im Geschäftsjahr 2026 waren das umgerechnet 13,3 Milliarden Euro.

Großhandelsclub

Ein Großhandelsclub ist ein Lagerhausmarkt, in dem nur Mitglieder gegen einen Jahresbeitrag einkaufen. Die Clubs verkaufen große Packungen mit geringem Aufschlag und verdienen einen erheblichen Teil ihres Gewinns an den Beiträgen. Walmart betreibt in den USA 601 solche Clubs unter dem Namen Sam’s Club.

KI-Agent

Ein KI-Agent ist ein Programm, das mit künstlicher Intelligenz Aufgaben im Auftrag eines Menschen selbstständig erledigt, etwa Produkte suchen, vergleichen und bestellen. Walmart will solche Agenten über eine eigene Schnittstelle einkaufen lassen, mit Ausgabenlimits, die Kunden festlegen. Amazon sperrt fremde Agenten wie Metas Muse dagegen aus.

Lieferantenkredit

Als Lieferantenkredit bezeichnet man offene Rechnungen bei Lieferanten, die ein Unternehmen erst später bezahlt. Für den Händler wirkt das wie ein Darlehen ohne ausgewiesene Zinsen. Bei Walmart lagen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen Ende Januar 2026 mit umgerechnet 56,3 Milliarden Euro über dem Wert des Warenlagers.

Minderheitsanteile

Minderheitsanteile sind die Anteile fremder Aktionäre an Tochtergesellschaften, die ein Konzern zwar kontrolliert, aber nicht vollständig besitzt. Ihr Gewinnanteil wird vom Konzerngewinn abgezogen. Bei Walmart betrifft das vor allem die mexikanische Tochter Walmex und die indischen Beteiligungen Flipkart und PhonePe.

Model Context Protocol (MCP)

Das Model Context Protocol ist ein offener Standard, über den KI-Programme auf Daten, Werkzeuge und Dienste anderer Anbieter zugreifen. Entwickelt hat ihn das KI-Unternehmen Anthropic. Walmart baut seine Schnittstelle für Einkaufsagenten auf diesem Protokoll auf, zunächst als Testversion für Unternehmen und Entwickler.

Retail Media

Retail Media bezeichnet Werbung, die Händler auf ihren eigenen Websites, Apps und Flächen an Hersteller verkaufen. Grundlage sind die Einkaufsdaten der Kundschaft, mit denen sich die Wirkung bis zum Kassenbon messen lässt. Bei Walmart heißt die Sparte Walmart Connect, in Deutschland betreibt etwa Kaufland ein solches Geschäft.

Rollback

Rollback nennt Walmart befristet gesenkte Preise für einzelne Artikel. Der Begriff stammt aus dem Marketing des Konzerns, der sonst mit dauerhaft niedrigen Preisen wirbt. Ende Juli 2026 zählte Walmart in den USA 11.000 Artikel mit solchen Preissenkungen, nach 7.200 Ende April.

Supercenter

Ein Supercenter ist das größte Ladenformat von Walmart. Das Format verbindet einen vollständigen Supermarkt mit einem Warenhaus für Elektronik, Kleidung und Haushaltswaren. Das erste Supercenter eröffnete 1988 in Washington im US-Bundesstaat Missouri. Lebensmittel sind heute die größte Warengruppe von Walmart in den USA.

Vergleichbarer Umsatz

Der vergleichbare Umsatz misst die Entwicklung in Filialen, die seit mindestens zwölf Monaten geöffnet sind, einschließlich des Onlinegeschäfts. So lässt sich Wachstum aus bestehenden Märkten von Wachstum durch Neueröffnungen trennen. Walmart U.S. steigerte ihn im Quartal bis Ende Juli 2026 ohne Kraftstoffverkauf um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Zollrückerstattung

Eine Zollrückerstattung ist die Rückzahlung bereits entrichteter Zölle durch die Zollbehörde. Walmart erhielt im Sommer 2026 umgerechnet 2,6 Milliarden Euro für Zölle, die auf Grundlage des Notstandsgesetzes IEEPA erhoben worden waren, und steckte einen großen Teil davon in niedrigere Preise.

FAQ: Wie verdient Walmart mit Billigpreisen fast 22 Mrd. Dollar?

Weißer Einkaufswagen auf Podest mit orangem „FAQ“-Schild
Häufige Fragen zu Walmart: Eigentümer, Deutschland, Beschäftigte, Führung, Walmart+ und der Vergleich mit Amazon.

Wem gehört Walmart?

Walmart ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft, die von der Familie Walton kontrolliert wird. Die Walton Enterprises LLC hält zusammen mit dem Walton Family Holdings Trust 44,11 Prozent der Aktien, der Rest liegt bei institutionellen und privaten Anlegern. Die Aktie wird seit Dezember 2025 an der Nasdaq gehandelt.

Hat Walmart Filialen in Deutschland?

Nein. Walmart verkaufte 2006 alle 85 deutschen Märkte an die Metro und betreibt seither keine Filialen in Deutschland. Deutsche Händler können über den Walmart-Marktplatz aber Kunden in den USA, Kanada, Mexiko und Chile erreichen.

Wie viele Mitarbeiter hat Walmart?

Walmart beschäftigte Ende Januar 2026 rund 2,1 Millionen Menschen, davon etwa 1,6 Millionen in den USA. In den USA arbeiten rund 92 Prozent im Stundenlohn und rund 68 Prozent in Vollzeit.

Wer ist der Chef von Walmart?

Vorstandschef ist seit Anfang 2026 John Furner, der Nachfolger von Doug McMillon und sechste Chef der Firmengeschichte. Den Verwaltungsrat leitet Greg Penner. Finanzchef ist John David Rainey.

Was kostet Walmart+?

Walmart+ kostet umgerechnet rund 88 Euro im Jahr. Seit dem 20. Oktober 2026 verkauft Walmart die Mitgliedschaft zusammen mit Sam’s Club Plus für umgerechnet rund 107 Euro im Jahr. Die Mitgliedschaft umfasst unter anderem kostenlosen Versand, Lieferung aus dem Markt ab einem Mindestbestellwert, Rabatte beim Tanken und ein Streamingangebot.

Ist Walmart größer als Amazon?

Beim Umsatz nicht mehr. Amazon setzte 2025 umgerechnet 640,5 Milliarden Euro um, Walmart im Geschäftsjahr bis Ende Januar 2026 637,2 Milliarden Euro. In der Fortune-500-Liste 2026 steht Amazon vor Walmart, das zuvor 13 Jahre lang vorn lag. Beim Personal liegt Walmart mit rund 2,1 Millionen Beschäftigten vor Amazon mit rund 1,58 Millionen.

Quellen

40 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 26.10.2026
  1. Walmart Inc.Annual Report (Form 10-K) für das Geschäftsjahr bis 31.01.2026
  2. Walmart Inc.Quarterly Report (Form 10-Q) für das Quartal bis 31.07.2026
  3. Walmart Inc.Walmart reports second quarter results20.08.2026
  4. Walmart Inc.Earnings Release Q4 und Geschäftsjahr 202619.02.2026
  5. Walmart Inc.Earnings Release Q4 und Geschäftsjahr 202420.02.2024
  6. Walmart Inc.Annual Report (Form 10-K) für das Geschäftsjahr bis 31.01.2022
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  8. U.S. Securities and Exchange CommissionXBRL-Finanzdaten Walmart Inc., Umsatz und Betriebsergebnis 2008 bis 2026
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  10. WalmartMaking It Possible for Agents to Shop on Behalf of Customers21.10.2026
  11. TechCrunchWhile Amazon blocks AI agents, Walmart rolls out the welcome mat21.10.2026
  12. Digital Commerce 360Walmart unveils AI agent shopping controls, spending limits23.10.2026
  13. WalmartMeet Your $120 Life Hack: Walmart+ and Sam’s Club Plus20.10.2026
  14. WalmartCorrecting the Record, offener Brief von Dan Bartlett05.10.2026
  15. WalmartA Letter from Our CEO, John Furner25.09.2026
  16. Retail DiveWalmart defends pricing practices, again06.10.2026
  17. WalmartWalmart Opens Next-Generation Fulfillment Center in Stockton08.10.2026
  18. WalmartWalmart’s 13th Annual Open Call15.10.2026
  19. WalmartWalmart Data Ventures: Scintilla als Commerce-Intelligence-Plattform14.09.2026
  20. WalmartWalmart to Acquire Vibe.co23.06.2026
  21. WalmartWalmart Completes Acquisition of Vibe.co04.08.2026
  22. WalmartWalmart Agrees To Acquire VIZIO Holding Corp.20.02.2024
  23. WalmartWalmart Completes Acquisition of VIZIO03.12.2024
  24. WalmartWalmart+ Celebrates 5th Anniversary With Expanded Video Streaming Choices01.09.2025
  25. WalmartWalmart Debuts on Nasdaq09.12.2025
  26. WalmartWalmart Recruits UK Sellers to Its Online Marketplace at UK Seller Summit29.08.2025
  27. Walmart MarketplaceReferral Fees, Übersicht der Verkaufsprovisionen
  28. WalmartHistory: From humble beginnings
  29. WalmartResponsible Engagement in Public Policy, ESG-Bericht Geschäftsjahr 2026
  30. Wal-Mart StoresWal-Mart Announces Sale of German Business28.07.2006
  31. NBC News / Associated PressWal-Mart selling its 85 stores in Germany28.07.2006
  32. AdweekWalmart Opens Up Ads in Gen AI Shopping Agent Sparky06.01.2026
  33. Supermarket NewsWalmart continues to lose grocery market share, Daten von Numerator21.04.2026
  34. The Procter & Gamble CompanyAnnual Report (Form 10-K) für das Geschäftsjahr bis 30.06.2026
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  36. Fortune MediaAmazon Claims No. 1 Spot on the Fortune 50003.06.2026
  37. The Star / BloombergAmazon blocks Meta’s Muse AI agent from its retail site22.09.2026
  38. WECTAttorney General Jeff Jackson reaches $100M settlement with Walmart26.02.2026
  39. KauflandAuszeichnung für modernes Retail Media: Kaufland Interact gewinnt ECR Award16.09.2026
  40. Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurs US-Dollar23.10.2026
4,4 16 Bewertungen

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