Moore Threads hat im dritten Quartal 209 Millionen Euro umgesetzt, 19-mal so viel wie ein Jahr zuvor. Von 6,6 Millionen Euro Nettogewinn stammt gut die Hälfte aus Wertzuwächsen bei Finanzanlagen. Für Einkäufe zahlte der chinesische GPU-Entwickler bis September 693 Millionen Euro, von Kunden gingen 422 Millionen ein.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAm Mittwochabend legte Moore Threads an der Börse Schanghai den Quartalsbericht vor.[1] Der Quartalsumsatz von 1,55 Mrd. Yuan entspricht 209 Mio. Euro (EZB-Referenzkurs vom 27. Oktober: 1 Euro = 7,4343 Yuan). Zugleich wuchsen Vorräte und Schulden.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Quartalsumsatz wuchs binnen eines Jahres um 1.774 Prozent auf 209 Mio. Euro.
- Ohne Einmaleffekte verdiente Moore Threads im Quartal 2,7 Mio. Euro, seit Januar bleibt bereinigt ein Verlust von 17,6 Mio. Euro.
- Die Vorräte stiegen seit Jahresbeginn von 179 auf 452 Mio. Euro.
- Aus dem laufenden Geschäft flossen bis September 445 Mio. Euro ab.
Woher kommt der Gewinn?

Den Umsatz treiben Rechenzentren für KI. Als Zugpferd nennt der Konzern den KI-Beschleuniger MTT S5000. Kunden sind Cloud-Anbieter, Telekomkonzerne und Entwickler von Sprachmodellen.[1] Im ersten Halbjahr stand noch ein kleiner Verlust in den Büchern.
Vom Nettogewinn des Quartals, 6,6 Mio. Euro, entfallen 3,9 Mio. auf Einmaleffekte, vor allem auf Wertzuwächse bei Finanzanlagen. Bis September verbuchte der Konzern staatliche Zuschüsse von 12 Mio. Euro. Bereinigt verdiente der Konzern 2026 erst im dritten Quartal Geld.
Warum fließt so viel Geld ab?
Der Konzern kauft auf Vorrat. Moore Threads will damit die Produktion ausweiten und die Lieferkette absichern.[1] Ende September lagen die Vorauszahlungen an Lieferanten bei 350 Mio. Euro. Die langfristigen Kredite stiegen seit Januar von 200 auf 491 Mio. Euro.
Die Konkurrenz geht denselben Weg. Cambricon meldete vergangene Woche Vorräte von 1,56 Mrd. Euro, Biren steckte 70 Prozent einer Kapitalerhöhung in Anzahlungen, Fertigungskapazität und Lagerbestände. Hinter den Hamsterkäufen steht der Mangel an Speicher und Fertigungskapazität. Moore Threads steht seit Oktober 2023 auf der Entity List des US-Handelsministeriums, Lieferungen mit US-Technik brauchen seither eine Genehmigung aus Washington.
Was folgt daraus für Unternehmen in Europa?
Der GPU-Entwickler verkauft fast nur in China, der Speichermarkt ist aber global. Chinesische Chipentwickler und Cloud-Konzerne sichern sich Speicher über Jahre im Voraus, für Käufer in Europa bleibt weniger zu festen Preisen.
2,7 Millionen Euro Gewinn im Kerngeschäft, 452 Millionen im Lager: Moore Threads setzt auf anhaltende Knappheit, nicht auf die Marge.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Planen Sie Serverkäufe für 2027 deshalb früh und lassen Sie Speicherpreise im Rahmenvertrag festschreiben. Prüfen Sie bei Lieferungen nach China, ob Abnehmer oder Endkunde auf der Entity List steht, denn bei Waren mit US-Anteil gelten US-Exportregeln auch für Lieferanten in Europa. Statt eigener Server können Sie Rechenleistung in deutschen Rechenzentren mieten.
Quelle
[1] Moore Threads: „摩尔线程智能科技(北京)股份有限公司 2026年第三季度报告“ (Bericht zum dritten Quartal 2026, chinesisch, PDF)
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