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Palo Alto Networks weist für Nikesh Arora im Geschäftsjahr 2026 eine Vergütung von 80,3 Mio. Dollar aus, umgerechnet 69,8 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor standen 99,7 Mio. Dollar in der Tabelle. Nur 46 Prozent der Aktionäre hatten das alte Paket gebilligt, nun sinkt die Obergrenze der Aktienboni.

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Die Zahlen stehen in der Einladung zur Hauptversammlung am 8. Dezember, die der Sicherheitskonzern am Dienstag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat.[1] Arora führt Palo Alto seit 2018 und leitet zugleich den Verwaltungsrat.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Für das Geschäftsjahr bis Ende Juli weist Palo Alto für Arora 80,3 Mio. Dollar aus, 19,5 Prozent weniger.
  • 2025 stimmten nur 46 Prozent der Aktionäre für die Vorstandsvergütung.
  • Ab 2027 bekommt Arora höchstens das Dreifache der vereinbarten Zielzahl an Aktien statt des Vierfachen.
  • Umsatz aus großen Übernahmen wie CyberArk zählt nicht für die Boni.

Woher kommen die 80 Millionen Dollar?

Messbecher mit Goldmünzen gefüllt, über 100% Markierung, „300%“ Zettel
Aroras Vergütung besteht zu 75,9 Mio. Dollar aus Performance Shares, je 1 Mio. Dollar aus Grundgehalt und Barbonus, 2,3 Mio. Dollar aus sonstigen Leistungen. 98 Prozent sind zielgebunden

Fast alles sind Aktien: 75,9 Mio. Dollar entfallen auf erfolgsabhängige Aktien (Performance Shares), je 1 Mio. Dollar auf Grundgehalt und Barbonus, 2,3 Mio. Dollar auf sonstige Leistungen.[1] Laut Palo Alto sind 98 Prozent von Aroras Vergütung an Ziele gekoppelt.

Die Summe ist ein rechnerischer Wert, kein ausgezahltes Geld. Nach den US-Bilanzregeln bewertet ein Unternehmen solche Aktien erst, sobald der Verwaltungsrat die Jahresziele festlegt. In den Wert für 2026 floss deshalb je ein Drittel der Zuteilungen von 2024, 2025 und 2026 ein. Die Zahl der zugeteilten Aktien stieg laut den Unterlagen zur Hauptversammlung sogar.[1] Aus Aktien wird erst beim Verkauf Geld: Mitte Oktober schloss Arora mit einer Bank ein Termingeschäft, 128 Mio. Euro sofort gegen später gelieferte Palo-Alto-Aktien. Aroras Steuerlast aus Aktien beziffert Palo Alto für die nächsten drei Jahre auf mehr als 100 Mio. Dollar.

Was ändert Palo Alto nach dem Protest?

Das Votum der Hauptversammlung 2025 bindet den Konzern nicht. Palo Alto wertete das Ergebnis nach eigenen Worten trotzdem als Handlungsauftrag. Danach sprach John Donovan, Sprecher der unabhängigen Verwaltungsratsmitglieder, mit Investoren, die zusammen 24 Prozent der Aktien halten.[1]

Die wichtigste Änderung greift im Geschäftsjahr 2027: Die Obergrenze der erfolgsabhängigen Aktien sinkt von 400 auf 300 Prozent der vereinbarten Zielzahl. Für die volle Auszahlung muss der wiederkehrende Umsatz der Plattformprodukte das Jahresziel um 450 Mio. Dollar übertreffen, umgerechnet 392 Mio. Euro.

Schon seit 2026 zählt Umsatz aus Übernahmen nicht mehr, deren Kaufpreis 4 Prozent des Börsenwerts übersteigt. Der Preis für den Kauf von CyberArk lag mit 21,8 Milliarden Euro weit darüber, der zugekaufte Umsatz zählt deshalb nicht für Aroras Bonusziele.

Aroras Vergütung und der Aktionärsprotest
Geschäftsjahr bis 31. Juli 2026, Werte laut Unterlagen zur Hauptversammlung
69,8 Mio. €

ausgewiesene Vergütung 2026, Vorjahr 86,8 Mio. €

46 %

Zustimmung der Aktionäre zum Vergütungspaket 2025

300 %

Höchstzahl erfolgsabhängiger Aktien ab 2027, gemessen am Ziel, bisher 400 %

308 : 1

Verhältnis zur mittleren Vergütung der Belegschaft

Woraus sich die 69,8 Mio. € zusammensetzen
66,1 Mio. €
erfolgsabhängige Aktien, rechnerischer Wert
2,0 Mio. €
sonstige Leistungen
0,87 Mio. €
Grundgehalt
0,87 Mio. €
Barbonus, im Vorjahr 1,04 Mio. €

Die Kürzung um ein Fünftel steht vor allem in der Tabelle, Arora bekam mehr Aktien. Echte Zugeständnisse sind der niedrigere Deckel und die Übernahmeregel.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was heißt das für Unternehmen im DACH-Raum?

Hierzulande ist ein solcher Deckel Pflicht. Börsennotierte Aktiengesellschaften legen nach § 87a Aktiengesetz eine Maximalvergütung für den Vorstand fest.[2] Lehnt die Hauptversammlung das Vergütungssystem ab, legt der Aufsichtsrat spätestens zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung ein überprüftes System vor. Bindend ist das Votum nach § 120a Aktiengesetz wie in den USA nicht.[3] Einen anderen Weg ging ASML: Der Chiphersteller koppelt die Vergütung des Vorstands an die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Aroras Boni hängen am wiederkehrenden Umsatz der eigenen Plattformprodukte. Rechnen Sie als Kunde von Palo Alto deshalb mit weiteren Paketangeboten. Prüfen Sie vor der nächsten Verlängerung, ob ein Paketrabatt Sie enger an einen Anbieter bindet, als die einzelnen Produkte rechtfertigen.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Palo Alto NetworksProxy-Statement 2026 (Schedule 14A) zur Hauptversammlung am 8. Dezember 2026 (englisch), eingereicht bei der US-Börsenaufsicht SEC am 27. Oktober 2026
  2. Bundesministerium der Justiz§ 87a Aktiengesetz, Vergütungssystem börsennotierter Gesellschaften
  3. Bundesministerium der Justiz§ 120a Aktiengesetz, Votum zur Vergütung der Vorstandsmitglieder

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