Fast elf Millionen Bestellungen am Tag: Von Juli bis September kam Delivery Hero erstmals auf mehr als eine Milliarde Bestellungen in einem Quartal. Der Berliner Konzern hebt erneut alle vier Jahresziele an, gut eine Woche bevor die Annahmefrist für Ubers Übernahmeangebot endet.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen„Unsere Investitionen in das Kundenerlebnis beschleunigen unser Wachstum und steigern unsere Profitabilität“, sagte Mitgründer und Vorstandschef Niklas Östberg am Mittwochmorgen.[1] Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um 22 % auf 4,35 Mrd. €. Das Bruttowarenvolumen, also der Wert aller Bestellungen, wuchs um 13,6 % auf 13,9 Mrd. €.
Das Wichtigste in Kürze
- Delivery Hero zählte im dritten Quartal 1,001 Mrd. Bestellungen, 11,5 % mehr als ein Jahr zuvor.[1]
- Für 2026 erwartet der Konzern nun ein bereinigtes EBITDA von 980 bis 1.020 Mio. € und mehr als 300 Mio. € freien Mittelzufluss.
- Mehr als ein Viertel des Umsatzes stammt aus dem Verkauf eigener Ware.
- Uber bietet 41,50 € je Aktie, die Annahmefrist läuft bis zum 5. November.
Warum wächst der Umsatz schneller als die Bestellungen?

Den Abstand erklärt das Geschäft mit eigener Ware. Als Vermittler verbucht Delivery Hero vor allem Provisionen und Liefergebühren als Umsatz, in Asien etwa 1,19 Mrd. € bei 5,45 Mrd. € Bruttowarenvolumen.[1] In rund 900 eigenen Kleinlagern, den Dmarts, verkauft der Konzern Lebensmittel und Alltagswaren selbst und bucht den vollen Kaufpreis. Diese Sparte setzte 1,17 Mrd. € um, bei 1,23 Mrd. € Bruttowarenvolumen.
Die Lieferung von Einkäufen binnen Minuten, im Fachjargon Quick Commerce, legte um 39 % zu und kommt inzwischen auf 19 % des Bruttowarenvolumens. Kunden mit Abonnement brachten 51 % des Volumens. Am stärksten wuchs Lateinamerika mit der Marke PedidosYa: In Euro gerechnet stieg das Bruttowarenvolumen dort von 961 Mio. auf 1,47 Mrd. €. Asien, die größte Region, legte nur um knapp 5 % zu.
Was bedeutet das Quartal für Ubers Angebot?
Der Angebotspreis steht fest: Uber bietet 41,50 € je Aktie und hat sich über den Großaktionär Prosus bereits die Mehrheit gesichert. Am Mittwochmorgen kostete die Aktie rund 37,30 €, gut 10 % weniger. Einen Grund für den Abschlag liefert der Zeitplan: Delivery Hero rechnet erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 mit dem Vollzug, vorbehaltlich der Genehmigungen der Behörden.[1]
Wie streng die Wettbewerbshüter prüfen, zeigte Taiwan. Die dortige Behörde verbot vergangene Woche den Verkauf von Foodpanda Taiwan an Grab, weil Uber an Grab beteiligt ist. Laut Delivery Hero läuft das Geschäft in Taiwan vorerst weiter, für das Scheitern ist eine Ausgleichszahlung vereinbart.[1]
Die Jahresziele für 2026: bisher und neu
Mehr als ein Viertel seines Umsatzes macht Delivery Hero als eigener Händler. Uber kauft damit auch rund 900 Lager.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Händler und Restaurants?
Finanzchefin Marie-Anne Popp kündigt weitere Investitionen an: „Auch 2027 werden wir weiter investieren, um unsere lokale Präsenz dort zu vertiefen, wo die Renditen am höchsten sind.“[1] Knapp 90 Dmarts eröffnete der Konzern allein 2026. Für Händler wird die Plattform damit zugleich Vertriebskanal und Konkurrent, weil Delivery Hero in denselben Apps eigene Ware neben den Angeboten der Partner verkauft. Dieses Muster kennen Onlinehändler von Amazon.
Für Restaurants und Läden, die über Konzernmarken wie Foodora, Glovo oder Talabat verkaufen, heißt das:
- Vergleichen Sie Ihr Sortiment mit dem Angebot der Dmarts in Ihrem Liefergebiet, bevor Sie bezahlte Platzierungen buchen.
- Lassen Sie sich zeigen, was der KI-Assistent der Plattform bei Werbung und Speisekarte selbst ändern darf.
Aktionäre können das Angebot von Uber noch bis zum 5. November annehmen.[1]
Quelle
[1] Delivery Hero SE: „Delivery Hero erreicht in Q3 eine Milliarde Bestellungen“ (EQS-News, 28. Oktober 2026)
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