Delivery Hero lässt seinen neuen KI-Assistenten nicht nur beraten, sondern direkt im Betrieb handeln. Das Werkzeug schaltet Werbung, überarbeitet Speisekarten und beantwortet Bewertungen, sobald der Wirt zustimmt. Bei der Konzerntochter Glovo stiegen die Bestellungen der teilnehmenden Restaurants um 15 Prozent. Über WhatsApp erreicht der Assistent bereits 40.000 Partnerbetriebe.

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Der agentische KI-Assistent von Delivery Hero verspricht kleinen Gastronomen mehr Umsatz ohne Mehrarbeit. Ein Restaurantbesitzer schickt eine Sprachnachricht über WhatsApp, kurz darauf laufen eine frische Rabattaktion und drei überarbeitete Gerichtebeschreibungen. Genau dieses eigenständige Handeln trennt das Werkzeug vom vertrauten Chatbot, der nur Vorschläge liefert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der KI-Assistent von Delivery Hero entwickelt Wachstumsmaßnahmen und setzt sie nach Freigabe eigenständig um.
  • Die Bedienung läuft über WhatsApp, per Text, Sprachnachricht oder Bild.
  • Bei der Tochter Glovo legten teilnehmende Restaurants 15 Prozent bei den Bestellungen zu.
  • Rund 40.000 der etwa 1,5 Millionen Partner arbeiten bereits mit dem Werkzeug.

Was kann der agentische KI-Assistent konkret?

Roboterhand schreibt Preis auf Tafel mit Tageskarte, Anhänger „FREIGABE“ oben links
Delivery Hero präsentierte am 13. August 2026 einen KI-Assistenten, der schwache Gerichte identifiziert, Bilder optimiert und automatisch Rabatte sowie Werbekampagnen verwaltet

Delivery Hero stellte den Assistenten am 13. August 2026 vor.[1] Das Programm erkennt schwach laufende Gerichte, bessert Bilder und Beschreibungen nach und richtet Rabattaktionen an der Nachfrage im Viertel aus. Für die Werbung schlägt der Assistent Kampagnen vor und schaltet sie nach Zustimmung selbst.

Aus den Kundenbewertungen zieht das Werkzeug Hinweise und entwirft passende Antworten. Chief Product Officer Johannes Bruder nennt den Unterschied zum reinen Ratgeber: Der Assistent handelt im Moment der Freigabe, mitten in einer App, die der Wirt ohnehin nutzt.

Warum ist der Freigabe-Klick der eigentliche Kern?

Das eigentlich Neue steckt nicht im Rat, sondern im Schreibzugriff. Ein Sprachmodell darf hier Preise, Kampagnen und Speisekarten eines fremden Betriebs verändern, und genau diese Schreibrechte machen die Freigabe des Wirts zur einzigen Schranke. Ohne ausdrückliche Zustimmung setzt der Assistent nichts um. Aus abgelehnten Vorschlägen lernt das Modell für das nächste Mal.

Delivery Hero baut den Assistenten auf großen Sprachmodellen mit zusätzlichen Sicherheitskontrollen. Dieselbe Wette auf handelnde statt ratende Software treibt die ganze Branche. Zalando lässt eine KI die eigene Pressearbeit gegenlesen, und Databricks kauft Infrastruktur für autonome KI-Agenten ein. Im Konzern selbst schreibt der Schwester-Agent Herogen Software im Umfang von 130 Senior-Entwicklern.

Der Freigabe-Klick ist die ganze Statik dieses Systems. Fällt er weg, verwaltet ein Sprachmodell bei Delivery Hero die Preise und Werbebudgets kleiner Wirte, und den Fehler bemerkt dann niemand mehr.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Delivery Heros KI-Assistent in Zahlen
Ein agentischer Helfer für Shops und Restaurants, Stand 13.08.2026
15 %
mehr Bestellungen bei teilnehmenden Restaurants der Tochter Glovo
40.000
Partnerbetriebe nutzen den Assistenten bereits
1,5 Mio.
Partner umfasst die Delivery-Hero-Plattform insgesamt
130
Senior-Entwickler entspricht der Programmierleistung des Schwester-Agenten Herogen

Was heißt das für Gastronomen im DACH-Raum?

Für deutsche Wirte kommt der Assistent vorerst nicht von Delivery Hero selbst, denn der Berliner MDAX-Konzern betreibt hier kein eigenes Liefergeschäft mehr. Das Muster erreicht den DACH-Raum über Uber Eats, Wolt und Lieferando. Auf der Kundenseite kassieren KI-Agenten schon Provisionen, etwa bei Doubao für jede Hotelbuchung.

Rechtlich zählt vor allem der Datenpunkt. Wem gehören die Nachfrage- und Wettbewerbsdaten hinter den Empfehlungen, und bei wem liegt die Haftung für eine automatisch geschaltete Kampagne? Der EU Data Act und die Transparenzpflicht des AI Act nach Artikel 50 stecken den Rahmen ab.

Entscheider prüfen deshalb genau, welche Schreibrechte sie einer Plattform-KI wirklich einräumen, bevor der Assistent Preise und Werbung übernimmt.

FAQ: Delivery Heros agentischer KI-Assistent

Was ist der agentische KI-Assistent von Delivery Hero?

Der agentische KI-Assistent von Delivery Hero unterstützt Shops und Restaurants beim Wachstum. Das Werkzeug entwickelt eigenständig Werbung, Rabattaktionen und bessere Speisekarten und setzt die Vorschläge nach Zustimmung des Betriebs direkt um. Vorgestellt wurde der Assistent am 13. August 2026.

Wie bedienen Restaurants den KI-Assistenten von Delivery Hero?

Restaurants steuern den Assistenten über WhatsApp, wahlweise per Text, Sprachnachricht oder Bild. Der Betrieb stellt Fragen oder lässt den Assistenten von sich aus Vorschläge machen. Umgesetzt wird eine Änderung erst nach ausdrücklicher Freigabe des Wirts.

Trifft der Assistent Änderungen ohne Zustimmung des Wirts?

Nein. Der Assistent setzt keine Änderung ohne ausdrückliche Freigabe des Betriebs um. Aus abgelehnten Vorschlägen lernt das Modell und passt seine nächsten Empfehlungen an. Grundlage sind große Sprachmodelle mit zusätzlichen Sicherheitskontrollen.

Ist der KI-Assistent von Delivery Hero in Deutschland verfügbar?

In Deutschland betreibt Delivery Hero kein eigenes Liefergeschäft mehr, deshalb steht der Assistent hiesigen Wirten vorerst nicht direkt zur Verfügung. Vergleichbare KI-Funktionen dürften den DACH-Raum aber über Plattformen wie Uber Eats, Wolt und Lieferando erreichen.

Wie stark steigert der KI-Assistent die Bestellungen?

Bei der Delivery-Hero-Tochter Glovo steigerten teilnehmende Restaurants ihre Bestellungen um 15 Prozent. Rund 40.000 der etwa 1,5 Millionen Partner nutzen das Werkzeug bereits, weitere hunderttausende sollen folgen.

Quelle

[1] Delivery Hero: „Delivery Hero launches agentic AI assistant to help local shops and restaurants grow faster“

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