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Als größte Hürde für neue Werke nennt CATL-Europachef Matt Shen fehlende Fachkräfte. Ausgerechnet beim Personal stellt die EU-Kommission chinesischen Investoren eine Bedingung: Mindestens die Hälfte der Belegschaft soll aus der EU kommen, bis ins Management.

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Im ungarischen Debrecen laufen seit dem 22. September zwei Zelllinien im Probebetrieb.[1] Jetzt stellt CATL-Europachef Matt Shen im Interview mit fDi Intelligence, einem Dienst der Financial Times, weitere Gigafabriken in Aussicht.[2] Die bisherigen 164 Gigawattstunden reichen nach seinen Worten nicht.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • CATL plant in Europa 164 GWh Jahreskapazität; laut Europachef Matt Shen reicht das nicht.
  • Nach dem Entwurf des EU-Industriegesetzes Industrial Accelerator Act bräuchte jede neue CATL-Fabrik eine Genehmigung und mindestens 50 % EU-Beschäftigte.
  • Berichterstatter im EU-Parlament wollen 60 % EU-Beschäftigte.

Wofür braucht CATL weitere Werke?

Große Batterie, Klappstuhl und Schild „Stelle frei“ vor weißem Hintergrund
CATL baut Batteriespeicher an drei Standorten: Arnstadt (14 GWh), Debrecen (100 GWh) und Saragossa (50 GWh). Standortwahl richtet sich nach Kundennähe, Logistik und Energieinfrastruktur

Die 164 Gigawattstunden verteilen sich auf drei Standorte: 14 im thüringischen Arnstadt, 100 in Debrecen und 50 im spanischen Saragossa, wo CATL gemeinsam mit Stellantis baut.[2] Bei neuen Standorten zählen für Shen Kundennähe, Logistik und Energieinfrastruktur. Nach den Elektroautos erwartet Shen eine zweite Welle bei stationären Batteriespeichern, danach bei Nutzfahrzeugen.

Brüssel schafft selbst zusätzliche Nachfrage nach EU-Zellen: Nach dem Entwurf des Industrial Accelerator Act sollen Kaufprämien und öffentliche Aufträge nur noch an E-Autos mit EU-Zellen gehen. Eine Studie im Auftrag des Herstellerverbands ACEA beziffert die fehlende EU-Zellkapazität in der Spitze auf rund 150 Gigawattstunden; die günstigsten EU-Zellen kommen ausgerechnet von chinesischen Herstellern.

Was verlangt Brüssel von chinesischen Investoren?

Der Kommissionsentwurf vom 4. März 2026 erfasst Direktinvestitionen über 100 Millionen Euro in Batterien, E-Autos, Solartechnik und kritische Rohstoffe, sofern das Herkunftsland des Investors mehr als 40 % der weltweiten Fertigungskapazität auf sich vereint.[3] Chinas Hersteller liegen klar darüber: Allein CATL lieferte im ersten Halbjahr 2026 zwei von fünf E-Auto-Batterien weltweit. Eine nationale Investitionsbehörde genehmigt solche Projekte nur, wenn der Investor vier von sechs Bedingungen erfüllt.

Zur Wahl stehen etwa eine Beteiligung bis 49 %, ein Gemeinschaftsunternehmen mit EU-Partnern, Lizenzen für Patente und Know-how sowie 1 % des Umsatzes für Forschung in der EU. Eine Bedingung ist Pflicht: der Anteil von mindestens 50 % EU-Beschäftigten auf allen Ebenen, von der Produktion bis zur Geschäftsführung.[3]

Die Quote verschärft genau den Engpass, den Shen selbst als größte Hürde nennt. Die Berichterstatter des Parlaments wollen laut Euronews nachschärfen: 60 % EU-Beschäftigte, alle sechs Bedingungen und eine Schwelle von 50 Millionen Euro.[4] Parlament und Rat verhandeln noch. Der chinesische Hersteller Gotion hält die 49-Prozent-Grenze bereits ein und übernimmt 49 % am Zellwerk der VW-Tochter PowerCo in Sagunt.

CATL in Europa
Zellwerke und EU-Auflagen, Stand Oktober 2026
14 GWh
Arnstadt in Thüringen, in Betrieb
100 GWh
Debrecen in Ungarn, Probebetrieb seit 22. September
50 GWh
Saragossa in Spanien, im Bau mit Stellantis
50 %
Mindestanteil EU-Beschäftigter in chinesischen Werken laut Kommissionsentwurf
Auflage und Ausbau
März 2026
Kommission legt Industrial Accelerator Act vor
Sept. 2026
Berichterstatter des Parlaments fordern 60 %
Okt. 2026
Shen stellt weitere Werke in Aussicht

Brüssel verlangt für CATL-Werke europäische Fachkräfte, die Europa erst noch ausbilden muss.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was ändert sich für Autobauer und Fuhrparks?

BMW baut die Neue Klasse in Debrecen wenige Kilometer vom CATL-Werk entfernt und montiert in Irlbach-Straßkirchen Hochvoltbatterien aus Zellen von CATL und EVE Energy. Jede weitere EU-Zellfabrik verkürzt solche Lieferketten und erleichtert den Herkunftsnachweis.

Fuhrparkleiter, die auf Förderung oder öffentliche Aufträge setzen, fragen die Herkunft der Zellen besser schon jetzt ab. Standortregionen brauchen neben Netzanschluss und Logistik künftig Ausbildungsplätze für die Zellfertigung.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. CATLCATL kicks off trial production of battery cells in Hungary (englisch, Pressemitteilung)22.09.2026
  2. fDi IntelligenceVideointerview mit CATL-Europachef Feng (Matt) Shen (englisch)Oktober 2026
  3. Rat der Europäischen UnionProposal for a Regulation establishing a framework of measures for the acceleration of industrial capacity and decarbonisation in strategic sectors (Industrial Accelerator Act) (englisch, COM(2026) 100, Ratsdokument 7009/26, Artikel 17 und 18)
  4. EuronewsEuropean Parliament’s report tightens EU investment conditions as China negotiations heat up (englisch)08.09.2026

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