Von 107,4 Billionen Won Betriebsgewinn im dritten Quartal stammen 106,5 Billionen aus Samsungs Chipsparte, umgerechnet 71,4 Milliarden Euro. Smartphones, Fernseher und Hausgeräte schreiben zusammen rote Zahlen, weil der Speicher auch die Herstellung der eigenen Geräte verteuert.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenSamsung bestätigte am Donnerstag die vorläufigen Zahlen vom 8. Oktober. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorquartal um 14 % auf 195,3 Billionen Won (130,9 Mrd. Euro).[1] Analysten hatten laut dem Finanzdatenanbieter LSEG mit 107,66 Billionen Won Betriebsgewinn gerechnet.[3] Euro zum EZB-Kurs vom 28. Oktober, Stand: Donnerstag, 2:40 Uhr.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Chipsparte liefert 99 % des Konzerngewinns, bei 72 % operativer Marge.
- Die Gerätesparte verlor 0,8 Billionen Won (rund 540 Mio. Euro).
- Für 2027 erwartet Samsung noch mehr KI-Nachfrage nach Speicher, als die Branche liefern kann.
- Die Investitionen steigen 2026 auf rund 84,4 Billionen Won (56,6 Mrd. Euro).
Warum verdient fast nur die Chipsparte?

Der Gewinn kommt aus den Speicherpreisen. Laut Samsung hat die Nachfrage nach Servern die Speicherpreise in allen Marktsegmenten steigen lassen, bei knapper Kapazität.[1] Deutlich mehr verkaufte Samsung vom HBM4, dem gestapelten Speicher für KI-Beschleuniger. Bei 147,1 Billionen Won Umsatz erreichte die Chipsparte 72 % Marge. SK Hynix hatte am Vortag fast 80 % gemeldet.
Die Knappheit soll sich 2027 verschärfen: Samsung erwartet, dass die KI-Nachfrage das Angebot der Branche dann weit stärker übersteigt als in diesem Jahr.[1] Der Konzern will Kunden mit mehrjährigen Verträgen binden. Laut der Zeitung Maeil Business wollen sich Alibaba, Tencent und ByteDance Speicher bis 2035 sichern.
Warum verlieren Smartphones und Fernseher Geld?
Für die Gerätesparte bedeutet der Boom vor allem höhere Kosten. Die Sparte für Smartphones und Netzwerktechnik verlor operativ 0,6 Billionen Won, die für Fernseher und Hausgeräte 0,2 Billionen. Bei den Smartphones nennt Samsung steigende Kosten.[1] Laut Aju Press verteuern die Chippreise Smartphones und Unterhaltungselektronik in der Herstellung und drücken die Marge.[2]
Der Konzern gleicht das intern aus, reine Gerätehersteller können das nicht. Xiaomi, Oppo und vivo lieferten im dritten Quartal ein Drittel weniger Smartphones aus. Bei Qualcomm und MediaTek sank der Absatz von Smartphone-Chips schon im ersten Halbjahr.
Betriebsgewinn nach Sparte im dritten Quartal
Grau: operativer Verlust. Die Balkenlänge zeigt den Betrag im Verhältnis zur Chipsparte. Die Audio- und Autosparte Harman weist Samsung nicht gesondert aus.
Samsungs Chipsparte verdient an genau den Preisen, die Samsungs eigene Smartphones in die roten Zahlen drücken.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Einkäufer in Deutschland?
Für Unternehmen zählt der Ausblick. Die Fernsehsparte will steigende Kosten mit mehr Premiummodellen auffangen, die Smartphone-Sparte mit effizienteren Abläufen.[1] Apple hat die Preise für MacBooks und iPads bereits erhöht. Daraus folgt:
- IT-Leiter holen für den Tausch von Diensthandys, Notebooks und Servern im Jahr 2027 früh Angebote mit Festpreis ein.
- Firmen mit Bedarf an KI-Rechenleistung prüfen Mietangebote, etwa im Vergleich von 30 GPU-Server-Anbietern.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Samsung ElectronicsSamsung Electronics Announces Third Quarter 2026 Results (Samsung Newsroom)
- Aju Press (Candice Kim)Bericht über den Gewinn von Samsungs Chipsparte im dritten Quartal
- CNBCSamsung Electronics third-quarter profit in line with estimates amid rising demand for AI memory chips (29. Oktober 2026), mit der LSEG-Erwartung
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