Von Juli bis September haben die Hersteller weltweit 255,3 Millionen Smartphones ausgeliefert, 22 Prozent weniger als vor einem Jahr. Xiaomi, Oppo und vivo verloren laut dem Marktforscher IDC jeweils rund ein Drittel, Samsung und Apple nur 4 bis 6 Prozent. Ein Grund ist der Speicher, für den die Hersteller rund viereinhalbmal so viel zahlen wie im Vorjahr.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenUm 34,5 Prozent sind die Auslieferungen von Oppo im dritten Quartal gefallen, so stark wie bei keinem anderen der fünf größten Smartphone-Hersteller. Das zeigen vorläufige Zahlen, die IDC am 14. Oktober veröffentlicht hat. Einen so starken Rückgang hat der Marktforscher in keinem Quartal zuvor gemessen.[1] Das Wirtschaftsmagazin Caixin hat die Daten mit denen von Omdia und Counterpoint verglichen, beide messen ein Minus von 20 Prozent.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Weltweit gingen im dritten Quartal 255,3 Millionen Smartphones an den Handel, 22 Prozent weniger als vor einem Jahr.
- Xiaomi lieferte 29,2 Prozent weniger Geräte aus, Oppo 34,5 Prozent, vivo 31,5 Prozent.
- In China wuchs als einziger großer Hersteller Huawei zweistellig, um 17,3 Prozent.
- IDC rechnet frühestens 2028 mit einer Erholung des Markts.
Warum trifft die Speicherkrise die chinesischen Marken härter?

Speicherchips kosten die Hersteller laut IDC rund 350 Prozent mehr als vor einem Jahr, weil KI-Rechenzentren einen großen Teil der Produktion abnehmen.[1] In einem günstigen Gerät macht der Aufschlag einen weit größeren Teil des Preises aus als in einem Oberklassemodell. Chinesische Marken müssten deshalb zwischen Gewinnspanne und Stückzahl wählen, sagt Francisco Jeronimo, Vizepräsident bei IDC. Samsung und Apple verkaufen mehr teure Modelle und kamen mit 5,8 und 4,0 Prozent Minus davon.
Wie eng es im Einstiegssegment wird, zeigt Transsion, Afrikas größter Handyhersteller mit den Marken Tecno, Infinix und Itel. Seine Aktie fiel bei der lange vorbereiteten Erstnotiz in Hongkong am 15. Oktober unter den Ausgabepreis von 35,30 Hongkong-Dollar, umgerechnet rund 4 Euro (EZB-Referenzkurs vom 16. Oktober: 1 Euro = 8,8316 Hongkong-Dollar).[3] Steigende Speicherpreise nennt Transsion selbst als Risiko für die Marge, 2025 hatte sich sein Gewinn auch deshalb fast halbiert.[3]
Warum wächst ausgerechnet Huawei?
In China lieferten die Hersteller 57,9 Millionen Smartphones aus, 15,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Huawei steigerte seine Stückzahl um 17,3 Prozent und führt den Markt mit 21,1 Prozent Anteil an, vor Apple mit 17,8 Prozent.[4] IDC begründet das mit vielen verschiedenen Gerätetypen vom Riegel- bis zum Falthandy und mit zurückhaltenden Preiserhöhungen. Teurer geworden sind auch Huaweis Handys, den neuen Kirin-Chip erhalten nur die teuersten Mate-90-Modelle.
Solange Speicher teuer bleibt, ist das vorhandene Diensthandy oft die günstigste Wahl. Neue Geräte sollten Firmen so auswählen, dass sie fünf Jahre halten.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was folgt daraus für Firmen in Deutschland?
Firmen, die Diensthandys einkaufen, sollten nicht auf sinkende Preise warten. IDC-Analystin Kiranjeet Kaur rät, notwendige Käufe in die Rabattwochen vor Weihnachten zu legen.[1] Einen längeren Austauschrhythmus stützt das EU-Recht: Für neue Modelle müssen Hersteller seit dem 20. Juni 2025 mindestens fünf Jahre lang Updates und sieben Jahre lang Ersatzteile anbieten, gerechnet ab dem Verkaufsende.[5] Hinzu kommt das Recht auf Reparatur.
IT-Abteilungen können den Austauschplan für Firmenhandys deshalb etwa von drei auf vier oder fünf Jahre strecken und neue Rahmenverträge auf Modelle mit langer Update-Zusage beschränken. Für 2027 warnt IDC vor vollen Lagern, weil einige Hersteller ihre Produktion trotz schwacher Nachfrage erhöht haben.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- IDCGlobal Smartphone Shipments Drop Record High of 22% in Q3 2026 as the Memory Crisis Hits Hard
- CaixinWeltweite Handy-Auslieferungen sinken im dritten Quartal erneut zweistellig, hohe Kosten schlagen auf die Endpreise durch (Titel übersetzt)
- GelonghuiTranssion startet heute an der Hongkonger Börse und fällt um 4 Prozent unter den Ausgabepreis (Titel übersetzt)
- IDCRising Component Costs Push Smartphone Prices Higher: China Shipments Down 15.4% in Q3 as Huawei Bucks the Trend
- EUR-LexVerordnung (EU) 2023/1670 zu Ökodesign-Anforderungen an Smartphones und Tablets
Mehr Newshunger?
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