Alphabet hat im dritten Quartal 127,6 Mrd. Dollar umgesetzt, umgerechnet rund 111 Mrd. Euro und 25 % mehr als vor einem Jahr. Analysten hatten mehr erwartet, auch von der Werbung in der Suche und auf YouTube. Für Rechenzentren gab der Konzern mehr aus, als das Geschäft einbrachte, und holte sich Geld über neue Aktien und Anleihen.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen„Wir hatten ein starkes Quartal und kommen inzwischen hochgerechnet auf eine halbe Billion Dollar Jahresumsatz“, sagte Alphabet-Chef Sundar Pichai am Mittwochabend.[1] Die Aktie fiel nachbörslich laut Associated Press (AP) trotzdem um mehr als 10 %. Stand: Donnerstag, 29. Oktober, 5:30 Uhr.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Umsatz blieb mit rund 111,0 Mrd. Euro knapp unter der FactSet-Schätzung von 111,3 Mrd. Euro.
- Google Cloud verdoppelte den Umsatz auf rund 26,7 Mrd. Euro, der Betriebsgewinn der Sparte stieg auf das Dreifache.
- Der freie Cashflow lag bei minus 7,9 Mrd. Euro, im Vorquartal waren es minus 5,1 Mrd. Euro.
- Ein Bewertungsverlust bei Beteiligungen von rund 7,6 Mrd. Euro drückte den Gewinn.
Wo blieb Alphabet unter den Erwartungen?

Der Gewinn je Aktie lag bei rund 1,84 Euro, Analysten rechneten laut AP mit etwa 2,62 Euro. Ein Teil der Lücke geht auf einen Bewertungsverlust zurück: Alphabets Beteiligungen an anderen Unternehmen verloren rund 7,6 Mrd. Euro an Wert, das kostete 0,48 Euro je Aktie.[1] Der Betriebsgewinn stieg dagegen um 30 % auf rund 35,3 Mrd. Euro.
Die Werbung rund um die Google-Suche brachte rund 55,1 Mrd. Euro, 12 % mehr als vor einem Jahr, YouTube-Werbung wuchs um 9 % auf rund 9,7 Mrd. Euro. Beides lag laut AP unter manchen Schätzungen. „In einem Markt, der fürchtet, dass KI das Kerngeschäft auffrisst, wollen Anleger eine schneller wachsende Suche sehen, keine langsamere“, sagte Fondsmanager David Wagner von Aptus Capital Advisors laut AP. Laut Pichai wuchs die Zahl der Suchanfragen so stark wie seit fünf Jahren nicht.
Was treibt Google Cloud an?
Google Cloud setzte rund 26,7 Mrd. Euro um, ein Plus von 103 % nach 82 % im Vorquartal, wie unsere Vorschau zeigte. Der Betriebsgewinn der Sparte stieg auf rund 9,7 Mrd. Euro, die Marge von 24 auf 36 %.[1] Das Wachstum tragen laut Alphabet KI-Rechenleistung für Firmen und TPU-Systeme, also Rechner mit Googles eigenen KI-Chips. Solche Chips will laut The Information auch OpenAI kaufen.
Wie bezahlt Alphabet den Ausbau?
Für Rechenzentren, Server und Chips gab Alphabet im Quartal rund 44,7 Mrd. Euro aus, nach 20,8 Mrd. Euro vor einem Jahr. Das laufende Geschäft brachte rund 36,8 Mrd. Euro ein, der freie Cashflow fiel auf minus 7,9 Mrd. Euro.[1] Bis September investierte Alphabet rund 114,8 Mrd. Euro, für das ganze Jahr nannte der Konzern im Juli 170 bis 178 Mrd. Euro. 2027 sollen die Investitionen laut Finanzchefin Anat Ashkenazi deutlich steigen, Einzelheiten will sie mit den Zahlen zum vierten Quartal nennen.
Die Lücke schließt Alphabet am Kapitalmarkt. Im Quartal verkaufte der Konzern nach und nach über die Börse neue Aktien für rund 10,8 Mrd. Euro und nahm mit Anleihen rund 25,0 Mrd. Euro auf.[1] Meta geht einen ähnlichen Weg und will mit neuen Aktien bis zu rund 83 Mrd. Euro einsammeln.
Google Cloud verdoppelt den Umsatz, und trotzdem bezahlt Alphabet seine Rechenzentren zum Teil mit neuen Aktien und Anleihen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Cloud-Kunden?
Auch bei Google bleibt Rechenleistung knapp, Pichai will zuerst die eigene KI-Forschung bei DeepMind versorgen. Planen Sie KI-Vorhaben für 2027, reservieren Sie die Rechenleistung vertraglich und halten Sie einen zweiten Anbieter bereit. Amazon legt seine Zahlen am Donnerstagabend vor, die AWS-Kapazität ist bis 2027 weitgehend ausgebucht.
Quelle
[1] Alphabet: „Alphabet Announces Third Quarter 2026 Results“ (28. Oktober 2026, Anlage 99.1 zum Formular 8-K bei der SEC)
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