Nvidia spricht laut Bloomberg mit Rebellions über eine Partnerschaft, eine Beteiligung oder eine Übernahme. Der koreanische Chipdesigner baut die Inferenz-Beschleuniger, an denen Nvidias Marge hängt. Seit dem geplatzten Arm-Kauf von 2022 meidet Nvidia allerdings den Kontrollerwerb.

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In Santa Clara traf Jensen Huang diese Woche Sunghyun Park, den Mitgründer und Vorstandschef von Rebellions.[1] Ein Abschluss steht laut Bloomberg ausdrücklich nicht fest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nvidia und Rebellions loten laut Bloomberg alles von der Technikpartnerschaft bis zur Übernahme aus.
  • Der Chipdesigner aus Seoul wird seit dem 30. März 2026 mit 2,04 Milliarden Euro bewertet.
  • Eine Übernahme bliebe unter den EU-Umsatzschwellen. Über Artikel 22 landet die Prüfung trotzdem in Brüssel.
  • Seit dem Arm-Abbruch von 2022 sichert sich Nvidia fremde Technik per Lizenz, weil das keine Fusionskontrolle auslöst.

Was baut Rebellions und warum interessiert das Nvidia?

Zwei Schlüssel an weißer Wand, einer geliehen, einer käuflich, Preis durchgestrichen
Rebellions entwickelt NPUs für trainierte KI-Modelle. Der Chiplet Rebel100 optimiert Leistung pro Watt, RebelRack und RebelPOD sind fertige Cluster-Systeme

Rebellions entwirft NPUs für den Betrieb fertig trainierter Modelle. Der Chiplet-Prozessor Rebel100 zielt auf Leistung je Watt, die Systeme RebelRack und RebelPOD liefern ihn als fertige Cluster-Einheit.[2]

Am 30. März 2026 schloss das Unternehmen aus Seoul eine Pre-IPO-Runde über 348 Millionen Euro ab, angeführt von der Mirae Asset Financial Group und dem Korea National Growth Fund. Die Bewertung stieg auf 2,04 Milliarden Euro, das Kapital seit der Gründung 2020 auf 740 Millionen Euro.[2]

Zu den Geldgebern zählen SK Hynix, Samsung Ventures und Arm.[1] Der koreanische Staatsfonds investierte hier erstmals über die K-Nvidia-Initiative, die dem Land einen eigenen Beschleuniger-Champion bringen soll.[2] Bei einem Verkauf stünde genau dieses Ziel zur Disposition.

Wie eng Inferenz und Marge zusammenhängen, zeigt der Wettlauf um Token je Sekunde, den OpenAI mit Cerebras-Chips austrug. Auch Modellanbieter bauen eigene Chip-Teams auf. Der Antwortbetrieb ist die Schicht, in der Nvidia Anteile verliert.

Warum kauft Nvidia lieber Zugang als Firmen?

Ein Kontrollerwerb löst weltweit Fusionskontrolle aus, eine Lizenz nicht. Diese Lehre hat Nvidia 2022 teuer bezahlt.

Die Übernahme von Arm endete am 7. Februar 2022 an erheblichen regulatorischen Hürden. Nvidia behielt die Anzahlung von 1,09 Milliarden Euro und eine Arm-Lizenz mit 20 Jahren Laufzeit.[3] Der Zugang blieb, das Eigentum nicht.

Bei Groq wiederholte sich das Muster. Nvidia nahm eine nicht exklusive Lizenz und stellte die Gründer an, statt die Firma zu kaufen. Wie wenig übrig blieb, zeigt die halbierte Bewertung nach der Series A, und schon der Lizenzpreis vom Dezember 2025 verriet die Konstruktion.

Bei Rebellions kommt ein Umstand hinzu: Arm gehört zu den Anteilseignern.[1] Nvidia würde an einer Firma andocken, an der ausgerechnet der 2022 gescheiterte Kaufkandidat beteiligt ist.

Nvidia interessiert an Rebellions die Inferenz-Technik, das Eigentum daran ist zweitrangig. Eine Lizenz kostet weniger Prüfzeit als eine Übernahme, die gleich mehrere Kartellbehörden beschäftigt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Rebellions und Nvidias Rechnung von 2022

Vier Zahlen zum koreanischen Inferenz-Designer und zum letzten Übernahmeversuch

2,04 Mrd. €
Bewertung von Rebellions nach der Pre-IPO-Runde vom 30. März 2026
740 Mio. €
Kapital seit 2020, davon 566 Mio. € allein in den sechs Monaten bis März 2026
1,09 Mrd. €
Anzahlung, die Nvidia nach dem Abbruch des Arm-Kaufs 2022 behalten durfte
20 Jahre
Laufzeit der Arm-Lizenz, die Nvidia trotz des gescheiterten Kaufs behält
Eine Kaufsumme nennt der Bloomberg-Bericht vom 21. August 2026 nicht. Genannt sind allein die drei möglichen Wege von der Technikpartnerschaft bis zur vollständigen Übernahme.

Was folgt daraus für Rechenzentren in Europa?

Ein Kauf dieser Größe bliebe unter den Umsatzschwellen der EU-Fusionskontrollverordnung. Prüfen kann Brüssel trotzdem, wie der Fall Run:ai zeigt.

Italiens Wettbewerbsbehörde beantragte am 30. September 2024 die Verweisung von Nvidias Run:ai-Kauf nach Artikel 22 der Fusionskontrollverordnung. Brüssel gab den Zusammenschluss im Dezember 2024 ohne Auflagen frei.[4] In Deutschland greift zusätzlich die Transaktionswertschwelle des § 35 Absatz 1a GWB ab 400 Millionen Euro. Sie setzt einen Zusammenschluss nach § 37 GWB voraus, und eine Lizenz samt Anstellung ist keiner.

Für Betreiber zählt die Zahl der Anbieter. Der Exascale-Rechner JUPITER in Jülich rechnet mit 5.884 Booster-Knoten zu je vier Nvidia-Superchips vom Typ GH200, während die 162 Knoten mit dem europäischen Arm-Prozessor Rhea1 von SiPearl noch nicht installiert sind.[5] Ein Zusammenschluss nähme dieser Auswahl einen der wenigen unabhängigen Inferenz-Entwürfe.

Zwei Schritte lohnen sich vor der nächsten Beschaffung. Lassen Sie sich für Inferenz-Beschleuniger eine vertraglich gesicherte Zweitquelle bestätigen. Fragen Sie die Lizenzkette hinter dem Beschleuniger ab, denn Lizenzgeber wechseln schneller als Eigentümer. Den Überblick liefert unser KI-Ressort.

FAQ: Nvidia sondiert laut Bloomberg einen Deal mit Koreas Inferenz-Designer Rebellions

Verhandelt Nvidia wirklich über eine Übernahme von Rebellions?

Bloomberg berichtet am 21. August 2026 von frühen Gesprächen über eine technische Partnerschaft, eine Beteiligung oder eine Übernahme. Ein Abschluss steht laut dem Bericht nicht fest. Bestätigt hat bislang keines der beiden Unternehmen eine konkrete Absicht.

Was unterscheidet eine Inferenz-NPU von einer GPU?

Eine NPU ist auf den Betrieb fertig trainierter Modelle zugeschnitten und optimiert Leistung je Watt statt roher Rechenspitze. Eine GPU deckt Training und Inferenz gleichermaßen ab, verbraucht dafür im reinen Antwortbetrieb mehr Energie je Anfrage.

Warum scheiterte Nvidias Übernahme von Arm?

Nvidia und SoftBank beendeten den Kaufvertrag am 7. Februar 2022 und nannten dafür erhebliche regulatorische Hürden. Zuvor hatte die US-Handelsbehörde FTC im Dezember 2021 geklagt, die EU-Kommission und die britische CMA prüften vertieft.

Müsste die EU-Kommission einen Kauf von Rebellions prüfen?

Die Umsatzschwellen der EU-Fusionskontrollverordnung erreicht ein Zusammenschluss dieser Größe voraussichtlich nicht. Über Artikel 22 kann ein Mitgliedstaat die Prüfung trotzdem nach Brüssel holen, wie Italien es 2024 beim Kauf von Run:ai getan hat.

Welche Alternativen zu Nvidia bleiben europäischen Rechenzentren?

Neben Rebellions liefern unter anderem AMD und Intel Beschleuniger, der französische Anbieter SiPearl steuert den europäischen Prozessor Rhea1 bei. Beim Exascale-Rechner JUPITER in Jülich laufen die 5.884 Booster-Knoten mit Nvidia-Superchips, die 162 Rhea1-Knoten sind noch nicht installiert.

Quellen

[1] Bloomberg: „Nvidia in Talks With Chip Startup Rebellions for Potential Deal“

[2] Rebellions: „Rebellions Closes $400 Million Pre-IPO and Launches RebelRack and RebelPOD to Accelerate Global Expansion“

[3] Nvidia: „NVIDIA and SoftBank Group Announce Termination of NVIDIA’s Acquisition of Arm Limited“

[4] Europäische Kommission: „Commission approves acquisition of Run:ai by NVIDIA“

[5] Forschungszentrum Jülich: „JUPITER Technical Overview“

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