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14 Monate hat Nubank an einer eigenen Hausschrift gearbeitet, das Logo blieb dagegen im Kern erhalten. Die brasilianische Neobank mit 135 Millionen Kunden setzt auf ein System statt auf ein neues Zeichen. Die Regeln dahinter taugen auch für kleinere Marken.

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Inhalt 5 Abschnitte
  1. Was hat Nubank am Logo geändert?
  2. Warum baut eine Bank eine eigene Schrift?
  3. Wie unterscheidet sich die Premium-Sparte Ultravioleta?
  4. Was folgt daraus für Marken im DACH-Raum?
  5. Mehr Newshunger?

Nubank hat am 10. Juni 2026 in ihrem Blog eine überarbeitete Marke vorgestellt: ein verfeinertes Logo, die Hausschrift NuSans und eine eigene Palette für die Premium-Sparte Ultravioleta.[1] Das New Yorker Studio Koto, das den Umbau begleitet hat, zeigt ihn inzwischen als Fallstudie.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Logo bleibt, die Variante im lila Quadrat wird zum Standard, damit das Lila auf jedem Untergrund steht.
  • NuSans ist Nubanks erste eigene Schrift und laut Nubank auch ein Schutz gegen Fälschungen.
  • Ultravioleta bekommt fünf eigene Farben und einen redaktionellen Layoutstil.
  • Kleinere Marken können die Mechanik übernehmen: Logo mit eigener Fläche, angepasste Ersatzschrift, Ziffern gleicher Breite.

Was hat Nubank am Logo geändert?

Grüne Kugel in weißer Schale, grüner Anhänger mit Text „Eigener Grund“ auf weiß
Nubanks verfeinertes Logo mit lilaquadratischem Container ermöglicht Verwendung auf beliebigen Hintergründen und wird nun bevorzugt eingesetzt

Das Zeichen selbst blieb, Nubank hat es nur verfeinert. Neu ist, dass die Variante im lila Quadrat in fast allen Zusammenhängen Vorrang hat.[1]

Der Grund liegt im Untergrund: Ohne Container hängt das Symbol vom Hintergrund ab, mit Container bringt die Marke ihre Fläche mit. Nubank formuliert das Versprechen so: „Das Lila ist garantiert.“ Das gilt vor allem bei Partnerlogos und auf weißem Grund.[1]

Koto beschreibt das Gesamtsystem als wenige wiederkehrende Zutaten: Farbe und Module, die sich in Ebenen beliebig kombinieren lassen, dazu Bewegung für Animationen in der App.[2] Den umgekehrten Weg ging die Rewe Group, die zuletzt die Quadrate aus ihrem Logo strich.

Warum baut eine Bank eine eigene Schrift?

NuSans soll lesbar, wiedererkennbar und schwer zu fälschen sein. Nubank nennt die Schrift eine digitale Signatur.[3]

Die Familie besteht aus NuSans Display für Überschriften und NuSans Text für Oberflächen, ihre Formen leiten sich von der Schleife zwischen n und u im Logo ab. Die Entwicklung dauerte 14 Monate, das System umfasst 32 Kombinationen aus Strichstärke und Breite.[3]

Für Webdesigner sind zwei Details interessant. NuSans Text hat Maße nahe der bisherigen App-Schrift, damit der Wechsel keine Layouts sprengt.[1] Und Ziffern gleicher Breite richten Beträge in Spalten sauber aus.[3]

Beides lässt sich mit CSS nachbauen. Der Deskriptor size-adjust gleicht die Maße einer Ersatzschrift an die Webschrift an und verringert Layoutsprünge beim Nachladen,[4] font-variant-numeric: tabular-nums setzt Ziffern gleich breit.[5] Neue Schriften erscheinen derzeit auch außerhalb von Konzernen, zum Beispiel Heaven von Superior Type und die kostenlose Paper Mono.

Nubank-Rebrand auf einen Blick
Zahlen und Bausteine der überarbeiteten Marke laut Nubank

Eckdaten, Stand 6. November 2026

135 Mio.
Kunden in Brasilien, Mexiko und Kolumbien
14 Monate
Entwicklungszeit der Schrift NuSans
32
Kombinationen aus Strichstärke und Breite
5
Farben in der Palette von Ultravioleta

Drei Bausteine des Systems

Logo
Änderung: verfeinert, nicht ersetzt
Standard: Symbol im lila Quadrat
Wirkung: Lila auf jedem Untergrund
Schrift
Familie: NuSans Display und NuSans Text
Form: abgeleitet von der Schleife zwischen n und u
Praxis: Maße nahe der bisherigen App-Schrift
Farbe
Hauptmarke: kräftiges Lila plus Sekundärfarben
Ultravioleta: UV Purple, Brown, Sand, Purple 100, Tan
Anspruch: Premium als Erlebnis

Nubank zeigt, dass eine Marke mit 135 Millionen Kunden Regeln braucht und kein neues Zeichen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Wie unterscheidet sich die Premium-Sparte Ultravioleta?

Ultravioleta bekommt redaktionelle Layouts, einen leichteren NuSans-Schnitt und eine eigene Palette aus fünf Farben.[1]

Die Farben heißen UV Purple, Brown, Sand, Purple 100 und Tan. Premium soll laut Nubank ein Erlebnis sein, kein Statussymbol.[1]

Dazu kommt laut Koto die Website nu.com, die für Produkte, Sprachen und regulatorische Vorgaben mehrerer Märkte funktionieren muss.[2] Offen ist, wie gut die komplexere Marke dort trägt, wo das Vertrauen in die lila Karte fehlt, wie Branchenmedien anmerken.

Was folgt daraus für Marken im DACH-Raum?

Eine Marke wächst nicht durch ein neues Zeichen, sondern durch Regeln für Fläche, Schrift und Farbe, die in jedem Kanal gelten.

Zwei Prüfungen lohnen sich sofort: Hat Ihr Logo eine Variante mit eigener Fläche für Partnerseiten? Und ist die Ersatzschrift per size-adjust an Ihre Webschrift angeglichen? Preistabellen profitieren zusätzlich von Ziffern gleicher Breite.

Wie Neobanken Geld verdienen, steht in den Beiträgen zu N26 und Revolut.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. NubankBrand refresh: como renovamos a identidade visual do Nubank (Blog)10.06.2026
  2. KotoFallstudie „Nubank“
  3. NubankNu Sans (Blog, 5. März 2026, aktualisiert am 26. Mai 2026)
  4. MDN Web Docssize-adjust
  5. MDN Web Docsfont-variant-numeric

Mehr Newshunger?

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