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Claude Code kennt die E-Mail-Adresse des angemeldeten Kontos und trägt sie laut Nutzerberichten mitunter als Kontaktadresse in Webanfragen ein. Ein Nutzer führt Dutzende Spam-Mails am Tag darauf zurück, belegt hat er den Zusammenhang nicht. Ein seit Version 2.1.317 eingebauter Filter fängt nur einen Teil dieser Fälle ab.

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Inhalt 6 Abschnitte
  1. Wie gelangt die Adresse in eine Webanfrage?
  2. Was kann der eingebaute Filter?
  3. Was heißt das für Unternehmen in der DACH-Region?
  4. Was sollten Sie jetzt tun?
  5. FAQ: Claude Code und die E-Mail-Adresse
  6. Mehr Newshunger?

Ein Nutzer hat am 5. November im Fehlerverzeichnis von Claude Code auf GitHub gemeldet, dass der Assistent seine E-Mail-Adresse in Anfragen an fremde Websites geschrieben habe.[1] Anthropic hat seit Version 2.1.317 einen Filter eingebaut und dessen Quelltext am 6. November veröffentlicht.[1][5]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Adresse des angemeldeten Kontos steht bei jeder Sitzung im Kontext des Sprachmodells.[2]
  • Schreibt das Modell selbst einen Befehl wie curl, kann es die Adresse in den User-Agent setzen, die Kennung jeder Webanfrage.[1][5]
  • Der Filter lehnt Shell-Aufrufe mit Adresse und User-Agent ab. Web-Werkzeuge, Skripte und berechnete Werte prüft er nicht.[5]
  • Dass die Adresse Spam ausgelöst hat, behauptet der Meldende. Belegt ist es nicht.[1]

Wie gelangt die Adresse in eine Webanfrage?

Weißer Briefkasten mit offenem Deckel, weißem Umschlag und orangefarbenem Sticker
Claude Code liest Adresse aus ~/.claude.json und fügt sie in jeder Sitzung als separate Zeile in den Modellkontext ein, was seit Version 2.1.220 undokumentiert ist

Claude Code liest die Adresse aus der Anmeldedatei ~/.claude.json und legt sie in jeder Sitzung als eigene Zeile in den Kontext des Modells. Beschrieben hat das ein Nutzer bereits am 25. Juli, nachdem er die Programmdateien von Version 2.1.220 ausgelesen hatte. Die Dokumentation erwähne das nirgends.[2]

Der User-Agent ist die Kennung, die ein Programm mit jeder Webanfrage mitschickt. Manche Dienste erwarten dort einen Kontakt: Die US-Börsenaufsicht SEC nennt als Muster einen Firmennamen samt E-Mail-Adresse,[3] die Wikimedia Foundation akzeptiert E-Mail, Website oder Wiki-Benutzernamen.[4] Formuliert das Modell einen curl-Befehl selbst, kann es dort die Adresse einsetzen, die es kennt. Nutzer berichten außerdem, dass das Modell die Adresse als Git-Identität in Commits schrieb.[2]

Was kann der eingebaute Filter?

Ein Mitwirkender stellte den Filter am 5. November im Fehlerverzeichnis vor: Er heiße cc-plugin-privacy, gelte ab Version 2.1.317, sei standardmäßig aktiv und über das Menü /plugins abschaltbar.[1] Laut der veröffentlichten Beschreibung lehnt er Aufrufe von Bash, PowerShell und Monitor ab, wenn sie die Kontoadresse enthalten und einen User-Agent nennen.[5]

Ungeprüft bleiben WebFetch, WebSearch und MCP-Werkzeuge, außerdem Skripte, Variablen und zur Laufzeit berechnete Werte wie $(git config user.email). Die Autoren nennen den Schutz selbst eine Gefälligkeit und keine Sicherheitsgrenze.[5] Mehrere Nutzer melden, dass der Filter in Version 2.1.318 unter macOS und Windows einen Testbefehl nicht ablehnte. Geprüft hat die Redaktion das nicht.[1]

Diskretion sieht anders aus
Claude Code, Kontoadresse und der eingebaute Filter, Stand am 6. November 2026
103 Tage
zwischen dem ersten Bericht (25. Juli) und dem neuen Eintrag (5. November)
2.1.317
erste Version mit dem Filter cc-plugin-privacy
3
Aufrufarten, die der Filter prüft: Bash, PowerShell, Monitor
0
Rückfragen an den Nutzer: der Filter lehnt still ab

Was der Filter prüft und was nicht

Geprüft
  • Bash-, PowerShell- und Monitor-Aufrufe
  • die Kontoadresse im Befehl, auch in Groß- oder Kleinschreibung
  • eine Angabe wie User-Agent, curl -A oder wget -U im selben Aufruf
Nicht geprüft
  • WebFetch, WebSearch und MCP-Werkzeuge
  • Skripte, Variablen und zur Laufzeit berechnete Werte
  • die Adresse in URL, Anfragetext oder From-Header

Die Autoren bezeichnen den Filter in der Beschreibung als Gefälligkeit und nicht als Sicherheitsgrenze.

Was ein Agent nicht kennt, kann er nicht ausplaudern. Datensparsamkeit schlägt jeden Filter.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was heißt das für Unternehmen in der DACH-Region?

Setzt ein Unternehmen Claude Code dienstlich ein, bleibt es für die Daten seiner Beschäftigten verantwortlich. Die DSGVO verlangt Datenminimierung und Voreinstellungen, die nur erforderliche Daten verarbeiten.[6] Eine Adresse, die der Assistent für keine Aufgabe braucht, aber im Kontext führt, passt schlecht dazu. Ob ein Verstoß vorliegt, klärt der Einzelfall. Wie viel ein KI-Agent im Unternehmen sehen darf, hat die Redaktion in einem eigenen Beitrag erklärt.

Was sollten Sie jetzt tun?

  • Version prüfen: Prüfen Sie die Version (2.1.317 oder neuer) und kontrollieren Sie im Menü /plugins, ob cc-plugin-privacy aktiv ist.
  • Funktionsadresse nutzen: Hinterlegen Sie für Agenten-Konten eine Adresse wie [email protected] statt der persönlichen.
  • Freigaben begrenzen: Lassen Sie curl, wget und Web-Werkzeuge einzeln bestätigen, statt sie pauschal zu erlauben.
  • Commits prüfen: Zeigen Sie mit git log --format=%ae an, welche Adressen in Ihren Commits stehen.

Führen Sie Claude im Team ein, gehört die Kontenfrage in den Schulungsplan für die ersten zwei Wochen. Anbieter im Überblick zeigt der Vergleich der KI-Textgeneratoren.

FAQ: Claude Code und die E-Mail-Adresse

Gibt Claude Code die E-Mail-Adresse an Websites weiter?

Nutzer berichten, dass das Modell die Kontoadresse in selbst geschriebene Befehle als User-Agent eingesetzt hat, etwa bei curl. Anthropic hat dafür seit Version 2.1.317 einen Filter eingebaut. Wie oft das vorkam, ist nicht bekannt.

Ab welcher Version gilt der neue Schutz?

Ab Version 2.1.317 ist die eingebaute Erweiterung cc-plugin-privacy standardmäßig aktiv. Sie prüft Bash-, PowerShell- und Monitor-Aufrufe. WebFetch, WebSearch, MCP-Werkzeuge und Skripte prüft sie nicht.

Ist die Weitergabe der Adresse ein DSGVO-Verstoß?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Die DSGVO verlangt Datenminimierung (Art. 5) und datenschutzfreundliche Voreinstellungen (Art. 25). Verantwortlich ist das Unternehmen, das den Assistenten einsetzt. Der Datenschutzbeauftragte klärt den Einzelfall.

Wie schütze ich meine Adresse bis zum Update?

Nutzen Sie für den Agenten eine Funktionsadresse statt Ihrer persönlichen, lassen Sie curl und Web-Werkzeuge einzeln bestätigen und prüfen Sie mit git log –format=%ae, welche Adressen in Ihren Commits stehen.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. GitHub, anthropics/claude-codeBug Report: Privacy violation in User-Agent header, Eintrag 107757 vom 5. November 2026
  2. GitHub, anthropics/claude-codeAccount email (PII) is injected into the model’s system prompt, Eintrag 81138 vom 25. Juli 2026
  3. U.S. Securities and Exchange CommissionAccessing EDGAR Data
  4. Wikimedia FoundationUser-Agent Policy
  5. Anthropic, Repository claude-codemods/privacy, Beschreibung des Filters, veröffentlicht am 6. November 2026
  6. Europäische UnionVerordnung (EU) 2016/679, Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe c und Artikel 25

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