Google trainiert seine KI-Modelle mit den gespeicherten Chats der Gemini-App, solange die Einstellung „Aktivitäten speichern“ eingeschaltet ist. Einen Teil der Chats lesen zusätzlich menschliche Prüfer. Diese Gespräche bleiben bis zu drei Jahre gespeichert, auch wenn Sie Ihren Verlauf löschen. Für Arbeitskonten können andere Regeln gelten.
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Google beschreibt im Privacy Hub für die Gemini-Apps, zuletzt aktualisiert am 26. Oktober, welche Daten die App erhebt und wofür der Konzern sie nutzt.[1] Auf einer weiteren Hilfeseite zu verbundenen Apps wie Gmail und Drive bestätigt Google, dass auch diese Aktivitäten ins Training einfließen.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Gespeicherte Gemini-Chats dienen dem KI-Training, solange „Aktivitäten speichern“ an ist, die Löschfrist beträgt standardmäßig 18 Monate.
- Menschen prüfen einen Teil der Chats, geprüfte Gespräche bleiben bis zu drei Jahre erhalten, auch nach dem Löschen.
- Bei ausgeschalteter Einstellung und in temporären Chats speichert Google Gespräche 72 Stunden und trainiert nicht damit, außer Sie senden Feedback.
- Für Arbeits- und Schulkonten gilt ein eigener Privacy Hub von Google Workspace.
Wann trainiert Google mit Ihren Chats?

Laut Google fließen Ihre Eingaben, die Antworten von Gemini und Informationen darüber, wie das Modell sie erzeugt hat, ins Training, sofern „Aktivitäten speichern“ aktiv ist.[2] Die gespeicherten Chats löscht Google nach 18 Monaten automatisch. Sie können 3 oder 36 Monate wählen oder die Löschung abschalten.[1]
Bei verbundenen Apps macht Google eine Einschränkung. Gemini trainiere nicht direkt mit Ihrem Gmail-Postfach oder Ihren Drive-Dateien, sondern mit Zusammenfassungen, Auszügen und Schlussfolgerungen daraus. Bei kurzen E-Mails kann die Zusammenfassung die E-Mail selbst sein.[2]
Wenn Sie die Einstellung ausschalten oder einen temporären Chat starten, speichert Google das Gespräch 72 Stunden und trainiert nicht damit, es sei denn, Sie senden Feedback. Mit Feedback liefern Sie Google zusätzlich den Gesprächsverlauf der letzten 24 Stunden.[1] Um das Angebot abzusichern, verwendet Google die Chats weiterhin, auch dabei können Prüfer helfen.[1]
Warum bleiben gelöschte Chats erhalten?
Einen Teil der Chats prüfen Menschen, darunter geschulte Dienstleister von Google. Sie beurteilen, ob eine Antwort fehlerhaft oder schädlich war. Außerdem schlagen sie bessere Antworten vor. Google löst die Chats vorher von Ihrem Konto. Geprüfte Chats bleiben bis zu drei Jahre gespeichert, samt Sprache, Gerätetyp, Standortangaben und Feedback.[1]
Das Löschen im Konto betrifft diese Chats nicht, weil sie Ihrem Konto nicht mehr zugeordnet sind. Google rät selbst, nichts einzugeben, was kein Prüfer lesen soll.[1]
Ein gelöschter Chat ist bei Gemini nicht immer ein vergessener Chat, wenn ihn zuvor ein Prüfer gelesen hat.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Die Fristen
Was bei welcher Einstellung gilt
Was heißt das für Ihr Unternehmen?
Als Rechtsgrundlage für das Training nennt Google für die EU die berechtigten Interessen von Google und Dritten (Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO). Dagegen können Sie nach Art. 21 DSGVO Widerspruch einlegen, den Google über sein Hilfecenter entgegennimmt.[1][3]
Für Arbeits- und Schulkonten gelten laut Google andere Bedingungen. Auf der Datenschutzseite für Google Workspace sagt der Konzern zu, dass Inhalte nicht ohne Erlaubnis von Menschen geprüft oder außerhalb der eigenen Domain für das Training verwendet werden.[4] Das Risiko liegt dort, wo Beschäftigte dienstliche Fragen über private Konten eingeben. Wie ein Konzern darauf reagiert, zeigt ByteDance, das privaten Claude- und Codex-Konten den Zugriff auf Firmendaten sperren soll. Bei Kimi, das ebenfalls Gmail und Drive anbindet, fehlt in Moonshots Datenschutzerklärung die DSGVO.
Prüfen Sie diese Woche in den Gemini-Einstellungen „Aktivitäten speichern“ und verkürzen Sie die Löschfrist von 18 auf 3 Monate. Führen Sie vertrauliche Gespräche nur in temporären Chats oder im Arbeitskonto. Eine kurze Dienstanweisung regelt, welche Daten Beschäftigte nie in private Konten eingeben. Welche KI-Dienste welche Bedingungen setzen, zeigt der Vergleich der KI-Textgeneratoren.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- GoogleGemini Apps Privacy Hub, Gemini-Apps-Hilfe, zuletzt aktualisiert am 26. Oktober 2026
- GoogleAbout personalization with Connected Apps, Gemini-Apps-Hilfe
- EUR-LexVerordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung), Art. 6 Abs. 1 Buchst. f und Art. 21
- GoogleGenerative AI in Google Workspace Privacy Hub, Google-Workspace-Hilfe, zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2026
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