Bis zu 60 Sekunden eines Hits von Universal oder Warner sollen Kreative bald direkt in ihr Handyvideo schneiden können. Adobe baut die Kataloge der beiden Musikkonzerne in die kostenlose App Premiere Mobile ein. Für Firmenvideos gilt die Lizenz allerdings nicht.
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Am 3. November hat Adobe Partnerschaften mit der Universal Music Group (UMG) und der Warner Music Group (WMG) angekündigt. Lizenzierte Ausschnitte bekannter Künstlerinnen und Künstler sollen „in Kürze“ in Premiere Mobile verfügbar sein. Einen Termin nennt Adobe nicht.[1] Die Schnitt-App gibt es kostenlos für das iPhone und seit September auch für Android.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Premiere Mobile soll Musik von UMG und WMG direkt in der App anbieten, mit Suche nach Interpret, Titel, Genre und Länge.
- Pro Video lassen sich laut Adobe bis zu 60 Sekunden eines Titels verwenden.
- Die Lizenz gilt nur für private, nicht-kommerzielle Videos. Für Kundenprojekte verweist Adobe auf Adobe Stock Audio.
Wie kommt die Musik ins Video?

In der App lässt sich laut Adobe nach Interpret oder Titel suchen und nach Genre oder Dauer filtern. Vor dem Einfügen spielt Premiere Mobile eine Hörprobe ab, Favoriten lassen sich merken. Dazu kommen Sammlungen, die die Labels selbst zusammenstellen. Bis zu 60 Sekunden eines Titels landen dann in der Timeline.[1]
Neu sind auch Musikvorlagen: anpassbare Schnittvorlagen, in denen Song und Bildfolge von Anfang an aufeinander abgestimmt sind. Den fertigen Clip exportiert die App für Dienste wie YouTube Shorts, TikTok und Instagram Reels. Adobe beschränkt das ausdrücklich auf Plattformen mit eigener Musiklizenz.[1]
Was bringt das Adobe im Wettbewerb mit CapCut?
Bisher kam Musik in Premiere Mobile aus Adobe Stock oder aus eigenen Dateien. Aktuelle Hits fehlten. Mit ihnen laufen aber die Trends auf TikTok und Reels. Beim mobilen Schnitt ist dort bislang CapCut von der TikTok-Mutter ByteDance der Platzhirsch. Mit der Label-Musik schließt Adobe eine Lücke gegenüber diesem Konkurrenten.
Für die Labels ist die App ein weiterer Vertriebsweg. Musik erleben die Menschen längst nicht mehr nur in klassischen Musik-Apps, sagt WMG-Managerin Rachel Scarpati. UMG-Manager Bryan Stone verspricht den eigenen Künstlern neue Zielgruppen.[1] Wie sich Adobes KI-Videowerkzeuge sonst gegen die Konkurrenz schlagen, zeigt der Vergleich Adobe Firefly gegen CapCut.
Vom iPhone-Start bis zur Label-Musik
Was heißt nicht-kommerziell für Firmen und Kreative?
Die Titel von UMG und WMG sind laut Adobe nur für den privaten, nicht-kommerziellen Gebrauch lizenziert.[1] Wo die kommerzielle Nutzung beginnt, erklären weder Presseinformation noch Blogbeitrag. Firmenkanäle, Agenturen und Kundenvideos sind damit raus. Ob ein privater Kanal mit Werbeeinnahmen noch als privat gilt, lässt Adobe offen.
Das deutsche Urheberrecht zieht eine ähnliche Grenze. Nach § 6 UrhDaG gilt die Lizenz einer Plattform wie YouTube auch für ihre Nutzer, sofern diese nicht kommerziell handeln oder keine erheblichen Einnahmen erzielen.[3] Ein Firmenkanal, der kommerziell auftritt und nennenswert verdient, kann sich darauf nicht berufen.
Aktuelle Hits direkt in der Schnitt-App sind ein starkes Argument gegen CapCut. Für Marketingteams ändert sich aber nichts, solange die Lizenz beim privaten Gebrauch endet.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Welche Musik bleibt für Kundenprojekte?
Für Projekte mit kommerzieller Lizenz verweist Adobe weiter auf Adobe Stock Audio.[1] Seit August erzeugt außerdem Firefly eigene Musik, die Adobe für geschäftliche Zwecke freigibt. Welche Kataloge sonst infrage kommen, zeigt unser Vergleich der Anbieter für lizenzfreie Musik.
Marketingteams sollten in ihren Social-Media-Regeln festhalten, dass Label-Musik aus Premiere Mobile nicht in Firmenkanäle gehört. Das gilt auch für Beschäftigte, die Clips für das Unternehmen auf dem privaten Handy schneiden.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- AdobePremiere Mobile erweitert sein Musikangebot um Titel von UMG und WMG
- AdobeAdobe Premiere jetzt auch für Android
- Bundesministerium der Justiz§ 6 UrhDaG, Erstreckung von Erlaubnissen
Mehr Newshunger?
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