Im Januar arbeiteten im Wärmepumpenwerk von Stiebel Eltron in Höxter 22 Menschen, inzwischen sind es 167. Der Hersteller aus Holzminden verlegt Montage und Elektronikfertigung über die Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen. Ein Grund für die Nachfrage ist eine Förderung, die ab 2027 sinken soll.
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Der Heiztechnikhersteller Stiebel Eltron beschäftigt in seinem Werk in Höxter inzwischen 167 Menschen, im Januar waren es rund 22. Das berichtet die Neue Westfälische unter Berufung auf das Unternehmen, weitere Einstellungen sollen folgen.[1] Das Werk im Gewerbegebiet an der Lüre liegt in Nordrhein-Westfalen, nahe dem Stammsitz im niedersächsischen Holzminden.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei voller Auslastung sollen in Höxter bis zu 300 Menschen arbeiten, 167 sind es schon.
- In Holzminden und Höxter hat Stiebel Eltron in diesem Jahr knapp 400 Beschäftigte für die Fertigung eingestellt.
- Die Gruppe will 2026 erstmals seit 2023 wieder mehr als eine Milliarde Euro umsetzen.
Was verlagert Stiebel Eltron nach Höxter?

Seit Januar laufen in Höxter Endmontage, Prüfung und Verpackung der Luft-Wasser-Wärmepumpen auf zwei parallelen Montagelinien. Im Sommer kamen Wellenlöten, Selektivlöten und das Prüffeld aus Holzminden hinzu. 2027 soll die übrige Elektronikfertigung folgen, die SMD-Bestückung von Leiterplatten. Das bringt nach Firmenangaben rund zehn weitere Arbeitsplätze.[1]
Zum Neustart im Januar sollten die meisten Beschäftigten aus dem Stammwerk herüberwechseln.[2] Wie viele der 167 Stellen neu entstanden sind, geht aus den Angaben nicht hervor. Für beide Werke zusammen spricht Personalchef Christoph Giefers von knapp 400 Neueinstellungen in der Fertigung in diesem Jahr: „Wir suchen weiterhin dringend zusätzliches Personal.“[1] Am Stammsitz arbeiten rund 2.000 Menschen, weltweit rund 5.000.[2]
Warum stellt Stiebel Eltron wieder ein?
Der Umsatz der Gruppe sank von 1,25 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 941 Millionen Euro 2024 und stieg 2025 leicht auf 951 Millionen. Die deutsche Vertriebsgesellschaft lag bis Ende August fast zehn Prozent über Plan.[1] Nach den Zahlen von Firmenchef Kai Schiefelbein wurden in Deutschland 2023 mehr als 350.000 Wärmepumpen verkauft, 2024 nur 193.000 und 2025 rund 284.000.[3]
Als Gründe nennt Stiebel Eltron die aktuellen Förderbedingungen und die gestiegenen Energiepreise. Dazu komme, dass die Förderung ab 2027 schrittweise sinken soll. „Das sorgt derzeit für zusätzliche Nachfrage“, sagt Sprecherin Katharina Witte.[1] Den Einbruch von 2024 hatte die Debatte um das Heizungsgesetz mit ausgelöst.[5]
Vom Kauf bis zur Elektronikfertigung
Das Werk in Höxter stand 20 Monate still, weil Heizungsstreit und Förderstopp die Käufer verunsicherten. Sinkt die Förderung ab 2027, steht die nächste Bewährungsprobe an.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Warum stand das Werk fast zwei Jahre still?
Stiebel Eltron hatte die früheren Maschinenbauhallen Ende 2022 gekauft und für rund 7,6 Millionen Euro umgebaut. Die Produktion startete im Dezember 2023 mit 50 Beschäftigten und stand ab Mai 2024 still.[3] Ende 2024 meldete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von rund 25 Prozent und mehrere Hundert Beschäftigte weniger. Dazu kamen ein Programm für freiwillige Abgänge und eine um zehn Prozent abgesenkte Arbeitszeit für die indirekt Beschäftigten.[4]
Anfang 2025 sagte das Land Niedersachsen bis zu 10,8 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur zu. Am Stammsitz will Stiebel Eltron bis zu 72 Millionen Euro in die Wärmepumpenfertigung investieren.[5] Eine Verlagerung ins Ausland kam nach Angaben des Unternehmens nicht infrage, weil Wärmepumpen Fachkräfte und kurze Entwicklungszyklen verlangen.[2] Konkurrent Viessmann gehört seit dem Verkauf an Carrier einem US-Konzern. Ob die Belegschaft in Höxter auf 300 wächst, entscheidet die Nachfrage nach 2027.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Neue WestfälischeMehr Jobs: Stiebel-Eltron stockt Werk in Höxter auf
- Neue WestfälischeStiebel Eltron in Höxter nimmt mit zwei Jahren Verspätung die Produktion auf
- Stiebel Eltron, veröffentlicht von TGA FachplanerStiebel Eltron fertigt wieder Wärmepumpen in Höxter
- Neue WestfälischeStiebel Eltron aus Holzminden schrumpft um mehrere 100 Beschäftigte
- Neue WestfälischeGegen die Absatzflaute: Stiebel-Eltron aus Holzminden erhält Millionenförderung
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