Die Entwickler von Desigma haben am 2. November die Version 0.1.0-alpha.17 ihres kostenlosen Designeditors veröffentlicht. Das Programm läuft als native App unter macOS, Windows und Linux, öffnet Figma-Dateien und speichert alles auf dem eigenen Rechner. Ein Benutzerkonto braucht es nicht, auch nicht für die gemeinsame Arbeit an einer Datei.
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Das GitHub-Repository wurde am 11. Oktober angelegt und kam am 3. November auf 956 Sterne. Die Entwickler nennen den Stand selbst eine frühe Alpha: Desigma ersetze Figma im professionellen Arbeitsalltag noch nicht.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Desigma ist quelloffen und kostenlos, der Code steht wahlweise unter MIT- oder Apache-2.0-Lizenz.
- Der Editor liest .fig-Dateien, obwohl Figma das Format nicht dokumentiert. Zurück ins Figma-Format schreibt er nicht.
- Die Installationsdateien sind noch nicht signiert, macOS und Windows warnen beim ersten Start.
Was kann Desigma schon?

Desigma bietet Frames, Auto-Layout, Komponenten mit Varianten, Variablen, klickbare Prototypen, Whiteboards und Präsentationen. Dazu kommen ein Entwicklermodus und eine Zeitleiste für Animationen.
Der Entwicklermodus zeigt Abstände und gibt Code als CSS, Tailwind, React, SwiftUI oder Jetpack Compose aus. Animationen lassen sich als GIF, WebM oder Folge von PNG-Einzelbildern exportieren. Die Arbeitsfläche berechnet die CPU mit der Rust-Bibliothek tiny-skia, ohne Electron und ohne eingebetteten Browser.[1]
Für KI-Agenten liefert das Projekt einen lokalen MCP-Server mit 16 Werkzeugen. Ein Agent kann darüber Dateien importieren, Ebenen und Design-Tokens auslesen, Code erzeugen und Änderungen speichern. Das Projekt geht damit denselben Weg wie Miro und Figma mit ihren Agenten.
Wie kommen Figma-Dateien in Desigma?
Desigma öffnet lokal gespeicherte .fig-Dateien oder das JSON, das die REST-Schnittstelle von Figma liefert. Gespeichert wird danach im eigenen Format .desigma.
Beim Import übernimmt der Editor laut Repository Ebenen, eingebettete Bilder, Stile, angepasste Komponenten-Instanzen und Prototyp-Verknüpfungen, auch FigJam-Boards. Weil Figma das Dateiformat nicht offenlegt, stützt sich der Decoder auf frei zugängliche Analysen des Formats. Getestet wurde er bisher mit eigens angelegten Testdateien, bei echten Projekten rechnen die Entwickler mit Lücken.[1]
Agenturen lassen Kundenprojekte deshalb besser im Original bei Figma und geben Desigma nur eine Kopie zum Ausprobieren. Ein Rückweg ins .fig-Format ist nicht vorgesehen, auch Animationsdaten bleiben in .desigma-Dateien.
Eckdaten, Stand 3. November 2026
Drei Designwerkzeuge im Vergleich
Lokale Designdateien ersparen Agenturen manche Cloud-Frage. Als einziges Arbeitsformat taugt eine Alpha-Version trotzdem noch nicht.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Wie schlägt sich Desigma im Vergleich mit Figma und Penpot?
Figma kostet im Professional-Tarif 16 Dollar je Nutzer mit vollem Zugang und Monat, Penpot ist in der Cloud kostenlos nutzbar. Desigma kostet nichts und braucht als einziges der drei Werkzeuge weder Konto noch Cloud.
Figma verlangt für den Organization-Tarif 55 Dollar je Nutzer mit vollem Zugang, die kostenlose Starter-Stufe begrenzt den Funktionsumfang.[3] Penpot von Kaleidos läuft im Browser, in der Cloud oder auf einem eigenen Server und steht unter der Mozilla Public License 2.0.
Der Unlimited-Tarif von Penpot kostet 7 Dollar je Nutzer mit Bearbeitungsrechten, höchstens 175 Dollar im Monat.[4] Mit rund 62.000 GitHub-Sternen ist Penpot die etablierte quelloffene Alternative.[5]
Die gemeinsame Bearbeitung läuft bei Desigma direkt zwischen den Rechnern, Ende-zu-Ende verschlüsselt über die Rust-Bibliothek iroh. Klappt keine direkte Verbindung, gehen die Daten verschlüsselt über öffentliche Vermittlungsserver (Relay-Server). Die Sitzung endet, sobald die Person, die sie gestartet hat, die Datei schließt.[2]
In Firmennetzen bremst noch die fehlende Signatur. Windows zeigt beim ersten Start eine Warnung seines Schutzfilters SmartScreen, unter macOS muss die App in den Systemeinstellungen freigegeben werden.[1]
Auf zentral verwalteten Firmenrechnern mit strengen Installationsregeln kann das den Start ganz verhindern. Freelancer und kleine Studios können den Editor dagegen schon heute mit Kopien echter Projekte testen.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- GitHub, deepfounder-ai/desigmadesigma: the design tool you actually own
- GitHub, deepfounder-ai/desigmaLive collaboration, docs/collaboration.md
- FigmaPlans & Pricing
- PenpotPricing
- GitHub, penpot/penpotPenpot: The open-source design platform
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