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Disney will laut Bloomberg Tausende Stellen streichen und verlangt von einigen Managern, ihre jährlichen Kosten um 20 Prozent zu senken. Das Ersparte soll zum Teil in Filme, Serien, Technik, Freizeitparks und Kreuzfahrtschiffe fließen.

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Inhalt 5 Abschnitte
  1. Wo will Disney sparen?
  2. Warum spart Disney, obwohl der Umsatz wächst?
  3. Ist das die erste Sparrunde?
  4. Was gilt, wenn der Abbau Deutschland erreicht?
  5. Mehr Newshunger?

Disney hat laut Bloomberg einige Manager angewiesen, 20 Prozent ihrer jährlichen Kosten einzusparen. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf Personen, die mit den Plänen vertraut sind.[1] Wie viele Stellen wegfallen, nennt der Bericht nicht, Disney wollte sich nicht äußern. Stand: Dienstag, 3. November, 4:30 Uhr.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Härter als andere Bereiche soll es laut Bloomberg die Freizeitparks, das Fernsehgeschäft und das Filmstudio treffen.
  • Disney beschäftigte zum Ende des Geschäftsjahrs 2025 rund 231.000 Menschen.
  • Abfindungen rechnet Disney aus der Gewinnkennzahl heraus, die der Konzern Anlegern zugesagt hat.
  • Am 17. November legt Disney seine Jahreszahlen vor.

Wo will Disney sparen?

Weißes Karussell mit Pferden vor weißem Hintergrund, an dem ein Schild mit der Aufschrift „Sparplan“ hängt
Disney spart durch Stellenabbau und reduzierte Ausgaben, besonders bei Freizeitparks, TV und Filmstudio. CEO Josh D’Amaro reinvestiert Mittel in Filme, Serien, Technologie und Kreuzfahrten

Sparen lasse sich über gestrichene Stellen ebenso wie über geringere Ausgaben, schreibt Bloomberg. Härter als andere treffe es die Freizeitparks, das Fernsehgeschäft und das Filmstudio.[1] Konzernchef Josh D’Amaro, seit dem Frühjahr Nachfolger von Bob Iger, will einen Teil des Geldes in Filme und Serien, Technik, die Parks und das Kreuzfahrtgeschäft stecken.

Zum Ende des Geschäftsjahrs 2025 beschäftigte Disney rund 231.000 Menschen, davon etwa 172.000 in den USA. Knapp ein Viertel arbeitet in Teilzeit oder nur saisonal, vor allem in den Parks.[2] Rechnerisch entsprechen gut 2.300 Stellen einem Prozent der Belegschaft.

Warum spart Disney, obwohl der Umsatz wächst?

Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs stieg der Umsatz um 7 Prozent auf 25,2 Mrd. Dollar, rund 22 Mrd. Euro bei einem Kurs von 0,87 Euro je Dollar. Zugleich verwies Disney auf weniger ausländische Besucher in seinen US-Parks. Den Anlegern hat der Konzern für 2026 rund 12 Prozent mehr bereinigten Gewinn je Aktie versprochen, für 2027 erneut ein zweistelliges Plus, dazu Aktienrückkäufe von mindestens 9 Mrd. Dollar (rund 7,8 Mrd. Euro).[3]

Abfindungen bucht Disney als Restrukturierungskosten. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs waren es rund 0,2 Mrd. Dollar (etwa 170 Mio. Euro).[4] Diese Posten rechnet der Konzern aus dem bereinigten Gewinn je Aktie heraus.[3] Ein Stellenabbau belastet die zugesagte Kennzahl also nicht, die niedrigeren Kosten heben sie dagegen in den Folgejahren.

Disneys Sparkurs in Zahlen
Kostenziel, Belegschaft und Restrukturierungskosten
20 %
weniger jährliche Kosten verlangt Disney laut Bloomberg von einigen Managern
rund 231.000
Beschäftigte zum Ende des Geschäftsjahrs 2025, davon etwa 172.000 in den USA
etwa 170 Mio. €
für Abfindungen in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2026, aus dem bereinigten Gewinn herausgerechnet
Sparrunden bei Disney
2023
7.000 Stellen fallen weg, Sparprogramm über rund 4,8 Mrd. €
April 2026
Rund 1.000 Stellen fallen weg, kurz nach dem Wechsel an der Spitze zu Josh D’Amaro
2. November 2026
Bloomberg berichtet über Tausende geplante Entlassungen
17. November 2026
Disney legt die Zahlen zum Geschäftsjahr 2026 vor

Ist das die erste Sparrunde?

Nein. 2023 strich Disney unter Iger 7.000 Stellen, als Teil eines Sparprogramms über 5,5 Mrd. Dollar (rund 4,8 Mrd. Euro). Nach Angaben von Reuters folgten 2025 mehrere Hundert und im April 2026 rund 1.000 weitere. Auch andere US-Konzerne bauen Stellen ab, obwohl die Zahlen gut sind: Netflix streicht 1.000 Stellen trotz hoher Marge, und Microsoft hat 60.000 Beschäftigten ein freiwilliges Ausscheiden gegen Abfindung angeboten.

Was gilt, wenn der Abbau Deutschland erreicht?

In den USA müssen Arbeitgeber ab 100 Beschäftigten Massenentlassungen und Schließungen 60 Tage vorher ankündigen.[5] Über diese Pflichtmeldungen bei den Bundesstaaten werden Einschnitte oft öffentlich. Ob auch Disneys Gesellschaften im deutschsprachigen Raum betroffen sind, ist offen.

Hierzulande muss ein Arbeitgeber eine Massenentlassung bei der Agentur für Arbeit anzeigen, in Betrieben ab 500 Beschäftigten schon ab 30 Entlassungen binnen 30 Tagen. Vorher muss er den Betriebsrat schriftlich über Gründe, Zahl der Betroffenen, Auswahlkriterien und Abfindungsregeln unterrichten. Ohne Zustimmung der Agentur werden die Entlassungen frühestens einen Monat nach der Anzeige wirksam.[6]

Betriebsräte in deutschen Töchtern von US-Konzernen sollten diese Unterrichtung einfordern, bevor aus einem Sparziel der Zentrale einzelne Kündigungen werden. Mehr Klarheit dürfte der 17. November bringen, wenn Disney seine Jahreszahlen vorlegt.[7]

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BloombergDisney Plans Thousands of Layoffs, Targeting 20% Cost Savings (2. November 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. The Walt Disney CompanyGeschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 202513.11.2025
  3. The Walt Disney CompanyZahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahrs 202605.08.2026
  4. The Walt Disney CompanyQuartalsbericht 10-Q zum 27. Juni 202605.08.2026
  5. U.S. Department of LaborWorker Adjustment and Retraining Notification Act (WARN)
  6. Kündigungsschutzgesetz, § 17 und § 18
  7. The Walt Disney CompanyThe Walt Disney Company Executives to Discuss Fiscal Full Year and Fourth Quarter 2026 Financial Results via WebcastOktober 2026

Mehr Newshunger?

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