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Über bis zu 3 Mrd. Dollar, rund 2,6 Mrd. Euro, aus Anleihen und Bankkrediten verhandelt der indische Rechenzentrumsbetreiber laut Bloomberg. Künftige Kunden sollen zusätzlich rund 260 Mio. Euro vorab überweisen. Mit dem Geld will das Unternehmen der Greenko-Gründer KI-Server von Nvidia bezahlen, die es schon fest bestellt hat.

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Im August bestellte AM Intelligence bei Nvidia 9.000 Rubin-GPUs, im Oktober folgten Aufträge über weitere 20.000. Das Geld dafür sucht das Unternehmen erst jetzt.[1] Die Verhandlungen stehen laut Bloomberg am Anfang, die Bedingungen können sich noch ändern. Bestätigt hat AM Intelligence die Pläne bislang nicht. Stand: Freitag, 30. Oktober, 4 Uhr.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • AM Intelligence verhandelt laut Bloomberg über bis zu 2,61 Mrd. Euro Fremdkapital, Kunden sollen rund 261 Mio. Euro vorab zahlen.
  • Bestellt sind rund 29.000 Rubin-GPUs für knapp 100 Megawatt in Indien und Malaysia, Lieferung im ersten Halbjahr 2027.
  • Dahinter stehen die Gründer des indischen Ökostromkonzerns Greenko.

Was hat AM Intelligence bei Nvidia bestellt?

Ein Server mit einer Geldkassette und einem Anhänger mit dem Wort Bestellt
AM Intelligence ordert 29.000 Rubin-GPUs für Rechenzentren in Hyderabad, Indien und Malaysia mit insgesamt 100 Megawatt Leistung, Lieferung ab Q1 2027

Am 25. August meldete AM Intelligence eine verbindliche Bestellung über 9.000 Rubin-GPUs, verbaut in Rack-Systemen vom Typ Vera Rubin NVL72.[2] Die Systeme sollen ab dem ersten Quartal 2027 ein Rechenzentrum mit 30 Megawatt in Hyderabad füllen. Anfang Oktober kamen zwei Aufträge über rund 20.000 GPUs für 70 Megawatt in Indien und Malaysia hinzu, geliefert werden soll im zweiten Quartal 2027.[3]

Die Oktober-Bestellung ist nach Informationen der indischen Wirtschaftszeitung Mint rund 3,48 Mrd. Euro wert. Für die gesamte erste Ausbaustufe mit 100 Megawatt veranschlagt AM Intelligence 5,22 Mrd. Euro.[3] Die gesuchten 3 Mrd. Dollar decken also die Hälfte.

Warum leihen sich Ökostrom-Unternehmer Geld für KI-Chips?

Greenko erzeugt und speichert Ökostrom in Indien, auf diesen Anlagen baut AM Intelligence auf.[2] Ein KI-Rechenzentrum braucht neben Chips vor allem billigen Strom. Kunden suchten „verzweifelt“ nach Rechenleistung, sagte Mahesh Kolli im August zu Bloomberg. Die ersten Kapazitäten habe bereits ein US-Kunde gekauft, dessen Namen er nicht nennt.

Das Geschäftsmodell ist die Vermietung von Rechenzeit: AM Intelligence kauft die Chips, vermietet die Rechenzeit an Cloud-Konzerne, KI-Entwickler und Start-ups und zahlt die Kredite aus den Mieten zurück. Feste Abnahmezusagen und Vorauszahlungen machen solche Kredite für Banken erst kalkulierbar.

Neu ist das Muster nicht. SpaceX verhandelte laut FT über Kredite von knapp 35 Mrd. Euro für Nvidia-Chips, und Nvidia spricht laut The Information über Kreditgarantien für den Anthropic-Vertrag des Betreibers Nscale. Wie eng Chiphersteller, Vermieter und Kunden verflochten sind, zeigen Nvidias Beteiligungen an seinen Kunden CoreWeave und Nebius.

Die Chips sind bestellt, bevor das Geld da ist. So sicher sind sich die Betreiber, dass Rechenleistung knapp bleibt.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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AM Intelligence: erst die Chips, dann das Geld
Bestellungen bei Nvidia und die laut Bloomberg geplante Finanzierung
29.000
Rubin-GPUs von Nvidia fest bestellt, Lieferung 2027
100 MW
Anschlussleistung der ersten Ausbaustufe in Indien und Malaysia
2,61 Mrd. €
gesuchte Finanzierung aus Anleihen und Bankkrediten, laut Bloomberg
261 Mio. €
erwartete Vorauszahlungen künftiger Kunden, laut Bloomberg
Vom Auftrag zur Finanzierung
25. August 2026
Bestellung über 9.000 Rubin-GPUs für 30 MW in Hyderabad
5. Oktober 2026
Zwei weitere Bestellungen über rund 20.000 GPUs für 70 MW in Indien und Malaysia
30. Oktober 2026
Laut Bloomberg Gespräche über bis zu 2,61 Mrd. € Fremdkapital
1. und 2. Quartal 2027
Geplante Lieferung der Rack-Systeme vom Typ Vera Rubin NVL72

Was heißt das für Unternehmen in Europa?

Rechenzentren plant AM Intelligence laut Kolli auch in den USA und in Finnland. Damit wächst die Zahl der GPU-Vermieter, die ihre Hardware mit geliehenem Geld kaufen und auf langfristige Mieter angewiesen sind.

Mieten Sie GPU-Kapazität, fragen Sie nach, wem die Hardware gehört und wie sie finanziert ist. Leisten Sie Vorauszahlungen nur gegen eine Sicherheit wie eine Bankbürgschaft: Geht der Anbieter pleite, bekommen Sie als einer von vielen Gläubigern allenfalls eine Quote. Klären Sie den Standort. Für Indien und Malaysia gibt es keinen Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission, personenbezogene Daten brauchen dort zusätzliche Garantien wie Standardvertragsklauseln. Angebote aus Europa zeigt unser Vergleich von GPU-Servern.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BloombergIndian AI Firm Seeks $3 Billion Financing for Nvidia Chips Order (30. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. AM IntelligenceAM Intelligence to Deploy One of Asia’s First NVIDIA Vera Rubin Clusters in India (Pressemitteilung)25.08.2026
  3. AM IntelligenceAM Intelligence Expands NVIDIA Vera Rubin AI Factory Buildout in India and Malaysia (Pressemitteilung über Business Wire)05.10.2026

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