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In Südkorea schalteten 80 Tesla-Halter mit Modulen aus Europa und China oder aus eigener Bastelei die Fahrerassistenz FSD (Full Self-Driving) frei, für die ihre Autos keine Zulassung haben. Die Polizei in Seoul übergab die Fälle der Staatsanwaltschaft, den Haltern drohen bis zu zwei Jahre Haft oder umgerechnet 13.400 Euro Geldstrafe. In Deutschland ließe derselbe Eingriff die Betriebserlaubnis erlöschen.

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„Die Software eines Fahrzeugs eigenmächtig zu verändern, ist rechtswidrig und kann die Sicherheit auf der Straße gefährden“, sagte ein Beamter der Polizei in Seoul am Dienstag.[1] Die Abteilung für Verkehrsdelikte ermittelte seit Mai, das Verkehrsministerium hatte die Fälle gemeldet. Beschlagnahmt wurden 21 Geräte.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Polizei in Seoul übergab der Staatsanwaltschaft die Fälle von 80 Tesla-Haltern, die FSD ohne Zulassung freigeschaltet hatten.
  • Betroffen sind Model 3 und Model Y aus Shanghai, in Südkorea ist FSD nur für Teslas aus US-Werken zugelassen.
  • Im Mai durften laut amtlichen Zahlen nur 4.292 von 180.684 Teslas im Land das System nutzen, 2,4 Prozent.
  • Deutschland hat Teslas Fahrerassistenz noch nicht freigegeben, über eine EU-weite Zulassung wird frühestens im Dezember abgestimmt.

Warum dürfen nur Teslas aus US-Werken FSD nutzen?

Weißer Funkschlüssel neben orangefarbenem Dongle mit Anhänger „Nicht zugelassen“
Tesla-Modelle aus den USA erhalten in Südkorea Zulassungserleichterungen, während chinesische Fahrzeuge und Full Self-Driving unterliegen strengeren Prüfungen

In Südkorea hängt die Zulassung am Herkunftswerk. Model S, Model X und Cybertruck aus den USA sind nach dem Freihandelsabkommen beider Länder von Teilen der koreanischen Zulassungsprüfung befreit. Für Model 3 und Model Y aus Shanghai gilt diese Befreiung nicht, FSD bleibt bei diesen Modellen gesperrt.[2]

Laut Korea Herald stammen mehr als 90 Prozent der in Südkorea verkauften Teslas aus China. Nach amtlichen Zahlen, die der Abgeordnete Park Yong-gap Anfang Mai veröffentlichte, waren 4.292 der 180.684 zugelassenen Teslas für FSD berechtigt.[2]

Technisch trennt die Modelle wenig: US- und China-Teslas teilen dieselbe Hardware, FSD ist per Software gesperrt. An dieser Sperre setzen die Module an, die Halter laut Polizei in Europa oder China kauften oder selbst zusammenbauten.[1]

Was treibt die Halter zum Umbau?

Den Anreiz liefert der Preisabstand. Kim Pil-su, Professor für Fahrzeugtechnik an der Daelim University, beziffert den Aufpreis eines Teslas aus US-Fertigung auf rund 20 Millionen Won, umgerechnet 13.400 Euro zum EZB-Kurs vom 28. Oktober. FSD kostet zusätzlich 8 bis 9 Millionen Won, also 5.400 bis 6.000 Euro.[2] Tesla Korea sperrte unerlaubte Zugriffe per Software-Update, nach Einschätzung von Branchenvertretern mit begrenzter Wirkung.[2]

Das südkoreanische Kraftfahrzeuggesetz verbietet Änderungen an Software, die den sicheren Betrieb eines Fahrzeugs beeinflussen können.[1] Der Strafrahmen reicht bis zu zwei Jahren Haft oder 20 Millionen Won Geldstrafe. Ob Anklage erhoben wird, entscheidet nun die Staatsanwaltschaft.

Zwischen einem Tesla aus Shanghai und einem aus Kalifornien steht in Südkorea nur eine Software-Sperre. Für das Aushebeln haften die Halter.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Teslas Fahrerassistenz FSD in Südkorea
Was die Polizei in Seoul ermittelt hat und wie wenige Autos das System nutzen dürfen
80
Tesla-Halter, deren Fälle die Polizei in Seoul an die Staatsanwaltschaft übergab
21
Freischaltmodule beschlagnahmt, gekauft in Europa oder China oder selbst gebaut
2,4 %
der Teslas in Südkorea durften im Mai FSD nutzen: 4.292 von 180.684
13.400 €
höchste Geldstrafe (20 Millionen Won), alternativ bis zu zwei Jahre Haft

Was gilt in Deutschland?

In Europa heißt das System seit Oktober „Tesla Assisted Driving“, das Bundesverkehrsministerium hatte den alten Namen als irreführend kritisiert. Die niederländische Zulassungsbehörde RDW genehmigte das System im April als erste, weitere EU-Länder übernahmen die Genehmigung, Deutschland nicht. Umstritten bleibt das System auch in Ländern mit Zulassung: In einem Test in Brüssel fuhren Teslas mit FSD in Tempo-30-Zonen im Schnitt 44 km/h. In Kalifornien erfasste im Oktober ein Tesla einen Fußgänger tödlich, laut Fahrer mit eingeschaltetem FSD.

Ein Freischaltmodul hätte hierzulande eine klare Folge: Die Betriebserlaubnis erlischt, sobald eine Änderung eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer erwarten lässt.[3] Nach einem Unfall kann sich der Haftpflichtversicherer dann bis zu 5.000 Euro vom Versicherungsnehmer zurückholen.[4]

Fuhrparkverantwortliche sollten in der Dienstwagenordnung ausdrücklich verbieten, Zusatzgeräte an Bordnetz oder Diagnoseanschluss zu stecken. Bei der Rücknahme von Leasing- und Poolfahrzeugen lohnt der Blick auf solche Module.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Herald Business80 Tesla owners face criminal charges for illegally unlocking FSD feature27.10.2026
  2. The Korea HeraldOnly 2.4% of vehicles eligible, as 85 illegal activation attempts recorded04.05.2026
  3. Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung§ 19 Erteilung und Wirksamkeit der Betriebserlaubnis (Absatz 2)
  4. Kraftfahrzeug-Pflichtversicherungsverordnung§ 5 (Absatz 3)

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