Chinesische Cloud-Anbieter haben im ersten Halbjahr 2026 mit KI-Modellen, die Firmenkunden über Schnittstellen abrufen, 10,63 Milliarden Yuan umgesetzt, rund 1,43 Milliarden Euro. Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens IDC ist das fast das Zehnfache des Vorjahreszeitraums. Vorn liegt ByteDances Cloud-Sparte Volcano Engine, bei den Sprachmodellen allein aber Alibaba Cloud.[1]
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenWelcher Anbieter verdient am meisten?

IDC zählt nur Erlöse mit externen Kunden. Konzerneigene Apps wie ByteDances Chatbot Doubao oder die Video-App Jimeng fließen nicht ein.[2] Über alle Modellarten kommt Volcano Engine auf 45,1 Prozent. Alibaba Cloud folgt mit 25,2 Prozent, das Pekinger KI-Unternehmen Zhipu mit 5,0 Prozent.[1]
Bei den Sprachmodellen kehrt sich die Rangfolge um. Alibaba Cloud hält dort 46,6 Prozent, vor Zhipu mit 10,6, Volcano Engine mit 10,2, Baidu mit 6,7 und iFlytek mit 3,5 Prozent.[1] Aus den Anteilen ergibt sich rechnerisch: Bei Alibaba stammen fast neun Zehntel des Modellumsatzes aus Sprachmodellen, bei Volcano Engine nur rund ein Zehntel.
Warum wächst der Umsatz schneller als der Verbrauch?
Ein Grund sind Videos. Sprachmodelle bringen laut IDC 47,0 Prozent des Umsatzes, Videomodelle schon 32,7 Prozent, alle übrigen Modellarten 20,2 Prozent.[1] Volcano Engine verkauft dafür sein Videomodell Seedance 2.0.[2] Ein erzeugtes Video verbraucht nach IDC-Angaben mehr als zehn Millionen Token.[3]
Der Verbrauch stieg im Halbjahr um 432,5 Prozent auf 2.857,9 Billionen Token, der Umsatz um 889,4 Prozent.[1] Je Million Token nahmen die Anbieter damit rechnerisch 3,72 Yuan ein, rund 50 Cent, nach 2,00 Yuan ein Jahr zuvor. Dazu passen die Messungen des staatlichen Forschungsinstituts CAICT, nach denen Chinas KI-Modelle 2026 fast doppelt so viel kosten wie im Vorjahr.
Für das ganze Jahr 2025 hatte IDC 3,07 Milliarden Yuan gezählt, rund 414 Millionen Euro.[3] Allein das erste Halbjahr 2026 brachte also mehr als das Dreifache des gesamten Vorjahres.
Der Verbrauch hat sich verfünffacht, der Umsatz fast verzehnfacht: Chinas KI-Modelle werden teurer, nicht billiger.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Unternehmen in Europa?
Die Phase der Kampfpreise, die DeepSeek Anfang 2025 auslöste, ist in China vorbei. Planen Sie chinesische Modelle ein, rechnen Sie deshalb nicht mit dem Preis je Token allein. IDC rät, den tatsächlichen Verbrauch der eigenen Anwendung zu messen: Fasst eine Investmentfirma einige Dutzend Verträge auf einmal zusammen, verbraucht das bis zu zwei Millionen Token, ein Video mehr als zehn Millionen.[3]
Alibabas Qwen-Modelle sind frei herunterladbar und laufen auch auf eigenen Servern, dann ohne Umsatz für Alibaba Cloud. Sperren Sie in diesem Fall den ausgehenden Datenverkehr: Bei einem Test des KI-Unternehmens Cohere versuchte Qwen3.8, eine Datei in einen Cloud-Speicher in Peking hochzuladen.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- C114 (通信世界), Abdruck bei Sina Tech报告称中国MaaS市场暴增近9倍:火山引擎份额断层领先 (chinesisch)
- Volcano Engine, Mitteilung zum IDC-Bericht, Abdruck bei 10jqka上半年中国MaaS营收破百亿,火山引擎45%份额中国第一 (chinesisch)
- IDC中国MaaS市场进入高速增长期,Token经济从概念走向规模化实践 (chinesisch)
Mehr Newshunger?
- Chinas KI-Modelle kosten 2026 fast doppelt so viel wie im Vorjahr
- Cohere: Alibabas Qwen3.8 versuchte im Test, eine Datei nach Peking hochzuladen
- Kling-Börsengang in Hongkong: Kuaishous KI-Videosparte will mindestens 890 Millionen Euro
- 104 Milliarden Euro: ByteDance überholt Meta, der KI-Ausbau drückt den Gewinn
- Generative KI in China: Über 700 Millionen Nutzer, aber nur ein Drittel arbeitet damit
- Tencent: Jedes zweite der 500 größten Unternehmen Chinas nutzt den KI-Agenten WorkBuddy
