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Die Fiege-Gesellschaft, die in Unna das Zentrallager der Warenhauskette Galeria betreibt, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Laut WDR arbeiten dort 1.250 Menschen. Eine Vereinbarung mit Galeria sichert die Arbeit bis zum Jahresende, danach ist die Zukunft des Standorts offen.

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Am Dienstag erfuhr die Belegschaft vom Antrag. Eine Sprecherin von Fiege Logistik sagte dem WDR, das Unternehmen bemühe sich um neue Kunden und wolle den Standort erhalten.[1] Bisher arbeitet das Lager ausschließlich für Galeria.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Betreibergesellschaft des Galeria-Zentrallagers in Unna hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, laut WDR sind 1.250 Arbeitsplätze betroffen.
  • Eine Fortsetzungsvereinbarung mit Galeria gilt bis zum Jahresende, Fiege sucht weitere Kunden für die Halle.
  • Der Antrag betrifft nur die Gesellschaft in Unna; die Fiege-Gruppe beschäftigt in Deutschland mehr als 10.000 Menschen an 70 Standorten.

Warum trifft die Galeria-Insolvenz das Lager in Unna?

Eine weiße Pappschachtel mit einem orangefarbenen Etikett auf einer Holzpalette
Logistikzentrum in Unna beliefert alle 83 Galeria-Warenhäuser. Fiege betreibt das Lager seit 2025 im Auftrag von Galeria

Über Unna läuft die Ware für alle 83 verbliebenen Galeria-Warenhäuser.[2] Von 2020 bis 2025 betrieben Galeria und das Logistikunternehmen aus Greven das Lager als Gemeinschaftsunternehmen, dann stellten beide die Zusammenarbeit auf einen Dienstleistungsvertrag um.[3] Seitdem verantwortet Fiege das Lager und die Transporte in die Filialen.[4] Über den Insolvenzantrag hatten zuerst der Hellweger Anzeiger und die Textilwirtschaft berichtet.[5][3]

Anfang Oktober beantragte Galeria beim Amtsgericht Düsseldorf zum vierten Mal Insolvenz. Laut WDR ist der Antrag der Fiege-Gesellschaft eine Folge davon.[1] Für einen Dienstleister mit nur einem Kunden ist dessen Insolvenz ein doppeltes Risiko. Schließt Galeria Häuser, sinkt die Warenmenge im Lager. Zudem entscheidet Galerias Insolvenzverwalter nach Eröffnung des Verfahrens, ob er Verträge fortführt, die noch nicht vollständig erfüllt sind.[6] Wie viele Warenhäuser bleiben, prüft der Verwalter weiter, laut manager magazin stehen mehr als 33 Häuser zur Disposition.

Was bedeutet die Eigenverwaltung für die Beschäftigten?

In der Eigenverwaltung führt die bisherige Geschäftsführung den Betrieb weiter, ein Sachwalter beaufsichtigt sie.[7] Welches Amtsgericht zuständig ist und wer als Sachwalter eingesetzt wird, ist bisher nicht öffentlich. Zu Einzelheiten wollten sich weder der Niederlassungsleiter in Unna noch die Zentrale in Greven gegenüber dem WDR äußern.[1]

Löhne und Gehälter sichert vorerst das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit.[1] Die Leistung deckt höchstens die drei Monate vor der Eröffnung des Verfahrens ab.[8] Für 9.650 Beschäftigte von Galeria selbst hatte die Arbeitsagentur Mitte Oktober Insolvenzgeld bewilligt.

83 Warenhäuser, ein Lager
Wie abhängig das Fiege-Lager in Unna von Galeria ist
1.250
Beschäftigte arbeiten laut WDR im Zentrallager in Unna
83
Galeria-Warenhäuser beziehen ihre Ware über Unna, einen zweiten Kunden hat das Lager bisher nicht
31.12.
Bis zum Jahresende gilt die Fortsetzungsvereinbarung zwischen Fiege und Galeria
Vom Gemeinschaftsunternehmen zum Insolvenzantrag
2020
Galeria und Fiege betreiben das Lager in Unna als Gemeinschaftsunternehmen
Januar 2025
Das Gemeinschaftsunternehmen wird aufgelöst, Fiege übernimmt Lager und Transporte als Dienstleister
Anfang Oktober 2026
Galeria beantragt beim Amtsgericht Düsseldorf zum vierten Mal Insolvenz
Ende Oktober 2026
Die Fiege-Betreibergesellschaft in Unna beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

Was kommt nach dem Jahresende?

Was nach dem 31. Dezember kommt, wenn die Fortsetzungsvereinbarung mit Galeria ausläuft, ist laut WDR unklar.[1] Über die Zukunft der Halle entscheiden damit zwei Fragen: wie viele Warenhäuser Galeria behält und ob Fiege für Unna weitere Auftraggeber gewinnt. Der Hellweger Anzeiger hatte schon nach dem Galeria-Antrag Anfang Oktober berichtet, im Zentrallager wachse die Sorge um die Arbeitsplätze.[2]

Auch andere Gesellschaften im Umfeld von Galeria sind insolvent. Anfang Oktober hatten bereits die Gesellschaften für die Restaurants und Markthallen der Kette Anträge gestellt, beide stehen unter vorläufiger Insolvenzverwaltung.

Quellen

8 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. WDRInsolvenz nach Galeria-Pleite: 1250 Arbeitsplätze bei Fiege in Unna gefährdet29.10.2026
  2. Hellweger AnzeigerGaleria-Insolvenz: 1250 Jobs in Unna stehen auf der Kippe07.10.2026
  3. TextilwirtschaftGaleria: Joint Venture für Logistik meldet Insolvenz an27.10.2026
  4. LebensmittelpraxisJoint Venture aufgelöst: Fiege und Galeria kooperieren auf neuer Basis16.01.2025
  5. Hellweger AnzeigerGaleria-Krise: Fiege-Lager in Unna stellt Insolvenzantrag28.10.2026
  6. Insolvenzordnung§ 103 Wahlrecht des Insolvenzverwalters (abgerufen 29.10.2026)
  7. Insolvenzordnung§ 270 Grundsatz (Eigenverwaltung, abgerufen 29.10.2026)
  8. Sozialgesetzbuch III§ 165 Anspruch (Insolvenzgeld, abgerufen 29.10.2026)

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