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In China verkaufte Geely von Juli bis September knapp ein Viertel weniger Autos, seit Januar erhebt der Staat dort wieder Kaufsteuer auf Elektroautos. Den Rückgang fing der Hersteller mit 323.442 exportierten Autos auf, fast dreimal so vielen wie ein Jahr zuvor. Gegen den EU-Ausgleichszoll setzt Geely ab 2028 auf ein Ford-Werk in Valencia.

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Fast vier von zehn Autos, die Geely im dritten Quartal verkaufte, gingen ins Ausland, ein Jahr zuvor gut jedes siebte. Die Quartalszahlen veröffentlichte der Autobauer aus Hangzhou am Donnerstagmorgen an der Hongkonger Börse.[1] Die Zahlen umfassen die Marken Geely, Zeekr und Lynk & Co. Volvo Cars und Polestar gehören zur Muttergesellschaft Zhejiang Geely Holding und fehlen in diesen Zahlen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Geely exportierte im dritten Quartal 323.442 Autos, 189 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
  • In China setzte der Hersteller rechnerisch rund 489.000 Autos ab, 25 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
  • Der den Aktionären zurechenbare Gewinn stieg um 28 Prozent auf umgerechnet 652 Millionen Euro.
  • Elektroautos und Plug-in-Hybride kamen auf 65 Prozent des Absatzes, nach 58 Prozent ein Jahr zuvor.

Wie verdient Geely mit weniger Inlandsabsatz mehr?

Ein oranges Modellauto mit Koffer neben Wegweisern für Ausland und Inland auf weißem Grund
Geely verkaufte von Juli bis September 812.523 Autos, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro

Insgesamt verkaufte Geely von Juli bis September 812.523 Autos, 7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.[1] Der Umsatz wuchs schneller, um 10 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro, umgerechnet wie alle Beträge zum EZB-Kurs vom 28. Oktober. Geely nennt als Gründe den Export und einen höheren Anteil teurer Modelle.

Je Auto nahm der Konzern rechnerisch 16.400 Euro ein, 3 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Am stärksten wuchs die Marke Zeekr, ihr Absatz verdoppelte sich auf 110.034 Autos.[2][3][4] Lynk & Co brach um 41 Prozent ein. Reine Elektroautos legten im Quartal um 24 Prozent auf 351.209 zu, Plug-in-Hybride um 10 Prozent auf 175.701.

Im dritten Quartal wuchs der Gewinn ohne Währungseffekte und Wertminderungen sogar um 32 Prozent. In den ersten neun Monaten buchte Geely einen Währungsverlust von umgerechnet 152 Millionen Euro, ein Jahr zuvor hatte der Hersteller noch 450 Millionen Euro Kursgewinn verbucht.

Warum kauft China weniger?

Seit Januar zahlen Käufer in China für Elektroautos und Plug-in-Hybride wieder Kaufsteuer, eine einmalige Abgabe beim Neuwagenkauf. Der Satz liegt bei 5 statt regulär 10 Prozent, die Ersparnis ist bei rund 2.000 Euro je Auto gedeckelt. Im Oktober schrumpfte der Markt weiter: Vom 1. bis 18. Oktober verkauften Chinas Händler 13 Prozent weniger Elektroautos und Plug-in-Hybride als ein Jahr zuvor.

Den Rückgang gleicht Geely mit dem Export aus.[2][3][4] Ab dem 1. April 2027 erstattet Peking beim Export allerdings nur noch 9 statt 13 Prozent Mehrwertsteuer, jedes ausgeführte Auto bringt dann weniger ein.

Geelys Gewinn hängt jetzt am Export und damit an Zollsätzen, die in Brüssel und Peking entschieden werden.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Geely im dritten Quartal 2026
Export, Inlandsabsatz und Gewinn von Juli bis September
323.442
Autos exportiert, fast dreimal so viele wie im Vorjahresquartal
−25 %
Absatz in China, rechnerisch rund 489.000 Autos
16.400 €
Umsatz je verkauftem Auto, rechnerisch 3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor
65 %
Anteil von Elektroautos und Plug-in-Hybriden am Absatz, ein Jahr zuvor 58 Prozent

Was bedeutet das für Europa?

Auf Elektroautos von Geely aus China erhebt die EU seit Oktober 2024 einen Ausgleichszoll von 18,8 Prozent, zusätzlich zum Einfuhrzoll von 10 Prozent. Einen Teil des Aufschlags will der Hersteller mit Fertigung in der EU vermeiden und übernimmt dafür für 221 Millionen Euro 34 Prozent am Ford-Werk in Valencia.[5] Ab 2028 sollen dort zwei Elektro-SUV des Konzerns entstehen.

Plug-in-Hybride fallen nicht unter den Ausgleichszoll, Brüssel will die Einfuhr von Hybriden aus China aber begrenzen. In Deutschland zählte das Kraftfahrt-Bundesamt von Januar bis August 417 Neuzulassungen der Marke Zeekr.

Fuhrparkleiter sollten beim Kauf chinesischer Elektroautos auf das Herkunftswerk achten. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission für emissionsarme Firmenwagen sollen die Mitgliedstaaten ab 2028 nur noch Fahrzeuge aus europäischer Fertigung fördern dürfen. Die Absatzzahlen für Oktober legt Geely Anfang November vor.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Geely Automobile HoldingsAnnouncement of Third Quarterly Results for the Nine Months Ended 30 September 2026 (Hongkonger Börse)29.10.2026
  2. Geely Automobile HoldingsUnaudited Sales Volume in July 2026 (Hongkonger Börse)02.08.2026
  3. Geely Automobile HoldingsUnaudited Sales Volume in August 2026 (Hongkonger Börse)01.09.2026
  4. Geely Automobile HoldingsUnaudited Sales Volume in September 2026 (Hongkonger Börse)01.10.2026
  5. Geely Automobile HoldingsVoluntary Announcement: Acquisition of a 34% Interest in a Target Company in Spain and Formation of a Joint Venture for Contract Manufacturing of Passenger Vehicles (Hongkonger Börse)23.07.2026

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