In den USA stehen Dahuas Kameras auf der Sperrliste der Telekommunikationsbehörde FCC, in China soll eine Tochter des Konzerns nun jede fünfte KI-Beschleunigerkarte für China Mobile liefern. Der größte Netzbetreiber des Landes veröffentlichte am Mittwoch die fünf Bieter, die sich 20.480 Karten teilen sollen. Die Gebote für das Gesamtpaket liegen bei 11,6 bis 11,7 Milliarden Yuan, umgerechnet knapp 1,6 Milliarden Euro.[1]
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China Mobile kauft die Karten als Supernodes: Schränke, in denen viele Chips über schnelle Leitungen wie ein einziger Rechner arbeiten. Zum Paket gehören 448 Netzwerk-Switches und 82 Speichersysteme. Die Liste ist noch keine Vergabe, die Verträge folgen erst nach Ablauf der Einspruchsfrist.[1]
Die größte Menge, 6.144 Karten, geht an Huakun Zhenyu aus Sichuan. Dahinter folgen PowerLeader, Zhejiang Huaqi, Baixin und Shenzhou Kuntai, eine Tochter von Digital China. Huaqi gehört zu Dahua. Der Konzern hatte die Teilnahme am 24. Oktober an der Börse gemeldet und für die Tochter einen Auftragswert von höchstens 2,05 Milliarden Yuan genannt, rund 276 Millionen Euro.[2]
Warum kauft China Mobile ganze Chipschränke?
Nvidias stärkste Chips dürfen wegen der US-Exportkontrollen nicht nach China. Huaweis Ascend-Chips sind einzeln schwächer, deshalb schaltet Huawei Tausende davon zusammen. Im März hatte China Mobile 6.208 Karten ausgeschrieben, ausdrücklich für CANN, Huaweis Software-Unterbau für Ascend. Schon 2025 entfielen laut C114 rund 70 Prozent des Auftragswerts bei China Mobiles KI-Servern auf Rechner für CANN.[3]
Huakun Zhenyu, PowerLeader und Huaqi gewannen damals Lose für Ascend-Rechner.[4] Welchen Chip die neue, mehr als dreimal so große Bestellung vorschreibt, geht aus den Berichten nicht hervor. Im Schnitt kostet eine Karte samt Netzwerktechnik und Speicher rund 571.000 Yuan, etwa 77.000 Euro (Kurs vom 28. Oktober: 0,1347 Euro je Yuan).
China rüstet nicht mit dem besten Chip auf, sondern mit sehr vielen: 20.480 Karten in einer einzigen Bestellung.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet das für Europa?
Die vier geplanten KI-Gigafabriken der EU sollen zusammen auf rund 400.000 Chips kommen. Ein einzelner Netzbetreiber bestellt in China also auf einen Schlag gut fünf Prozent dieser Menge.
Für Einkäufer in Deutschland zählt der Hersteller. Dahua verkauft hier Kameras und baut über die Tochter Huaqi in China auch KI-Server. Nach § 41 BSI-Gesetz kann das Bundesinnenministerium Betreibern kritischer Anlagen den Einsatz kritischer Komponenten eines bestimmten Herstellers untersagen.[5] Prüfen Sie deshalb bei Video- und Servertechnik, welcher Konzern hinter Marke und Tochterfirma steht.
Quellen
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- C114117亿元!中国移动AI超节点设备集采,华鲲振宇等五家中标 (chinesisch)
- Shanghai Securities News (上海证券报), Abdruck bei SohuListe der vorgesehenen Zuschläge mit Geboten und Anteilen, Dahua-Mitteilung vom 24. Oktober (chinesisch)
- C114中国移动6208卡AI超节点集采 (chinesisch)
- C11450亿大单!中国移动AI服务器集采落地 (chinesisch)
- Bundesministerium der Justiz§ 41 BSI-Gesetz, Untersagung des Einsatzes kritischer Komponenten
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