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Zeitweise fast neun Prozent verlor die Krones-Aktie am 22. Oktober, nachdem der Maschinenbauer aus Neutraubling sein Umsatzziel für 2028 von rund sieben auf 6,0 bis 6,2 Milliarden Euro gesenkt hatte. Verdient hatte Krones im Jahr zuvor 299,2 Millionen Euro nach Steuern, und zum Jahresende standen 884 Millionen Euro an Anzahlungen seiner Kunden in der Bilanz.

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Krones senkte per Ad-hoc-Mitteilung seine Prognose für das Umsatzwachstum 2026 von 3 bis 5 auf 1 bis 2 Prozent und begründete den Schritt mit schwachen Absatzmärkten, geopolitischen Spannungen und steigenden Kosten seiner Kunden.

Die Getränkehersteller schieben Investitionen auf, berichtete Reuters. Für die EBITDA-Marge hält der neue Vorstandschef Thomas Ricker dagegen an 10,7 bis 11,1 Prozent fest.

Das Geschäftsmodell dahinter erklärt, warum ein Anlagenbauer bei stagnierendem Umsatz Gewinn macht und trotzdem an den Investitionsentscheidungen von Brauereien, Saftkeltereien und Softdrink-Abfüllern hängt.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Krones setzte im Jahr 2025 5,66 Milliarden Euro um, 7,0 Prozent mehr als im Vorjahr, und verdiente nach Steuern 299,2 Millionen Euro. Rund 90 Prozent des Umsatzes erzielt der Konzern außerhalb Deutschlands.
  • 84,3 Prozent der Erlöse stammen aus der Abfüll- und Verpackungstechnologie. Prozesstechnologie und Intralogistik steuern zusammen weniger als ein Sechstel bei und verdienen je Euro Umsatz weniger.
  • Kunden zahlen einen Teil der Anlage im Voraus: Ende 2025 standen 884,1 Millionen Euro an Kundenanzahlungen in der Bilanz. Den Umsatz mit Service und Ersatzteilen weist Krones nicht getrennt aus.
  • Die Familie Kronseder hält über ein Konsortium 51,9 Prozent der Aktien. Für 2025 schüttet Krones 88,5 Millionen Euro Dividende aus, knapp 30 Prozent des Konzernergebnisses.
  • Am 22. Oktober 2026 kappte Krones die Mittelfristziele: 6,0 bis 6,2 statt rund 7 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2028. Die Zahlen zum dritten Quartal folgen am 6. November.

Fünf Fragen an den Abfüllanlagenbauer aus Neutraubling

Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie das Geschäftsmodell von Krones?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie viele Flaschen pro Stunde etikettierte die erste halbautomatische Maschine von Krones aus dem Jahr 1952? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Das Modell St 1500 bestand aus rund 150 Teilen und schaffte 1.500 Flaschen pro Stunde. 50.000 Flaschen pro Stunde erreichte eine Etikettiermaschine von Krones erst 1961.
2 Welchen Anteil am Konzernumsatz 2025 erzielte das Segment Abfüll- und Verpackungstechnologie? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Das Kernsegment setzte 4.774,2 Millionen Euro um, 84,3 Prozent des Konzernumsatzes von 5.663,8 Millionen Euro. Prozesstechnologie und Intralogistik kamen zusammen auf 15,7 Prozent.
3 Wie viel Geld hatten Kunden Ende 2025 als Anzahlungen bei Krones hinterlegt? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Die Konzernbilanz weist zum 31. Dezember 2025 Kundenanzahlungen von 884,1 Millionen Euro als Vertragsverbindlichkeiten aus. 4,19 Milliarden Euro betrug der Auftragsbestand.
4 Welchen Anteil der Krones-Aktien hielt das Konsortium der Familie Kronseder Ende 2025? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Die Familie Kronseder Konsortium GbR hielt zum 31. Dezember 2025 genau 51,9 Prozent. Weitere 5,8 Prozent gehören der Familie Schadeberg.
5 Auf welchen Umsatz zielt Krones für 2028, seit der Konzern seine Mittelfristziele am 22. Oktober 2026 gesenkt hat? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Krones senkte das Ziel von rund 7 auf 6,0 bis 6,2 Milliarden Euro. Die EBITDA-Marge soll 2028 bei 11 bis 12 Prozent liegen statt bei 11 bis 13 Prozent.

Wer steckt hinter Krones und wie fing alles an?

Hinter Krones steht die Familie Kronseder. Hermann Kronseder gründete das Unternehmen 1951 in Neutraubling bei Regensburg mit fünf Beschäftigten, ein Jahr später folgte die erste Etikettiermaschine für Flaschen. Heute hält ein Konsortium der Familie 51,9 Prozent der Aktien, Sohn Volker Kronseder führt den Aufsichtsrat.

Neutraubling war 1951 kein gewachsener Ort. Auf dem Gelände eines früheren Militärflugplatzes entstand nach dem Zweiten Weltkrieg eine Industriesiedlung für Vertriebene, wie das Stadtmuseum dokumentiert.

Hermann Kronseder hatte bei Messerschmitt in Regensburg Flugzeugmechaniker gelernt, so der Nachruf der Fachzeitschrift Brauwelt. Nach Krieg und Gefangenschaft schulte er zum Elektriker um und machte sich mit 27 Jahren selbstständig.

Eine Werkstatt mit 100 Quadratmetern

Die erste Werkstatt hatte Kronseder nach der Firmenchronik selbst gebaut, auf rund 100 Quadratmetern, ausgestattet mit einer Drehbank, einem Bohrwerk, einer Bohrmaschine und einem Schleifbock. Im Gründungsjahr setzte der Betrieb mit fünf Beschäftigten 7.245 D-Mark um, umgerechnet rund 3.700 Euro, schreibt Krones in seinem Jubiläumsrückblick zum 75-jährigen Bestehen.

1952 folgte die erste halbautomatische Etikettiermaschine. Das Modell St 1500 bestand aus rund 150 Teilen und klebte Etiketten auf 1.500 Flaschen pro Stunde. 1956 kam mit der Super die erste vollautomatische Maschine, die stehende Flaschen etikettierte, bis zu 4.500 Stück pro Stunde.

Schon 1952 zeigte das erste Firmenlogo ein stilisiertes K mit einer Krone, die aus dem Bruchstück eines Kettenrads geformt war.

Ab 1959 baute der Betrieb auch Ein- und Auspacker für bis zu 1.800 Kästen pro Stunde, für die sich nach der Chronik vor allem japanische Brauereien interessierten. Mitte der 1960er Jahre stellte Krones diese Linie wieder ein, um sich auf die Etikettiermaschinen zu konzentrieren.

Erst Jahrzehnte später kehrte die Verpackungstechnik zurück, diesmal als Teil kompletter Linien.

Schon die ersten Modelle zeigen, womit Krones bis heute wirbt: mit der Leistung je Stunde. 1961 erreichte eine Etikettiermaschine mit Vakuum-Saugdüsen 50.000 Flaschen pro Stunde, die Chronik nennt sie die damals schnellste der Welt. Auf Hermann Kronseder selbst liefen laut Brauwelt 630 Patente.

Geschichte
Von der Werkstatt zum MDAX-Konzern
Stationen von Krones seit der Gründung 1951 in Neutraubling bei Regensburg.
  • 1951Hermann Kronseder gründet den Betrieb in Neutraubling, fünf Beschäftigte, 7.245 D-Mark Umsatz.
  • 1952Erste halbautomatische Etikettiermaschine St 1500 für 1.500 Flaschen pro Stunde.
  • 1956Die Super etikettiert als erste vollautomatische Maschine stehende Flaschen.
  • 1966Erste Tochtergesellschaft im Ausland.
  • 1975Erste Bloc-Linie aus Inspektor, Füller, Verschließer und Etikettiermaschine.
  • 1984Börsengang, die Familie behält die Mehrheit.
  • 1997Contiform, die erste Streckblasmaschine von Krones für PET-Flaschen.
  • 2002Erste PET-Recyclinganlage geht beim Kunden in Betrieb.
  • 2024Übernahme des Schweizer Spritzgießmaschinenbauers Netstal.
  • 2025Liniengeneration Ingeniq, Umsatz 5,66 Mrd. €.
  • 2026Neuer Vorstandschef Thomas Ricker, Ziel für 2028 auf 6,0 bis 6,2 Mrd. € gesenkt.

Die Familie hält die Mehrheit

An die Börse ging Krones 1984, die Familie behielt mehr als die Hälfte der Aktien. 1996 wechselte der Gründer in den Aufsichtsrat, sein Sohn Volker übernahm den Vorstandsvorsitz. Hermann Kronseder starb 2010.

Heute bündelt die Familie ihre Stimmen in der Familie Kronseder Konsortium GbR, die zum 31. Dezember 2025 genau 51,9 Prozent der Krones AG hielt. Parteien des Poolvertrags sind laut Geschäftsbericht Harald, Gunther und Leopold Kronseder, Nora Diepold, geborene Kronseder, zwei Familiengesellschaften und die VMAX Familienstiftung in Neutraubling.

Die Mitglieder stimmen in der Hauptversammlung einheitlich ab und dürfen die gebundenen Aktien nicht beliebig verkaufen.

Weitere 5,8 Prozent besitzt die Familie Schadeberg, die übrigen 42,3 Prozent verteilen sich auf andere Aktionäre. Volker Kronseder führt den Aufsichtsrat, Nora Diepold sitzt ebenfalls im Kontrollgremium. Krones bleibt damit ein Familienunternehmen, obwohl die Aktie im MDAX notiert, und gehört zu den deutschen Hidden Champions, die in ihrer Nische weltweit vorn liegen.

Auf den PunktWer hinter Krones steht
  • Gründung: 1951 durch Hermann Kronseder in Neutraubling, ein Jahr später die erste Etikettiermaschine.
  • Eigentum: Ein Familienkonsortium mit Poolvertrag hält 51,9 Prozent, die Aktie notiert im MDAX.
  • Kontrolle: Volker Kronseder führt den Aufsichtsrat, Vorstandschef ist seit Juni 2026 Thomas Ricker.

Wie wurde aus der Etikettierwerkstatt ein Weltkonzern?

Historische Industriemaschine vor moderner, weißer Flaschenabfüllanlage
Von der Werkstatt in Neutraubling zum Konzern mit 5,66 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025.

Krones wuchs, indem der Konzern Maschine um Maschine zur kompletten Abfülllinie zusammensetzte. Auf die Etikettiermaschine folgten Füller, Verpackungstechnik, Streckblasmaschinen für PET-Flaschen und Recyclinganlagen, später Zukäufe. 2025 setzte Krones mit 21.339 Beschäftigten 5,66 Milliarden Euro um.

Ins Ausland ging Krones früh. Schon in den 1960er Jahren lieferte Neutraubling bis nach Japan, 1966 entstand die erste Tochtergesellschaft außerhalb Deutschlands, wie der Jubiläumsrückblick festhält.

Den entscheidenden Schritt machte Krones 1975 mit der ersten Bloc-Linie. Die Linie vereinte Leerflascheninspektor, Füller und Verschließer, Etikettiermaschine sowie die Kontrolle von Füllhöhe und Etikettensitz. Aus dem Lieferanten einzelner Maschinen wurde ein Linienbauer, der dem Kunden die ganze Abfüllung aus einer Hand anbietet.

Vom Glas zur PET-Flasche

In den 1990er Jahren kamen Pack- und Palettiertechnik, die keimfreie Abfüllung und die Kunststofftechnik hinzu. 1997 entwickelte Krones mit der Contiform die erste eigene Streckblasmaschine, die PET-Flaschen direkt in der Linie formt. 2002 ging beim Kunden die erste Recyclinganlage für PET in Betrieb.

Anfang der 2000er Jahre überschritt der Umsatz erstmals eine Milliarde Euro.

2023 übernahm der Konzern den US-Pumpenhersteller Ampco Pumps, 2024 den Schweizer Spritzgießmaschinenbauer Netstal. 2025 folgten 60 Prozent an der GHS Separationstechnik in Landshut, die Dekanterzentrifugen baut, und die niederländische Can Systems Worldwide, die Maschinen für Dosendeckel herstellt.

Künftige Zukäufe sollen laut Geschäftsbericht mittelgroße, profitable Firmen sein, die das Portfolio technisch oder regional ergänzen.

Die Größe heute

Zwischen 2021 und 2025 stieg der Konzernumsatz von 3,63 auf 5,66 Milliarden Euro, ein Plus von 56 Prozent. Das EBITDA hat sich von 312,6 auf 602,3 Millionen Euro fast verdoppelt, die Marge kletterte von 8,6 auf 10,6 Prozent. Noch deutlicher stieg der Gewinn. Das Konzernergebnis wuchs von 141,4 Millionen Euro im Jahr 2021 auf 299,2 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie von 4,47 auf 9,45 Euro. Die Dividende verdoppelte sich von 1,40 auf 2,80 Euro je Aktie.

Die Belegschaft wuchs 2025 um 960 auf 21.339 Menschen, davon 11.735 in Deutschland. Im Ausland stellte Krones überproportional ein, auch für den Ausbau des Servicegeschäfts. Der Anteil der internationalen Belegschaft stieg auf 45,0 Prozent.

Unter dem früheren Vorstandschef Christoph Klenk hatte sich Krones hohe Ziele gesteckt: rund sieben Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2028. Davon ist seit dem 22. Oktober 2026 keine Rede mehr.

Kennzahlen
Umsatz und Gewinn seit 2021
Konzernwerte der Krones AG nach IFRS in Millionen Euro, Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr.
Umsatz
  • 20213.634 Mio. €
  • 20224.209 Mio. €
  • 20234.721 Mio. €
  • 20245.294 Mio. €
  • 20255.664 Mio. €
Konzernergebnis
  • 2021141 Mio. €
  • 2022187 Mio. €
  • 2023225 Mio. €
  • 2024277 Mio. €
  • 2025299 Mio. €
10,6 %
EBITDA-Marge 2025 nach 8,6 % im Jahr 2021
4,19 Mrd. €
Auftragsbestand am 31.12.2025
548 Mio. €
Nettoliquidität am 31.12.2025

Wie verdient Krones tatsächlich sein Geld?

Münzen in einem Kronkorken auf einem Podest und ein Schild mit dem Wort „Service“ daneben
Neue Linien, Service und Anzahlungen: drei Säulen des Geschäfts von Krones.

Krones verdient am Verkauf ganzer Abfüll- und Verpackungslinien und am Service für die installierten Maschinen. Von 100 Euro Umsatz blieben 2025 rechnerisch 10,63 Euro als EBITDA und 5,28 Euro als Konzernergebnis. Einen Teil der Produktion finanzieren die Kunden mit Anzahlungen selbst.

Ein Kerngeschäft und zwei Beiboote

Der Geschäftsbericht 2025 teilt den Umsatz von 5.663,8 Millionen Euro auf drei Segmente auf. Die Abfüll- und Verpackungstechnologie kam auf 4.774,2 Millionen Euro, 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr und 84,3 Prozent des Konzernumsatzes.

Zum Segment gehören Füller, Etikettiermaschinen, Inspektion, Streckblasmaschinen, Pack- und Palettiertechnik, PET-Recycling und der Service für diese Anlagen.

Die Prozesstechnologie setzte 513,7 Millionen Euro um, die Intralogistik 375,9 Millionen Euro. In der Prozesstechnologie baut Krones Sudhäuser, Mischanlagen, Tanks und Wasseraufbereitung, dazu Ventile und Pumpen der Marken Evoguard und Ampco Pumps. Die Intralogistik bündelt die Tochter System Logistics, die automatische Lager, Kommissionieranlagen und fahrerlose Transportsysteme plant und baut.

Erlösmodell
Wo Krones sein Geld verdient
Umsatz und EBITDA-Marge der drei Segmente im Geschäftsjahr 2025.
Umsatz nach Segmenten
  • Abfüll- und Verpackungstechnologie4.774 Mio. €
  • Prozesstechnologie514 Mio. €
  • Intralogistik376 Mio. €
EBITDA-Marge nach Segmenten
  • Abfüll- und Verpackungstechnologie10,8 %
  • Prozesstechnologie10,3 %
  • Intralogistik8,4 %
84,3 %
Anteil des Kernsegments am Konzernumsatz
rund 90 %
Umsatz außerhalb Deutschlands
884 Mio. €
Kundenanzahlungen am 31.12.2025

Größte Region war 2025 Nord- und Mittelamerika mit 1.200,6 Millionen Euro oder 21,2 Prozent, knapp vor Mittel- und Westeuropa mit 1.174,1 Millionen Euro. Deutschland kam auf 526,2 Millionen Euro oder 9,3 Prozent, Südamerika und Mexiko legten um 11,9 Prozent auf 613,7 Millionen Euro zu.

Die stärksten Zuwächse meldete Krones in der Region Mittlerer Osten und Afrika mit plus 22,4 Prozent auf 719,0 Millionen Euro, in China fiel der Umsatz um 12,6 Prozent auf 358,1 Millionen Euro.

Ausgeglichen ist die Mischung aus reifen und wachsenden Märkten. 51,3 Prozent der Erlöse stammten 2025 aus Industrieländern, 48,7 Prozent aus Schwellen- und Entwicklungsländern.

Das Geschäft nach der Inbetriebnahme

Sobald eine Linie läuft, beginnt das Servicegeschäft, das der Geschäftsbericht als attraktiv beschreibt. Rund 3.000 Servicetechniker betreuen Kunden in mehr als 70 Ländern, Ersatzteile liefern regionale Servicezentren. Krones bündelt dieses Geschäft unter dem Namen Lifecycle Service und hat mehr als 1.200 Serviceverträge abgeschlossen, in denen Kunden einzelne Leistungen zu festen Kosten buchen.

Wie viel Umsatz und Marge der Service liefert, weist Krones nicht aus. Der Geschäftsbericht nennt nur die Richtung: 2025 wuchs das Neumaschinengeschäft stärker als die Serviceerlöse, die ebenfalls über dem Vorjahr lagen.

Mittel- bis langfristig sollen drei von vier neuen Maschinen von eigenen Technikern betreut werden. Bei der neuen Liniengeneration Ingeniq, die Krones 2025 auf der Messe Drinktec vorstellte, übernimmt der Konzern in einer Lifecycle Alliance sogar die Verantwortung für die zugesagte Leistung und die Betriebskosten der Linie über deren gesamte Lebensdauer.

Die Gesamtbetriebskosten sollen mit der Ingeniq um 10 Prozent sinken.

Rund 1.600 Beschäftigte arbeiten im Konzern an Digitalisierung, davon etwa 700 Software- und IT-Ingenieure in der Einheit Krones.digital. Die vernetzten Linien liefern Produktionsdaten, aus denen Servicefachleute Vorschläge für weniger Stillstand und geringeren Verbrauch ableiten.

Einen eigenen Umsatz mit Software oder Daten nennt der Geschäftsbericht nicht, das Wissen fließt in Serviceverträge und neue Linien. Wie ein Orgelbauer, der sein Instrument jahrzehntelang stimmt, will Krones an jeder verkauften Linie weiter verdienen.

Das Geld der Kunden

Ende 2025 standen in der Konzernbilanz Kundenanzahlungen von 884,1 Millionen Euro, als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen, 42,7 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Dieses Geld fließt, bevor Krones die Anlage ausliefert, und finanziert Material und Arbeit mit. Zugleich wies Krones zum Jahresende eine Nettoliquidität von 548,2 Millionen Euro aus, also mehr flüssige Mittel als Bankschulden. Das Finanzergebnis war mit 7,1 Millionen Euro positiv.

In Sachanlagen und immaterielle Werte investierte Krones 2025 185,1 Millionen Euro, 3,3 Prozent des Umsatzes und damit so viel, wie im selben Jahr abgeschrieben wurde. Vor Zukäufen blieb ein Free Cashflow von 282,9 Millionen Euro.

Wo die Marge entsteht

Das Kerngeschäft ist zugleich das profitabelste Segment. Die Abfüll- und Verpackungstechnologie erzielte 2025 ein EBITDA von 517,8 Millionen Euro bei einer Marge von 10,8 Prozent. Die Prozesstechnologie kam auf 10,3 Prozent, die Intralogistik auf 8,4 Prozent.

Segment 2025UmsatzEBITDAEBITDA-Marge
Abfüll- und Verpackungstechnologie4.774,2 Mio. €517,8 Mio. €10,8 %
Prozesstechnologie513,7 Mio. €52,9 Mio. €10,3 %
Intralogistik375,9 Mio. €31,6 Mio. €8,4 %
Konzern5.663,8 Mio. €602,3 Mio. €10,6 %

Die beiden kleineren Segmente holen auf. 2023 lag die Marge der Prozesstechnologie noch bei 7,7 Prozent, die der Intralogistik bei 5,9 Prozent.

Ein Segment, das bewusst Verlust macht, nennt der Geschäftsbericht nicht. Die Marge drückte 2025 leicht der Spritzgießmaschinenbauer Netstal.

Zum Vergleich: GEA, Konkurrent in der Prozesstechnik, meldete für 2025 bei 5,50 Milliarden Euro Umsatz eine EBITDA-Marge von 16,5 Prozent, allerdings vor Restrukturierungsaufwand gerechnet. Krones verdient je Euro Umsatz also spürbar weniger als der Düsseldorfer Anlagenbauer, auch wenn beide Kennzahlen unterschiedlich abgegrenzt sind.

Effizienz senkt die Materialquote

Fast die Hälfte der Kosten entfällt auf Material. Der Materialaufwand stieg 2025 nur um 4,2 Prozent auf 2.713,4 Millionen Euro, während die Gesamtleistung um 6,8 Prozent zulegte. Die Materialquote fiel dadurch von 49,0 auf 47,8 Prozent.

Das Wachstum kam laut Geschäftsbericht im Wesentlichen aus höheren Stückzahlen, nicht aus höheren Preisen.

Der hohe Auftragsbestand von 4,19 Milliarden Euro Ende 2025 sicherte laut Geschäftsbericht die Auslastung im Anlagen- und Projektgeschäft bis weit ins dritte Quartal 2026. In vollen Werken verteilen sich die Fixkosten auf mehr Maschinen.

Was sich seit 2021 verschoben hat

Der Auftragseingang stieg von 4,32 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf 5,56 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das Book-to-Bill-Verhältnis, also Auftragseingang geteilt durch Umsatz, lag 2025 bei 0,98.

Regional verschob sich das Gewicht: Europa ohne Deutschland legte 2025 um 14,7 Prozent zu, Mittlerer Osten und Afrika wuchsen zum zweiten Mal in Folge zweistellig, China schrumpfte. Mit den Zukäufen kamen Pumpen, Spritzgießmaschinen, Zentrifugen und Dosentechnik hinzu.

Im ersten Halbjahr 2026 stagnierte der Umsatz bei 2,71 Milliarden Euro, obwohl der Auftragsbestand bis Ende Juni auf 4,33 Milliarden Euro wuchs. Nach neun Monaten lag der Umsatz vorläufig bei rund 4,1 Milliarden Euro, währungsbereinigt nur 0,8 Prozent über dem Vorjahr, das EBITDA bei rund 453 Millionen Euro.

Von Januar bis März 2026 sank der Umsatz um 2,2 Prozent auf 1.379,1 Millionen Euro, während der Auftragseingang um 5,3 Prozent auf 1.512,1 Millionen Euro stieg.

Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz nur um 1,5 Prozent, die EBITDA-Marge hielt sich bei 10,8 Prozent.

Unsere Einschätzung: Die Marge von Krones beruht auf Kostendisziplin, und deshalb hält sie auch in einem Jahr, in dem der Umsatz kaum wächst. Gestiegen ist die Marge bei stabilen Preisen, weil Krones Einkauf und Produktion effizienter organisierte.

Auf den PunktWoran Krones verdient
  • Kerngeschäft: Abfüll- und Verpackungslinien bringen 84,3 Prozent des Umsatzes und die höchste Marge.
  • Service: Rund 3.000 Techniker und mehr als 1.200 Serviceverträge, Umsatz nicht ausgewiesen.
  • Vorkasse: 884,1 Millionen Euro Kundenanzahlungen finanzieren die Fertigung mit.
  • Marge: 10,63 Euro EBITDA je 100 Euro Umsatz, gestiegen durch Effizienz statt Preiserhöhungen.

Wie groß ist die Marktmacht von Krones?

Drei leere Glasflaschen auf einem weißen Podest, eine mit Etikett und Kronkorken
Krones setzte 2025 mehr um als die Wettbewerber Sidel und KHS zusammen.

In der Abfülltechnik ist Krones der Größte, aber kein Monopolist. Reuters nennt das Unternehmen den weltgrößten Hersteller von Getränke-Abfüllanlagen. Mit 5,66 Milliarden Euro setzte Krones 2025 mehr um als Sidel und KHS zusammen, die beiden konzerngebundenen Wettbewerber, die Krones im Geschäftsbericht nennt.

Der Geschäftsbericht bleibt bei der Selbstbeschreibung vorsichtiger. Krones bezeichnet sich als einen der weltweit führenden Anbieter. Von den beiden großen Wettbewerbern gehört KHS aus Dortmund zur Salzgitter AG, Sidel aus Frankreich zur Tetra Laval Gruppe.

Hinzu kommen Firmen, die nur einen Teil der Linie liefern, und chinesische Hersteller, mit denen Krones vor allem in China um Aufträge konkurriert.

AnbieterUmsatz 2025BeschäftigteEigentümer
Krones5.663,8 Mio. €21.339 (31.12.)Familie Kronseder 51,9 %, börsennotiert
Sidel1.775 Mio. €5.512 (Dezember)Tetra Laval
KHSrund 1.649 Mio. €5.769Salzgitter AG

Hinter Sidel steht mit Tetra Laval ein Konzern, der 2025 insgesamt 15,5 Milliarden Euro umsetzte, den größten Teil davon mit dem Verpackungshersteller Tetra Pak. Die KHS-Mutter Salzgitter ist vor allem ein Stahlkonzern.

Die Zahlen stammen aus den Jahresangaben der Unternehmen und erfassen jeweils das ganze Geschäft, nicht nur die Abfülltechnik. In der Prozesstechnik trifft Krones auf GEA, das 2025 rund 5,50 Milliarden Euro umsetzte, in der Intralogistik unter anderem auf Kion.

Im unteren und mittleren Leistungsbereich, wo der Preis stärker zählt, will Krones mit der Neuaufstellung der Töchter Kosme und Gernep wettbewerbsfähiger werden. Der Konzern fasst diese Maschinen unter dem Namen Compact Class zusammen.

Warum Kunden selten wechseln

Eine Mehrweg-Glaslinie für Bier besteht nach dem Schaubild im Geschäftsbericht aus 19 Maschinen, vom Entpalettierer über Reinigungsmaschine und Füller bis zum Palettierer, die im selben Takt laufen müssen. Ersatzteile, Software-Updates und Umbauten müssen nicht vom Hersteller kommen, doch Krones will den Anteil der selbst betreuten Anlagen erhöhen. Je mehr Linien Krones selbst betreut, desto mehr Wissen über deren Zustand sammelt der Konzern.

Mehr als 500 Linien hat Krones nach dem Geschäftsbericht bereits an seine digitale Plattform angebunden. Alle neuen Linien liefert Krones digitalfähig aus, Fachleute in sieben Digital-Servicezentren weltweit werten Produktionsdaten aus und schlagen Verbesserungen vor.

Kartellverfahren gegen Krones haben wir in den ausgewerteten Quellen nicht gefunden. Die Marktmacht entsteht durch den Bestand an installierten Linien: Je mehr Linien laufen, desto mehr Service braucht der Bestand, und desto näher liegt beim nächsten Projekt wieder Krones.

Auf den PunktDie Lage im Wettbewerb
  • Größe: Krones setzt mehr um als Sidel und KHS zusammen.
  • Bindung: Installierte Linien, Ersatzteile und Serviceverträge halten Kunden.
  • Druck: Chinesische Anbieter vor allem im Heimatmarkt, Compact Class gegen Preiswettbewerb.

Wer ist bei Krones eigentlich das Produkt?

Weiße Getränkekiste mit Glasflaschen und einem orangen Maulschlüssel auf einem Podest
Abfüller hängen an laufenden Linien, Krones hängt an den Investitionen der Abfüller.

Bei Krones ist niemand das Produkt, aber jede Seite hängt an der anderen. Getränkehersteller sind auf laufende Linien und schnelle Ersatzteile angewiesen, Krones auf deren Investitionsbudgets. Verbraucher begegnen dem Konzern nur indirekt, in jeder Flasche, die über eine solche Linie läuft.

Weltweit wurden 2025 nach Daten des Marktforschers GlobalData, die Krones im Geschäftsbericht zitiert, rund 1.503 Milliarden Liter abgepackte Getränke getrunken, gut ein Drittel davon Wasser. Bis 2028 soll der Konsum um durchschnittlich 2,6 Prozent im Jahr wachsen, abgefülltes Wasser um 3,3 Prozent. Am schnellsten wachsen nach GlobalData die sogenannten New Drinks, also Energy- und Sportgetränke sowie trinkfertiger Tee und Kaffee, mit 5,1 Prozent im Jahr. Diese Getränke landen meist in der Dose, schreibt Krones, und der Konzern will deshalb bei Dosenlinien zulegen, auch mit dem Zukauf von Can Systems Worldwide.

Krones verkauft allerdings an die Abfüller, nicht an Verbraucher. Die Getränkeindustrie liefert den Großteil des Umsatzes, der Rest kommt überwiegend aus der Nahrungsmittel-, Chemie-, Pharma- und Kosmetikbranche.

Die Linie als Nadelöhr

Für einen Abfüller entscheidet die Anlage über den Ausstoß. Steht die Linie, steht die Produktion. In Edelstal im Burgenland bestellte der Abfüller Coca-Cola HBC bei Krones eine neue Linie für Mehrwegglas mit 50.000 Flaschen pro Stunde, die eine bestehende Anlage ersetzen und im Mai 2023 in Betrieb gehen sollte, wie Krones in einem Referenzbericht beschreibt. Coca-Cola HBC gehört zu den Abfüllpartnern, über die Coca-Cola seine Getränke herstellen lässt.

Krones liefert dafür auch die Software, mit der die Linie gesteuert wird. Für Coca-Cola entwickelte der Konzern laut Referenzbericht eigens eine Schnittstelle für die übergeordnete Liniensteuerung.

Abhängigkeiten
Wer bei Krones auf wen angewiesen ist
Die Beteiligten am Geschäftsmodell und ihre Rolle, Stand Oktober 2026.
bestellt und zahlt an
Getränkehersteller
Brauereien, Mineralbrunnen, Saft- und Softdrink-Abfüller, die den Großteil des Umsatzes bringen und Anzahlungen leisten.
trinkt und kauft
Verbraucher
Rund 1.503 Milliarden Liter abgepackte Getränke weltweit im Jahr 2025, nach Daten von GlobalData.
baut und betreut
Krones
Linien, Prozesstechnik und Lager, rund 3.000 Servicetechniker in mehr als 70 Ländern.
kontrolliert
Familie Kronseder
51,9 Prozent der Aktien, gebündelt in einem Poolvertrag mit Familienstiftung.
liefert zu
Lieferanten
Material für 2,71 Milliarden Euro im Jahr 2025, 47,8 Prozent der Gesamtleistung.
setzt den Rahmen
Politik
US-Zölle, Wettbewerb in China und EU-Quoten für Rezyklat in Getränkeflaschen.

Krones hängt am Investitionszyklus

Umgekehrt ist Krones abhängig davon, dass Brauereien, Saftkeltereien und Softdrink-Abfüller neue Linien bestellen. 2025 verzögerten Kunden bereits Investitionsentscheidungen, hält der Geschäftsbericht fest. Im Herbst 2026 nannte Krones schwache Absatzmärkte und gestiegene Kosten der Kunden als Grund für die gesenkte Prognose. Zwischen den Bestellungen stützen Service und Ersatzteile das Geschäft. Ihren Umsatz beziffert Krones nicht. Die Abhängigkeit vom Zyklus bleibt trotzdem groß.

Zahlungsausfälle spielen dagegen kaum eine Rolle. Forderungen gegen Schlüsselkunden von 663,5 Millionen Euro bewertete Krones Ende 2025 mit einer durchschnittlichen Verlustrate von 0,16 Prozent, bei weiteren Großkunden mit 861,9 Millionen Euro Forderungen lag sie bei 1,91 Prozent.

Lieferanten und Belegschaft

Am anderen Ende der Kette stehen die Zulieferer. Für Material gab Krones 2025 rund 2,71 Milliarden Euro aus, 47,8 Prozent der Gesamtleistung.

Bis 2030 will der Konzern alle Lieferanten auf die Einhaltung der Menschenrechte prüfen, die Lieferanten müssen dafür einen Verhaltenskodex unterzeichnen und eine Risikoanalyse durchlaufen.

Der Personalaufwand von 1,71 Milliarden Euro ist nach dem Material der zweitgrößte Kostenblock. Tariferhöhungen und mehr Beschäftigte hoben die Personalquote 2025 von 29,7 auf 30,1 Prozent.

Was kostet eine Abfülllinie wirklich, und wer trägt die Kosten?

Glasflasche mit 3 farbigen Schichten, Preisschild „100 €“ und Etikett „3-Phasen-Geduld“ auf Podest
Von 100 Euro Umsatz blieben Krones 2025 rechnerisch 5,28 Euro als Konzernergebnis.

Listenpreise für Abfülllinien veröffentlicht Krones nicht, die Linien entstehen als Projekte nach den Wünschen des Kunden. Die Konzernrechnung zeigt aber, wohin das Geld fließt: Von 100 Euro Umsatz gingen 2025 fast 48 Euro an Lieferanten, 30 Euro an die Belegschaft und gut 5 Euro blieben als Gewinn.

Krones verkauft einzelne Maschinen, ganze Linien mit Füller, Etikettiermaschine, Inspektion, Transport, Verpackung und Palettierung und, wie ein Schaubild im Geschäftsbericht zeigt, komplette Getränkefabriken samt Prozesstechnik, Hochregallager und Abwasserreinigung.

Wohin 100 Euro Umsatz fließen

Wir haben die Gewinn- und Verlustrechnung 2025 auf 100 Euro Umsatz umgerechnet. Der Rechenweg ist einfach: jede Position geteilt durch den Umsatz von 5.663,8 Millionen Euro.

Position (Konzern 2025)Mio. €je 100 € Umsatz
Umsatz5.663,8100,00 €
Materialaufwandminus 2.713,4minus 47,91 €
Personalaufwandminus 1.705,9minus 30,12 €
Sonstige betriebliche Aufwendungenminus 903,0minus 15,94 €
Sonstige Erträge, aktivierte Eigenleistungen, Bestandsveränderungplus 260,8plus 4,60 €
EBITDA602,310,63 €
Abschreibungenminus 185,3minus 3,27 €
Finanzergebnisplus 7,1plus 0,13 €
Ertragsteuernminus 125,0minus 2,21 €
Konzernergebnis299,25,28 €
davon als Dividende ausgeschüttet88,51,56 €

Für Forschung und Entwicklung gab Krones 239 Millionen Euro aus, 4,2 Prozent des Umsatzes, davon wurden 37,0 Millionen Euro als Entwicklungskosten aktiviert und erst über die Jahre abgeschrieben.

Ende 2025 hielt Krones 6.809 erteilte Patente und Gebrauchsmuster, nach 7.030 ein Jahr zuvor. Den Rückgang erklärt der Geschäftsbericht mit dem europäischen Einheitspatent, das seit 2024 in 18 EU-Ländern gilt: Mehr nationale Patente liefen aus, als neue Einheitspatente hinzukamen.

Stabile Preise, sinkende Materialquote

Die Preise für Maschinen und Anlagen blieben 2025 stabil, schreibt Krones. Der Konzern will an seiner Preisstrategie festhalten, obwohl der Wettbewerb um Aufträge intensiv bleibt. Weil die Materialquote zugleich fiel, landete der Effizienzgewinn in der Marge und nicht beim Kunden. Mit der Ingeniq verspricht Krones Kunden 10 Prozent niedrigere Gesamtbetriebskosten über die Lebensdauer einer Linie. Die Linie führt Material selbstständig zu und ab und braucht deutlich weniger Bedienpersonal; warten lässt sie sich aus der Ferne.

Zölle und Erstattungen

Rund 20 Prozent seiner Erlöse erzielt Krones in den USA. Etwa die Hälfte davon, also rund 10 Prozent des Konzernumsatzes, ist nach dem Geschäftsbericht von US-Zöllen betroffen, weil die Maschinen nicht vor Ort entstehen.

Rund 50 Millionen Euro investiert Krones deshalb in die Werke in Franklin im Bundesstaat Wisconsin und Arden in North Carolina, um mehr in den USA selbst zu fertigen.

Im Sommer 2026 erklärte der Oberste Gerichtshof der USA die Zölle für unrechtmäßig, berichtete dpa-AFX. Die Rückerstattung drückte den Umsatz der ersten neun Monate um rund 20 Millionen Euro und hob das EBITDA um rund 10 Millionen Euro, so die Ad-hoc-Mitteilung, die den Mechanismus nicht näher erklärt.

Am Ende zahlen Getränkehersteller den Preis einer Linie und finanzieren mit ihren Anzahlungen einen Teil der Fertigung vor. Was davon im Preis einer Flasche Mineralwasser landet, lässt sich aus den Zahlen von Krones nicht ablesen.

Auf den PunktWas eine Linie kostet
  • Preise: Keine Listenpreise, 2025 stabile Preise für Maschinen und Anlagen.
  • Kosten: 47,91 Euro Material und 30,12 Euro Personal je 100 Euro Umsatz.
  • Zölle: Rund 10 Prozent des Umsatzes von US-Zöllen betroffen, 50 Millionen Euro für Werke in den USA.

Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Waage mit Münzen links und Fabrikmodell mit Aufschrift „Neutraubling“ rechts
Dividende für die Familie, Stellen in Neutraubling, Kursverluste für die Aktionäre.

Gewonnen haben bis 2025 die Familie Kronseder, die Belegschaft mit 960 zusätzlichen Stellen und die Kunden, die 2025 stabile Preise zahlten. Draufgezahlt haben 2026 vor allem die Aktionäre: Die Aktie verlor laut dpa-AFX seit Jahresbeginn fast ein Fünftel, als das Wachstum stockte.

GruppeEntwicklungEinordnung
Familie Kronseder51,9 % der Aktien, rechnerisch rund 45,9 Mio. € der vorgeschlagenen Dividende für 2025vorgeschlagen: 2,80 € je Aktie nach 2,60 €
Übrige AktionäreKurs seit Jahresbeginn 2026 fast ein Fünftel im MinusTagestief am 22.10.2026 bei 105 €
Belegschaft weltweit21.339 Beschäftigte Ende 2025, 960 mehr als ein Jahr zuvorPersonalaufwand plus 7,9 % auf 1.705,9 Mio. €
Standorte in Deutschland11.735 Beschäftigte, 423 mehr als 2024Investitionen vor allem in Automatisierung
Getränkeherstellerstabile Preise für Maschinen 2025Serviceverträge zu festen Kosten
Geschäft in ChinaUmsatz minus 12,6 % auf 358,1 Mio. €Ausbau des Werks in Taicang ab dem zweiten Halbjahr 2026
Töchter Kosme und GernepNeuaufstellung angestrebtFolgen für die Beschäftigten offen

Die Familie und die Dividende

Für das Geschäftsjahr 2025 schlugen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 2,80 Euro je Aktie vor, zusammen 88,5 Millionen Euro für 31,6 Millionen Aktien. Auf das Konsortium der Familie Kronseder entfallen bei 51,9 Prozent rechnerisch rund 45,9 Millionen Euro, auf die Familie Schadeberg rund 5,1 Millionen Euro. Die Dividendenstrategie sieht vor, 25 bis 30 Prozent des Konzerngewinns auszuschütten, Krones orientiert sich seit Jahren am oberen Rand. Gut 70 Prozent des Gewinns bleiben damit im Unternehmen. Das Eigenkapital stieg 2025 um 10,8 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro, die Eigenkapitalquote auf 42,2 Prozent.

Für die Aktionäre kippte die Stimmung binnen zehn Monaten. Ende 2025 schloss die Aktie bei 135,80 Euro, elf von 14 Analysten rieten laut Geschäftsbericht zum Kauf. Am 22. Oktober 2026 fiel der Kurs zeitweise auf 105 Euro.

Wachstum mit Einstellungen

Krones baute die Belegschaft 2025 um 4,7 Prozent aus, im Inland um 423 auf 11.735 Menschen, im Ausland um 537 auf 9.604. Der Umsatz wuchs mit 7,0 Prozent schneller als die Zahl der Beschäftigten, der Umsatz je Kopf stieg also.

In Deutschland investiert Krones vor allem in die Automatisierung von Fertigung und Logistik. Den Anteil der internationalen Wertschöpfung will Krones in den kommenden Jahren laut Geschäftsbericht kontinuierlich ausbauen. Für den Service setzt der Konzern vor allem auf lokale Techniker, die die Landessprache sprechen. In Kenia zählt Krones nach dem Geschäftsbericht zu den wichtigsten Ausbildungsbetrieben. Das internationale Serviceteam soll jedes Jahr um rund 100 Beschäftigte wachsen.

Die deutschen Standorte bleiben damit das Zentrum, wachsen aber langsamer als das Auslandsgeschäft. In Indien entsteht ein neues Werk, im chinesischen Taicang mit rund 900 Beschäftigten erweitert Krones ab dem zweiten Halbjahr 2026 die Produktion, in Ungarn läuft bereits ein Standort.

Die Kunden hängen an der Linie

Wer eine Linie betreibt, wechselt den Lieferanten für Service und Ersatzteile nach unserer Einschätzung nicht leichtfertig, und je mehr der Hersteller die Linie digital überwacht, desto enger wird die Bindung.

Krones lässt sich 884 Millionen Euro im Voraus zahlen und hängt trotzdem an der Investitionslaune der Getränkekonzerne.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Wie politisch ist Krones?

Kunststoffflasche mit Aufschrift „Rezyklat“ und orangefarbenem Deckel auf weißem Rednerpult
US-Zölle, das Geschäft in China und EU-Quoten für Rezyklat prägen die Politik von Krones.

Krones tritt in Berlin kaum in Erscheinung, hängt aber stark von der Politik ab. Im Lobbyregister des Bundestags fanden wir am 29. Oktober 2026 keinen Eintrag der Krones AG. Dafür bestimmen US-Zölle, das China-Geschäft und EU-Vorgaben für Rezyklat in Getränkeflaschen, wo Krones baut und was Kunden bestellen.

Kein Lobbyregister, viel Außenhandel

Politisch relevant ist Krones vor allem als Exporteur: Rund 90 Prozent des Umsatzes entstehen außerhalb Deutschlands, Handelskonflikte zwischen den USA, China und Europa zählt der Geschäftsbericht deshalb zu den großen Risiken.

In China, wo der Umsatz 2025 um 12,6 Prozent fiel, baut der Konzern das Werk in Taicang aus, um den Markt schneller und günstiger zu beliefern.

Für Indien entsteht ein eigenes Werk, das im zweiten Halbjahr 2026 in Betrieb gehen soll.

In der letzten Ausbaustufe sollen dort unter anderem Blockanlagen der Baureihe ErgoBloc L montiert und Ersatzteile gefertigt werden, junge Beschäftigte werden im Werk ausgebildet. Am bestehenden Standort Hyderabad erhöht Krones die Kapazität für die Prozesstechnik.

Russland und die Ukraine spielen kaum eine Rolle. Krones hält Gesellschaften in Moskau und Kiew, deren Bilanzsumme zusammen etwa 0,4 Prozent der Konzernbilanzsumme entspricht, ein wesentliches Risiko sieht der Vorstand darin nicht.

Quoten aus Brüssel

Spürbarer als jede Lobbyarbeit wirkt die EU-Gesetzgebung zu Kunststoffverpackungen. Nach der Einwegkunststoffrichtlinie müssen PET-Getränkeflaschen seit 2025 mindestens 25 Prozent recycelten Kunststoff enthalten, ab 2030 gilt für alle Kunststoff-Getränkeflaschen ein Rezyklatanteil von 30 Prozent.

Kunststoffflaschen sollen bis 2029 zu 90 Prozent getrennt gesammelt werden, so die EU-Kommission.

Krones verkauft Anlagen, die gebrauchte Flaschen zu lebensmitteltauglichem Rezyklat verarbeiten. Höhere Quoten aus Brüssel stützen damit die Nachfrage im eigenen Kernsegment.

Die Familie sichert sich ab

Politisch entscheidend ist der Poolvertrag der Familie. Er verfolgt laut Geschäftsbericht ausdrücklich drei Ziele: den Einfluss der Familie zu sichern, Krones in vergleichbarem Umfang bei Umsatz, Auftragsvolumen, Betriebsvermögen und Zahl der Beschäftigten fortzuführen und den Charakter einer Familiengesellschaft zu erhalten. Eine Übernahme gegen den Willen der Familie ist damit praktisch ausgeschlossen. Beteiligt ist auch die VMAX Familienstiftung in Neutraubling, die nach dem Geschäftsbericht direkt und indirekt mehr als 10 Prozent der Stimmrechte hält.

Den Wechsel an der Spitze regelte der Aufsichtsrat im März 2026 per Ad-hoc-Mitteilung. Christoph Klenk schied nach der Hauptversammlung im Juni im gegenseitigen Einvernehmen aus, am 11. Juni 2026 übernahm Thomas Ricker, seit 2012 im Vorstand.

Zum 1. Juli rückten Bülent Bayraktar und Reinhold Jung in den Vorstand auf.

Steuerlich gibt sich Krones unauffällig. Die Steuerquote lag 2025 bei 29,5 Prozent, auf ein Ergebnis vor Steuern von 424,1 Millionen Euro zahlte der Konzern 125,0 Millionen Euro Ertragsteuern.

Auf den PunktPolitik bei Krones
  • Lobby: Kein Eintrag im Lobbyregister des Bundestags, Stand 29.10.2026.
  • Außenhandel: Werke in den USA, China, Indien und Ungarn als Antwort auf Zölle und Märkte.
  • Familie: Poolvertrag und Stiftung sichern die Kontrolle der Kronseders.

Was könnte Krones zu Fall bringen?

Sanduhr mit bunten Kronkorken gefüllt, davor ein orangefarbenes Schild mit Aufschrift „Warten“
Zögernde Kunden, Zölle und Wechselkurse: was Krones gefährlich werden könnte.

Zu Fall bringen dürfte Krones auf Sicht kaum etwas, die Bilanz ist solide. Gefährlich würde eine längere Investitionspause der Getränkeindustrie, verbunden mit Zöllen, starkem Euro und Preisdruck aus China. Die gesenkten Ziele für 2028 zeigen, wie schnell zögernde Kunden das Wachstum bremsen.

Kunden, die warten

Zögernde Kunden spürt Krones erst mit Abstand im Umsatz. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Auftragseingang noch 4,5 Prozent über dem Vorjahr, das Book-to-Bill-Verhältnis bei 1,05. Trotzdem rechnet Krones nach neun Monaten nur noch mit 1 bis 2 Prozent währungsbereinigtem Wachstum, weil Getränkehersteller Investitionen aufschieben. Benjamin Thielmann, Analyst bei Bernstein, nannte die Korrektur laut dpa-AFX richtig und sah darin einen Beleg dafür, wie stark die Investitionsentscheidungen der Kunden unter Druck stehen.

Der Branchenverband VDMA erwartete für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau 2026 nach einem Minus von 5 Prozent im Vorjahr nur ein Produktionsplus von 1 Prozent, wie der Geschäftsbericht zitiert. Krones erzielt rund 90 Prozent seines Umsatzes im Ausland und hängt deshalb stärker an den Weltmärkten als am Inland.

Währung, Zölle, China

Ein Fünftel des Umsatzes erzielt Krones in den USA. Im ersten Halbjahr 2026 kosteten Währungseffekte rund 60 Millionen Euro Umsatz. Neue Zollrunden würden den Teil der Lieferungen treffen, den Krones nicht in den USA fertigt.

In China konkurriert Krones mit heimischen Herstellern, die laut Geschäftsbericht vor allem auf ihrem Heimatmarkt antreten. Der Umsatz dort fiel 2025 um 12,6 Prozent. Drängen chinesische Anbieter stärker in Schwellenländer, geraten die Preise unter Druck, an denen Krones bisher festhält.

Kasse und Kapital

Im ersten Halbjahr 2026 war der Free Cashflow vor Akquisitionen mit minus 30,8 Millionen Euro negativ, nach plus 46,7 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Kapitalrendite ROCE sank auf 17,7 Prozent.

Die Nettoliquidität von 404,5 Millionen Euro Ende Juni und freie Kreditlinien von 888 Millionen Euro zum Jahresende 2025 geben dem Konzern Spielraum.

Krones selbst stuft im Geschäftsbericht das Währungsrisiko und die Beschaffungsrisiken mit hohem möglichem Schaden und mittlerer Eintrittswahrscheinlichkeit ein. Seit dem 28. Februar 2026 kommt der militärische Konflikt mit dem Iran hinzu, dessen Folgen der Konzern zum Zeitpunkt des Berichts nicht abschätzen konnte.

Auf die Region Mittlerer Osten und Afrika entfielen 2025 rund 719,0 Millionen Euro Umsatz, 12,7 Prozent des Konzerns.

Risiken
Was Krones gefährlich werden könnte
Die wichtigsten Risiken nach Einschätzung der Redaktion, Stand 29.10.2026.
hoch
Investitionspause
Prognose für 2026 auf 1 bis 2 Prozent Wachstum gesenkt, Ziel für 2028 auf 6,0 bis 6,2 Mrd. €.
hoch
Währung und Zölle
Währungseffekte kosteten im ersten Halbjahr 2026 rund 60 Mio. € Umsatz, ein Fünftel des Umsatzes entsteht in den USA.
mittel
Konkurrenz aus China
Umsatz in China 2025 minus 12,6 Prozent, chinesische Anbieter konkurrieren vor allem auf dem Heimatmarkt.
mittel
Naher Osten
Konflikt mit dem Iran seit 28.02.2026, Mittlerer Osten und Afrika bringen 12,7 Prozent des Umsatzes.
mittel
Freier Cashflow
Im ersten Halbjahr 2026 minus 30,8 Mio. € vor Akquisitionen.
niedrig
Finanzierung
Nettoliquidität 404,5 Mio. € Ende Juni 2026, Eigenkapitalquote 42,2 Prozent Ende 2025.

Drei Szenarien für die nächsten fünf Jahre

Die Szenarien sind eine Einschätzung der Redaktion. Im optimistischen Fall ziehen die Investitionen der Getränkeindustrie ab 2027 wieder an, angestoßen durch Recyclingquoten und Automatisierung, und Krones erreicht die neuen Ziele für 2028 mit einer Marge am oberen Rand der Spanne von 11 bis 12 Prozent.

Im realistischen Fall wächst Krones langsamer als früher geplant, verteidigt aber eine EBITDA-Marge um 11 Prozent, weil Service und Effizienzprogramme die schwächeren Jahre im Neugeschäft abfedern.

Im pessimistischen Fall verschärfen sich Handelskonflikte zwischen den USA, China und Europa, Kunden verschieben Projekte über Jahre, und chinesische Wettbewerber erzwingen Preisnachlässe. Dann gerät auch das Margenziel ins Wanken.

Was bedeutet Krones für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Orange Wegweiser nach links für Neutraubling (Abkürzung) und rechts für Welt auf weißem Grund
11.735 Beschäftigte arbeiten in Deutschland, rund 90 Prozent des Umsatzes entstehen im Ausland.

Für Deutschland ist Krones vor allem Arbeitgeber und Lieferant: 11.735 Beschäftigte im Inland und 526 Millionen Euro Umsatz mit deutschen Kunden im Jahr 2025. Verbraucher merken den Konzern nur über die Flasche, die sie im Supermarkt kaufen.

Am 6. November legt Krones die Quartalsmitteilung zum 30. September vor. Erst dann zeigt sich im Detail, wie das dritte Quartal gelaufen ist. Das vierte Quartal nennt die Ad-hoc-Mitteilung ausdrücklich als belastet.

Für Neutraubling und die Region Regensburg, wo Krones Hauptsitz und Fertigung hat, zählt dabei weniger die Aktie als die Auslastung der Werke.

Das Geschäft mit deutschen Kunden

Deutschland ist für Krones ein kleiner, aber wachsender Markt. 2025 stieg der Inlandsumsatz um 13,1 Prozent auf 526,2 Millionen Euro, sein Anteil am Konzernumsatz auf 9,3 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Lage im Inland nennt der Geschäftsbericht dennoch schwach. Für Brauereien, Mineralbrunnen und Saftkeltereien, die eine neue Linie planen, lohnt der Blick über den Kaufpreis hinaus. Serviceverträge mit festen Kosten verlagern einen Teil des Risikos auf den Hersteller. Im Gegenzug wächst die Bindung an einen Lieferanten über die ganze Lebensdauer der Anlage.

Vor der Unterschrift sollten Käufer klären, welche Leistung der Hersteller garantiert und was geschieht, falls die Linie sie verfehlt. Ebenso wichtig sind die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und die Frage, welche Produktionsdaten das Werk verlassen. Bei mehreren Angeboten gehören die Betriebskosten über die geplante Laufzeit in den Vergleich, nicht nur der Kaufpreis.

Was Zulieferer und Investoren beachten sollten

Zulieferer aus dem Mittelstand müssen mit strengeren Prüfungen rechnen: Bis 2030 will Krones alle Lieferanten auf menschenrechtliche Sorgfalt prüfen, die Unterschrift unter einen Verhaltenskodex ist Voraussetzung.

Zugleich verlagert der Konzern mehr Wertschöpfung nach Indien, China, Ungarn und in die USA, und die Fertigung dort bezieht ihre Teile aus eigenen Lieferketten.

Anleger bekommen einen Familienkonzern mit Börsennotiz. Die Ausschüttung folgt einer festen Regel, 25 bis 30 Prozent des Gewinns. Mit 51,9 Prozent Familienanteil haben freie Aktionäre bei strategischen Fragen kaum Gewicht, dafür schützt der Poolvertrag vor einem Übernahmekampf.

Was Verbraucher davon haben

Ob eine Flasche Wasser im Supermarkt durch eine effizientere Linie billiger wird, lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen. Sichtbar wird Krones eher beim Recycling: Für die EU-Quoten braucht die Branche Anlagen, wie Krones sie baut, und mehr gebrauchte Flaschen im Kreislauf.

Drei Szenarien für die nächsten zwölf Monate

Optimistisch: Der Auftragsbestand von zuletzt 4,33 Milliarden Euro wird zügig abgearbeitet, Kunden lösen aufgeschobene Projekte im Frühjahr 2027 aus, und Krones meldet für 2026 das obere Ende der neuen Spanne bei einer Marge von 11 Prozent.

Realistisch: Der Umsatz wächst 2026 währungsbereinigt um 1 bis 2 Prozent, die Marge liegt wie angekündigt zwischen 10,7 und 11,1 Prozent, und das Neugeschäft bleibt 2027 verhalten.

Pessimistisch: Neue Zölle und ein schwacher Dollar drücken Umsatz und Auftragseingang weiter, und Krones muss auch das Margenziel für 2028 nachjustieren.

Unsere Einordnung: Krones verdient auch bei stagnierendem Umsatz Geld, weil der Konzern seine Kosten im Griff hat und Kunden einen Teil der Fertigung vorfinanzieren. Die Prognosesenkung zeigt aber, dass auch der größte Anbieter der Branche nur so schnell wachsen kann, wie Getränkekonzerne bestellen.

Wie viel Umsatz und Gewinn Service und Ersatzteile liefern, verrät Krones nicht, obwohl der Konzern gerade dieses Geschäft als Wachstumstreiber beschreibt. Mehr Transparenz würde Anlegern die gesenkten Ziele am einfachsten erklären.

Glossar: 14 Fachbegriffe aus Bilanz und Abfülltechnik

Aufgeschlagenes Buch mit einem Lesezeichen und einem orangefarbenen Anhänger mit der Aufschrift „Glossar“
Von Ad-hoc-Mitteilung bis Streckblasmaschine: die wichtigsten Fachbegriffe zu Krones.

Ad-hoc-Mitteilung

Eine Ad-hoc-Mitteilung ist die Pflichtmitteilung eines börsennotierten Unternehmens zu Insiderinformationen, die den Kurs erheblich beeinflussen können. Die Mitteilung muss unverzüglich erscheinen, damit alle Anleger gleichzeitig informiert sind. Krones senkte am 22. Oktober 2026 per Ad-hoc-Mitteilung seine Umsatzprognose für 2026 und die Ziele für 2028.

Aseptische Abfüllung

Die aseptische Abfüllung füllt Getränke keimfrei in zuvor sterilisierte Behälter, ohne dass das Produkt nach dem Verschließen erhitzt werden muss. Das Verfahren eignet sich für empfindliche Produkte wie Säfte, Milchmischgetränke oder Tee. Krones sieht in aseptischen Anlagen für PET-Flaschen, vor allem in den USA, gute Wachstumschancen.

Auftragsbestand

Der Auftragsbestand umfasst alle Aufträge, die ein Unternehmen angenommen, aber noch nicht als Umsatz verbucht hat. Er zeigt, wie viel Arbeit in den kommenden Monaten sicher ist. Bei Krones lag der Wert Ende 2025 bei 4.190,4 Millionen Euro und stieg bis Ende Juni 2026 auf 4.328,0 Millionen Euro.

Book-to-Bill-Verhältnis

Das Book-to-Bill-Verhältnis teilt den Auftragseingang eines Zeitraums durch den Umsatz desselben Zeitraums. Ein Wert über 1 bedeutet, dass mehr neue Aufträge hereinkommen, als abgearbeitet werden. Krones kam 2025 auf 0,98, im ersten Halbjahr 2026 auf 1,05.

EBITDA

Das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization) ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die Kennzahl zeigt, was das laufende Geschäft erwirtschaftet, bevor Finanzierung und Investitionen berücksichtigt sind. Krones erzielte 2025 ein EBITDA von 602,3 Millionen Euro, eine Marge von 10,6 Prozent.

Etikettiermaschine

Eine Etikettiermaschine bringt Etiketten auf Flaschen, Dosen oder andere Behälter auf, mit Leim, selbstklebend oder als Folie, die um den Behälter schrumpft. Moderne Anlagen schaffen Zehntausende Behälter pro Stunde. Mit Etikettiermaschinen begann Krones 1952, das erste Modell etikettierte 1.500 Flaschen pro Stunde.

Free Cashflow

Der Free Cashflow ist das Geld, das nach den laufenden Investitionen aus dem Geschäft übrig bleibt. Er zeigt, wie viel ein Unternehmen für Dividenden, Zukäufe oder Rücklagen zur Verfügung hat. Krones erwirtschaftete 2025 vor Akquisitionen 282,9 Millionen Euro, im ersten Halbjahr 2026 lag der Wert bei minus 30,8 Millionen Euro.

Gesamtbetriebskosten

Die Gesamtbetriebskosten, englisch Total Cost of Ownership, umfassen alle Kosten einer Anlage über ihre Lebensdauer: Kaufpreis, Energie, Wasser, Personal, Wartung und Ersatzteile. Für Käufer sagen diese Kosten mehr als der Listenpreis. Krones verspricht für die Liniengeneration Ingeniq 10 Prozent niedrigere Gesamtbetriebskosten.

Kundenanzahlung

Eine Kundenanzahlung ist Geld, das ein Kunde vor der Lieferung zahlt. In der Bilanz nach IFRS steht die Anzahlung als Vertragsverbindlichkeit, bis die Leistung erbracht ist. Für Anlagenbauer sind Anzahlungen eine günstige Finanzierungsquelle. Krones wies Ende 2025 Kundenanzahlungen von 884,1 Millionen Euro aus.

Materialaufwandsquote

Die Materialaufwandsquote setzt den Materialaufwand ins Verhältnis zur Gesamtleistung, also zu Umsatz plus Bestandsveränderungen. Sinkt die Quote, braucht ein Unternehmen weniger Material je erwirtschafteten Euro. Bei Krones fiel die Quote 2025 von 49,0 auf 47,8 Prozent.

Nettoliquidität

Die Nettoliquidität ist der Betrag, um den die flüssigen Mittel eines Unternehmens die Bankschulden übersteigen. Ein positiver Wert heißt, dass die Firma ihre Bankkredite rechnerisch sofort ablösen könnte. Krones kam Ende 2025 auf 548,2 Millionen Euro, Ende Juni 2026 auf 404,5 Millionen Euro.

Poolvertrag

Ein Poolvertrag ist eine Vereinbarung, mit der mehrere Aktionäre ihre Stimmrechte bündeln und den Verkauf ihrer Aktien beschränken. So bleibt eine Familie auch dann bestimmend, wenn einzelne Mitglieder nur kleine Anteile halten. Bei Krones bündelt das Familie Kronseder Konsortium 51,9 Prozent der Aktien.

ROCE

Der ROCE (Return on Capital Employed) misst, wie viel Ergebnis vor Zinsen und Steuern ein Unternehmen auf das eingesetzte Kapital erwirtschaftet. Ein hoher Wert zeigt, dass Werke, Vorräte und Forderungen produktiv genutzt werden. Krones erreichte 2025 einen ROCE von 19,1 Prozent und will 2028 über 20 Prozent liegen.

Streckblasmaschine

Eine Streckblasmaschine formt PET-Flaschen aus Vorformlingen, kleinen Rohlingen aus Kunststoff. Die erwärmten Rohlinge werden in einer Form gestreckt und mit Druckluft zur fertigen Flasche aufgeblasen. Krones entwickelte 1997 mit der Contiform seine erste Streckblasmaschine, die heute als Teil der Abfülllinie arbeitet.

FAQ: Wie verdient Krones Geld, wenn Getränkehersteller zögern?

Leere Glasflasche mit orangefarbenem FAQ-Anhänger auf einem Förderband vor weißem Hintergrund
Häufige Fragen zu Krones: Eigentümer, Börse, Führung, Beschäftigte, Sitz und Umsatz.

Wem gehört Krones?

Die Mehrheit gehört der Familie Kronseder. Das Familie Kronseder Konsortium hielt Ende 2025 genau 51,9 Prozent der Aktien, die Familie Schadeberg 5,8 Prozent. Die übrigen 42,3 Prozent verteilen sich auf andere Aktionäre.

Ist Krones an der Börse?

Ja. Die Krones AG ist seit 1984 börsennotiert, die Aktie gehört zum MDAX. Das Grundkapital von 40 Millionen Euro ist in 31.593.072 Aktien eingeteilt.

Wer leitet Krones?

Vorstandsvorsitzender ist seit dem 11. Juni 2026 Thomas Ricker, der dem Vorstand seit 2012 angehört. Er folgte auf Christoph Klenk. Den Aufsichtsrat führt Volker Kronseder, der Sohn des Gründers.

Wie viele Mitarbeiter hat Krones?

Ende 2025 beschäftigte Krones weltweit 21.339 Menschen, 960 mehr als ein Jahr zuvor. 11.735 arbeiten in Deutschland, 9.604 im Ausland.

Wo hat Krones seinen Sitz?

Der Hauptsitz liegt in Neutraubling bei Regensburg, wo Hermann Kronseder das Unternehmen 1951 gründete. Produktionsstandorte hat Krones unter anderem in Deutschland, Ungarn, Österreich, der Schweiz, Italien, China, Indien, den USA und Brasilien.

Wie viel Umsatz macht Krones?

2025 setzte Krones 5.663,8 Millionen Euro um, 7,0 Prozent mehr als im Vorjahr, und verdiente nach Steuern 299,2 Millionen Euro. Für 2026 erwartet der Konzern nur noch 1 bis 2 Prozent währungsbereinigtes Wachstum.

Quellen

17 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 29.10.2026
  1. Krones AGGeschäftsbericht 2025
  2. Krones AG (EQS)Ad-hoc-Mitteilung: Krones passt die Prognose für das Umsatzwachstum 2026 und die Mittelfristziele für 2028 an, 22.10.2026
  3. dpa-AFX (Börse Online)Roundup: Maschinenbauer Krones dämpft seine Umsatzerwartungen, 22.10.2026
  4. Börsen-Zeitung (Reuters)Krones wächst langsamer als erwartet, 22.10.2026
  5. Krones AG (EQS)Krones steigert Auftragseingang und Ertragskraft im ersten Halbjahr 2026 weiter, 29.07.2026
  6. Krones AGFinanzkalender
  7. Krones AG (EQS)Ad-hoc-Mitteilung: Personelle Veränderungen im Vorstand der Krones AG, 19.03.2026
  8. Krones AGHistory 1951 to 1965
  9. Krones AG75 years of Krones: a story of courage, change and innovation, 18.03.2026
  10. BrauweltObituary: Hermann Kronseder, 16.07.2010
  11. Museen in BayernMuseum der Stadt Neutraubling, Ortsgeschichtliche Dokumentation
  12. Tetra LavalTetra Laval in brief, Net sales 2025
  13. KHS GmbHAbout us
  14. GEA GroupGeschäftsjahr 2025: Maschinenbauer GEA wächst profitabel, 09.03.2026
  15. Krones AGCoca-Cola gives a boost to returnable glass in Austria, 25.10.2022
  16. Europäische KommissionSingle-use plastics
  17. Deutscher BundestagLobbyregister, Suche nach Krones
4,2 19 Bewertungen

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