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Von den 1.000 Seiten, die ChatGPT in Deutschland am häufigsten als Quelle nennt, liegen 267 auf Websites von Unternehmen. Nur 23 davon sind Blogartikel oder Ratgeber, der Rest sind Preislisten, Modellübersichten und Serviceseiten. Die Mehrheit der Quellenangaben entfällt laut Ahrefs auf Angebote, die Unternehmen nicht beeinflussen können.

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Der ADAC, die Verbraucherzentrale und die Gesetzessammlung des Bundes führen die Liste an. Ahrefs hat dafür Daten seines Werkzeugs Brand Radar vom 21. September ausgewertet und die Studie am 26. Oktober um 17 Themenfelder ergänzt.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf Behörden, Gerichte, Hochschulen und Prüforganisationen entfallen 59,6 % der Quellenangaben.
  • Firmenseiten kommen auf 24,7 %, darunter nur 23 Blogartikel und Ratgeber.
  • Bei Software für Unternehmen gehen 71,4 % der Quellenangaben an Anbieter, bei Autothemen sind 87,0 % nicht beeinflussbar.
  • In der Schweiz liegen unter den 50 meistzitierten Domains deutsche Quellen vor Schweizer.

Welche Quellen nennt ChatGPT in Deutschland?

Ein Klemmbrett mit Preisliste und blauer Preisschleife neben einem Stapel weißer Zeitschriften
Ahrefs ordnete Seiten nach Beeinflussbarkeit. Die 9 meistzitierten Domains sind nicht beeinflussbar: Behörden, Hochschulen, Stiftung Warentest, ADAC und Finanztip. Allein adac.de hat 9,43% aller Quellenangaben

Ahrefs hat jede Seite danach eingeordnet, ob Unternehmen auf sie Einfluss nehmen können. Als nicht beeinflussbar gelten Gesetzestexte, Behörden, Hochschulen und unabhängige Prüforganisationen wie Stiftung Warentest, der ADAC und Finanztip. Die neun meistzitierten Domains gehören alle dazu, allein auf adac.de entfallen 9,43 % der Quellenangaben.[1] Erst auf Platz 10 folgt mit faz.net eine Redaktion, die für Pressearbeit offen ist.

Von der FAZ zitiert ChatGPT nur Produkttests aus dem Kaufkompass. Die robots.txt der Zeitung sperrt den Such-Crawler OAI-SearchBot von OpenAI komplett und gibt nur das Verzeichnis /kaufkompass/ frei, wie ein Abruf am 29. Oktober zeigt.[2] Gute Rankings sind keine Voraussetzung: 170 der 1.000 Seiten haben laut Ahrefs keinen geschätzten Besucher aus der organischen Suche.

Ahrefs verkauft Brand Radar selbst. Die Grenzen nennt die Studie: Die Daten sind eine Momentaufnahme, eine Vergleichsgruppe nicht zitierter Seiten fehlt.

„Fast 60 Prozent dessen, was ChatGPT in Deutschland am meisten zitiert, kann ein Unternehmen weder selbst schreiben noch beeinflussen“, sagt Monika Butterweck, Marketing Manager DACH bei Ahrefs.

Warum zitiert ChatGPT Preislisten statt Ratgeber?

Die 267 Firmenseiten kommen auf 24,7 % der Quellenangaben. Nur 23 davon stehen auf einem Blog-, Magazin- oder Ratgeberpfad. Den Rest bilden Produkt- und Serviceseiten: Die Versandpreise von DHL nennt ChatGPT in 163 Antworten als Quelle, den Konfigurator von Mercedes-Benz in 148, den Fotoservice von dm in 118.[1] Alle beantworten eine konkrete Frage zum eigenen Angebot.

Zitiert wird selten: Die Gratisversion von ChatGPT sucht nur bei 14,4 % der Antworten im Web. Laut SISTRIX nennen KI-Antworten klar gegliederte Seiten 2,1-mal so oft als Quelle. Viele zitierte Seiten sind alt, aber gepflegt: 137 mehr als drei Jahre alte Seiten tragen ein Inhaltsdatum aus den letzten zwölf Monaten, etwa der Matratzentest von test.de von 2013.

Eine gepflegte Preisliste bringt ein Unternehmen eher in ChatGPT als der zehnte Ratgeber zum selben Thema.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Wohin die Quellenangaben von ChatGPT in Deutschland gehen
Die 1.000 Seiten, die ChatGPT in Deutschland am häufigsten als Quelle nennt, eingeteilt danach, ob Unternehmen sie beeinflussen können. Hervorgehoben sind die eigenen Websites von Unternehmen.
59,6 %
der Quellenangaben gehen an Behörden, Gerichte, Hochschulen und Prüforganisationen
24,7 %
der Quellenangaben entfallen auf 267 Seiten von Unternehmen
23
dieser 267 Firmenseiten sind Blogartikel oder Ratgeber
17 %
der 1.000 Seiten haben keinen geschätzten Besucher aus der organischen Suche

Anteil an den Quellenangaben nach Art der Quelle

QuelleSeitenAnteil
Behörden, Recht, Wissenschaft, Prüforganisationen56659,6 %
Websites von Unternehmen26724,7 %
Redaktionelle Medien13212,0 %
Offene Plattformen wie Reddit oder Idealo212,3 %
Wikipedia und andere Wikimedia-Projekte131,2 %
nicht zuzuordnen10,1 %

Was heißt das für Unternehmen in der DACH-Region?

In 12 der 17 Themenfelder geht weniger als die Hälfte der Quellenangaben an nicht beeinflussbare Quellen. Bei Software für Unternehmen landen 71,4 % bei Anbietern wie Salesforce, HubSpot, IBM und SAP, bei Marketing und SEO 71,8 %. Bei Autothemen sind dagegen 87,0 % nicht beeinflussbar, allein auf den ADAC entfällt dort mehr als die Hälfte aller Quellenangaben.[1]

In der Schweiz stammen von den Quellenangaben der 50 meistgenannten Domains nur 18,6 % von Schweizer Websites, aber 22,5 % von deutschen. In Österreich stehen 29,4 % heimische Quellen 25,5 % deutschen gegenüber.

  • Prüfen Sie zuerst Ihre Preis-, Produkt- und Serviceseiten: Versteht man die Angaben dort auch ohne den Rest der Website?
  • Pflegen Sie bestehende Seiten, bevor Sie neue Ratgeber schreiben. Mehr dazu steht in unserem Leitfaden zur Optimierung für KI-Antworten.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. AhrefsZitierte Seiten in ChatGPT: 59,6 % der Zitationen sind für Marketer unerreichbar, Studie vom 28. September 2026, aktualisiert am 26. Oktober 2026
  2. Frankfurter Allgemeine Zeitungrobots.txt von faz.net, abgerufen am 29. Oktober 2026

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