Restaurants können Lieferdienste und andere Bestellanbieter in ihrem Google-Unternehmensprofil jetzt selbst ausblenden, getrennt für Abholung und Lieferung. Bisher mussten Gastronomen jeden Anbieter einzeln um die Löschung bitten und bis zu fünf Arbeitstage warten. Neue Anbieter landen allerdings weiter automatisch im Profil.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenMehr Kontrolle über die eigenen Bestell-Links gehört zu den häufigsten Wünschen von Restaurantbetreibern, schrieb Lisa Landsman am 28. Oktober auf LinkedIn. Bei Google betreut sie kleine und mittlere Unternehmen. Statt jede Plattform um die Löschung zu bitten, schalten Betreiber unerwünschte Anbieter nun im Google-Unternehmensprofil ab, auf Google Maps und in der Suche.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Restaurants blenden Bestellanbieter im Unternehmensprofil selbst aus.
- Abholung und Lieferung haben getrennte Schalter.
- Neue Anbindungen bleiben standardmäßig aktiv.
- Ob sich viele Standorte auf einmal umstellen lassen, ist offen.
Was ändert sich im Unternehmensprofil?

Im Bereich für Essensbestellungen listet Google alle Anbieter, über die Gäste bei einem Restaurant bestellen können. Laut Landsmans Beitrag lässt sich jeder davon einzeln ausblenden, mit je einem Schalter für Abholung und Lieferung.[1] Bisher blieb Gastronomen nur die Option „Link entfernen“. Damit geht eine Anfrage an den Anbieter, und der hat fünf Arbeitstage Zeit. So beschreibt es die deutsche Hilfeseite auch am 29. Oktober noch.[2]
Länder nennt Google in der Ankündigung nicht. Auf die Frage danach antwortete ein Google-Produktmanager in den Kommentaren laut Search Engine Journal mit „all“, also alle.[4] Offen bleibt, ob Agenturen und Ketten viele Standorte auf einmal oder über die Programmierschnittstelle des Unternehmensprofils umstellen können. Nachfragen dazu unter dem Beitrag hat Google bislang nicht öffentlich beantwortet.[4]
Wie kommen die Lieferdienste ins Profil?
Die Einträge legt nicht das Restaurant an. Bestellplattformen liefern sie per Datenfeed an Google und geben an, mit dem Betrieb zusammenzuarbeiten. Laut Hilfe erscheinen sie danach automatisch im Profil.[2] In seiner Richtlinie für Bestellpartner verlangt Google dafür einen direkten Vertrag mit jedem Betrieb im Feed.[3]
Das Abmelden lag bislang bei den Plattformen. In der Fassung vom April mussten Anbieter Restaurants dafür ein Formular oder einen Kontakt bereitstellen und jede Anfrage binnen fünf Arbeitstagen erledigen.[5] Die Fassung vom 19. Oktober verweist stattdessen auf Schalter direkt im Unternehmensprofil und hält fest: Alle Partneranbindungen sind standardmäßig aktiv.[3] Taucht eine neue Plattform auf, steht sie also zunächst im Profil, bis das Restaurant sie abschaltet.
Vom Antrag zum Schalter
Google gibt Restaurants den Schalter, bleibt aber bei der Reihenfolge: Erst steht der Lieferdienst im Profil, dann darf der Wirt widersprechen.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet das für Restaurants in Deutschland?
Für Gastronomen geht es um Provisionen. 2021 berichtete der Bayerische Rundfunk über mehr als 120.000 Webseiten, die Lieferando europaweit im Namen von Restaurants betrieb, 50.000 davon in Deutschland. In der Google-Suche standen sie teils vor der eigenen Seite des Restaurants. Liefert die Plattform selbst aus, fielen laut Dehoga damals 30 Prozent des Bons an.[6] Landsman empfiehlt trotzdem eine Mischung: Gäste bestellten oft dort, wo sie ein Abo oder gespeicherte Zahlungsdaten haben.[1]
- Profil durchsehen: Im Unternehmensprofil den Bereich „Lebensmittel bestellen“ öffnen und jeden Anbieter prüfen. Fehlt der neue Schalter noch, bleibt der Weg über „Link entfernen“.[2]
- Eigenen Bestellweg nach vorn holen: Eigene Bestell-Links lassen sich ergänzen und für Abholung oder Lieferung als bevorzugt markieren.[2]
- Regelmäßig nachsehen: Neue Anbindungen sind standardmäßig aktiv. Die Liste gehört deshalb in die laufende Pflege für Local SEO, bei Agenturen für jeden Standort einzeln.
- Anfragen im Blick behalten: Sinken die Direktbestellungen trotz unveränderter Website, lohnt ein Blick auf die Ursachen im Unternehmensprofil.
FAQ: Google-Unternehmensprofil: Restaurants schalten Lieferdienste jetzt selbst ab
Wo schalten Restaurants einen Lieferdienst im Google-Profil ab?
Im Unternehmensprofil im Bereich für Essensbestellungen, in der deutschen Oberfläche „Lebensmittel bestellen“. Dort steht jeder Anbieter mit eigenem Eintrag. Laut Google lässt er sich getrennt für Abholung und Lieferung ausblenden, ohne Anfrage beim Anbieter.
Gilt die neue Einstellung auch in Deutschland?
Google hat in der Ankündigung keine Länder genannt. Laut Search Engine Journal antwortete ein Google-Produktmanager auf die Frage nach den Ländern mit „all“. Die deutsche Hilfeseite beschreibt am 29. Oktober noch den alten Weg über eine Löschanfrage beim Anbieter.
Endet mit dem Abschalten auch der Vertrag mit dem Lieferdienst?
Nein. Der Schalter steuert nur, ob Google den Anbieter im Profil zeigt. Ein Vertrag mit der Plattform läuft weiter, Bestellungen über deren App oder Website ebenfalls. Kündigen müssen Restaurants direkt beim Anbieter.
Quellen
6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Lisa Landsman (Google) auf LinkedInOne of the most frequent requests we hear from restaurant operators …
- Google-Unternehmensprofil-HilfeOptionen für die Onlinebestellung verwalten (abgerufen am 29.10.2026)
- Google Actions CenterOrdering Redirect Compliance Requirements (Stand 19.10.2026)
- Search Engine JournalGoogle Lets Restaurants Directly Opt Out Of Ordering Providers
- Google Actions Center, archivierte FassungOrdering Redirect Compliance Requirements (Stand 01.04.2026, archiviert am 12.05.2026)
- TageskarteZehntausende Schattenwebseiten: Wie sich Lieferando das große Geschäft sichern will (26.02.2021, nach einer Recherche des Bayerischen Rundfunks)
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