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Die jüngsten Modelle von DeepSeek und Moonshot AI sollen zu einem großen Teil aus Antworten von OpenAIs GPT-6 Astra gelernt haben, berichtet das US-Techportal The Information unter Berufung auf Insider. Bestätigt hat den Bericht keines der drei Unternehmen. Anbieter, die ein solches Modell in der EU verbreiten, müssen offenlegen, welches fremde Modell sie für die Destillation genutzt haben.

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Laut The Information haben DeepSeek und Moonshot AI beim Training ihrer neuesten Modelle stark auf Ausgaben von GPT-6 Astra gesetzt, dem stärksten Modell von OpenAI. Das Portal veröffentlichte den Bericht in der Nacht zum Donnerstag und beruft sich auf mit den Vorgängen vertraute Personen.[1] Gemeint sind Kimi K3.1 Pro, das Moonshot am vergangenen Samstag freigeschaltet hat, und DeepSeeks V4.1-Flash 1017 vom 17. Oktober. Anfragen der Nachrichtenagentur Reuters ließen OpenAI, DeepSeek und Moonshot zunächst unbeantwortet.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Im frei lesbaren Teil nennt der Bericht weder Datenmengen noch Belege, er stützt sich auf ungenannte Insider.
  • OpenAIs Nutzungsbedingungen verbieten, Ausgaben für die Entwicklung konkurrierender Modelle zu verwenden.
  • Schon am 30. September hatte OpenAI eine Kampagne aus dem Juli Personen aus Moonshots Umfeld zugeschrieben.
  • Die EU-Vorlage zur Zusammenfassung der Trainingsdaten fragt ausdrücklich nach Modellen, die ein Anbieter für eine Destillation genutzt hat.

Was berichtet The Information?

Glaskolben mit Sprechblasen-Papier davor, ein Erlenmeyerkolben mit gelb-oranger Flüssigkeit und Anhänger davor, beide in einer Chemielaborumgebung
GPT-6 Astra seit September verfügbar. Chinesische KI-Firmen nutzen Destillation, um von stärkeren Modellen zu lernen und Trainingskosten zu sparen

GPT-6 Astra ist seit Anfang September verfügbar und laut dem Bericht zum wichtigsten Ziel chinesischer KI-Firmen geworden. Bei der Destillation lernt ein Modell aus den Antworten eines stärkeren und übernimmt dessen Fähigkeiten, ohne die Kosten des ursprünglichen Trainings zu tragen. Laut The Information gehört das Verfahren zu den wichtigsten Gründen für den Fortschritt chinesischer Modelle mit frei herunterladbaren Gewichten, obwohl OpenAI und Anthropic es wiederholt kritisiert haben.

Moonshot hatte für Kimi K3.1 Pro eigene Testergebnisse veröffentlicht. Im Programmiertest Terminal-Bench 4.0 liegt das Modell danach mit 65,7 Prozent vor GPT-6 Astra mit 58,2 Prozent. Unabhängige Messungen fehlen bislang. DeepSeeks V4.1-Flash 1017 hat am 17. Oktober das bisherige Flash-Modell vollständig ersetzt.

Warum stoppen Nutzungsbedingungen das Abschöpfen nicht?

In den Nutzungsbedingungen von OpenAI steht das Verbot, Ausgaben für die Entwicklung von Modellen zu nutzen, die mit OpenAI konkurrieren.[3] Die Klausel bindet aber nur den Inhaber eines Kontos. Laut einer Warnung von NSA, FBI und CISA vom 8. September laufen solche Kampagnen über Zwischenhändler und Proxy-Dienste. Die Behörden nannten dabei sechs chinesische KI-Firmen, darunter Moonshot und DeepSeek.

Die Anbieter wehren sich mit Kontosperren und Filtern. OpenAI zählte im Juli 16.000 Anfragen von mehr als 4.000 Konten an zwei Tagen, mit denen Angreifer die verborgenen Denkschritte der Modelle abgreifen wollten. Anthropic sperrte nach eigenen Angaben Zehntausende Konten, oft binnen zwei Stunden. Seither fließen laut Anthropic 90 bis 99 Prozent weniger Daten aus Claude ab. Moonshot hatte frühere Vorwürfe der US-Regierung zurückgewiesen.

Destillation unter Verdacht
Was über das Abschöpfen von US-Modellen bekannt ist
16.000 Anfragen
von über 4.000 Konten an zwei Julitagen, laut OpenAI
90 bis 99 %
weniger Daten fließen laut Anthropic seit den neuen Sperren aus Claude ab
65,7 zu 58,2 %
Kimi K3.1 Pro vor GPT-6 Astra im Programmiertest Terminal-Bench 4.0, laut Moonshot
4,5 Mrd. €
will Moonshot beim geplanten Börsengang in Hongkong höchstens einsammeln
Sieben Wochen, vier Vorwürfe
8. Sept.
NSA, FBI und CISA nennen sechs chinesische KI-Firmen, darunter Moonshot und DeepSeek
30. Sept.
OpenAI ordnet eine Kampagne aus dem Juli Personen aus Moonshots Umfeld zu
12. Okt.
Anthropic nennt Zhipu und Moonshot und meldet neue Sperren
17. Okt.
DeepSeek bringt V4.1-Flash 1017
24. Okt.
Moonshot schaltet Kimi K3.1 Pro frei
29. Okt.
The Information: Beide Modelle lernten von GPT-6 Astra

Was heißt das für Unternehmen in der EU?

Die KI-Verordnung verpflichtet Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck, eine Zusammenfassung der Trainingsinhalte zu veröffentlichen, auch für Open-Source-Modelle.[4] Die Vorlage der EU-Kommission dafür fragt in Abschnitt 2.5 nach synthetischen Daten, die aus den Ausgaben eines anderen Modells stammen, ausdrücklich auch durch Destillation.[5] Hat ein Anbieter solche Daten genutzt, muss er die verwendeten Modelle mit Namen nennen, sofern sie auf dem Markt sind. Seit dem 2. August 2026 kann die Kommission diese Pflicht mit Bußgeldern durchsetzen.

Von außen lässt sich kaum beweisen, wovon ein Modell gelernt hat. Die EU-Vorlage verlangt die Antwort deshalb vom Anbieter selbst, schriftlich.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Bis zum 4. November will Moonshot die Modellgewichte von K3.1 Pro, also das trainierte Modell selbst, zum Download bereitstellen. Planen Sie, das Modell auf eigenen Servern zu betreiben, lesen Sie vorher die Zusammenfassung der Trainingsinhalte und die Lizenz. Nennt die Zusammenfassung kein fremdes Modell, obwohl der Bericht zutrifft, ist sie unvollständig. Für Ihre KI-Richtlinie halten Sie fest, welches Modell Sie aus welcher Quelle einsetzen. Gerät ein Anbieter in Washington unter Druck, wie Moonshot vor seinem Börsengang, kennen Sie dann Ihre Ausweichmodelle.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. The InformationOpenAI’s Astra Model Becomes Top Distillation Target for China’s AI Labs (englisch, 29. Oktober 2026, Bezahlschranke)
  2. Reuters, veröffentlicht von The StandardDeepSeek, Moonshot used OpenAI’s GPT-6 Astra to train latest models, The Information reports (englisch)28.10.2026
  3. OpenAINutzungsbedingungen für Europa (englisch, Stand 16. Januar 2026)
  4. Amtsblatt der EUVerordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, Artikel 53 Absatz 1 Buchstabe d und Absatz 2
  5. EU-KommissionErläuterungen und Vorlage für die Zusammenfassung der Trainingsinhalte (englisch, 24. Juli 2025), Abschnitt 2.5

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