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Mit rund 1,81 Mrd. Euro Umsatz im dritten Quartal übertraf Fortinet die Schätzungen der Analysten. Ein Teil des Wachstums stammt aus Preiserhöhungen, die Erlöse aus Abonnements und Wartung wachsen langsamer. Die Aktie verlor nachbörslich rund ein Viertel ihres Werts.

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Rund 26 % gab die Fortinet-Aktie am Mittwochabend im nachbörslichen Handel ab, berichtet SiliconANGLE. Dabei lag der bereinigte Gewinn je Aktie mit umgerechnet 0,79 Euro über der Schätzung von 0,75 Euro.[1] Palo Alto Networks, CrowdStrike und Zscaler verloren nachbörslich 6 bis 7 %. Stand: Donnerstag, 29. Oktober, 7:00 Uhr.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umsatz stieg um 20 % auf rund 1,81 Mrd. Euro, das Rechnungsvolumen um 29 % auf rund 2,04 Mrd. Euro.
  • Höhere Preise trugen laut Fortinet rund 10 Prozentpunkte zum Plus beim Rechnungsvolumen bei.
  • Die Serviceerlöse wuchsen nur um 13 %, die Jahresprognose dafür sinkt.
  • Für das vierte Quartal stellt Fortinet beim Rechnungsvolumen 20 % Wachstum in Aussicht.

Warum verkaufen Anleger trotz guter Zahlen?

Weißer Switch mit orangefarbenem Anhänger und weißem Kreuzsymbol vor hellem Hintergrund
Fortinet steigert Umsatz im dritten Quartal um 20 % auf über 1,79 Mrd. Euro. FortiGate-Firewalls wachsen um 37 %, Services nur um 13 %

Von Juli bis September setzte Fortinet 20 % mehr um als vor einem Jahr, Analysten hatten mit rund 1,79 Mrd. Euro gerechnet. Im zweiten Quartal war der Umsatz laut SiliconANGLE noch um 26 % gewachsen. Das Gerätegeschäft mit den FortiGate-Firewalls legte um 37 % auf rund 666 Mio. Euro zu, die Serviceerlöse aus Abonnements, Wartung und Support nur um 13 % auf rund 1,14 Mrd. Euro.[1]

Die Umsatzprognose für 2026 hob Fortinet auf 7,07 bis 7,15 Mrd. Euro an, die Erwartung für die Serviceerlöse senkte der Konzern auf 4,48 bis 4,50 Mrd. Euro.[1] Finanzchefin Christiane Ohlgart nannte in der Telefonkonferenz mit Analysten zeitliche Verschiebungen als Grund: Große Kunden nehmen die Geräte in Betrieb, schalten die zugehörigen Dienste aber erst später frei.

Wie viel Wachstum kommt aus höheren Preisen?

Das Rechnungsvolumen, also alles, was Fortinet im Quartal in Rechnung stellte, stieg um 29 % auf rund 2,04 Mrd. Euro.[1] Rund 10 Prozentpunkte davon gehen auf Preiserhöhungen zurück. Das stellte Anthony Luscri, bei Fortinet für die Investoren zuständig, am Ende der Konferenz klar, nachdem Firmenchef Ken Xie den Preiseffekt zunächst dem Umsatz zugeschrieben hatte. Ohne die höheren Preise bleiben rund 19 %. Für das vierte Quartal erwartet Ohlgart beim Rechnungsvolumen ein Plus von 20 %.

Hinter den Preiserhöhungen stehen teurere Bauteile. Ein Analyst von Barclays sprach in der Konferenz von höheren Kosten für Speicher, die Fortinet an die Kunden weitergebe. Speicherchips sind knapp, der Hersteller SK Hynix behält von jedem Euro Umsatz fast 80 Cent als Betriebsgewinn. Laut Ohlgart drücken die Kosten in der zweiten Jahreshälfte die Marge im Gerätegeschäft. „Man kann die Preise für die Kunden nur bis zu einem gewissen Grad erhöhen“, sagte sie. Xie nannte längere Lieferzeiten für einige Bauteile.

Fortinet im dritten Quartal 2026
Juli bis September, Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal
1,81 Mrd. €
Umsatz, 20 % mehr als vor einem Jahr
2,04 Mrd. €
Rechnungsvolumen, plus 29 %, davon rund 10 Punkte aus höheren Preisen
+37 %
Umsatz mit Firewalls und anderen Geräten, rund 666 Mio. €
+13 %
Serviceerlöse aus Abonnements, Wartung und Support, rund 1,14 Mrd. €
Jahresprognose für die Serviceerlöse 2026
Juli: 4,51 bis 4,54 Mrd. €
Prognose mit den Zahlen zum zweiten Quartal
Oktober: 4,48 bis 4,50 Mrd. €
gesenkte Prognose mit den Zahlen zum dritten Quartal

Anleger reagieren empfindlich, weil sie das Muster kennen. Im August 2025 meldete Fortinet, der Austausch alter Firewalls sei zu 40 bis 50 % abgeschlossen. Die Aktie schloss am Folgetag 22 % tiefer, Analysten sahen den wichtigsten Wachstumstreiber schwinden.

Ein Drittel des Zuwachses beim Rechnungsvolumen holt Fortinet über höhere Preise, und das lässt sich nicht jedes Quartal wiederholen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was heißt das für Unternehmen mit Fortinet-Firewalls?

Steht der Austausch von FortiGate-Geräten an, deren Support ausläuft, holen Sie Angebote frühzeitig ein und halten Sie die Preise vertraglich fest. Rechnen Sie bei Lieferterminen einen Puffer ein. Fortinet-Firewalls sind zudem ein beliebtes Ziel: Im Oktober warnte das FBI vor 86.644 gekaperten Geräten.

Unternehmen, die unter das NIS2-Umsetzungsgesetz fallen, müssen nach § 30 BSIG Sicherheitsmaßnahmen treffen, die den Stand der Technik berücksichtigen. Ein Gerät ohne Sicherheitsupdates erfüllt das nicht.

Quelle

1 Quelle anzeigenQuellen ausblenden
  1. FortinetFortinet Reports Strong Third Quarter 2026 Financial Results (28. Oktober 2026, Anlage 99.1 zum Formular 8-K bei der SEC)

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