Ausgewählte Sicherheitsteams aus Googles Fairwind-Programm erhalten als Erste Zugriff auf Gemini 4 Carbon, das der Konzern am 28. Oktober als sein bislang leistungsfähigstes KI-Modell vorgestellt hat. Für Entwickler, Unternehmen und Privatkunden nennt Google keinen Termin.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenAuf 88,2 Prozent kommt Carbon im Test SEC-bench Pro, der misst, wie viele echte Schwachstellen ein Modell in Software aufspürt.[1] Dieselbe Fähigkeit macht das Modell für Angreifer wertvoll. Google gibt Carbon deshalb zuerst an Sicherheitsteams, wie schon den Vorgänger Argon vor vier Wochen.
Das Wichtigste in Kürze
- Gemini 4 Carbon folgt auf Gemini 4 Argon und ist auf langwierige Programmier- und Sicherheitsaufgaben ausgelegt.
- Im unabhängigen Intelligence Index von Artificial Analysis liegt Carbon mit 59 Punkten vor Claude Opus 5.5 mit 58.
- Zum Einführungspreis kostet eine Million Eingabe-Token 1,74 Euro, eine Million Ausgabe-Token 8,70 Euro.
- Mehr als 650 Partner nehmen am Fairwind-Programm teil, darunter Behörden und Betreiber kritischer Infrastruktur.
Was kann Gemini 4 Carbon?

Koray Kavukcuoglu, Chief AI Architect von Google, beschreibt Carbon als Modell für mehrstufige Aufgaben. Interne Teams hätten Carbon tagelang an verzwickten Fehlern in großen Codebeständen arbeiten sehen.[1] Neben dem Wert im SEC-bench Pro meldet Google 54,8 Prozent im Exploit-Test ExploitGym und 71,0 Prozent im CWE-bench, der das Beheben von Schwachstellen misst. Argon kam im CWE-bench auf 68 Prozent.[4] Alle drei Sicherheitstests liefen laut Google mit abgeschalteten Sicherheitssperren.[1]
Unabhängig von Google führt Artificial Analysis Carbon mit 59 Punkten auf Rang eins seines Intelligence Index, einen Punkt vor Claude Opus 5.5.[3] Im Terminal-Bench 4.0 versuchte Carbon laut Google in 0,4 Prozent der Läufe zu schummeln, kein Versuch gelang.[1]
Warum bekommen Sicherheitsteams das Modell zuerst?
Ein Modell, das Schwachstellen findet und ihre Ausnutzbarkeit prüft, nimmt auch einem Angreifer die halbe Arbeit ab. Wegen dieses Dual-Use-Problems begrenzt Google den Empfängerkreis. Die Fairwind-Partner dürfen das Modell nur ihren Teams für Cybersicherheit, Vorfallsbehandlung und Penetrationstests geben, müssen jeden Zugriff protokollieren und eine phishingresistente Mehr-Faktor-Anmeldung einsetzen.[2] Weiterverkaufen dürfen sie den Zugang nicht, Bewerber prüft Google vorab.[2]
Bei Argon dauerte die Exklusivphase knapp zwei Wochen: Vorstellung am 30. September, Freigabe für zahlende Kunden am 13. Oktober.[4] Parallel beteiligt sich Google am freiwilligen Verfahren der US-Regierung, die neue Modelle vor dem Marktstart prüft.[1] Washington beansprucht dabei bis zu 30 Tage Vorsprung vor anderen Partnern.
Was Carbon in der Sicherheitsarbeit leistet
Der Weg von Argon und Carbon
Folgt die Branche einem gemeinsamen Muster?
Anthropic gibt Mythos 5.1 in drei Stufen an Sicherheitsteams, OpenAI verzichtete laut Wall Street Journal Ende September auf den Start von GPT-6.1 Astra. Unternehmen bekommen die stärksten Modelle damit in Etappen, nach Sicherheitsteams und US-Behörden. Frei verfügbar ist dagegen GLM-5.3 aus China, das Exploits fast so gut schreibt wie Mythos Preview.
Google lässt erst die Sicherheitsteams patchen und verkauft das Modell danach. Bei Argon lagen zwei Wochen dazwischen.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was sollten Unternehmen im DACH-Raum tun?
In der EU verlangt die KI-Verordnung von Anbietern eines Modells mit systemischem Risiko eine Bewertung samt Angriffstests, die Meldung schwerwiegender Vorfälle und angemessene Cybersicherheit.[5] Vier Schritte helfen:
- Aufnahme beantragen: Behörden, Betreiber kritischer Infrastruktur aus Gesundheit, Telekommunikation, Energie und Finanzen sowie zentrale Softwareplattformen nimmt Google bevorzugt auf. Bewerben Sie sich gerne über die Programmseite.[2]
- Datenhaltung klären: Für Argon sagt Google Fairwind-Partnern über Gemini Enterprise zu, keine Daten aufzubewahren.[2] Fragen Sie diese Zusage für Carbon nach.
- Budget planen: Carbon startet zum Einführungspreis von Argon, danach verdoppeln sich die Sätze.[1]
- Eigene Tests durchführen: Prüfen Sie Argon jetzt an echten Aufgaben aus Ihrem Code, statt auf Herstellerwerte zu bauen.
Organisationen ohne Fairwind-Zugang können laut Google das Patch-Werkzeug CodeMender mit öffentlich verfügbaren Modellen nutzen.[2] Welche Preise die Konkurrenz verlangt, zeigt der Überblick zu gesenkten KI-Preisen bei OpenAI und Anthropic.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- GoogleGemini 4 Carbon: our next frontier model, Koray Kavukcuoglu
- Google DeepMindFairwind Program, Programmseite mit Teilnahmebedingungen und FAQ
- Artificial AnalysisArtificial Analysis Intelligence Index, Version 5.0, abgerufen am 29. Oktober 2026
- GoogleGemini 4 Argon: our next era of frontier intelligence, 30. September 2026, und Gemini 4 Argon: Built to solve your hardest problems
- Amtsblatt der EUVerordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, Artikel 55
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