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Mindestens 54 Prozent der neuen Firmenwagen großer Unternehmen in Deutschland sollen nach dem Kommissionsvorschlag ab 2030 rein elektrisch fahren. Konservative, Sozialdemokraten und Liberale im EU-Parlament wollen daraus laut Automobilwoche ein Ziel ohne Sanktionen für säumige Staaten machen.

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Für rein elektrische Dienstwagen, die vor 2031 angeschafft werden, setzt das Finanzamt monatlich 0,25 Prozent des Listenpreises an, sofern das Auto höchstens 100.000 Euro kostet.[7] Ab 2030 sollen nach dem Kommissionsvorschlag Elektroquoten für die Flotten großer Unternehmen dazukommen. Im Parlament findet diese Pflicht keine Mehrheit mehr.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • EVP, S&D und Renew wollen laut Automobilwoche auf Sanktionen verzichten, das Plenum stimmt voraussichtlich am 23. November ab.
  • Für Deutschland sieht der Vorschlag ab 2030 mindestens 54 Prozent rein elektrische Firmen-Pkw und 43 Prozent E-Transporter vor.
  • Deutschland stellte sich im Juni schon im Rat gegen die Quoten.

Was hatte die Kommission vorgeschlagen?

Geöffneter weißer Schlüsselkasten mit vier Schlüsseln und Aufkleber „Freiwillig“ an der Tür
Quoten aus dem EU-Auto-Paket richten sich an Mitgliedstaaten. Große Unternehmen haben mindestens 250 Beschäftigte, 50 Mio. Euro Umsatz oder 25 Mio. Euro Bilanzsumme

Die Quoten aus dem Auto-Paket vom Dezember 2025 richten sich an die Mitgliedstaaten, nicht direkt an die Firmen.[1] Als groß gilt nach der EU-Bilanzrichtlinie ein Unternehmen, das zwei von drei Schwellen überschreitet: 250 Beschäftigte, 50 Millionen Euro Umsatz, 25 Millionen Euro Bilanzsumme.

Für Deutschland nennt der Anhang ab 2030 einen Mindestanteil von 83 Prozent emissionsfreien oder emissionsarmen Firmen-Pkw, darunter mindestens 54 Prozent reine Elektroautos. Als emissionsarm zählen Autos mit höchstens 50 Gramm CO2 je Kilometer, in der Praxis Plug-in-Hybride. Ab 2035 lägen beide Werte bei 95 Prozent.[1]

Ab 2028 sollten die Staaten Firmenwagen nur noch fördern, falls diese emissionsfrei oder emissionsarm fahren und in der EU gebaut sind. Die Kommission setzt beim Gebrauchtmarkt an: Firmenwagen stellen in der EU rund 60 Prozent der Pkw-Neuzulassungen und wechseln nach wenigen Jahren zu privaten Käufern.[2]

Was ändert der Kompromiss?

Laut Automobilwoche, zitiert vom Fachportal electrive, sollen die Quoten nur noch als unverbindliche Ziele gelten.[3] Sanktionen gegen säumige Staaten sind demnach nicht vorgesehen. Der CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke (EVP) spricht von einem „guten Kompromiss“, der Flottenbetreiber vor großen Belastungen schütze.

Die Sozialdemokraten rücken damit von ihrem eigenen Entwurf ab. Als Berichterstatter betreuen Tiemo Wölken (Umweltausschuss) und François Kalfon (Verkehrsausschuss), beide S&D, das Dossier.[4] Der Entwurf der beiden vom 11. Mai sah für Deutschland 65 Prozent bis 2030 und 99 Prozent bis 2035 vor, zudem sollten Steuervorteile für Verbrenner-Firmenwagen ab 2028 enden.[5] Ob das Ende dieser Steuervorteile den Kompromiss übersteht, ist offen.

Im Rat stellte sich Deutschland beim Treffen der Verkehrsminister am 8. Juni gegen den Vorschlag, Frankreich und die Benelux-Staaten unterstützten ihn, berichtet der Zentralverband des Deutschen Handwerks.[6]

Was die Kommission für Deutschland vorsieht
Mindestanteile bei neuen Firmenwagen großer Unternehmen
54 %
rein elektrische Pkw ab 2030
83 %
emissionsfreie und -arme Pkw ab 2030
43 %
rein elektrische Transporter ab 2030
60 %
EU-weit: Firmenwagen-Anteil an Pkw-Neuzulassungen
Stationen
16.12.2025
Vorschlag der Kommission
11.05.2026
Berichtsentwurf: 65 % für Deutschland
27.10.2026
Einigung auf freiwillige Ziele
23.11.2026
Abstimmung im Plenum geplant

Was bedeutet das für Unternehmen in Deutschland?

Fuhrparkleiter achten neben der Leasingrate vor allem auf den Restwert. Der Handelskonzern Schwarz Gruppe nahm im Juli reine Elektroautos wegen schwacher Wiederverkaufspreise aus dem Programm für neue Dienstwagen.

Eine Quote ohne Folgen ändert keine Bestellung im Fuhrpark. Den Ausschlag gibt die Dienstwagensteuer.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Wichtiger für die Planung über 2030 hinaus ist die Frage, ob Berlin die 0,25-Prozent-Regel für Anschaffungen ab 2031 verlängert.[7] Das Plenum stimmt voraussichtlich am 23. November ab, danach verhandelt das Parlament mit dem Rat.[4]

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. EU-KommissionVorschlag für eine Verordnung über saubere Firmenfahrzeuge, COM(2025) 994 mit Anhang, Tabellen 1 und 2 (englisch, PDF)16.12.2025
  2. EU-Kommission, Generaldirektion Mobilität und VerkehrAccelerating the transition to zero-emission corporate vehicles (englisch)17.12.2025
  3. electriveEVP organisiert Mehrheit gegen bindende E-Quoten für große Firmenflotten (27. Oktober 2026, nach einem Bericht der Automobilwoche)
  4. Europäisches Parlament, Legislative BeobachtungsstelleVerfahren 2025/0421(COD), Clean corporate vehicles (englisch, abgerufen am 29. Oktober 2026)
  5. electriveAuto-Paket der EU: Elektroquote für Firmenwagen noch höher?05.06.2026
  6. Zentralverband des Deutschen HandwerksCO2-arme Unternehmensflotten: Rat beschließt Fortschrittsbericht10.06.2026
  7. Bundesministerium der Justiz§ 6 Absatz 1 Nummer 4 Einkommensteuergesetz (abgerufen am 29. Oktober 2026)

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